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Emaillemalerei ohne brennen möglich ?

 
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 ·  #1
Hallo Zusammen ,
Ich versuche schon seit längerem Literatur oder etwas im Netz zu finden, wo erklärt wird, wie Emaillemalerei funktioniert bzw. welche Farben verwendet werden . Vielleicht habt Ihr Tipps ?
Dankeschön 🙏🏼
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 ·  #3
Oh - viel lieben Dank - ich werde gleich danach schauen . 🌸
Silberfrau als Gast
 
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Silberfrau als Gast

 ·  #4
Ohne Brennen geht Emailmalerei leider nicht, dann wäre es schnödes Anmalen. Also der Begriff impliziert das Erhitzen bis an den Schmelzpunkt des Trägeremails.
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 ·  #5
Ok - Dankeschön . Was ist dann Kaltemaille ? Quasi nur Farbe ?
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 ·  #7
Ah - ok - Danke für die Info
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 ·  #8
Hallo, bin etwas spät dran, aber
die modernsten Emailfarben sind heute Acryl-Email-Malfarben. Sie lassen sich sehr leicht verarbeiten. Die Malerei mit diesen Farben kann kräftig wie Ölmalerei ausfallen oder zart wie Aqurelle. Gibt es leider fertig nur bei Thompson enamel in USA (Googeln). Wenn noch Bedarf besteht, kann ich aber auch einen Trick verraten, wie man solche Farben selbst herstellen kann. Da Acryl-Emaiil Emailfarben sind, müssen sie bei 700-800 Grad C gebrannt werden
edmund
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 ·  #9
Hallo - das interessiert mich sehr - ich wäre sehr dankbar über Infos
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 ·  #10
Hallo Edmund,
der Trick würde mich auch interessieren, wäre fein wenn du hier noch etwas dazu schreiben könntest!
Silberfrau als Gast
 
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Silberfrau als Gast

 ·  #11
Zur Beschriftung meiner Schmelztiegel 333, 585 usw. hatte Edmund mir empfohlen, Emailmalfarbe mit (farbloser?) Acrylmalfarbe zu mischen und das hat gut gefunzt. Vielleicht meint er sowas?
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 ·  #12
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 ·  #13
Malemail (Acrylemai) selbst herstellen

Diese Methode wurde von Herrn Dr. Schegk, Mitglied der Emailgruppe des Coburger Kunstvereins vorgeschlagen und basiert auf den kommerziell hergestellten Acryl-Email-Malfarben der Firma Thompson enamel USA HP: https://thompsonenamel.com/?s=…pe=product

Die Acrylemails von Thompson sind bleifrei und können auf bleihaltigem Emailuntergrund zu Schwierigkeiten führen. Auf bleifreien Emailuntergründen funktionieren sie aber einwandfrei.

Eigenherstellung von Acryl-Email-Malfarben.

Die Herstellung ist simpel aber etwas zeitaufwändig.
Das vorgemahlene, Emailpulver aus dem Emailhandel muss staubfein zerkleinert werden. Am besten verwendet man einen Mörser aus Achat. Der ist zwar teurer als ein Porzellanmörser verhindert aber, dass Porzellanabrieb in das feine Emailmahlgut gerät. Der Porzellanstaub macht die Farben u. U. trübe.
Da die Achatmörser relativ klein sind, mörsert man nur einen halben bis knapp einen ganzen Teelöffel einer Farbe auf einmal. Man kann nass oder trocken mörsern. Wenn man nass mörsert gibt man soviel destilliertes Wasser zum Malgut, dass dieses gerade eben bedeckt ist. Nun wir so lange gemörster bis das Mahlgut nahezu staubfein ist. Je feiner das Emailpulver gemörsert wird, desto feiner kann man später malen. (Tipp: je kleiner die Emailpulvermenge im Mörser ist, desto schneller lässt sie sich staubfein zerkleinern). Zum malen reichen meist sehr kleine Mengen Farbe.
Nach jeder Farbe muss der Mörser und der Stößel sauber gewaschen werden.

