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Wie wichtig ist euch bzw. euren Kunden die Herkunft von Diamanten?

 
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 ·  #1
Seit kurzem kaufen wir als zugelassener DeBeers Kunde sowohl Rohdiamanten als auch geschliffene Diamanten u.a. auch direkt von DeBeers ein.

Der Unterschied zum Erwerb auf dem internationalen Diamantenmarkt ist die Tatsache, dass die Diamanten von DeBeers auschließlich aus den DeBeers eigenen Diamantenminen stammen und daher auch der Ursprung (Land/Region/Mine) bekannt ist.

Bei den geschliffenen Diamanten ist neben der Tatsache, dass bekannt ist, aus welchem Land/welcher Mine sie stammen, noch der Vorteil gegeben, dass sie ebenfalls direkt von DeBeers geschliffen werden und danach sofort vom IIDGR - dem DeBeers eigenen Institut - zertifiziert werden.

Nach der Zertifizierung durch DeBeers erhält jeder Diamant zusätzlich noch ein weiteres unabhängiges GIA-Zertifikat.

Ich würde gerne von euch - als Endkäufer und natürlich auch als Weiterverarbeiter/Händler - erfahren:

1. Ist die Tatsache, dass der Ursprung eines Diamanten über den Schliff bis hin zur Zertifizierung bekannt ist, für euch ein Vorteil?

2. Legt ihr Wert darauf, dass die Diamanten keine sog. Konfliktdiamanten sind oder ist es egal und es zählt nur der Preis?

3. Spielt das Land (bspw. Kanada, Namibia Südafrika...), wo der jeweilige Diamant gefördert wurde (wie gesagt, ohnehin alles DeBeers Minen) auch eine Rolle oder ist dies egal bzw. reicht der Vorteil zu wissen, dass er von DeBeers stammt?

4. Ist es für euch ein Vorteil, dass der Diamant zwei von einander unahängige Zertifikate (und auch zwei Lasergravuren) besitzt oder egal?

Vorab danke für euer Feedback.
Schmuck & Uhren kaufen
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 ·  #2
Auch wenn darauf geachtet und hingewiesen wird dass einige Produkte der dritten Welt von Kindern erarbeitet werden oder unter schweren Bedingungen oder die Erlöse in die falschen Taschen fließen, sind das keine Gründe zum Kaufboykott aufzurufen.
Damit würde sich die Situation nur noch verschlimmern und nicht verbessern. Stabile Exporterlöse der dritten Welt sind eine wichtige Basis um gegen Hunger und (wenn auch langsam und unter schwierigen Umständen) für Wohlstand zu sorgen.
Kauf von Produkten der dritten Welt ist trotz der Misstände praktizierte Entwicklungshilfe.

Die De Beers betreibt ein wirksames Marketing zum eigenen Vorteil. Das kann man gut finden wenn man will.

Ich verkaufe fast ausschließlich second hand Diamanten, bin daher von der Diskussion kaum berührt.
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 ·  #3
Auch wenn Du fast auschließlich second hand Diamanten verkaufst, dich das daher so gut wie gar nicht geschäftlich betrifft, wie ist deine persönliche Meinung zu meinen Fragen?

Ist es eine gute Sache (bei neuen Diamanten), den Weg von der Mine über die Schleiferei bis zur Zertifizierung genau zu kennen oder ist es deiner Meinung nach egal?

Lohnt es sich dafür - auch für die zwei Zertifikate - etwas mehr zu bezahlen oder nicht?
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 ·  #4
Das mit den zwei Zertifikaten halte ich für Geldverschwendung. Da sich die Methoden immer wieder leicht ändern ist nur ein möglichst junges Zertifikat wichtig beim Verkauf.

Den Weg von der Mine über die Schleiferei zu kennen ist doch nur über Angaben der Minenbesitzer/Schleiferei möglich. Und es nicht falisfizierbar. Das ist ein Problem wie mit der Bibel oder den synthetischen Diamanten aus Totenasche. Dem kann man glauben, muss aber nicht.

