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Goldringe gießen lassen

 
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Peters
 
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Peters

 ·  #1
Ich bin auf der Suche nach einer*m Fachfrau*mann, um Eheringe gießen zulassen. Ich habe allerdings ganz genaue Vorstellungen dazu.
- Es sind Muster-Ringe (333) vorhanden, diese sollen exakt kopiert werden.
- Dazu soll 750er Altgold von mir (aus Familienschmuck, ohne/kaum Lötstellen) genommen werden.
- Das was mir am Wichtigsten ist: Die Ringe sollen gleichzeitig in einem Guss gegossen werden. So dass es sich bei beiden Ringen um genau das selbe Material handelt. Ob Vakuum- oder Schleuderguss ist mir egal. Ich möchte gerne den Gussbaum mit beiden Ringen dran sehen.
- 1. Ring 4g, 19,7 und der 2. Ring 2g 16,5 (sehr zierliche Ringe)

Der Hintergrund dazu, bei der Hochzeit waren nur einfache Ringe möglich, die jetzt gegen Hochwertige getauscht werden sollen. Mit ideellem Wert, genau die Form wie die Ersten.

Da ich das Gold bereits habe, was für Kosten für die Arbeit kommen da auf mich zu?

Vielen Dank für eure Hilfe,
beste Grüße
Peters
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 ·  #2
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 ·  #3
Gießen kann ich auch. Auch zwei Ringe auf einem Gussbaum. Die Frage ist nur, ob das Kundengold reicht, denn man braucht 2-3 mal so viel Gold wie die Ringe hinterher wiegen, für Kanäle, Gusskopf und Verarbeitungsverlust. Da die Ringe hinterher noch versäubert und poliert und auf Maß gebracht werden müssen, kostet das in etwa so viel wie neue Ringe, evtl. unter Abzug des Goldes zum Altgoldankaufswert.
Peters
 
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Peters

 ·  #4
Vielen Dank für die Antworten.
Gold zum gießen ist genug vorhanden. Nötig wären dann ja etwa 20g, die habe ich mit verschiedenen 750er Schmuckteilen zusammen.
Neue möchte ich nicht kaufen, wegen dem ideellen Wert. Und es soll genau das Gold benutzt werden, was aus der Familie Stammt.
Was ist denn mit Versäubern und Größenanpassung gemein? Ich stelle mir schon vor, dass die Ringe nach dem Guss genau das Ringprofil der Originale haben. Das ist innen abgerundet und außen etwas Eckiger und mit runder Fase.
Also das Ringprofil soll nicht nachträglich in einen "Gussrohling" geschliffen werden. Die Größenanpassung auf einen Spreizdorn ist natürlich OK. Auch wenn ich schon genaue Vorstellungen der Vorgänge habe, kenne ich mich im Detail nicht aus. Ich habe nach den Methoden recherchiert.
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 ·  #5
>>Das ist das Fachgebiet von Tilo, er wird sich bestimmt dazu melden-

jaeeein, denn:

>> Das was mir am Wichtigsten ist: Die Ringe sollen gleichzeitig in einem Guss gegossen werden.
>Ich möchte gerne den Gussbaum mit beiden Ringen dran sehen.

mache ich nicht

es ist zwar für:

>> So dass es sich bei beiden Ringen um genau das selbe Material handelt.


nicht notwendig, dass


>> am Wichtigsten ist: Die Ringe sollen gleichzeitig in einem Guss gegossen werden.


aber was wolln wir machen? Kunde hat hier recht eigenwillige Vorstellungen, die zwar für sein Endziel nicht notwendig sind, und die halt nicht zu meiner Fertigung passen

>>1. Ring 4g, 19,7 und der 2. Ring 2g 16,5 (sehr zierliche Ringe)

also etwa 5,8g und 3g (750er hat 45% höhere Dichte)

meine Methode ist zwar im Prinzip optimiert auf das Ziel des Threaderstellers (2 Ringe aus gleicher eigener Anlieferungsgoldmischung), aber auf anderem Weg als er hier explizit wünscht:

