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Moissanit, Diamantersatz, natürlich oder künstlich?

 
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 ·  #1
Oder gibts Beides? Ein Diamant ist durch keinen anderen Stein zu ersetzen.
Und warum darf sich ein Moissanit "Brillant" nennen, Fragen über Fragen.


Nur echtes ist rechtes.
tatze-1
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tatze-1

 ·  #2
Ein Moissanit darf sich nur Brillant nennen, wenn er im Brillantschliff geschliffen ist. Und dann darf er auch nicht alleine Brillant heißen, weil das dem Diamanten vorbehalten ist, sondern er muß dann "Moissanit-Brillant" oder "Moissanit im Brillantschliff" heißen.
steinfroilein
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steinfroilein

 ·  #3
Ein Moissanit darf sich auf keinen Fall Brillant nennen. Allerhöchstens "synthetisch Moissanit Brillantschliff". Der Moissanit ist ein Diamantersatz bzw. eine Diamantimitation. Aber das ist im Prinzip der billige Cubic Zirconia und theoretisch Simili/Glas auch.

Es gibt auch echten Moissanit, aber dieser ist in nicht schleifwürdiger Form und wird daher als SiC synthetisch im HTHP-Verfahren hergestellt.

Leider ist der syn. Moissanit eine Art "Mogelstein". Da er nur mit besonderen Geräten geprüft werden kann, können ihn leider viele Fachleute nicht einfach so von einem echten Diamant unterscheiden. Im Preis merkt man manchmal (leider) nicht viel Unterscheid. Z. Bsp. ist die Meleeware syn. Moissanit rd. fac. 2,00 mm nicht viel günstiger als ein echter Diamant. Bis vor kurzem konnte man den Moissanit farblich noch recht gut zum Diamant unterscheiden, da dieser nur in der für ihn bislang typischen bläulichgrünlichen Tönung produziert wurde. Neuerdings kann der syn. Moissanit auch durch ein nochmaliges (oder weiteres) erhitzen in nahezu reinweiß geschliffen werden. Diese sind dann ca. 25 % teurer als die bisherigen getönten syn. Moissanite.

Im Thread http://www.goettgen.de/schmuck-foren/ftopic15343-60.html auf Seite 5 bin ich da näher schon auf die Kristallzüchtung eingegangen. Da das Datenblatt-Foto vermutlich schlecht zu lesen ist, gebe ich hier mal den Originaltext aus meinem geplanten Lexikon preis:
Zitat
Moissanit ist ein unter hohem Druck und Temperatur entstandenes Impakt-mineral, welches 1904 in einer Meteoritenprobe von dem Französischen Chemiker Henri Moissan entdeckt wurde.

Interessanterweise wurde das Siliciumcarbid, auch als Karborundum bekannt, schon 1841 synthetisch hergestellt. Wegen seiner technischen Einsatz-möglichkeiten wurden 1901 bereits 1741 Tonnen dieses Materials technisch hergestellt. Durch seine hohe Härte von 9,5 ist es ein ideales Schleifmitte, welches später auch in der Halbleitertechnik eingesetzt wurde.

Es gibt verschiedene polymorphe Formen von Moissanit, welche aus dem hexagonalen, rhomboedrischen und kubischen Kristallsystem kommen. 74 verschiedene Modifikationen wurden bereits im Labor hergestellt. Für die Schmuckherstellung ist die sogenannte 6H Modifikation am interessantesten, deren Kristallisationsform der des Wurtzites entspricht. Es gibt auch Kombinationen zwischen Lagen von Wurtzit- und Zinkit-Struktur, welche im Schmuckbereich Verwendung finden. Vor allem bei der Herstellung von farbigen synthetischen Moissaniten spielt neben einem Zuschlag auch die Kristallisationsform eine Rolle. So erscheint der kubische 3C-Moissanit gelb und mit Stickstoff dotiert grüngelb.

Synthetischer Moissanit wird unter hohem Druck und hohen Temperaturen im sogenannten HTHP-Verfahren hergestellt. Dabei wird bei Temperaturen von etwa 1200 Grad unter Anwesenheit von Silicium und Kohlenstoff eine Atmosphäre geschaffen, in welcher es bei Anwesenheit eines Keimkristalls zur spontanen Keimbildung kommt. Diese kann durch eine Reduzierung der Temperatur gesteuert werden.