Zudem würde es einen wichtigen Wertsapekt des Diamanten zerstören. Diamanten sind auch eine anonyme und tauschfähige Wertanlage. Ähnlich wie ein Goldstück oder ein Geldschein. Sobald das personalisiert wird kann man auch mit der Kreditkarte bezahlen.

Daher halte ich auch wenig von den Lasergravuren.
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 ·  #5
Nachtrag:

Vielleicht gibt es Kunden die das alles aber wünschen. Sozusagen Hosenträger und Gürtel und einen Garantieschein.

Muss man halt mal probieren ob es ankommt. Der Markt wird es entscheiden.

Es gibt ja schon einen Juwelier der damit wirbt dass er gegen Bitcoins verkauft.
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 ·  #6
und dann noch ein 3. Zertifikat von Rapaport dazu, daß der Stein ganz wirklich deren Definition von Anlagediamant erfüllt?
und was steht auf dem 4. Zertifikat? auf der Rondiste ist bestimmt noch ein Plätzchen für eine weitere laserung frei

bekommt man dann einen Aktenordner in Krokoleder dazu?
da kann man dann neben den vielen Diamantzertifikaten gleich noch die Citesbescheinigung für das Kroko mit abheften
dann noch die Zertifikate, daß die Zertifikate auf umweltfreundlich gebleichtem Papier und garantiert nicht mit Kinderarbeit gefertigt wurden
hab ich was vergessen?

ich denke, es kommt rüber, was ich davon halte
Kunden haben mich noch nie nach Herkunft von Diamanten gefragt
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 ·  #7
Ja, abgesehen von deiner recht unsachlichen und auch unangemessenen Antwort betrifft es dich nicht. Es handelt sich nur um Diamanten ab einer gewissen Größe, die Du wohl nicht verarbeitest.
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 ·  #8
Diamanten in einer gewissen Größe sind zwar nicht häufig, daß sie verarbeitet werden, aber wenn der passende Kunde kommt, macht man das auch. Ich habe in meiner ganzen Laufbahn vielleicht zwei Kunden gehabt, die mit nach der Konfliktdiamantenproblematik gefragt haben, aber ansonsten interessiert die die Herkunft meiner Farbsteine eher.

Das einzige, was mein Diamanthändler mir gesagt hast, ist, daß beim Rohsteinverkauf unbedingt der Hinweis auf die Konfliktfreiheit auf dem Kassenzettel stehen MUSS.

Ich glaube, die Herkunftskette ist eigentlich nur für die interessant, die auch Schmuckstücke aus fairgehandeltem bzw. -geförderten Gold kaufen. Dann stellt sich halt die andere Frage, ob der fairtrade-Gedanke auch bei den Minenarbeitern finanziell ankommt.
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 ·  #9
Zitat geschrieben von diamantenimport



Ich würde gerne von euch - als Endkäufer und natürlich auch als Weiterverarbeiter/Händler - erfahren:

1. Ist die Tatsache, dass der Ursprung eines Diamanten über den Schliff bis hin zur Zertifizierung bekannt ist, für euch ein Vorteil?

2. Legt ihr Wert darauf, dass die Diamanten keine sog. Konfliktdiamanten sind oder ist es egal und es zählt nur der Preis?

3. Spielt das Land (bspw. Kanada, Namibia Südafrika...), wo der jeweilige Diamant gefördert wurde (wie gesagt, ohnehin alles DeBeers Minen) auch eine Rolle oder ist dies egal bzw. reicht der Vorteil zu wissen, dass er von DeBeers stammt?

4. Ist es für euch ein Vorteil, dass der Diamant zwei von einander unahängige Zertifikate (und auch zwei Lasergravuren) besitzt oder egal?

Vorab danke für euer Feedback.