Im Künstlerbedarf erhält man das wasserlösliche Acrylmalmittel. Es ist das gleiche Verdünnungsmittel das auch für die Acrylmalerei verwendet wird.

Zum malen gibt man etwas feinst gemahlenes Email auf eine Porzellanpalette oder ein Stück einer etwas stärkeren Glasplatte. Dem Malemail fügt man einige Tropfen Acrylmalmittel hinzu bis das Gemisch gut malfähig ist. Mit dem Stößel werden Farbe und Malmittel nochmals gründlich zerrieben um evtl. noch vorhanden größere Emailkörnchen zu zerkleinern. Soll pastös gemalt werden, wird das Gemisch dick angesetzt. Für aquarellartiges malen wird dem Gemisch destilliertes Wasser bis zur gewünschten Konsistenz zugesetzt. Zum malen verwendet man am besten gute Aquarellpinsel.

Gemalt wird auf hellfarbiger, glatt gebrannter Emailoberfläche. Das Bild kann, im Gegensatz zur klassischen Emailmalerei mit Lavendel- oder Rosenöl, wo die einzelnen Farben immer erst getrocknet und gebrannt werden müssen ehe eine weitere Farbe aufgetragen werden kann, in einem zug fertig gemalt werden. Ist eine mit Acryl bemalte Fläche trocken, kann sie problemlos und ohne Zwischenbrand, mit weiteren Farben übermalt werden.
Ist die gesamte Malerei gut trocken, wird sie bei ca. 750 – 800 Grad Celsius gebrannt. Es entsteht, auch hier wieder im Gegensatz zur Malerei mit Ölen, kaum eine Geruchsbelästigung.

Ein weiterer Vorteil des Acrylmalemails ist, dass die Malerei zum Schluss nicht mit Fondant überfangen werden muss da diese selbst hergestellte Malfarbe bereits Glasbildner enthält. Für die Acryl-Emailmalerei verwendet man vorwiegend opake Emails.

Die klassischen Farben für die Emailmalerei bestehen aus Metalloxiden und enthalten keine Glasbildner. Die fertige, gebrannte Malerei mit den Oxidfarben und Öl ist nicht wischfest und muss deshalb mit Fondant überfangen werden.
Hier Bildbeispiel finden sie ein paar Beispiele für Acrylmalerei mit Thompson Acryl-Malemail.
Edmund
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 ·  #15
Hallo Heinrich, danke, ich hoffe jemand zieht Nutzen daraus.
Es gibt noch 2 weitere Möglichkeiten der Emailmalerei.
1) Wassermalfarbkasten. Diese FMalfarben sind auch echte fein gemahlene Emails und sind wie Schul-Wassermalfarben in Näpfchen in einem Blechkasten. Leider etwas schwer zu händeln. Da sie nur sehr dünn mit Wassser auf die voremaillierte Plate "gepinselt" werden können, verbrennen sie sehr schnell zur Unsichtbarkeit. Aber mit VIEL, VIEL Gefühl kann man sie benutzen.
2) Ebenfalls von Thompson Email gibt es bleifreie Malkreiden aber eher Wachsmalstifte, da das Email mit Wachs zu Malkreiden gepresst ist. Diese Farben können je nach Technik auch pastös oder aquarellartig vermalt werden. Wenn hier Interesse besteht schaue ich mal auf einer alten Festplatte nach was sich dort findet.
Bild 1) Wassermalemail, Bild 2) Malkreiden, Bild 3) Oxidmalerei Zigarettendose aus Persien, ca 1910
Gerade ist mir noch eingefallen. Man könnte versuchen die Wassermalfarben zu mörsern und mit Acrylmalmittel vermalen. Das mörsern wäre dann nicht so mühsam
edmund
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