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Punze (Verantwortlichkeitsstempel) machen lassen

 
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Silberlady
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Silberlady

 ·  #1
Hallo ihr lieben Wissenden
Die Schweizer Behörden haben mein Gesuch nach Eintragung meiner Verantwortlichkeitsmarke bewilligt. Nun muss ich einen Schlagstempel mit meinem Logo (eine Raute mit Initialen und einem Symbol) herstellen lassen. Dazu folgende Fragen:
1. Welche Schrifthöhe soll ich bestellen, damit ich damit den meisten Schmuck punzieren kann? Welche Größe ist die gängigste? Welche Größe hat die Marke euer Schlagstempel? Die Schweizer Behörden stellen als einzige Bedingung, "...dass die zukünftige Marke auch in verkleinerter Form von 0.5 - 0,7 mm gut lesbar sein muss."
2. Ich hätte gerne einen gebogenen, also einen Kniestempel, damit ich auch Fingerringe besser stempeln kann. Brauche ich zusätzlich einen geraden Stempel oder kann ich mit dem Kniestempel auch alles andere punzieren?
3. Kann ich auch mit einer Punze bei der die Gravurfläche nicht gewölbt ist, einen Fingerring innen stempeln?

Im Voraus schon mal herzlichen Dank für eure Antworten.
tatze-1
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tatze-1

 ·  #2
Verantwortlichkeitsmarke für jemanden, der offensichtlich nicht aus der Branche kommt. Interessant.

Zitat geschrieben von Silberlady

1. Welche Schrifthöhe soll ich bestellen, damit ich damit den meisten Schmuck punzieren kann? Welche Größe ist die gängigste? Welche Größe hat die Marke euer Schlagstempel? Die Schweizer Behörden stellen als einzige Bedingung, "...dass die zukünftige Marke auch in verkleinerter Form von 0.5 - 0,7 mm gut lesbar sein muss."

hängt davon ab, was du für einen Schmuck verkaufen willst. Ringelchen mit 1mm Ringschienenbreite kannst du nicht mit einem 1mm-Stempel stempeln. Dafür bietet sich ein 0,5mm Stempel an. Die übliche Feingehaltsstempelhöhe ist 0,75mm und 0,5mm (Ohrsteckerstifte). Druck dir mal deine Verantwortlichkeitsmarke in der entsprechenden Höhe aus, dann siehst du, ob dein Stempel lesbar ist oder nicht.

Zitat
2. Ich hätte gerne einen gebogenen, also einen Kniestempel, damit ich auch Fingerringe besser stempeln kann. Brauche ich zusätzlich einen geraden Stempel oder kann ich mit dem Kniestempel auch alles andere punzieren?

nö, brauchst du nicht

Zitat
3. Kann ich auch mit einer Punze bei der die Gravurfläche nicht gewölbt ist, einen Fingerring innen stempeln?

der Hersteller von deinem Punzen macht das schon automatisch richtig, weil er weiß, daß man mit dem Kniestempel in einem Innenraum stempeln will.
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #3
Silberlady
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Silberlady

 ·  #4
@Tatze-1: Herzlichen Dank für deine ausführlichen Antworten auf meine Fragen.

Zu deinem Kommentar: „Verantwortlichkeitsmarke für jemanden, der offensichtlich nicht aus der Branche kommt. Interessant.“ : Sowohl in der Schweiz, als auch in Frankreich darf man keine Feingehaltsstempel anbringen, ohne mit seiner eingetragenen Verantwortlichkeitsmarke dafür „gerade zu stehen“. Finde ich okay. Wunderte mich aber auch, dass in keinem der Länder auch ein Ausbildungsnachweis verlangt wird. Somit garantiert die Verantwortlichkeitsmarke nur den Feingehalt, nicht aber die fachmännische/fachfrauische Arbeit.

