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Toleranzen bei Schmuckfertigung

 
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exocore
 
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exocore

 ·  #1
Guten Tag,

meine Freundin und ich haben uns bei einem Goldschmied Eheringe anfertigen lassen. Nach etwa sechs Wochen sind diese am Donnerstag angekommen. Auch wenn Sie sehr gut gefallen, kam mir der Herrenring am Finger etwas schmaler vor als das Modell, dass ich im Laden anprobiert hatte. Ich habe also nachgemessen und konnte den Eindruck bestätigen: Der Ring sollte 5,3mm breit sein, kommt aber lediglich auf 4,9mm (inkl. zwei Seiten dünnem Papier um ihn nicht mit der Schieblehre zu verkratzen).
Ich würde nun zunächst einmal gerne wissen, wo ich eigentlich denn dran bin: Darüber, dass es bei Handarbeit Toleranzen gibt wurden wir zwar vorab informiert - ich hatte jedoch nicht erwartet, dass im Bereichen von annähernd 10% der gesamte Breite liegen würden... Gibt es hierzu irgendwelche Richtlinien, was im Bereich von Goldschmiedearbeiten als vertretbar gilt?
Davon ab: lohnt es sich wirklich wegen des Unterschieds einen Aufstand zu machen? Sieht man bei 0.4mm am Finger tatsächlich einen erkennbaren Unterschied? Und gibt es überhaupt Möglichkeiten einen Ring zu verbreitern? Er besteht aus Tantal und einer Innenschiene aus Platin auf der sich auch eine Gravur befindet.

Danke und viele Grüße
tatze-1
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tatze-1

 ·  #2
Die Toleranzen beim Gold- und Silberschmieden sind auf jeden Fall überhaupt nicht mit den industriellen Toleranzen vergleichbar. Fast ein halber Millimeter ist aber doch schon aweng großzügig. Die Frage ist halt jetzt, ob du dich mit der Ringbreite abfindest, oder dem Goldschmied eine Neuanfertigung aufdrückst. Den dranfeilen geht nicht.
Tilo
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Tilo

 ·  #3
jo, ist schon echt heftig
ich gehe normal nie unter -,1mm schmaler und -,05mm dünner als ausgemacht, eher mal bis zu -,2mm breiter, was notfalls ja korrigierbar wäre, wenns stören sollte

grad bei Tantal spielt ja der materialwert so gar keine Rolle und mir ist außer einer Falschbestellung (des tantalrohlings) irgendwie nicht einleuchtend, wie man auf so eine Minderbreite kommt

jetzt kommts echt auf die Nettigkeit des Kunden an, das hinzunehmen (und allerdings auch, wie gut die bestellbreite nachweisbar ist, denn wenn der Goldschmied 5mm behauptet, ist -,1mm schmaler wohl im rahmen)
wie viel kostete der Spaß denn?
exocore
 
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exocore

 ·  #4
Wir haben ein schriftliches Angebot im dem die exakte Breite auf den angegeben ist. Das nachzuweisen wäre jetzt also keine Schwierigkeit. Problematischer ist, dass wir noch etwas über 2 Wochen bis zur Hochzeit haben und ein ich nicht davon ausgehen, dass ein neuer Ring bis dahin fertig würde... Dran feilen geht natürlich nicht, aber ich dachte evtl. wäre Walzen ja eine Option.
Das Ringpaar (mit 0.08ct Brilliant im Damenring) hat gute zweieinhalb tausend gekostet.
Tilo
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Tilo

 ·  #5
walzen wäre denkbar bei massiv titan oder massiv Platin: kann man dabei flacher und breiter machen (wobei dabei die innenbombierung flach würde und im zweifel dann spanend neugemacht werden müsste)

zwischen Platin (und den anderen Edelmetallen) und Tantal ist aber nach meinem kenntnisstand keine Löt-Schweiß-oderSinterverbindung machbar, sodass das normal nur gesteckt/verpresst sein dürfte, was beim Walzen auf jeden fall unterschiedlich reagiert und sich somit delaminiert bzw. trennt (was bei späteren Größenänderungen noch interessant wird. ich würde sowas nur mit der Belehrung verkaufen, dass Größenänderungen ein echtes Problem werden)

beim Damenring sind die bestellten Maße eingehalten?
exocore
 
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exocore

 ·  #6
Bei Damenring sind wir knapp drunter (0,2mm). Das liegt jetzt noch im Rahmen vom dem, was wir an möglichen Abweichungen erwartet hatten...
Ziselierhammer
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Ziselierhammer