Also bei de Beers fällt ja nun nicht jeder gleich vor Ehrfurcht auf die Knie und sie stehen ja immer wieder in der Kritik, aber für Otto Normalverbraucher, der nie Zeitung liest oder mal über den Tellerrand schaut und bei dem nur die Tendenz zum Zweitbuch besteht sind diese Marketingmassnahmen (das ist ja das, was es ist) wohl gut und kommen gut an. Und De Beers ist schon ein wichtiger und klingender Name - da darf man schon annehmen, dass die keinen Schmarrn verkaufen.

ich bin ja höchstens Endkäufer, also...:

1.) Ja, ist doch eine gute Sache, wenn das alles bekannt ist. So ein Stein läßt sich doch sicher auch besser/leichter weiterverkaufen/belehnen etc als einer ohne Dokumentation.

2.) Ich bin ehrlich: Es ist mir völlig egal ob es Konfliktdiamanten sind oder nicht.
3.) Land ist mir auch egal. Warum sollte es das nicht sein???

4.) Papier ist geduldig und mir persönlich ist es egal, aber solange andere daran glauben und das fordern muss es wohl sein und dann von mir aus auch gleich 2 :-)
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 ·  #10
Auch hier hätte ich die Befürchtung, daß in der Lieferkette so manches an Informationen verlorenginge; man nehme nur die Diamanten, die nach dem Verkauf verarbeitet werden.

Soll man an diese dann ein Fähnchen ranmachen? Oder gar mit einer DNA bestücken?

Klar, je transparenter die Informationen, desto besser.

Bezüglich Konfliktdiamanten: wer den CIBJO Ethik Codex anerkennt und unterstützt, handelt nicht mit Konfliktdiamanten - da braucht man auch keine extra Werbung dafür machen und der Kunde ist sich sicher, mit einem seriösen Partner zusammenzuarbeiten.

Gravuren kann man (nachträglich) anbringen und auch wieder entfernen. Und im Schmuckstück eingefasst kann man bei Rundumfassungen auch keine Lasergravur erkennen. Das Diamantgeschäft ist und bleibt ein Vertrauensgeschäft.

....just my two cents.....
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 ·  #12
@Tatze
Danke für dein Feedback. Auch wenn dich bisher nur so wenig Kunden von selbst auf die Herkunft der Diamanten ansprachen, meinst Du, dass es dir eventuell etwas bringen könnte, wenn Du dies von dir aus im Kundengespräch thematisierst bzw. damit wirbst (Schild/Hinweis im Schaufenser, Aufsteller im oder vor dem Laden) ?

Damit wäre dann eventuell auch eine Möglichkeit gegeben, sich nicht nur über einen heutzutage so einfach vergleichbaren Preis zu definieren bzw. von der Konkurrenz abzugrenzen, so wie es Frank angesprochen hat.

Du verkaufst auch Rohdiamanten? Lose, gefasst?
Die von dir angesprochene Deklarationsvorschrift laut deinem Diamantenhändler ("MUSS auf dem Kassenzettel") ist mir nicht bekannt. Weder im Zoll- oder Steuerrechlichen noch anderen gesetzlichen Vorschriften kenne ich dies. Hast Du weitere Infos oder kannst sie mal erfragen? Eventuell gabs da ein Missverständnis. Falls er dir das sagte und sich dabei auf einen Export der Rohdiamanten durch deine Kunden nach ausserhalb der EU bezog, reicht eine Bestätigung auf dem Kassenzettel oder anderen Papieren dafür dann jedoch nicht aus. Dafür ist zwingend ein Kimberley-Zertifikat mit den begleitenden anderen Bedingungen (versiegelter/verblombter Behälter usw.) erforderlich. Andere Situationen, wo dies Vorschrift sein könnte, kenne ich nicht.


@Frank
Sehr gutes Beispiel! Falls Du interessiert wärst, wir haben gerade ein paar deratige Diamanten da. Im Moment ab 0,71 Karat und Farbe F bzw. G und VVS1 bzw. VVS2. Kleinere Größen (ab 0,30 Karat) kommen eventuell demnächst in Form eines größeren Pakets rein. Melde dich gerne mal bei mir.


