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deBeers will synthetische Diamanten verkaufen

 
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 ·  #16
hier weitere Details:

http://www.dailymail.co.uk/new…s-lab.html

deBeers sieht wohl seine Felle in der klassischen Diamand-Industrie davon schwimmen (hohe Explorationskosten/Förderkosten, Problematik der Blutdiamanten) und wendet sich daher den synthetischen Steinen zu, um sein Geschäft zu stabilisieren/auszuweiten.
Sie beabsichtigen wohl eine 2-Märkte-Strategie zu fahren: auf der einen Seite günstigen bzw. günstigeren Funkel-Schmuck als eine Art Einstiegsprodukt für den Massenmarkt ("fast echt, funkelt genauso, gleiche Eigenschaften...) und daneben den "richtigen" Juwelenmarkt für Sammler und Wohlhabende/(Super-)Reiche.
Das Argument aus dem Artikel, dass Kleinstdiamanten/kleine Steine im Schmuck kein Werterhalt bieten ist nicht von der Hand zu weisen. Es wird jedoch nicht bei dieser Kategorie bleiben. Wenn es wie im Artikel geschrieben 1ct-Steine für knapp 700 € geben soll, dann wird das Segment der synthetischen Diamanten den Markt wohl bis in die Reihen der 4-5ct Steine beeinflussen/zerstören.
Die synthetischen Steine werden den Markt der echten Steine weitgehend kaputtmachen (bis auf das Spitzensegment; hier sehe ich eine Analogie zum Perlenmarkt: echte (alte) Perlen vs. Zuchtperlen (jeglicher Art).

Das Argument, dass man mit synthetischen Steinen den Blutdiamanten-Markt austrocknet mag vielleicht noch stimmen. Die Hoffnung, dass man damit auch die Konflikte los wird jedoch nicht. Die Warlords werden sich eine andere Einkommensquelle suchen, das ist nicht der Typus Mensch, der sich in irgendeiner Art und Weise die Butter vom Brot nehmen lässt.... wenn es keine Diamanten sind, dann andere Steine (es gibt ja auch Edelsteine die weit teurer sind als Diamanten), oder andere Rohstoffe oder Sklavenhandel oder...

Ist diese Entwicklung gut oder schlecht? Ich persönlich finde es schlecht, ich erkenne zwar die vermeintlichen Vorteile: weniger Raubbau an der Natur/Umwelt, keine Blutdiamaten, "Demokratisierung" von Schmuck/Statussymbolen... jedoch: Geschäftemacher werden die Umbruchsituation ausnutzen und Unbedarfte verstärkt über den Tisch ziehen, das natürliche Produkt mit seinen "Fehlern" und der Kunst der Schleifer trotz dieser das Maximum aus einem Stein zu holen, wird abgewertet und das Wissen geht verloren, die Aura des besonderen wird zerstört, es zieht in ein weiteres Feld die Beliebigkeit ein...
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 ·  #17
Zitat geschrieben von Silberfrau

Urspünglich nahm man den Diamanten, weil es nicht anderes gab, das sich an Härte und Dispersion mit ihm messen konnte. Man wollte einen dauerhaften, bezaubernd funkelnden Stein.


Woher weißt du denn, was "man wollte"? Umfrage, Statistik gemacht? ;)

Abgesehen von einem m.E. eher deutlich kleineren Teil der Schmuckträger, denen es tatsächlich nur auf die von dir genannten Eigenschaften (schön funkeln usw.) ankommt, bin ich anderer Meinung. Wenn es nur oder überwiegend nur darauf ankommt, könnte "man" nämlich auch bspw. Moissanite tragen, die sogar ein stärkeres "Funkeln" und "Feuer" als der Diamant besitzen, die sich in Europa aber bisher nie richtig durchsetzen konnten, trotz des Bruchteil der Kosten eines Diamanten!

Ich denke, dass der weitaus größte Teil der Diamantenträger dies tun, eben weil er etwas ganz besonderes ist, etwas seltenes, etwas natürliches von Mutter Erde gemacht und daher auch etwas wertvolles eben weil er endlich ist und nicht unbegrenzt in der Fabrik produziert werden kann. Auch ein Statussymbol.