>>dass die Ringe nach dem Guss genau das Ringprofil der Originale haben. Das ist innen abgerundet und außen etwas Eckiger und mit runder Fase.Also das Ringprofil soll nicht nachträglich in einen "Gussrohling" geschliffen werden.

wie auch immer: ich machs anders und bei mir reicht sogar nur wenig zusätzliches Material zum Endgewicht, aber die Methode ist nicht: gegossen und Profil ist fertig
ich würde das angelieferte Material erstmal zusammenschmelzen (mit Foto oder Videodokumentation) und somit homogenisieren
und dann 2 Güsse machen ohne Gusskopf, aber auch ohne die Möglichkeit, sofort Endprofil und-größe herauszubekommen
meine beiden Rohlinge sind viel kleiner als die Endgröße und bekommen erst mittels Umformung durch Profilwalzen spanlos die Endgröße und gleichzeitig die gewünschte Außenprofilierung

Die gewünschte innenprofilierung lässt sich nur schlecht anwalzen, sondern viel besser an der Drehbank drehen
und: ein klein wenig angewalzter Grat muss seitlich abgedreht werden, um saubere glatte Kanten zu bekommen
ich kann rein technologisch nicht einsehen, warum es nicht erlaubt sein soll, ein klein wenig mehr zu vergießen und danach abzuspanen, während erheblich mehr Material in Gusskopf zu versenken und dann die gesamte Oberfläche von Gussrauhigkeit abzuschleifen erlaubt ist
wenn Guss in Endform gewünscht ist, müssen eben Wachs-oder Kunststoffrohlinge zurechtgedreht/gedruckt werden, die dann für den Guss in der verlorenen Form genutzt werden
ich mache dagegen hochwertige gewalzte Ringe, wo ich nur sehr wenig mehr Material brauche, insbesondere, wenn ich erst mit ca. 3/4 des Gesamtgewichts den schwereren Ring mache und dann mit dem restlichen 1/4 und den Drehspänen des 1. den 2.
übrig bleiben dann nur einige wenige Späne

(oder halt etwas mehr, wenn ich mit ausreichend Ausgangsmaterial gleich 2 Rohlinge gießen und bearbeiten kann, ohne erst den ersten fertigzustellen)
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 ·  #6
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 ·  #7
Zitat geschrieben von Guestuser

Vielen Dank für die Antworten.
Gold zum gießen ist genug vorhanden. Nötig wären dann ja etwa 20g, die habe ich mit verschiedenen 750er Schmuckteilen zusammen.
Neue möchte ich nicht kaufen, wegen dem ideellen Wert. Und es soll genau das Gold benutzt werden, was aus der Familie Stammt.
Was ist denn mit Versäubern und Größenanpassung gemein? Ich stelle mir schon vor, dass die Ringe nach dem Guss genau das Ringprofil der Originale haben. Das ist innen abgerundet und außen etwas Eckiger und mit runder Fase.
Also das Ringprofil soll nicht nachträglich in einen "Gussrohling" geschliffen werden. Die Größenanpassung auf einen Spreizdorn ist natürlich OK. Auch wenn ich schon genaue Vorstellungen der Vorgänge habe, kenne ich mich im Detail nicht aus. Ich habe nach den Methoden recherchiert.

Auch ein neuer Ring aus dem Geschäft kostet Metall und Verarbeitungssverlust und diverse Arbeitsgänge und Steuern. Das ist bei einer Sonderanfertigung nicht anders, nur dass das Material angeliefert wird. Wenn man ein Stück Holz zum Schreiner bringt und einen Schrank haben will, wird es auch nicht viel billiger, manchmal sogar teurer.
Peters
 
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Peters

 ·  #8
Zitat geschrieben von Tilo

>> am Wichtigsten ist: Die Ringe sollen gleichzeitig in einem Guss gegossen werden.
aber was wolln wir machen? Kunde hat hier recht eigenwillige Vorstellungen, die zwar für sein Endziel nicht notwendig sind, und die halt nicht zu meiner Fertigung passen


Tut mir leid, ich habe da schon die genauen Vorstellungen. Ich finde Deine Methode aber auch interessant. Dennoch würde ich gerne erst ein mal nach der Möglichkeit des Wachs-Gusses suchen.

