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Goldringe nachträglich härten

 
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 ·  #1
Hallo, ich habe mich eben hier angemeldet. Vielleicht kann mir ja wer weiter helfen?

Wir haben vor 4 Wochen geheiratet und uns für klassische bombierte glänzende Eheringe aus 585 gelbgold einer großen Herstellerfirma aus Österreich entschieden.
Vorab hatten wir uns informiert wie die Ringe hergestellt werden. Uns war es wichtig, dass der Hersteller mittels "moderner Verfahren" den Ring härtet (durch walzen, schmieden, ausstanzen) und nicht gießt oder vom Rohr schneidet.
Auf der Homepage ist per Diashow geschildert, dass alle ringe gehärtet und gestanzt werden.

Als wir die ringe abholen wollten, hatte der Ring meines Mannes rundum einen schwarzen Riss. Wir haben die ringe natürlich nicht angenommen. Sie wurden reklamiert und wir haben neue bekommen. Wie kann das passieren wenn die ringe doch so gut kontrolliert werden?!

Das zweite mal waren die ringe in Ordnung. Aber bereits wenige Tage nach der Hochzeit bekamen die Ringe tiefe Dellen und kratzer.
Ich war schon mal verheiratet und meine alter goldring sah nach 5 Jahren nicht SO aus wie diese Ringe nach einer Woche! Sogar meine silberringe haben nicht solche kratzer.
Leichte Spuren sind ja normal.... aber DAS geht gar nicht.
Uns kam der Verdacht dass die ringe sehr billig hergestellt wurden und nicht wie beworben mittels dieser tollen Härte- Verfahren.

Der Juwelier hat für uns beim Hersteller angerufen und dort wurde erklärt, dass alle ringe vom Rohr geschnitten werden und gar nicht von gewalzten Blechen gestanzt.

Für mich fällt das unter Betrug!

Wir sollen nun die ringe einschicken damit geschaut wird ob tatsächlich ein Mangel vorliegt.
Ich glaube aber nicht dass zugegeben wird dass die ringe Schrott sind. Man wird sie uns polieren und dann sehen sie wieder so aus!!!
Die ringe sind einfach zu weich!

Was könnt ihr denn raten? Auf Geldrückgabe bestehen? Beide ringe haben zusammen 1700€ gekostet.
Kann man ringe nachträglich härten? Indem man sie mehrmals staucht und dehnt? Würde das was bringen?

Wir sind so traurig und fühlen uns verar***t.

Danke fürs lesen und Tips!

Elly
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 ·  #2
Daß eine Politur bereits beim ersten Tragen beeinträchtigt wird und Tragespuren entstehen, sollte eigentlich klar sein. Macken und Kratzer entstehen auch, da die Ringe die Arbeiten des Tages mitmachen müssen. Sind halt nunmal ein Gebrauchsgegenstand, auch wenn man es nicht gerne so sehen möchte. Auch Ringe für 10.000€ sind nicht vor Tragespuren gefeit.

Zitat
Der Juwelier hat für uns beim Hersteller angerufen und dort wurde erklärt, dass alle ringe vom Rohr geschnitten werden und gar nicht von gewalzten Blechen gestanzt.

Für mich fällt das unter Betrug!

auch Rohrabschnitte werden aufgewalzt und dann erst abgedreht. Dadurch sind sie auch gehärtet.

Zitat
Auf Geldrückgabe bestehen?

ich sehe hier im Gegensatz zum ersten Ring, den ihr zurückgegeben habt, keinen Fertigungsmangel, der eine Geldrückgabe begründen kann. Die Firma nimmt ihr Recht zur Nachbesserung wahr.

Ohne Fotos von den beanstandeten Macken können auch wir hier wenig sagen.
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 ·  #3
so teuer ist das mit der Stanzerei nun auch nicht, daß dagegen das mit den Rohren viel billiger ist

wegen dem Vergleich zu den weniger verkratzten Silberringen: wurden die auf der gleichen Hand getragen? auf der Arbeitshand verkratzen Ringe mehr, weil man mehr anfaßt damit

engerdrücken und dehnen wird nicht allzuviel Härte bringen, aber doch ein gewisses Risiko beim Dehnen

engerdrücken und größerwalzen bringt schon etwas Härte und ist nur wenig Risiko, aber mit der garantierten unerwünschten Nebenwirkung, daß den Ringen dabei innen die Bombierung weggewalzt wird und sie breiter und dünner werden, weil das Material bei beiden Vorgängen nicht nur in der Länge ausweicht, sondern in die Breite geht (klar: sie lassen sich wieder auf Anfangsmaß drehen und die Bombierung auch, aber was weg ist an Stärke ist halt weg)