Zur Schmuckherstellung ist die Herstellung eines Einkristalls notwendig, da nur dieser die optischen Anforderungen eines Schmucksteins erfüllt. Dazu wurde der Keimkristall in einen Kohlenstofftiegel eingelegt, welcher auch als Futter für das Kristallwachstum dient. Ein Patent wurde 1998 erteilt, welches 2012 von einem russischen Patent erweitert wurde. Dieses Patent ermöglichte es, durch eine entsprechende Gestaltung des Tiegels gleichzeitig mehrere Einkristalle herzustellen. Der Tiegel wird dann anschließend unter Sauerstoffatmosphäre weggebrannt, so daß das entstandene Material geteilt werden kann. Damit ist es möglich, die später gewünschte Form schon bei der Herstellung anzulegen und die spätere Verarbeitung wirtschaftlicher zu gestalten. Problematisch war anfangs die Farbe der Synthesen. Die anfangs grün-bläuliche Farbe konnte in ein getöntes Weiß verbessert werden. Zuerst wurden die synthetischen Moissanite beschichtet, damit ihr optischer Eindruck besser wurde; was aber den Nachteil hatte, daß der Stein nicht nachbearbeitet werden kann. Dies wurde erst durch die Einführung der Forever Brillant Moissanite anders, welche durch eine Hitzebehandlung strukturell so verändert werden (enhanced), daß ihre Farbe auch ohne Beschichtung deutlich besser ist, als die der bis dahin produzierten gecoateten synthetischen Moissanite.
Unterscheidung zwischen Diamant und syn. Moissanit:
Zitat
Als zweckmäßiges Prüfgerät erwies sich ein seit vielen Jahren auf dem Markt befindliches kombiniertes Testgerät, dem Duotester. Mit diesem Gerät kann die Wärmeleitfähigkeit geprüft, sowie das Reflektionsvermögen gemessen werden.
Im ungefassten Zustand ist die Unterscheidung des Moissanits vom Diamant für einen Fachmann auch ohne Geräte recht einfach. Schaut man seitlich durch die Oberteilfacetten in Richtung Kalette (Spitze) durch den Stein, erkennt man meist gut eine Verdoppelung der sichtbaren Facettenkanten; dieser Effekt ist der hohen Doppelbrechung des Moissanits zu verdanken. Durch die Tafel kann man oft bei den bisher bekannten Moissaniten lange, annähernd parallel orientierte, helle, feine, nadelförmige Einschlüsse erkennen. Synthetische Moissanite waren bisher, wenn auch nur schwach, leicht grünlich getönt. Durch weitere Behandlung sind neuerdings auch klare transparente weiße Farben auf dem Markt. Ihr hoher Glanz wirkt jedoch kälter und metallischer.
Vorsicht ist geboten bei derzeit auf dem Markt erhältlichen Diamant-Moissanit-Doubletten:
Zitat
Es gibt zwischenzeitlich Doubletten, deren Unterteil aus einem synthetischen Moissanit hergestellt wird und das Oberteil aus Diamant besteht. Die Steine sind ähnlich wie eine Spinell- Fabulit-Doublette aufgebaut. Im Oberteil befindet sich der härtere Stein, demnach Diamant und im Unterteil der etwas weichere und somit synthetische Moissanit. Der Diamant ist dabei etwas über die Rondiste gezogen.


Nachtrag: tatze ist mir zuvorgekommen. Tatze bekommt in einem Satz unter, wo ich elendlange Texte dazu brauche. :oops:
tatze-1
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tatze-1

 ·  #4
Zitat geschrieben von steinfroilein
Nachtrag: tatze ist mir zuvorgekommen. Tatze bekommt in einem Satz unter, wo ich elendlange Texte dazu brauche. :oops:

hrhrhr, sowas lernt man in der Goldschmiedeschule. Während meiner Lehrzeit war eine Schulaufgabenfrage in Edelsteinkunde: "Was ist ein Brillant?" Die komplette Klasse antwortete: "Ein Diamant im Brillantschliff." Jeder hat 0 Punkte auf die Frage bekommen, weil mein Lehrer "kubisch auskristallisierter Kohlenstoff im Brillantschliff" hören wollte. Der Aufstand in der Klasse war groß, die Arbeit wurde nachkorrigiert und jeder hat ne bessere Note bekommen (bei mir hat's sogar 2 Noten ausgemacht :D ). Die Frage kam in der Meisterschule wieder: ich hab's ihm dann unter die Nase gerieben, weil DIE Antwort werde ich mein Leben lang wissen :D

Du weißt, normalerweise bin ich nicht so komprimiert in meinen Antworten ;-) Aber die Sache mit dem Brillant habe ich mir definitiv gemerkt.
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 ·  #5
Sehr schöne Geschichte, die man sicher nie vergisst.
Heliodor
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Heliodor

 ·  #6
Zitat geschrieben von tatze-1"][quote="steinfroilein
..Während meiner Lehrzeit war eine Schulaufgabenfrage in Edelsteinkunde: "Was ist ein Brillant?" Die komplette Klasse antwortete: "Ein Diamant im Brillantschliff." Jeder hat 0 Punkte auf die Frage bekommen, weil mein Lehrer "kubisch auskristallisierter Kohlenstoff im Brillantschliff" hören wollte...