@Heinrich: Vielen Dank für die hilfreiche Antwort
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #5
SidEwigk
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SidEwigk

 ·  #6
Ich hoffe die Frage is gestattet:
Soweit ich informiert bin gibt es in Deutschland keine Stempelpflicht. Wenn man stempelt dann muss es natürlich der Wahrheit entsprechen.
Ist in Deutschland dann auch ein Verantwortlichkeitsstempel vorgeschrieben mit dem man sich "ausweisen" kann?
Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #7
Es geht um Österreich oder die Schweiz, glaub ich.
SidEwigk
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SidEwigk

 ·  #8
Ja das hatte ich verstanden, aber wie is das in Deutschland? Wenn ich Stempel, muss ich dann auch einen Verantwortlichkeitsstempel hinzufügen, oder is hier nicht nötig? Klar wäre es besser, damit man sieht von dem das Werkstück ist...aber die Frage is ja, is es vorgeschrieben? Und/Oder muss/kann ich diesen Stempel registrieren/schützen?
tatze-1
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tatze-1

 ·  #9
Nein, ist nicht vorgeschrieben bei Schmuck, bei Gerät und Uhren ja. Die Verantwortlichkeitsmarke wurde auch mal als Meisterpunze bezeichnet, weil der Meister als Chef des Betriebs persönlich verantwortlich für die Richtigkeit der Angaben war, auch wenn der Geselle oder Lehrling in seinem Auftrag gestempelt haben. Das war noch die Zeit, wo die Meisterpflicht für unser Gewerk noch existierte. Beginnend bereits irgendwann im Mittelalter mit den Innungen, die quasi auch als Kontrollbüro/Hallmark office arbeiteten. In Österreich, Frankreich, Finnland etc. muß der Schmuck zum Stempeln der Behörde vorgelegt werden, außer du hast ne Sondergenehmigung.

Verantwortlich und belangbar bist du nach dem "Stempelgesetz" aber trotzdem, wenn du falsch stempelst.
pontikaki2310
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pontikaki2310

 ·  #10
Zitat geschrieben von tatze-1

... Frankreich, Finnland etc. muß der Schmuck zum Stempeln der Behörde vorgelegt werden, außer du hast ne Sondergenehmigung.


Ich möchte ergänzen: für Frankreich stimmt das nur bedingt.
Enthält das Schmuckstück weniger als 3 max. Gramm Gold
oder max. 30 Gramm Silber, dann können "Goldschmiedende"
das Stück ohne behördliche Assistenz (die ham den Punzen
eh immer auf die Vorderseite gehauen;-) selbst stempeln.
Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #11
Ja, ich hatte auch immer vermutet, dass das Thema Assay office den Schmuck kaputt stempeln kann, und habe mich gewundert, dass sich da nicht mehr beklagen.
Aber auch die Meisterpunzenregelung gibt nur eine Scheinsicherheit. Schnitz dir irgend nen Schnörkel, der natürlich nicht registriert ist, und fang munter an, zu bescheißen, also wenn es einer darauf anlegt. Woher soll denn der Kunde wissen, dass der Stempel fake ist.
Bei Chinaimporten etc würde es Sinn machen, dann müsste aber bereits der Zoll tätig (haha, tätig, hier) werden.
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #12
Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #13
Man kann den Gedanken weiter spinnen zu: Die Grobheit der Ämter beeinflusst den Schmuckstil (von zart nach grob).
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #14
pontikaki2310
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pontikaki2310

 ·  #15
Zitat geschrieben von Heinrich Butschal

Die Hersteller haben sich schon immer über die brutalen Zerstörungen Ihrer Schmuckstücke durch Punzämter beschwert. Zumindest zarte und kleine Stücke sind da gefährdet.

Ja, und vor allem war in Frankreich die Schwierigkeit, daß man
ja manche Schmuckstücke - vor allem hohl montierte - nich
erst am Ende der Fertigung stempeln kann. Man muß oft das
Blech in irgend nem Stadium der Herstellung stempeln und
dann verlöten.
Bin x mit den Einzelteilen eines Anhängers - als man ihn noch
hätte stempeln können - zum Zoll nach Toulouse gefahren
( 2 1/2 Stunden/1 Weg) da ham die mich wieder weggeschickt,
weil ich ja nich das Endgewicht angeben konnte........ >_<
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