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deBeers will synthetische Diamanten verkaufen

 
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 ·  #31
Servus,

hier ein weiterer Artikel zum Wandel in der Diamantenindustrie und der Herstellung künstlicher Diamanten:

https://www.capital.de/wirtsch…epage=true

Gegen Ende des Artikels - "Ganz Gallien" - wird auf die synthetischen Steine eingegangen und warum deBeers auch mit dem Segment der künstlichen Diamanten neue Käuferschichten erschließen will. Quasi eine Art Anfixen, wenn man jung ist und wenig(er) Geld hat, dann gibt es "nur" einen synthetischen Stein, später dann "was richtiges".
Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob das Kalkül aufgeht. Wenn man sich erst an die Synthesen gewöhnt hat, warum was Echtes kaufen, das soviel teurer ist und nicht mal anders/hübscher blinkt? Zumal man die synthetischen Diamanten wohl so gut herstellen kann, dass viele natürliche aufgrund von Farbe, Einschlüssen etc. vergleichsweise minderwertiger sind.
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 ·  #32
... wenn man die synthetischen Diamanten ganz klar als solche deklariert sehe ich darin auch eine Chance den Raubbau der Förderung natürlicher Diamanten zu reduzieren. Davon profitiert dann Umwelt und Mensch. Und - "teuer" sind synthetische Diamanten ja auch, zumindest gemessen an Ersatzsteinen anderer Chemie.
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 ·  #33
>> Wenn man...deklariert<< würden viele ruhiger schlafen
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 ·  #34
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 ·  #35
Gerade große Konzerne legen heute großen Wert darauf, dass bei Ihren Lieferanten Sozialstandards eingehalten werden. Das füllt Seiten ihrer allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Synthetische Edelsteine würden es diesen Unternehmen leichter machen, da mitzuspielen.

Eigentlich interessieren mich Synthesen als Schleifer bisher nicht aber leichter Bauchschmerzen kann ich mich nicht erwehren, wenn ich sehe, wie die Steine geschürft werden. Meist nicht gerade gute Arbeitsbedingungen und faire Löhne.

Ich hoffe, mir hat bisher niemand synthetischen Quarz untergeschoben als Rohstein.

Cap
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 ·  #36
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 ·  #37
Zitat geschrieben von capcuadrate

Synthetische Edelsteine würden es diesen Unternehmen leichter machen, da mitzuspielen.


Achso? Und was wäre dann mit den vielen Minenarbeitern und anderen Beschäftigten in der Diamantenindustrie, dort, wo die Diamanten abgebaut/geschürft und sortiert werden? Das sind sehr viele, wo nur eine Person, die ganze Familie mit ihrem Lohn ernährt!

Und dann schaust Du dir bitte mal die Fabriken an, wo synthetische Diamanten hergestellt werden. Riesige menschenleere Hallen! Zählt das auch zu Sozialstandards, wenn Menschen ihre Arbeit verlieren, weil es dort so gut wie keine gibt?

Und bei den Sozialstandards, Löhnen usw., eben bei den Du Bauchschmerzen bekommst ;) da solltest Du dir bitte mal die Produktionsbedingungen gerade der von dir genannten "großen Konzerne" in der Diamantenindustrie auch tatsächlich anschauen. Da gibt es nämlich keine unmenschlichen Arbeitsbedingungen, keine Sklavenarbeit, keine Kinderarbeit. Diese Arbeitsplätze sind heißbegehrt, eben weil sie u.a. so gut bezahlt werden.

Und zu guter Letzt das Thema Umwelt, was ja immer wieder ins Feld geführt wird, deswegen aber nicht wahrer wird:
Die Produktion eines Karats geschliffener Diamanten erzeugt bei natürlichen Diamanten ca. 160 Kg Kohlendioxid (CO2). Dem gegenüber stehen im Vergleich die Treibhausgasemissionen von ca. 511 Kilogramm CO2 pro 1 Karat geschliffener, im Labor erzeugter Diamanten!

Und was meinst Du, aus welchen Quellen die Chinesen - die mengenmäßig bei der Produktion der Synthesen mit Abstand führend sind - den ganzen Strom beziehen/herstellen? Aus grünen, erneuerbaren Stromquellen? Die Chinesen? Die "pfeiffen" auf die Umwelt!
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 ·  #38
Kann man jetzt ewig diskutieren ob ein ganz mieser Job für andere, die daran gut verdinen, besser ist als nix.
Das Argument beruhigt uns in unserem Wohlstand, denn wir haben solche Sorgen nicht. Besser wärs, wenn die Bedingungen erträgliche würden, dann würden viele Menschen sich auch nicht auf Wanderschaft begeben. Sorry, dass ich den Fred jetzt etwas off Topic erweitert hab.

Das gefällt mir übrigends and den Opalen. Sicher auch kein Zuckerschlecken, die aus dem Outback zu holen aber wer was findet bekommt dafür auch einen guten Preis.

Cap
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 ·  #39
Zitat geschrieben von capcuadrate

Kann man jetzt ewig diskutieren ob ein ganz mieser Job für andere, die daran gut verdinen, besser ist als nix.
Das Argument beruhigt uns in unserem Wohlstand, denn wir haben solche Sorgen nicht. Besser wärs, wenn die Bedingungen erträgliche würden, dann würden viele Menschen sich auch nicht auf Wanderschaft begeben. Sorry, dass ich den Fred jetzt etwas off Topic erweitert hab.


Cap, kein Problem. Hat ja (auch) mit dem Thema zu tun.