 ·  #7
Zitat geschrieben von Guestuser

Guten Tag,

meine Freundin und ich haben uns bei einem Goldschmied Eheringe anfertigen lassen. Nach etwa sechs Wochen sind diese am Donnerstag angekommen.


du schreibst: angekommen...
beim Goldschmied angekommen?
d.h. er hat die Ringe nicht selbst hergestellt sondern bei einem Lieferanten bestellt?
In diesem Falle würde ich auf jeden Fall reklamieren, denn dann sind die Ringe maschinell hergestellt und die Toleranz definitiv zu hoch.

Aber auch falls er die Ringe selbst hergestellt hat: geht nochmal hin, sucht das Gespräch. Mit einem Ring den man jahrzehntelang am Finger hat, muss man von Anfang an 100% zufrieden sein. Da sollte man keine Kompromisse machen.
Tilo
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Tilo

 ·  #8
angekommen könnte auch meinen: vom Goldschmied zugeschickt, weil zu weit weg zum Abholen
wenn so: war denn die Beauftragung auch aus der Ferne?
ändert zwar nichts am problem, ist aber trotzdem irgendwie interessant
Ziselierhammer
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Ziselierhammer

 ·  #9
Tilo
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Tilo

 ·  #10
ja, vergessen
exocore
 
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exocore

 ·  #11
Ihr liegt schon ganz richtig. Wir hatte ein persönliches Gespräch bei dem wir uns Musterstücke angeschaut und den Auftrag besprochen haben. Da die Manufaktur aber nicht direkt vor der Haustür liegt wurden uns die fertigen Ringe jetzt mit der Post zugesandt.
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #12
1.
Innerhalb von 2 Wochen reklamieren, aber die Ringe zur Hochzeit behalten, sollte gehen. Danach im Gespräch mit dem Goldschmied (er muss dann mit dem Hersteller verhandeln) die Situation besprechen und nach einem Lösungsangebot fragen.
2. zu Ziselierhammer
Das sind Ringe die definitiv nicht ein Leben lang getragen werden, weil, wie Tilo schon anmerkte, die Ringgröße nicht geändert werden kann und im Schnitt (ohne Schwangerschaft, Magersucht oder Gicht) die Knöchel der Finger alle 10 Jahre um eine Nummer größer werden. Spätestens nach 20 Jahren bekommt man die Ringe ohne Gewalt nicht mehr runter. Dann können nur neue Ringe angeschafft werden, wenn die Ehe bis dahin gehalten hat.
Tilo
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Tilo

 ·  #13
der steinlose Ring lässt sich vielleicht dehnen, ohne dass er auseinanderfällt oder wenn er sich zerlegt, wieder zusammenstecken
beim Ring mit Stein sehe ich schwarz, insbesondere, wenn/falls der Stein vom Tantalbereich bis in den Platinbereich ragt, was ohne Foto(s) nichtmal zu ahnen ist und hoffentlich nicht so schnell relevant wird
Ziselierhammer
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Ziselierhammer

 ·  #14
Zitat geschrieben von Heinrich Butschal


2. zu Ziselierhammer
Das sind Ringe die definitiv nicht ein Leben lang getragen werden, weil, wie Tilo schon anmerkte, die Ringgröße nicht geändert werden kann und im Schnitt (ohne Schwangerschaft, Magersucht oder Gicht) die Knöchel der Finger alle 10 Jahre um eine Nummer größer werden. Spätestens nach 20 Jahren bekommt man die Ringe ohne Gewalt nicht mehr runter. Dann können nur neue Ringe angeschafft werden, wenn die Ehe bis dahin gehalten hat.


stimmt, da gebe ich Dir Recht.
Ich hatte auch erst "ein Leben lang" geschrieben und es in "jahrzehntelang" geändert.
"Jahrelang" wäre allerdings die bessere Formulierung gewesen....
Das ist nix für die Ewigkeit, vor Allem bei Frauen nicht (Schwangerschaft etc...)
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #15
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