DeBeers fängt jetzt mit ihren Billig-Preisen an - z.B. soll ein Einkaräter nur etwa 800 USD kosten. Die anderen Hersteller von synthetischen Diamanten werden nachziehen (müssen), was weiter fallende Preisen zur Folge haben wird.

Ich vergleiche synthetische Diamanten gerne mit der falschen Rolex. Das ist auch eine Uhr, die die Zeit anzeigt, die manchmal so täsuchend echt aussieht, dass sogar der Fachmann länger schauen oder sie öffnen muss. "Gut gemachte" sehen am Handgelenk aus wie eine echte Rolex und dennoch kaufen die Menschen echte Rolex Uhren nach wie vor wie verrückt, eben weil sie echt ist, weil das echte besonders ist, trotzdem die wenigsten es sehen können!
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 ·  #18
ich denke mal, daß ein Aspekt auch der amerikanische Verlobungsringmarkt ist. Dort zählt ja vor allem auch die Größe des Steines, der die drei Monatsgehälter widerspiegeln soll, die der Ring gekostet hat ("look at this rock - gorgeous!")

https://moviemagic.in/celebs/w…0103-10764

Es ist schon heute ein offenes Geheimnis, daß in Amerika auch gerne behandelte bzw. qualitativ schlechtere Diamanten gekauft werden, Hauptsache ist, die Größe stimmt. Daher ist doch dort, wenn ich richtig informiert bin, der Moissanitmarkt besser als hier bei uns, weil der Stein einfach günstiger ist. Synthesen sind die Amerikaner doch auch aufgeschlossener als wir. Wieso auch einen Piquéstein kaufen, wenn ich einen größeren synthetischen vvsi oder lupenreinen für kleineres Geld haben kann? Daher schätze ich mal, daß deBeers in diesem Markt intensiver mitspielen will und daher intensiver in die Diamantsynthesen einsteigen will. Für die Industrie produzieren sie doch auch schon Diamantnadeln und sowas, wenn ich das noch von meinem Diamantwerkzeuge-Lötjob richtig in Erinnerung habe.

Gefahr besteht eben im Handel, daß wie bei den Quarzen nicht weitergegeben wird, daß ein synthetischer Stein vorliegt. Kein Kunde greift zur Lupe, um die verpflichtende Lasergravur z.B. "lab grown" auf der Rondiste zu suchen.

Hier ist ein Artikel der Zeit, der sich damit beschäftigt (und gewisse Parallelen zu dem dailymail-Artikel hat):

https://www.zeit.de/zeit-wisse…ettansicht

Wir hatten hier im Forum auch schon mal eine Diskussion darum:

ftopic21919.html
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 ·  #19
Zitat geschrieben von tatze-1


Gefahr besteht eben im Handel, daß wie bei den Quarzen nicht weitergegeben wird, daß ein synthetischer Stein vorliegt. Kein Kunde greift zur Lupe, um die verpflichtende Lasergravur z.B. "lab grown" auf der Rondiste zu suchen.



Die Gefahr, dass ein Kunde eine Synthese als echt/natürlich "untergeschoben" bekommt, gab es bisher schon und wird bei den jetzt stark fallenden Synthesen-Preisen (und somit größerer Betrugsmarge) für die Betrüger, auch noch interessanter und daher eher noch häufigher vorkommen.

Daher auch hier und immer wieder mein dringender Rat, keinen Diamanten ohne Zertifikat eines der drei großen Institute (GIA, IGI, HRD) oder einens Diamantengutachters zu kaufen.

Das "lab grown" ist (leider nicht) verpflichtend. Es gibt kein Gesetz, was dies regelt. Die CIBJO hat zwar solche eine Vorschrift, besitzt aber keinerlei rechtliche Verpflichtung für die Allgemeinheit.

Die drei großen Institute machen es immer und ohne Ausnahme, was ja wieder für meine v.g. Empfehlung spricht.
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 ·  #20
Synthesen und Imitationen von wertigen Edelsteinen gab es schon immer.

Der Grund für den zu erwartendem Erfolg dieser Synthesen liegt einfach darin dass natürliche Diamanten zu teuer sind.
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 ·  #21
ich bin der Meinung, daß ich mal gelesen habe, daß synthetische Diamanten immer markiert werden müssen, eben weil sie sowohl für Laien wie auch für Händler nicht ohne weiteres unterscheidbar sind. Aber das ist schon viele Jahre her, daß ich das in einer Fachzeitschrift gelesen habe.
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 ·  #22
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 ·  #23
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 ·  #24
Nein, Anke. Eine solche Vorschrift gibt es laut Gesetz nicht.