selbst wenn ihr die Ringe zurückgebt, was dann?
und das Problem ist ja eh, das durchzusetzen
ob man das mit dem Herstellungsverfahren auf der Homepage als Versprechen und zugesicherte Eigenschaft bezeichnen kann, werden vielleicht auch Juristen verschieden sehen, denn man kann das mit den Rohren durchaus als allgemeinen _Stand der Technik_ bezeichnen

da bin ich jedenfalls froh, daß mir solch Ärger auf jeden Fall erspart bleibt, denn meine selbstgefertigten Ringe sind alle gewalzt, weil ich kleine Rohlinge gieße, walze und erst dann auf Endmaße drehe

Anke: ich glaub nicht, daß Rohrabschnitte auch immer noch aufgewalzt werden
einfacher ist es ja, so dickes Rohr zu verwenden, daß damit jegliche Ringgrößen durch außen-und innendrehen abgedeckt sind
denk mal an die Ringrohlinge von Scheidanstalten
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 ·  #4
PS: das mit dem Riß rundrum ist schon krass
und technologisch auch nicht so einfach zu erklären
mir fehlt jedenfalls die Fantasie dafür

schlampige Endkontrolle kommt aber immer mal vor wie man an einem Thread von vor ein paar tagen in diesem Forum sehen kann, wo ein neuer dicker Platinrig große gelbe Flecken hatte

falls es keine Lösung mit dem Verkäufer gibt,bleibt das enger/größerwalzen ,

oder, was meine Spezialität ist: neumachen mit deutlich walzen mit in dem Fall "Alt"gold, wo sie nicht dünner werden, trotzdem aber ein gewisser Materialverlust eintritt, den ich vorher zugeben muß
Kosten 200,- für das Paar plus etwa 7% Goldzugabe (ich sag mal ganz grob 50,-, wenn die Ringe so schwer sind, wie der Preis annehmen läßt)

PS: matte Struktur scheint deutlich stärker zu verkratzen als poliert!
das noch zum Vergleich Silber poliert zu vielleicht Gold matt
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 ·  #5
Zitat
Ich war schon mal verheiratet und meine alter goldring sah nach 5 Jahren nicht SO aus wie diese Ringe nach einer Woche!
Das ist jetzt aber normal, denn nach 5 Jahren werden egal welche Ringe wieder so einheitlich beansprucht sein, dass sie wieder glatt wirken.
Ich frag mich allerdings, warum der Hersteller Imagebilder bezüglich der Härtung durch Schmieden und Walzen veröffentlichen soll, wenn die Ringe aus dem vollen Rohr gedreht werden?
edit: @ Tilo: Elly schreibt explizit glänzend!

edit 2 war vielleicht kein Riss sondern eine unversäuberte Matschkante von der Oberflächenbearbeitung?
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 ·  #6
daß ein Hersteller Imagebilder oder Image (Schadstoff)Zahlen verwendet, die der Realität nicht ansatzweise standhalten, ist aber nichts neues

kennst du die Werbung der Applesmartwatches?
die werden da ohne Gnade in allerlei Wassersportarten gezeigt
und dann lies mal die Bedienungsanleitung zu diesen Produkten, was da zum Umgang mit Wasser geschrieben wird!
abgefahren, sag ich da nur
(ich kauf sowas ja nicht und wenn, schon gleich nicht von denen, aber als ich die Werbung sah, dachte ich, hey, haben die jetzt wirklich eine so gute Wasserdichtigkeitseinstufung? und hab mal nachgelesen)
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 ·  #7
Hmmm ich weiß dass oberflächlichliche kritzelkratzel Spuren normal sind und war auch darauf eingestellt, dass sie sehr schnell sichtbar werden.
Aber ich hab echt den vergleich. Mein alter Ring sah nie so aus. Auch nicht zu beginn als die ersten Spuren kamen.

Die Kratzer unserer Eheringe sind so tief und scharf, vor allem die meines Mannes dass sie am daneben liegenden Finger scheuern. Da sind auch so komische winzige Löcher entstanden. Sieht aus als hätte wer mit der Nadel reingepiekt.
Der Ring meines Mannes ist natürlich größer als meiner. Aber irgendwie auch weniger bombiert. Also dünner.
Es wirkt auf mich so, als wären die Ringe vom Rohr geschnitten; der meines Mannes dann aufgedehnt und meiner gestaucht.
Wir müssten die Ringe mal wiegen...
Mir kommt alles so gepfuscht vor.

