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Unterschied Taaffeit, Musgravit und Spinell

 
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 ·  #1
Habe heute morgen einen interessanten Artikel gelesen, wie schwer es sei, geschliffene facettierte (malven- bzw. lavenderfarbene) Taaffeite, Spinelle und/oder Musgravite voneinander zu unterscheiden:
http://multicolour.com/newslet…n-2020.pdf
(bis ca. zur Mitte scrollen bitte)

google-online-übersetzt:
Zitat
Erkennen Sie den Unterschied?
Taaffeite, Spinelle und Musgravite aus Tunduru im Süden Tansanias:
die Farben sind ähnlich und können ohne gemologische Prüfung nicht unterschieden werden. Chemisch sind sie eindeutig mit Magnesium (Mg) und Aluminium (Al) als Hauptbestandteilen verwandt. In Bezug auf die Kristallographie ist Spinell jedoch kubisch, während Taaffeit und Musgravit hexagonal sind. Die Überlappung der Taaffeit- und Musgraviteigenschaften macht es diesen Arten unmöglich, sie mit gemologischen Standardtests zu unterscheiden, und der bequemste Weg, sie zu unterscheiden, ist die Raman-Spektroskopie oder Röntgenbeugungstechniken


Kennt ihr eigentlich Taaffeit und Musgravit bzw. schon mal davon gehört?

Taaffeeit: https://www.google.com/search?…CAY&uact=5
Musgravit: https://www.google.com/search?…CAY&uact=5
im Gegensatz zu:
lavenderfarbener Spinell: https://www.google.com/search?…CAY&uact=5


Im Hinblick auf ähnlich aussehenden Spinell ein gutes Beispiel für bzw. gegen Edelsteinbewertung/Fotoferndiagnosen .... <_<
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 ·  #2
Zitat geschrieben von steinfroilein

Im Hinblick auf ähnlich aussehenden Spinell ein gutes Beispiel für bzw. gegen Edelsteinbewertung/Fotoferndiagnosen .... <_<


...in der Tat - da hast Du recht!
Und vonTaaffeite/Musgravite hatte ich noch nie vorher gehört;-(
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 ·  #3
Halo,
Taaffeite wurden schon immer von Sammlern gesucht und geschätzt.Ihre (damalige) Seltenheit lag zu einem guten Teil daran, das sie eben nicht untersucht wurden.So gut wie alle Taaffeite die ich aus Jaipur mitbringen konnte stammten aus Lots von "schlechten", d.h. fehlfarbenen Saphiren oder auch Spinellen.
Das kommt wohl heute nicht mehr so oft vor,ausschliessen würde ich es aber nicht.
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 ·  #4
Mit einem Raman kein Problem - den Scan macht ein Gerät in wenigen Augenblicken.

Spinelle unterscheidet man mit etwas Erfahrung leicht von den anderen beiden doppelbrechenden Mineralen.

Chemisch die Summenformel betrachtet, ist Taaffeit drei Teile Spinell und ein Teil Chrysoberyll.

Musgravit zwei Teile Spinell und ein Teil Chrysoberyll.

Musgravite unterscheiden sich mit den gemmologischen Standardinstrumenten nicht von Taaffeiten. Farblich gibt es auch keinen signifikanten Unterschied - bei grünlichen Farben lohnt ein Check auf Musgravit immer. Gerade auch bei alten Steinen oder kleinen Steinen sinnvoll.

Fundorte für alle beide Varianten sind Sri Lanka, Tansania und Myanmar.

Myanmar produziert viel farblose bis hauchzart pinke Taaffeite mit pinkoranger Fluoreszenz (LW). Leider oft sehr einschlüssig.

Tansania bei beiden viele Farbvarianten. Sri Lanka kräftige Farbtöne, Musgravit in grün - graugrün aber auch mit Chrom gefärbte rosa bis rote Taaffeite und äußerst seltene Musgravit.
Blautöne sind auch sehr selten.
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 ·  #5
Und wenn wir bei Spinell und seinen Verwandten sind sollte man auch die „neuen“ Zinkspinelle (Gahnite) aus Nigeria betrachten. Keine Gahnospinelle* wie vielfach falsch beschrieben sondern bei mehr als 90% Zink wirklich Gahnite.

Dieser Neufund (in den 80er Jahren gab es in der Region sehr kleinen Fund, der schnell ausgebeutet war) bringt wunderschöne im Tageslicht leicht teal-grünlichblaue, im Kunstlicht tiefblaue durch Eisen und Kobalt gefärbte Steine - hohe Lichtbrechung (über Limit Refraktometer) und dadurch schönes Feuer. Härte 8 wie Spinell mit hoher Dichte.

Die Steine sind den Kobaltspinellen aus Sri Lanka sehr ähnlich.

*Gahnospinell ist Magnesiospinell mit erhöhtem Zinkanteil und dadurch steigender Lichtbrechung und Dichte.

Ein guter Vergleich ist die Mischreihe Pyrop - Rhodolith - Almandin.

Hier ist es dann Spinell - Gahnospinell - Gahnit.

Die nigerianischen Gahnite haben 90+ % Zink aber nur um die 1% Magnesium (Spinell). Daher ist Gahnospinell falsch.
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 ·  #6
Man muss auch die Kirche im Dorf lassen:
Die Chance in einem Lot Spinelle einen Taaffeit zu finden ist sehr gering, außer es stammt eventuell aus einer alten Sammlung, wobei wir hier auch schon umgekehrtes erlebt haben, bei denen ausgewiesene Taffeite nur Spinelle waren.
Dann weiterhin in einem Lot Taaffeite einen Musgravit zu finden ist dann nochmal eine extrem kleine Chance, von daher wird das hier so gut wie nie passieren, dass solche Steine vorgelegt werden.
Aber wie Steinfrosch schreibt wurden die eben früher, da die Farbe meist nicht wirklich spektakulär ist und damit als offcolor Spinell verwechselt wurde, im Loch liegen gelassen bzw. nicht ernsthaft gesucht. Nachdem das nun bekannter ist und die Technologie oftmals einfacher zu kriegen ist, die zu unterscheiden (Raman, wie oben schon beschrieben), sieht man die (im Vergleich zu früher) deutlich häufiger auf dem Markt, wobei gute Qualitäten in bezahlbarem Rahmen (wie bei allen Seltenheiten) nach wie vor extrem selten sind.
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