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Gravierstichel für GRS Handstücke

 
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 ·  #1
Hallo zusammen,

ich würde mich gerne neben dem Edelsteinfassen auch dem gravieren widmen.

Hat jemand Erfahrungen mit dem gravieren? Es wäre für mich sehr hilfreich etwas über den optimalen Schliff bzw. die optimale Geometrie eines Gravierstichels zu erfahren.

Ich arbeite mit einem GraverMach At, einem Magnum Handstück sowie mit Wolfram-carbid sticheln/C-max Sticheln.
Zum schärfen verwende ich die PowerHone mit 2 Winkel Schärfhilfe sowie die Grs Diamanträder für den Mikromotor. (Blau, gelb und grün).

Ich habe bei meinen Anfängen das Problem, dass ich in Bögen immer eine Art „rattermarken“ habe. Meiner Meinung nach total unschön. Vielleicht gibt es ja Tricks. Über Antworten würde ich mich sehr freuen.

Viele Grüße
Tim
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Gravierstichel für GRS Handstücke
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 ·  #2
Ein Gravierstichel hat immer eine hochgeschliffene Bahn.

Beim Handgravieren wird das Werkstück in den Kurven gedreht und der Stichel bleibt fix und sollte in der Drehbewegung auch nicht abgesetzt werden. Das gibt sonst Absätze, die man ganz schwer wieder weg bekommt.

Bevor du Schriften übst, übe erst mal Linien und Bögen und S-Kurven schneiden. Dann such dir ein lustiges Bildchen, das du schneidest (ich habe bei meiner Fortbildung einen lustigen Grisu-Drachen mit Lagerfeuer in Kupfer graviert, da waren incl. Schattierungen alle Linienarten dabei). Dann kannst du dich an Alphabete wagen.
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 ·  #3
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 ·  #4
Vielen Dank schon einmal für die Antworten!

Die DVD kenne ich, ich wollte es dennoch vorher erstmal ohne diese versuchen.
So schwer kann es ja eigentlich nicht sein den Stichel zu schleifen. :happy:

@tatze-1 hast du damals reines Kupfer ohne Zusätze verwendet? Davon habe ich noch einige
Profile aus der Elektrotechnik. Sie sind aus reinem Kupfer und ich könnte sie in Blechform bringen.
Für die Übungszwecke würden sie sich sicher super eignen.
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 ·  #5
Was weiß ich, was das für ein Kupferblech ist, das man im Goldschmiedehandel kaufen kann. Ich denke, daß da nicht so viel zulegiert ist, sonden daß das relativ fein ist.

Ich hab mal einen meiner Gravierstichel fotografiert, um das mit dem hochschleifen zu verdeutlichen. Doof zu fotografieren.
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 ·  #6
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 ·  #7
Nope, die Deko ist noch von Weihnachten, aber das Dekomaterial ist schon mal wech.
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 ·  #8
Zitat geschrieben von tatze-1

Nope, die Deko ist noch von Weihnachten, aber das Dekomaterial ist schon mal wech.


Ach klasse! Vielen dank für das Foto, genau so habe ich mir das ganze vorgestellt.
Ich hatte nämlich auch ständig das Gefühl ich ziehe das "Hinterteil" des Stichels hinterher und den Eindruck, dieses würde die
"Rattermarken" erzeugen.

Die Form des Stichels spielt an sich keine große Rolle oder? Sie ist nur für die Form des Schnittes relevant?
Welchen Winkel der Hauptschneide wähle ich denn am besten? Soll es z.B ein Keilstichel mit einer Spitze von 105° sein?
Gibt es da auch Richtlinien?
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 ·  #9
Ich habe Facettenstichel in Gr. 1 und 2

https://www.goldschmiedebedarf…ts_id=7943

Ob's Richtlinien gibt, weiß ich nicht. Man muß sich halt überlegen, was man machen will. Mit einem Bollstichel schneidet man quasi U-förmige Gruben aus, Messerstichel haben eine feinere grade Schneide, Spitzstichel sind seitlich etwas gebogen. Damals in meiner Fortbildung haben mir die Facettenstichel gelangt und die Male, die ich in den letzten Jahren graviert habe, haben sie immer noch gelangt. Wichtig ist halt das abgeflachte Heft, weil man, im Gegensatz zum Edelsteinfassen, flacher am Material arbeitet.

