Goldschmiedeforum
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Probleme mit Mokume Gane

 
Brettwerk
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Brettwerk

 ·  #16
Moin in die Runde!

Ich hänge mich mit einer Frage an diesen Thread an. Im Moment experimentiere ich mit der Kombination aus Feinsilber und Bronze mittels Diffusionsschweißen im Ofen. Meine Barren brenne ich gespannt bei 760° über 10 Stunden. Meine Frage: kann die Verwendung von harten Bronzeblechen Einfluss auf die Haltbarkeit der Verschweißung haben? Wäre es evtl. klüger, die Bronzebleche vor dem Säubern auszuglühen?
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Probleme mit Mokume Gane
Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #17
Die Härte der Bronzen ist glaube ich eine Frage der konkreten Legierung. Durch die Schweißtemperatur findet ein Ausglühvorgeng statt. Ich finde angenehmer, wenn die einzelnen Metalle ungefähr gleiche Härten haben, aber es gibt so Zauberer, die auch mit sehr unterschiedlichen Härten Erfolg haben.
pontikaki2310
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pontikaki2310

 ·  #18
wozu hast du da nen kringel gemacht?
ich seh da nix. wie stark sind di e lagen?
Tilo
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Tilo

 ·  #19
im Kringel sind 2 Lunker
Brettwerk
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Brettwerk

 ·  #20
Ups, Tilo war schneller: Wenn Du das Bild vergrößerst, siehst Du da eine kleine Stelle, die auf Schichtablösung hinweist/hinweisen könnte. Das passiert gerade an den Kanten natürlich immer mal, die Wahrheit tritt erst dann zutage, wenn der Barren geschmiedet wird. Die Decklagen sind 1mm Feinsilber, die Schichtlagen jeweils 0,5.
Brettwerk
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Brettwerk

 ·  #21
@Silberfrau: Du hast recht, für CuSn6 wird vom Deutschen Kupferinstitut für das Weichglühen ein Temperaturbereich von 450 bis 700 °C angegeben, das sollte dann ja reichen.
Was ich noch nicht herausgefunden habe, ist, ob Bronze mit Silber wegen des 6-prozentigen Zinnanteils einen wesentlich anderen eutektischen Punkt hat als Kupfer mit Silber. Ein Phasendiagramm dazu finde ich nicht...
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #22
Zinn diffundiert schon ab 250° bis 400° langsam in kontaktierte ( getestet wurden Gelbgoldlegierungen) Schichten ein und sorgt für feste Verbindungen. Das habe ich mal bei einem Vortrag in einer Veranstaltung der Goldcorporation in Vicenza gehört. Sollte also auch schon bei niedrigeren Temperaturen funktionieren, wenn man dem Ganzen mehr Zeit gibt. Im Vortrag wurden 20 Minuten erwähnt.
Tilo
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Tilo

 ·  #23
Zinn, das in Legierung gebunden ist?
Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #24
Wundern würds mich nicht. Es diffundiert doch alles irgendwie ständig. Nur Temperatur und Dauer muss man beherrschen.
Brettwerk
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Brettwerk

 ·  #25
Tja, das ist ja die Schwierigkeit dabei. Bronze ist ja eine mischkristallverfestigte Kupferlegierung, von daher müsste das Diffusionsschweißen mit Feinsilber wegen des Zinnanteils sogar bei niedrigeren Temperaturen vonstatten gehen als z.B. mit reinem Kupfer. Aber, wie mein Freund Georg immer sagt: Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis viel größer...
Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #26
Alles hat irgendwann mal irgendwer einfach ausprobiert. Manche haben es sogar aufgeschrieben.
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #27
Zitat geschrieben von Tilo

Zinn, das in Legierung gebunden ist?
Jetzt erinnere ich mich etwas genauer. Es waren Experimente mit Goldlegierungen, Gelbgold ob 14 und/oder 18 Kt weis ich nicht mehr. Es wurde eine Zinnlösung aufgetragen, dann zwei plane Goldbleche auf einandergepresst und eine halbe Stunde bis auf 400° erhitzt. Dann wurden Dünnschliffe angeätzt und Mikroskopaufnahmen gezeigt. DIese zeigten, dass ein Teil des Zinns in das Goldblech eindiffundiert war, aber auch Goldkristalle aus dem Verbund gelöst und in die Zinnschicht eingewandert waren. Es ist so eine feste und unlösbare Verbindung entstanden.

Also bisschen anders, als ich oben beschrieben hatte. Vielleicht würde die Diffusion bei zinnhaltigen Legierungen auch ohne Zinnlage funktionieren. Zumindest sähe ich keinen Hinderungsgrund.
tatze-1
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tatze-1

 ·  #28
Zitat geschrieben von Heinrich Butschal

DIese zeigten, dass ein Teil des Zinns in das Goldblech eindiffundiert war, aber auch Goldkristalle aus dem Verbund gelöst und in die Zinnschicht eingewandert waren. Es ist so eine feste und unlösbare Verbindung entstanden.

das Zinn hat aber dem Gold nicht geschadet, so wie wir das von Zinnlot kennen?
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #29
Bei Zinnlot wird ja richtig gekleckert und der Schaden besteht darin dass das Zinn die Goldlegierung anfrisst. Also ein ähnlicher/gleicher Vorgang wie in dem Vortrag nur brutaler. Die Forscher hatten mit hauchdünnen Zinnlagen experimentiert.

Die Idee war bei niedrigeren Temperaturen als beim Hartlöten feste Verbindungen zu schaffen.
Tilo
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Tilo

 ·  #30
der berühmte Schaden durch Zinn/Bleilot entsteht doch erst bei späterem Hartlöten oder einschmelzen-Neugießen
solang man das nicht macht, ist Weichlot nicht so wahnsinnig schädlich fürs Gold, denn es diffundiert ja bei kurzer Erhitzung nicht wirklich
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