Vielen Dank für den Hinweis zu dem anderen Gewicht bei 750er Gold lieber Tilo. Das habe ich nicht bedacht, aber sollte auch kein Problem sein.

Mir ist klar, dass ich durch das Einbringen des Materials die Kosten nicht wesentlich senke, die Arbeitskosten sind aber ja genau die, die ich mir erhoffe hier zu erfahren. Es geht auch nicht darum, eine günstige Lösung zu finden. Sondern möchte ich den ideellen Wert der Ringe mit dem Gold, an dem Familiengeschichte hängt umsetzten.

Ich denke, ein gedruckter Wachsring ist auch nicht so einfach, dazu müssten die original Ringe ja 3D gescannt werden. Ist es nicht einfacher, eine Silikon- (oder ist es Gummi?) Form der Ringe zu erstellen und dann ganz klassisch ein Wachsmodel daraus zu fertigen und somit die Ringe exakt zu kopieren?
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 ·  #9
bei dem verfahren gibts 3x Schwund: das eingespritzte Wachs schrumpft beim Erkalten in der Form
das eingegossene Gold schrumpft beim Erkalten im Einbettmassenhohlraum
und es gibt Materialabtrag beim Glätten der Gussrauhigkeit

wenn du dann mit dem Messschieber original und Kopie vergleichst (und ich habe den Eindruck, du machst das), dann kann das (nach meinem Kenntnisstand) nicht passen, wenn die Originalringe in Silikon kopiert wurden
evtl. bin ich nicht auf der Höhe der Technik und Heinrich kann das mit speziellen dafür optimierten Materialien kompensieren

ich denke, ich will das bei so übertriebenen Vorstellung bzgl. Kopiergenauigkeit gar nicht machen

und du solltest jetzt schon deine Toleranzen in % zum Original nennen, damit jeder potenzielle Auftragnehmer weiß, ob er das so exakt leisten kann.
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 ·  #10
Stimmt, wie exact wäre schon wichtig vor dem Auftrag zu wissen. Ich kann zwar Zwischenvergrößerungen machen bei dem Prozess über Silikonform und Wachsguss, aber für Hochpräzisionsteile reicht das mindestens wegen des Materialabtrages beim Finish nicht.
Tilos Methode mit dem Rotationsguss, der aber nur einzeln geht, könnte sogar im Zehntelbereich präziser sein im Endergebnis.
Einen Tod muss man sterben, entweder das eine oder das andere.

P.S. Eine Methode fällt mir noch ein. Die wäre, die Ringe völlig neu, mit einem anderen, dickeren Modell im Wachsausschmelzverfahren in einem Gußbaum zu gießen und dann auf Zehntel genau abzudrehen. Ist dann aber nicht vom Original kopiert.
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 ·  #11
An den OP ("Peters")
Ich kann nachvollziehen, worum es Dir hier geht.
Da gibt es aber einen Punkt, der bislang etwas unter gegangen ist: Das Material (in Deinem Fall das vorhandene 750 Gold) erhält seine besten Eigenschaften erst durch die nachfolgende Bearbeitung. Die Festigkeit entsteht durch das Schmieden (Walzen). Der Guss allein ist dafür nicht ausreichend. Hier würde Potential verschenkt.

Tilos Methode ist metallurgisch eine der Besten, die ein Goldschmied anwenden kann. Hier würden die Ringe zwar nacheinander, aber aus dem gleichen Material gefertigt. Die anschließende Bearbeitung (vorausgesetzt, dass die vorhandenen Legierungen gut genug sind) sorgt für die Eigenschaften, die man bei Trauringen schätzt - Langlebigkeit!

Darum würde ich hier Tilo sehr empfehlen.
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 ·  #12
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a ourives

 ·  #13
Wie sehen denn die gewünschten Ringe aus?
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 ·  #14
Zitat geschrieben von Guestuser

innen abgerundet und außen etwas Eckiger und mit runder Fase.
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a ourives

 ·  #15
es scheint doch ein Vergleichsmodell zu geben, anhand dessen der Nachbau bewertet werden soll. Von daher könnte man doch auch ein simples Foto schießen und hier hochladen. Oder ist das zuviel verlangt?
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