Aber wer sagt dir denn, dass es "ganz miese Jobs sind" ? Bitte woher hast du deine Info?

Meiner Kenntnis nach gibt es weder bei De Beers, noch bei Alrosa, noch bei Rio Tinto solche Arbeitsbedingungen und damit hätten wir den mengenmäßig allergrößten Teil der geförderten Diamanten.

Oder meinst Du generell die Arbeit "unter Tage" die dort ja auch einen Teil ausmacht - nicht alles wird in "Open Pits" gefördert - die deiner Meinung nach von vornherein abzulehnen wäre?
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 ·  #40
In einer idealen Welt wäre alles besser, aber wir sollten auch anerkennen dass der Welthandel und moderne Technik in den letzten hundert Jahren jedes Jahrzehnt etliche hundert Millionen Menschen aus der absoluten Armut mit echtem Hunger gebracht hat.
https://www.spiegel.de/wirtsch…52359.html
Jeder Boykottaufruf des Handels und der Importes aus der dritten Welt könnte, wenn er wirken würde, diese Entwicklung behindern. Importe aus der dritten Welt sind letztlich praktizierte und nachhaltige Entwicklungshilfe. Und wenn sich beschwert wird, dass Investoren auch und viel daran verdienen, dann möchte ich sehen wie viel an Spenden alternativ zusammen kommen für Projekte an denen wissentlich Schmiergelder einen Großteil verschwinden lassen. Die Investoren müssen nämlich diese Gelder auch aufbringen und tragen dabei das volle Risiko.
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 ·  #41
ist doch kein Problem, wenn die arbeitslos werden
dann überweisen wir eben Entwicklungshilfe
ne Mrd. an Indien
kaum weniger an China,
Indonesien usw usf. (kein Scherz das läuft im Moment mit genau diesen zahlen)
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 ·  #42
Dann brauchen wir hier keine Bauchschmerzen mehr zu haben und die bekommen alle HARZ4.

Nein, Quatsch.

Welthandel ist wichtig und je weniger der Handel durch emotionale Aufladung oder politische Schutzmaßnahmen behindert wird um so besser ist es unterm Strich für alle.

Also wenn das Steak aus Argentinien gut und günstig ist oder die Bananen billig, braucht man kein schlechtes Gewissen zu haben. Der Preis regelt es schon ganz gut.
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 ·  #43
Wollen wir mal nicht vergessen, dass, z.B. im Textilbereich aufgrund von billigeren Löhnen, niedrigerer Sozial - und Umweltstandarts genau solche Industrien bewußt aus Mitteleuropa zunächst nach Süd-, dann Osteuropa und schließlich nach Asien gelockt wurden. WÄREN nämlich in Asien Lohn- Umwelt und Sozialniveau das Gleiche wie bei uns, könnte man ja auch gleich wieder hier produzieren und müsste das Zeugs nicht um die halbe Welt schippern.
Will sagen, das ist nicht ein Bug im Welthandel sondern ein GESCHÄFTSMODELL.
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 ·  #44
Heinrich,

klar der Markt regelt das aber das ist der Markt für uns und wenn wir mehr Steaks wollen wird eben etwas mehr Urwald in Brasilien gerodet oder etwas mehr Soja angebaut, damit wir dann pflichtbewußt deutsches Rindfleisch kaufen können, das damit gefüttert wird. Die Flächen werden dann noch mit der Chemiekeule behandelt ohne Rücksicht auf dazwischen liegender Dörfer. War mal ein interessanter Bericht dazu in unserem öffentlich rechtlichen Fernsehen. Und wo die Chemie herkommt ist ja bekannt.

Da gibt es viel zu überdenken, wenn wir auch in Zukunft auf unserer Mutter Erde miteinander auskommen wollen.
Das haben die Indianer den weissen Siedlern schon vor langem sagen wollen (Sitting Bull). Gut zu sehen dazu auch der Film "More than honey"

Und das wird der Markt leider nicht richten. Vielleicht richtet der Markt uns irgendwann. 500 Mio in der EU, 350 Mio in Nord Amerika das macht nicht mal 20 % der Weltbevölkerung.

Übigens der Markt richtet es auch, dass Handwerk verschwindet. Können wir hier doch häufig lesen, wie die Erwartungshaltung von potentiellen Kunden ist. Preise von Massenfertigung gegen Handwerk.

Gut, dass ich nicht versuchen muss mit Facettieren Geld zu verdienen.
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 ·  #45
Chemie, richtig angewandt, ist unsere Ernährungsgrundlage und unsere Gesundheit. Fehler durch Unwissenheit passieren leider überall. Jeden Tag sterben in Deutschland Alte und Schwache an Lebensmittelvergiftungen aber die anderen gehen auf die Straße, weil sie keine desinfizierten Hühnchen im Supermarkt haben wollen (kannst Du Dich an die Kampagne gegen Chlorhühnchen erinnern). Chemie wird oft als etwas Fremdes verstanden, dabei kann jede Hausfrau mit einem Glasreiniger und einem Essigreiniger umgehen.
Die landwirtschaftlichen Hilfsmittel werden heute besser verstanden und werden (bis auf Kupferspritzmittel im Bioaanbau das "natürlich" aber ziemlich giftig ist und sich anreichert) im Durchschnitt vernünftiger eingesetzt als vor 50 Jahren, als vieles neu war.

Auch bei uns ändert sich die Marktlage ständig. Die Veränderung ist sozusagen die Konstante.
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