Ein Kurs ist nie verkehrt:

http://www.fbz-ahlen.de/index….minarID=29
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 ·  #10
Vielen Dank für die freundlichen Antworten!
Sollte ich Fortschritte machen werde ich berichten.
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 ·  #11
Hallo Waacom,

Ich bin kein Graveur, sondern versuche das Gravieren seit 2 Jahren autodidaktisch zu lernen.

Der Anschliff des Stichels ist essentiell für sein Verhalten, soviel habe ich gelernt. Ich folge den Anweisungen von Steve Lindsay (google ihn mal), sein Patent zu seinem speziellen Anschliff ist sehr lehrreich. Er schleift an der Unterseite nur eine minimale Facette von 0.1 bis 0.2 mm Breite unter einem Winkel von ca. 15 Grad zur Stichelachse an. Seine Webseite zeigt auch, wie breitere Anschliffe sich auf die Gravur auswirken. Sieht so ähnlich wie in Deinem Foto aus.

Die zweite Sache, die meine Stichel deutlich einheitlicher gemacht hat, ist die Politur: auf einem Flacheisen mit 0.5um Diamantpaste, immer entgegen der Schneidrichtung. Damit werden die Schneidflächen glatt und eben, nicht rund wie bei Politur auf Leder oder Holz.

Technisches:
Meine Stichel sind aus 2mm HSS, geschliffen wird von Hand auf Degussit Steinen und Diamantschleifplatten. Die V-Winkel (115, 105, 90, 70 Grad) stammen aus GRS Manuals, Schablonen für die Form und die Schneiden habe ich mir nach Lindsays System selbst konstruiert und aus GFK gefertigt. Ich kontrolliere die Schneiden während des Anschliffs mit einem kleinen Stabmikroskop.

Viele Grüße

Ralf
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 ·  #12
Zitat geschrieben von Waacom

... sowie die Grs Diamanträder für den Mikromotor. (Blau, gelb und grün). ...

Das kannst Du so machen, dann ist es halt Kacke. Für Anfänger ist es von großem Vorteil, wenn die Schneide nach jedem Anschliff exakt gleich ist. Mit den Schleif- und Polierrädern bekommst Du das nicht hin. Je nach Tagesform hast Du stets unterschiedliche Winkel. Wenn Du also das Schleifgerät (Power- oder Graverhone) schon hast, solltest Du es auch nutzen. Wie Du schreibst, hast den 2-fach Schärfehalter. Damit kannst Du alle relevanten Anschliffe realisieren. Was Dir fehlt, ist die Keramikscheibe (und falls Du Deine C-MAX Stichel hoch glänzend polieren willst, die Eisenscheibe, ein dickes Lederstück und Diamand-Spray). Mit Hilfe der Keramikscheibe schleifst Du Dir die kurzen Freiwinkel (parallel - siehe Erläuterung unten) an - als Starthilfe, etwa 15 Grad.

Jetzt schaust Dir mal das Bild (von dem Ralf sprach) an. Zusammen mit Steves Erläuterungen kommst Du hinter das "Geheimnis" - der Stichel wird in Kurven leicht zur (Außen-)Seite geneigt, bleibt ansonsten im gleichen Winkel zur Fläche - wird also in Kurven nicht hinten angehoben. Dank des 2-Winkelschärfehalters brauchst Du die "Templates" von Steve nicht. Wenn Du das alles verinnerlicht hast und darüber hinaus nicht zu tief gravierst, gehören die Rattermarken bald der Vergangenheit an.

BTW: Magnum-Handstück macht die Sache nicht gerade einfacher (nutze ich nur für fette Zargenfassungen, Relief) - 901 oder Monarch helfen.
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 ·  #13
Hallo Waacom,

ich habe mal eine Zeichnung grob bemaßt, damit die Bedeutung und die Winkel der einzelnen Flächen am Stichel klar werden.

Viele Grüße

Ralf
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 ·  #14
Lieber Ralf,
lieber Mario,

vielen vielen Dank für die wahnsinnig hilfreichen antworten! Ich habe mir die Lindsay graver bereits angesehen. Dennoch ist es so nochmal sehr deutlich erklärt. Vielen Dank!

Mario, ich verwende die 2-Winkel Vorrichtung zum perfekten schleifen auf der PowerHone. Dann setze ich den Stichel unter dem Mikroskop zum polieren mit dem exakten Winkel auf der Gummi-Diamantscheibe (Edenta) auf und poliere die Fläche.
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 ·  #15
Falls jemand aufgrund der zum Teil kuriosen amerikanisch-englischen Bezeichnungen die traditionellen deutschen Begriffe sucht ...
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