@Alle
Vielen Dank für eure Meinung, auch wenn ich die ein oder andere nicht so ganz nachvollziehen kann bzw. gutheissen kann. Aber damit muss man leben, wenn man danch fragt... ;)


Allen einen schönen, winterlichen Tag und ein erfolgreiches Weihnachtsgeschäft!
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Zitat geschrieben von diamantenimport

@Tatze
Danke für dein Feedback. Auch wenn dich bisher nur so wenig Kunden von selbst auf die Herkunft der Diamanten ansprachen, meinst Du, dass es dir eventuell etwas bringen könnte, wenn Du dies von dir aus im Kundengespräch thematisierst bzw. damit wirbst (Schild/Hinweis im Schaufenser, Aufsteller im oder vor dem Laden) ?

nö, ich bin der Meinung, daß das nur zur Verunsicherung der Kunden beiträgt. Vergleichbar mit einer Behandlung vom Blautopas, die jeder akzeptiert. Nur nach Nachfrage um die Behandlungsmethode werden die Kunden unsicher und nehmen Abstand vom Kauf, weil sie sich keiner Strahlung aussetzen wollen. Hab ich auch schon gehabt.

Zitat
Damit wäre dann eventuell auch eine Möglichkeit gegeben, sich nicht nur über einen heutzutage so einfach vergleichbaren Preis zu definieren bzw. von der Konkurrenz abzugrenzen, so wie es Frank angesprochen hat.

ich denke mal, man grenzt sich eher ab durch eine umfassende ehrliche Beratung und ordentliche Arbeit. Sollen die Kunden doch die Preise vergleichen, kannste eh nicht verhindern.

Zitat
Du verkaufst auch Rohdiamanten? Lose, gefasst?
Die von dir angesprochene Deklarationsvorschrift laut deinem Diamantenhändler ("MUSS auf dem Kassenzettel") ist mir nicht bekannt. Weder im Zoll- oder Steuerrechlichen noch anderen gesetzlichen Vorschriften kenne ich dies. Hast Du weitere Infos oder kannst sie mal erfragen? Eventuell gabs da ein Missverständnis. Falls er dir das sagte und sich dabei auf einen Export der Rohdiamanten durch deine Kunden nach ausserhalb der EU bezog, reicht eine Bestätigung auf dem Kassenzettel oder anderen Papieren dafür dann jedoch nicht aus. Dafür ist zwingend ein Kimberley-Zertifikat mit den begleitenden anderen Bedingungen (versiegelter/verblombter Behälter usw.) erforderlich. Andere Situationen, wo dies Vorschrift sein könnte, kenne ich nicht.

nur ein einziges Mal letztes oder vorletzes Weihnachten. Die Kundin wollte einen fürs Regal haben.
Ich muß mich mal erinnern, was mein Händler gesagt hat. Das hatte was damit zu tun, daß eben der Diamant nicht geschliffen war, sondern roh. Das hat was mit der Legalität des Verkaufs von Rohdiamanten und losen geschliffenen Diamanten zu tun. In Schmuck verarbeitet muß dieser Legalitätszusatz nicht dazu. Rohdiamanten im Eigenbesitz mußten wohl Anfang 2003 zertifiziert werden und sind somit legal im Verkauf oder Besitz und man macht sich nicht strafbar. So grob zusammengefaßt. Solltest du als Händler, der soooo lange im Geschäft ist, eigentlich wissen. Das mit dem Export ist richtig.

Btw. das ist eine Plombe und keine Blombe.
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 ·  #14
das mit der notwendigen Konfliktfreigarantie bei Rohdiamanten lese/höre ich hier das erste mal.
und so richtig überzeugt davon bin ich noch nicht ;-)
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 ·  #15
du läßt dich eh schlecht überzeugen :P
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