:lol:

War das der Herr Fischer?
tatze-1
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tatze-1

 ·  #7
nein, Herr Baum
Yvonne Sterly
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Yvonne Sterly

 ·  #8
steinfroilein
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steinfroilein

 ·  #9
Mich würde eigentlich mal der Preisunterschied Diamant/Moissanit interessieren.

Die mm-Größe 6,50mm ist die typische Einkarätergröße. Wo der Diamant-Einkaräter 1ct aufweist, hat der synthetische Moissanit ein Gewicht von ca. 0,88ct.


syn. Moissanit rd. 6,50 mm
(VG = bläulichgraugrünliche Tönung um die 430 €)

syn. Moissanit beh. rd. 6,50 mm
(FB = nahezu reinweiß um die 540 €)


Hat jmd. aktuelle Einkaräter-Vergleichspreise?



Zur Preis-Deklaration: Preise sind von Hersteller zu Hersteller und von Händler zu Händler verschieden. Oben genannte Preise sind Durchschnittsmarktpreise Stand 2013.
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #10
"Nahezu" reinweiss und ohne sichtbare Einschlüsse ist ein breites Preisspektrum bei Diamanten in der Größe von 1 ct.
Es fängt mit 3.000,- Euro an und bewegt sich bis 6.000,- Euro
Die höheren Preislagen sind dann eher sehr reinen und sehr weissen Diamanten vorbehalten.
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 ·  #11
@ steinfroilein,

wie kommst Du eigentlich auf diese Preise des Einkaräters Moissanit?

Diese Steine werden mittlerweise für unter 100.- Euro angeboten.
steinfroilein
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steinfroilein

 ·  #12
Wie ich bereits im Kleingedruckten erwähnte, Preise sind von Hersteller zu Hersteller und von Händler zu Händler verschieden. Oben genannte Preise sind Durchschnittsmarktpreise Stand 2013.

Asiatische Moissanite sind deutlich günstiger als die Amerikanischen. Online-Auktionshauspreise oder online-shop-Ausverkaufsartikel können auch nicht verglichen werden, mit Preisen von Händler, welche zu jeder Zeit nachlieferfähig sein müssen.

Es steht also die Frage im Raum, welche Preise Du von wem vergleichst.
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 ·  #13
Ich habe gerade Geschäftsbesuch aus Assam, einer dieser Kunden hat ein Säckchen mit Moissaniten, gekauft pro Carat 80.- als fancy und weiss pro Carat 145.- Euro.
steinfroilein
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steinfroilein

 ·  #14
Na, da ham mer's ja. Bei Fancy Colours dürfte es sich m.E. um Asiatische handeln. Die Moissanite, welche ich kenne, werden in Stückpreis gehandelt, und nicht in ct.

Beim Preisvergleich sollte man allerdings auch den Schliff beachten. Billig heißt nicht immer nur preislich gut. Mein früherer Chef sagte immer: die Qualität ist dem Preis entsprechend. Und dementsprechend ist auch der Preis der Qualität entsprechend. Kann man drehen, wie man will.😉

Karatpreise (ct) bei synthetischen Steinen finde ich nicht gut. Wie kann man in einer Synthese gezüchtetes Material in ct verkaufen? Das dient doch letztendlich nur der Irreführung und hat den Touch, es sei echt.

Assam? Gab es ein Säckchen Tee als Mitbringsel?
Ulrich Wehpke
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Ulrich Wehpke

 ·  #15
Mellee- Moissanite werden verschiedentlich per ct angeboten. Darüber allerdings im Stückpreis. Allerdings bekommt man für den Preis für kleine Moissanite, auch fast Brillanten. Steine von 1,3 mm kosten etwa 430 Euro pct. Das sind zwar ein paar mehr weil die Dinger leichter sind, aber der preisliche Unterschied ist nicht goß. Da hat Steinfroilein völlig Recht. Allerdings entfällt bei den Karatpreisen für den Verkäufer doch eine Menge Arbeit. Ich nehme mal an, dass die das deshalb machen.
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