Wie bereits geschrieben, gibt es solch eine Regelung bei der CIBJO für ihre Mitglieder aber auch nur für die. Und wenn sich einer davon nicht daran halten sollte, wäre es für ihn auch nicht mit argen Folgen verbunden, eben weil er ja gegen kein Gesetz verstößt, leider.

Ich bekomme öfter Aufträge herein, wo Authentizität, Echtheit und Wert bestimmt werden soll. Und gerade bei den nicht zertifizierten Diamanten sind leider sehr oft Abweichungen in der Qualität und den gemachten Zusagen festzustellen bzw. stellt sich mancher "wertvolle Diamant" als Imitation heraus.
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 ·  #25
Meine "Befürchtung" geht hauptsächlich in die Richtung, dass Leute überwiegend dann über den Tisch gezogen werden wenn sie - Geiz ist geil - im Internet das Superschnäppchen suchen.
Wie in einem anderen Tread in einem anderen Forum beobachtet, wird in anderen Ländern den Anbietern von Kollegen nicht so genau auf die Tippfinger geschaut, was korrekte Beschreibung betrifft. (Oder die korrekte Beschr. ist irgendwo ganz hinten im Kleingedruckten versteckt)
Sicherlich ist es für diejenigen hier bedauerlich, wenn ihre korrekten Angebote mit solchen zweifelhaften Onlineangeboten verglichen werden.
Aber hier ist das Vertauensverhältnis zur Person des ortsansässigen Goldschmieds eben wichtig,
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 ·  #26
Zitat geschrieben von diamantenimport

eine Regelung bei der CIBJO für ihre Mitglieder aber auch nur für die.

Eben nicht nur für die. Vor der CIBJO wurde bereits 1935 die nationale Bezeichnungsvorschrift RAL 560 eingeführt, eben um Käufer und Verkäufer von Edelsteinen vor möglichen Irrtümern und Irreführungen zu schützen (seitdem ist beispielsweise auch der Begriff "Halbedelstein" untersagt). Abgelöst und ergänzt wurde die RAL durch die CIBJO mit ihren blauen Büchern, die für den Fachhandel - und damit ist auch der Handel ab der Mine oder der Auster gemeint - einheitliche Deklarationsvorgaben zur Bezeichung und Behandlung gibt. Da gehörst du dazu und ich und der türkische Juwelier um die Ecke auch, die wir bestimmt alle keine expliziten Mitglieder dieser Vereinigung sind. Inwiefern sich die Händler dran halten, ist jedem selbst überlassen, aber um die selbe Sprache sprechen zu können, macht es Sinn, sich an solche Vorgaben zu halten.

Ein Gesetz für solche Markierungen und sowas gibt es nicht, aber das Gesetz greift definitiv, wenn der Betrug aufgedeckt wurde. Nur ist dann in erster Linie der Händler am A**** und nicht unbedingt dessen Großhändler.
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 ·  #27
Welcher Diamantenhändler in Deutschland bietet diese synthetischen Diamanten an?

Würde gerne einen roten, einen blauen und einen grünen Einkaräter kaufen.
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 ·  #29
Anke, hier werden, glaube ich, gerade zwei Dinge vermischt.

Die richtige (ob es sich um natürliche oder synthetische Diamanten handelt) Deklaration ergibt sich quasi aus den Gesetzen. Eine bewusste Falschdeklaration ist somit Betrug und eine Straftat.

Davon unabhängig ist aber die - weder durch Handelsbrauch, erst recht nicht durch Gesetze - nicht vorgeschriebene Pflicht zur Lasergravur. Diese gibt es nicht. Weder bei natürlichen noch bei künstlichen Diamanten.

Fakt ist, dass die drei großen internationalen Institute es ohne Ausnahme machen und das die Cibjo es ja auch fordert.

Daher wie immer mein Rat nur mit Zertifikat der großen drei und/oder vom Diamantengutachter dann ist man auf der sicheren Seite. Sowohl der weiterverkaufende Händler als auch der verarbeitende Goldschmied und dadurch letztendlich aud der Kunde.
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