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Zertifikate von früher

 
MauMax
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MauMax

 ·  #1
Guten Tag,

wenn zu einem Edelstein/Diamant ein Zertifikat der Deutschen Gemmologischen Gesellschaft aus den 70iger Jahren vorliegt, stimmen die Daten dann heute noch?
Ich hatte einst gelesen, dass Diamanten heute viel strenger bewertet werden, was wohl heißt, dass was früher „lupenrein“ eingestuft wurde, heute nicht mehr mit „lupenrein“ bewertet wird?

Oder kann man auf das Zertifikat der Gesellschaft vertrauen?

Vielen Dank vorab 😊
tatze-1
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tatze-1

 ·  #2
Die Prüfkriterien haben sich verschärft, deswegen lohnt es sich bei manchen Steinen, sie nachgraduieren zu lassen. Ich denke mal, daß lupenrein lupenrein bleiben dürfte, da eine 10fach-Lupe und das Auge das Kriterium ist. Was die Einschlüsse, der Schliff und die Farbe betrifft, da dürfte eher der Knackpunkt liegen.
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #3
Definitiv sind die Bewertungskriterien für Schliff, Proportionen und Politur anders geworden. Durch bessere Messmethoden wurde im obersten Bereich die Bewertung "excellent" oberhalb von "sehr gut" eingeführt, die es in den 70er Jahren gar nicht gab. Bei Reinheit und Farbe wurden die Abgrenzungen der Stufen präzisiert und etwas angepasst.
Ich habe letztens einen beschädigten Diamanten, der vor 80 Jahren als lupenrein klassifiziert wurde, umschleifen lassen, der ist heute auch noch lupenrein.
Schneeflocke
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Schneeflocke

 ·  #4
Zitat geschrieben von tatze-1

Die Prüfkriterien haben sich verschärft, deswegen lohnt es sich bei manchen Steinen, sie nachgraduieren zu lassen. Ich denke mal, daß lupenrein lupenrein bleiben dürfte, da eine 10fach-Lupe und das Auge das Kriterium ist. Was die Einschlüsse, der Schliff und die Farbe betrifft, da dürfte eher der Knackpunkt liegen.


Ähm - wenn Einschlüsse da sind isses doch nicht mehr Lupenrein????
Tilo
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Tilo

 ·  #5
gemeint ist wohl:
lupenrein bleibt lupenrein
wenn Einschlüsse sichtbar, dann heutztage kritischere Bewertung, in welche Kategorie Reinheit das einsortiert/bewertet wird
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #6
Zitat geschrieben von Schneeflocke

...

Ähm - wenn Einschlüsse da sind isses doch nicht mehr Lupenrein????

Doch, es heisst ja nicht absolut rein sondern nur Lupenrein. Wo sehr viel früher eine 4x Uhrmacherlupe dafür reichte, war es in den 70ern schon eine achromatische und aplanatische 10x Lupe, die bei gutem Licht von einem geübten Fachmann bedient wird und danach hieß es, der größte Einschluss dürfe nicht größer sein als 0,008 bis 0,005 mm in seiner größten Länge und es wurden 30x Mikroskope auch zum Vermessen der Größe der evtl. vorhandenen Einschlüsse verwendet. Später wurde das auch nach Position und Sichtbarkeit im Stein weiter präzisiert.
diamantenimport
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diamantenimport

 ·  #7
Es kann durchaus passieren bzw. kommt hin- und wieder auch vor, dass ein Diamant mit einem Alt-/Uraltzertifikat auch in der Reinheitstufe "lupenrein" abgewertet wird. Wir hatten das im Laufe der Jahre schon öfter. Am häufigsten, bei Diamanten mit einem Zertifikat welches nicht von den drei bekannten Instituten kommt.

Das hat - wie hier ja schon geschrieben - hauptsächlich mit den wesentlichen strengeren Bewertungkrierien zu tun, was auch dazu führt, dass Merkmale, die früher gar nicht berücksichtigt wurden, heute als Merkmal die Reinheit beeinflussen.
Schneeflocke
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Schneeflocke

 ·  #8
Zitat geschrieben von Heinrich Butschal

Zitat geschrieben von Schneeflocke

...

Ähm - wenn Einschlüsse da sind isses doch nicht mehr Lupenrein????

Doch, es heisst ja nicht absolut rein sondern nur Lupenrein. Wo sehr viel früher eine 4x Uhrmacherlupe dafür reichte, war es in den 70ern schon eine achromatische und aplanatische 10x Lupe, die bei gutem Licht von einem geübten Fachmann bedient wird und danach hieß es, der größte Einschluss dürfe nicht größer sein als 0,008 bis 0,005 mm in seiner größten Länge und es wurden 30x Mikroskope auch zum Vermessen der Größe der evtl. vorhandenen Einschlüsse verwendet. Später wurde das auch nach Position und Sichtbarkeit im Stein weiter präzisiert.


Vielen Dank für die Erläuterung!
MauMax
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MauMax

 ·  #9
Danke an Alle für die super informativen Antworten 👏🏻
Imari
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Imari

 ·  #10
Ein verstauchter Knöchel war früher einfach ein verstauchter Knöchel, der allenfalls geröntgt wurde. Heute muss sofort eine MRT her, denn die teueren Geräte müssen schließlich bezahlt werden. Heißt, wenn sich Analyseverfahren durch wissenschaftlichen Fortschritt ständig verfeinern und verbessern, dann muss deren Anwendung auch wirtschaftlich Sinn machen. Das gilt für verstauchte Knöchel ebenso wie für Diamanten.

Ob sich eine Nachgraduierung lohnt, hängt vom individuellen Fall ab. Für z.B. einem geplanten Verkauf, einer Anpassung des Versicherungswertes oder bei Erbstreitigkeiten ist das sicher empfehlenswert, denn da können auch kleine Differenzen durchaus großen Ärger bereiten.
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #11
Wenn man beim verstauchten Knöchel feststellen will oder ein zu operierender Sehenabriss vorhanden ist oder nur eine Zerrung, ist ein MRT vielleicht hilfreich. Früher gab es auch keinen Krebs, da war das einfach "schwaches Blut" und wurde mit Schröpfkuren oder Aderlass behandelt.

Aber es stimmt, wenn man den aktuellen Wert wissen will, ist bei alten Gutachten eine Nachgradurierung sinnvoll. Panta Rhei. :-)
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