Uhren Spezial

Le Chronograpge Replique II

Wer diese Uhr trägt, will nicht nur wissen, wie spät es ist. Er möchte vielmehr den subtilen Charme der Nostalgie spüren, Vergangenheit nicht verklären, sondern erklären. Und zu erzählen gibt es über den Chronographen Replique II des Saarbrücker Uhren-Herstellers Nivrel tatsächlich viel Interessantes. Der Zeitmesser mit seiner unverkennbaren historischen Anmutung hat genau genommen zwei Vorgänger, was auch die korrekte Modellbezeichnung Le Chronographe Replique II erklärt: In den 1940er Jahren hatte das damals noch Schweizer Unternehmen Nivrel einen Handaufzug-Chronographen lanciert, in dem das Uhrwerk Landeron 47 tickte.

 

In der kleinen Stadt Bünde in Ostwestfalen liegt das Atelier von Rainer Nienaber, das heute als Geheimtipp für Liebhaber ungewöhnlicher Zeitanzeigen gilt. Als gelernter Werkzeugmacher lag ihm die Präzisionsfertigung kleinster Teile, sodass er sich nach dem Wehrdienst entschloss, zusätzlich eine Uhrmacherlehre zu absolvieren.

 
Sportlich-markant: die Cimier Baracuda-Familie

Was braucht man, um einer Uhrenmarke, die seit beinahe zwei Jahrzehnten nicht mehr existierte, zu einer Renaissance erster Klasse zu verhelfen? Sicher unternehmerischen Mut, ein schlüssiges Konzept, gute Ideen, detaillierte Marktkenntnisse und jede Menge Selbstvertrauen. Aber damit ist es in der Regel nicht getan. Hinzu kommen muss ein Stück sympathischer Verrücktheit, das passionierte Uhrensammler und Uhrenbauer vereint. All dies war bei Cimier vorhanden.

 
Die Hamburger Uhrmachermeisterin Christine Genesis

So etwas nennt man wohl eine frühe Disposition. Bereits lange vor ihrem 18. Geburtstag entwickelte die gebürtige Rheinländerin Christine Genesis eine starke Affinität zu Uhren aller Art. Oft zog es sie zum Uhrmacher in ihrer Heimatgemeinde, wo sie dem Meister interessiert über die Schulter schaute und sich von der Faszination der Mechanik infizieren ließ. Heute baut sie in ihrem Hamburger Atelier selbst hochwertige mechanische Zeitmesser. Davon konnten sich jüngst die Besucher der Munichtime und der Viennatime überzeugen.

 

Für ein paar Minuten unterbricht der Uhrmacher, der sich eben noch konzentriert einem Zeitmesser aus der Serienproduktion gewidmet hat, seine Arbeit, nimmt die Lupe vom Auge und langt mit sicherem Griff in ein Gefach. Stolz präsentiert er ein Werk der höchsten Uhrmacherkunst: Ein Tourbillon in einem Modell der Schweizer Marke Zeno-Watch Basel. Immer wieder arbeitete er in seiner Freizeit an diesem filigranen Wirbelwind, den einst Altmeister Abraham Louis Breguet entwickelte, um die Ganggenauigkeit von Taschenuhren zu erhöhen.

 

Auf dem Uhrmachertisch liegen Zeitmesser aus den besten Häusern und mit imageträchtigen Signaturen. Rolex, Breitling, sogar die bei Sammlern sehr begehrte TAG Heuer Monaco Steve McQueen. Wenn man sich umdreht, entdeckt man auf einem anderen Tisch mehrere Stutz- und Kommodenuhren. "Nur Standuhren habe ich derzeit nicht in meiner Werkstatt. Aber das kann sich schon kurzfristig ändern".

 
Partner der Academy of Aviation Safety von Sean D. Tucker

Nahezu alle Uhrenhersteller haben Zeitmesser im Fliegerdesign in ihren Kollektionen. Nur wenige davon können aber auf eine wirkliche Tradition als Fliegeruhrenproduzenten verweisen, und die wenigsten dürfen von sich behaupten, dass ihre Zeitmesser am Handgelenk der vielleicht besten Piloten der Welt ticken. Irgendwann wurde Tutima, ein Uhrenbauer mit einer ebenso bewegten wie facettenreichen Historie, auf Sean D. Tucker aufmerksam. Er gilt als US-amerikanische Kunstflug-Legende und wurde im Jahr 2008 in die "National Aviation Hall of Fame" gewählt.

 
Erinnert an die gemeinsame sowjetisch-amerikanische Weltraummission: die Soyus-A

Hinweis der Redaktion: Der Inhaber der Marke Poljot International schreibt sich Shorokhov. Die Marke seiner Uhren-Kollektion allerdings Shorokhoff. Es handelt sich mithin um keine Schreibfehler.
Als am 18. März 1965 das Raumschiff Woschod 2 vom Weltraumbahnhof in der damaligen Sowjetunion abhob, sah es zunächst nach einem Routineflug aus - sofern eine Exkursion ins Weltall überhaupt jemals als Routine bezeichnet werden darf. Wenige Stunden später jedoch wurde ein neues Kapitel in der Geschichte der bemannten Raumfahrt geschrieben. Der russische Kosmonaut Oberstleutnant Alexey Leonov verließ das Raumschiff und unternahm als erster Mensch einen Weltraumspaziergang.

 

David gegen Goliath - dieser Wettbewerb kann bekanntlich oft recht überraschend enden. Der kleine Uhrenhersteller Rainer Brand platzierte sich bei der Wahl der Uhr des Jahres 2011 gleich zweimal unter den Top-10. Zum einen mit der Sybaris Mocca Brillanz (Rang drei bei den Damenuhren) und zum anderen mit der Kerala Mocca (Platz sieben unter den Herrenuhren).

 

Fürwahr, eine tierische Karriere: Wenn man schon als "gewöhnlicher Krake" oder "Octopus vulgaris" geboren wird und die mittlere Lebenserwartung mehr als überschaubar ist, dann darf man normalerweise nicht allzu viel erwarten. Der Krake Paul jedoch hielt während der Fußballweltmeisterschaft 2010 Millionen von Fans rund um die Welt in Atem. Der Star in Sea Life Centre Oberhausen sagte den Ausgang aller Spiele mit deutscher Beteiligung sowie das Endspiel exakt voraus. Schon bald genoss der Krake als "Orakeltier" nachgerade Kultstatus. Viele dürften ihm nach seinem frühen Tod am 26. Oktober 2010 ein wenig nachgetrauert haben.

 

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