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Feinguss Uhrengehäuse

 
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MichaGue
 
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MichaGue

 ·  #1
Hallo zusammen,

ich habe vor mehreren Jahren meiner Frau eine Uhr entworfen und geschenkt, die es bisher leider nicht über den Prototypenstatus hinaus geschafft hat. Nach mehreren Versuchen mit dem metallischen 3D-Druck (Material Edelstahl 316L, Qualität nicht ausreichend) und Überlegungen spanende Fertigungsverfahren zu nutzen (Bedarf zu vieler Kompromisse im Design), bin ich auf den Feinguss aufmerksam geworden. Er scheint eine vielversprechende Möglichkeit zu sein mit der Wunschdesign und Qualität zu vereinbaren sind.

Um es gleich vorweg zu nehmen. Ich bin eine Privatperson, Laie im Bereich der Schmuckherstellung und die Uhr soll ein Einzelstück bleiben.

  • Kennt jemand Firmen die den Feinguss auch für Privatpersonen machen?
  • Könnt ihr mir aus Eurer Erfahrung heraus eine Preisorientierung geben, was die Herstellung eines entsprechenden Gehäuses (Wunschmaterial Edelstahl 316L) im Feinguss ungefähr kosten würde.


Vielen Dank für Eure Hilfe,
Michael

Rendering der Uhr (STEP-Daten der Uhr bei WeTransfer)
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 ·  #2
Frag mal bei Ulrich Wehpke in Krefeld nach. Der vergießt neben Edelmetalllegierungen auch andere Materialien.
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 ·  #3
Edelstahl giesst auch Fa.Kauselmann in Pforzheim.
Könnte aber mMn schwierig werden wg.Schwund+Verzug
beim Giessen in den Griff zu bekommen.
Andere Idee : Mit einem deutschen Uhren(Gehäuse)
Hersteller verhandeln, ob er (bspw. gegen Lizenzgebühren)
die schicke Uhr in sein Programm aufnehmen wollte?
z.B. RP , Ickler, Laco ...
https://www.wlw.de/de/firmen/uhrgehaeuse
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 ·  #4
soll ja die eine (Unikat)Uhr für die eine Frau sein
und so starr paßt halt auch nur eine Armgröße rein

die gebogene LCD-Einheit ist kein Beschaffungsproblem?

ist ja nicht nur der Guß, sondern das Gehäuse muß ja genau zur Elektronikeinheit passen (passend gefräst werden, und die Maschine kommt bei starrer Spange schlecht ran
bzw. es braucht dann noch einen genau gefertigtes Abschluß"glas"

ich finde das Projekt halt typisch für Design ohne jegliche technische Vorstellung, wie das (insbesondere als Einzelstück) produziert werden kann

ist denn das Budget so wirklich unbegrenzt und es geht nur darum, endlich einen Ausführenden zu finden? (selbst wenn: ich kanns nicht ;-) )
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 ·  #5
Aus der Uhrenindustrie habe ich gehört dass die Entwicklung eines Musters für eine neue Uhr zwischen 80.000 und 150.000 kostet. Wenn im Werk noch Komplikationen entwickelt werden gehen die Entwicklungskosten auch über eine Million.
Wenn dann eine große Serie daraus entsteht, kann so eine Uhr dann auch nur wenige hundert Euro in der Produktion kosten.
Für so einen Prototyp muss also mit etlichen 10.000,- Euro gerechnet werden.
MichaGue
 
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MichaGue

 ·  #6
Hallo zusammen,

vielen Dank für Eure Hilfe und Tipps.

@Tatze-1: Bei Wehpke frage ich gleich mal an. Danke.

@Granat: Interessanter Ansatz. Da es aber ein Unikat bleiben soll wollte ich das nicht in Erwägung ziehen. Auch ist die Größe exakt auf meine Frau angepasst. Trotzdem Danke für die Anregung.

@Tilo: Vielen Dank für Deine Hinweise und Deine Bedenken. Die gebogene LCD Einheit liegt bereits vor. Sie war Ausgangspunkt der Designüberlegungen. Wunsch war eine LCD Uhr mit großer Anzeige, die dann in ein elegentes Gehäuse (das Ergebnis ist natürlich Geschmackssache) eingesetzt wird. Du hast richtig erkannt, dass eine Fräsmaschine dieses Teil nicht herstellen kann. Das ist mir bewußt, sonst wäre das Gehäuse schon fertig. Sollten beim Feinguss auch nachträgliche Fräsarbeiten nötige sein macht er keinen Sinn. Ich bin von meinem laienhaften Wissen davon ausgegangen, dass der Feinguss so präzise abbilden kann, dass eine Nacharbeit mittels Fräsen nicht nötig ist.

@Heinrich Butschal: Vielen Dank für die Info. Das ist natürlich eine Hausnummer und steht so nicht zur Verfügung. Vielleicht muss man es aber auch anders denken. Ich erwarte nicht, dass mir jemand diese Uhr entwickelt. Ich suche jemanden, der mir nach meinem CAD-Modell ein Gehäuse herstellen kann. Alle anderen nötigen Arbeiten liegen dann bei mir.
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 ·  #7
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 ·  #8
ich befürchte, die Anfrage bei Wehpke wird nichts bringen, weil die Möglichkeiten des Feinguß überschätzt werden bzw. der Nacharbeitungsbedarf unterschätzt
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 ·  #9
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 ·  #10
Vielleicht hat ja Uli oder Wolfgang noch ne bessere Idee, wie man die Gehäuseidee umsetzen kann. Und Uli hat ja durchaus keinen unterbestückten Maschinenpark rumstehen.
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 ·  #11
sicher: in Ulrichs Lieblingsmaterial Platin-Iridium
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 ·  #12
MichaGue
 
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MichaGue

 ·  #13
Ich freue mich natürlich über Anregungen und Ideen zu alternativen Fertigungsverfahren. Ihr habt da als Fachleute einen ganz anderen Blick als ich.

Vielen Dank und viele Grüße.
Michael
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 ·  #14
mal ganz ehrlich unter uns: ich sehe das Projekt prinzipiell skeptisch, weil ich bzgl. des den Tragekomfort Bedenken habe
Gegenargument: es gibt doch Armspangen
ja, aber die sind im Normalfall mehr oder weniger federelastisch, sodaß die Öffnung sich vergrößern läßt zum Drüberstreifen
das ist hier technisch nicht möglich, weil der lange Bereich mit dem Uhrmodul ganz steif sein muß
auf den verbleibenden Bereichen ist keine Federwirkung mehr zu erreichen

es sei denn, es gibt schon eine absolut steife Spange, die nicht als unkomfortabel empfunden wird und die für die Festlegung der genauen Maße wie Innenhöhe und -breite sowie Öffnungsweite genutzt wurde
MichaGue
 
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MichaGue

 ·  #15
Hallo Tilo, Deine Frage kann ich nachvollziehen. Die kompletten Maße wurden am Handgelenk meiner Frau geprüft und für angenehm empfunden.

Wie habe ich das gemacht?

Das Schnittbild der Uhr (siehe Skizze) wurde in mehreren Lagen auf einem Schneidplotter hergestellt. Die einzelnen Lagen wurden dann miteinander verklebt, wodurch eine Spange mit der inneren Zielkontur und der Breite entstand. Dieses Modell wurde dann zur Anprobe genutzt. Über mehrere Itterationen habe ich mich dann an eine Kontur angenähert, die von meiner Frau als sehr angenehm empfunden wird.

Skizze des Schnittbilds der Uhr:



Viele Grüße
Michael
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