Morgen gehen wir noch mal zum Juwelier. Die Chefin ist selbst Schmiedin. Aber das letzte mal hat sie nicht viel gesagt.

Also meint ihr es würde Sinn machen die Ringe ein zu schicken, und zu fragen ob sie die Ringe irgendwie nachhärten können?

Wir haben auch überlegt den Ringen eine andere Oberfläche zu verpassen. Z.b mit absicht eine krickelkrackel...wie heißt das eismatt/ gehämmert? Würde das dann erneute Kratzer kaschieren?
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 ·  #8
Zitat geschrieben von Elly

Die Kratzer unserer Eheringe sind so tief und scharf, vor allem die meines Mannes dass sie am daneben liegenden Finger scheuern. Da sind auch so komische winzige Löcher entstanden. Sieht aus als hätte wer mit der Nadel reingepiekt.

Ein möglichst nahes + scharfes handyfoto auf weissem Papierhintergrund wäre m.E.hilfreich.
Vielleicht sind es ja wieder Produktionsfehler, wenn es aus der gleiche Charge stammt,
oder wurde u.U. nur der eingesandte (fehlerhafte)Ring nachgearbeitet?
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 ·  #9
nein, niemand hier hat auch nur ansatzweie nahegelegt, daß das beim Verkäufer oder beim Hersteller nachträglich zu härten wäre
ich habe nur erklärt, welche eklatanten Nachteile der versuch der nachträglichen Härtung mittels mechanischer verformung hat
und deshalb werden die beim Hersteller das vermutlich nicht machen

ja, eismatt ist vergleichsweise Selbstmord aus Angst vor dem Tod ;-)
kann man (selbst) machen mit 80er Schleifpapier oder noch gröber (ich mach das so selten, wissen andere besser)
Hammerschlag zur Kaschierung scheint mir nicht so sinnvoll

und wenn beim Trauring des Mannes so schlimme Kratzer sind, daß da ein Grat aufgeworfen wird, der scheuert, dann muß da im Umgang mit dem Ring was grundsätzlich schieflaufen

selbst beim weichsten Gold muß da schon gewaltig geschabt werden, was ich nicht als normalen Umgang ansehe
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 ·  #10
Ich hab vorhin versucht Fotos zu machen. Meine handykamera stellt den Ring nicht scharf.
Wir haben den Ring sicher nicht so zugerichtet. Normaler Alltag. Außerdem trägt er ihn links.

Uns wurde gesagt dass der Ring ausgetauscht wurde.

Ich kann ja berichten was morgen raus kam beim Gespräch
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 ·  #11
mit Lupe oder wenigstens starker Lesebrille vorm Objektiv kann auch eine handykamera halbwegs Nahaufnahmen machen
die sache ist mysteriös, aber wenn man nichtmal Bilder hat, kann man da nur spekulieren
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 ·  #12
Würde das Eismatt denn Material abschürfen oder wird nur die Oberfläche verändert?
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 ·  #13
Eismatt macht vor allem Kratzer in alle Richtungen rein, aber geringfügig trägt es auf Dauer auch ab. Greift bitte nicht zur Selbsthilfe bevor nicht das Kind im Brunnen ersoffen ist!

Hammerschlag kaschiert sowas nicht, außerdem weitet es den Ring etwas. Die Oberfläche soll vorher aber makellos sein.

Eure Beschreibung klingt nach Poren unter der Oberfläche. Da kann bei geringer Kratzerei mehr als geplant aufreißen.
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 ·  #14
Schleifpapier ist an sich für abtragend gemeint
und das macht es auch und sollte deshalb mit Gefühl verwendet werden
und Hammerschlag bekommt auch Kratzer und löst kein Problem mit Poren oder zu weichem Material
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 ·  #15
Zitat geschrieben von Elly

Wir haben den Ring sicher nicht so zugerichtet. Normaler Alltag. Außerdem trägt er ihn links.

du glaubst gar nicht, was uns als "normaler Alltag" und "ich habe damit gar nichts gemacht" immer wieder auf dem Werktisch landet.

Zitat
Eure Beschreibung klingt nach Poren unter der Oberfläche. Da kann bei geringer Kratzerei mehr als geplant aufreißen.

das hätte ich zumindest bei den nadelähnlich eingepieksten Löchern vermutet. Kann bei gegossenem Blech passieren, kann aber auch beim Stranggußrohr passieren, was natürlich nicht wünschenswert ist, aber halt passiert.
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