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Die Gesetzeslage ist eigentlich eindeutig. Minderjährige brauchen für Ohrringstechen und Piercings eine Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten.
Handelt der Piercer oder Juwelier ohne die Einwilligung ist es eine Körperverletzung und somit eine Straftat.
ich denke das eine Einverständniserklärung bis 16 Jahre reicht.
Denn die meisten Jugendlichen gehen ja auch schon mit 16jahren Arbeiten. Warum sollen Sie den nicht mit dem Geld was sie verdienen, tun und machen was sie wollen.
Reg.-Datum: 09.07.2005 Beiträge: 10493 Wohnort: München
Verfasst am: Mi, 09. Mai. 2007 18:29 Titel:
Marita hat Folgendes geschrieben:
Hallo,
ich denke das eine Einverständniserklärung bis 16 Jahre reicht.
Denn die meisten Jugendlichen gehen ja auch schon mit 16jahren Arbeiten. Warum sollen Sie den nicht mit dem Geld was sie verdienen, tun und machen was sie wollen.
Marita
In Afrika bekommen Frauen Ihr erstes Kind mit 12-14 Jahren. In Deutschland werden mit 17 bereits "Ehrenmorde" im Auftrag der Familie ausgeführt und verlorene Kinder haben mit 14 bereits eine Vorstrafenliste wie Schwerverbrecher.
Andere Jugendliche, die zur Schule gehen und sich aufs Lernen konzentrieren weil sie nach Abitur noch mindestens 4 Jahre weitere Ausbildung vor sich haben, sind manchmal mit 19 noch nicht fähig einfachste Dinge in Ihrem Leben zu planen, geschweige denn zu verantworten.
Wenn wir hier die Ausbildungszeit bis zum 25 Lebensjahr legen, dann sind die Jugendlichen auch automatisch kindlicher als wenn wir sie schon früh ins Leben stellen.
Als Eltern sollte man versuchen bei nicht reversiblen Dummheiten die Kinder so lange wie möglich vor solchen Dummheiten zu schützen. _________________ MfG Butschal
Als Eltern sollte man versuchen bei nicht reversiblen Dummheiten die Kinder so lange wie möglich vor solchen Dummheiten zu schützen.
Darum darf man ja auch erst ab 18 heiraten!
Aber vor allem sollte man sich wohl fragen, warum die Einwilligungserklärung so ein Problem ist. Wer seinen Kindern ein offenes Verhältnis gestattet und eine entsprechende Vertrauensbeziehung aufgebaut hat, wird diese Probleme wohl kaum haben, weil beide - Eltern und Kinder - wissen, welche Entscheidungen sie einander zutrauen können. Naja, jedenfalls wenn Eltern bereit sind, sich auch über Themen zu informieren, mit denen sie sich ohne ihre Kinder nie im Leben beschäftigen würden und nicht zwischenzeitlich zu genau den Eltern mutiert sind, die sie selbst nie verstanden haben.
Rechtlich führt an der Einverständniserklärung bei körperlichen Eingriffen unterhalb der Volljährigkeitsgrenze kein Weg vorbei, weil ein körperlicher Eingriff nun mal ein körperlicher Eingriff ist und sich keiner strafbar machen will, weil er ihn vorgenommen hat, ohne vorher Erziehungsberechtigte zu fragen. Auch Piercer (und Schmuckverkäufer mit eigentümlicher Bewaffnung) müssen sich eben absichern und diese gesetzliche Regelung ist allein dazu da, genau diese Dienstleister vor defizitären Eltern-Kind-Beziehungen zu schützen. Übrigens gibt es auch genug mündige Bürger über 18, die allen ernstes einen Piercer verklagen wollen, weil er sie angeblich zum Piercing genötigt hat. Aber es gibt ja auch Menschen, die heiraten
Ich denke eine Einwilligung der Eltern bis zur Vollendung des 16ten Lebensjahres sollte ausreichen.
Es ist meiner Meinung nach wichtig dass man schon früh im Leben lernt, dass jede Entscheidung Konsequenzen hat, mit denen man Leben muss und ausserdem, dass die Ratschläge der Eltern oft einen guten Grund haben.
Ein 17 jähriges Mädchen, dass ständig gegen seine Eltern rebelliert weil die keinen Piercing erlauben obwohl es ja schon "fast erwachsen"ist, sollte die Möglichkeit haben selbst zu entscheiden - und selbst die Konsequenzen zu tragen.
Wobei natürlich ein Altersgesetz für alle Arten von Piercings und Tattoos schwer einzuschätzen ist - Ohrringe empfinde ich als harmlos, wobei bei einem schlecht gepiercten Zungenpiercing essentiell wichtige Nerven beschädigt werden können.
Ich denke das einzige was wirklich hilft ist ein gutes Eltern-Kinder Verhältnis, Kommunikation, Austausch und Respekt gegenüber den Erfahrungen und Meinungen der "älteren" Generation.
Ohrringe empfinde ich als harmlos, wobei bei einem schlecht gepiercten Zungenpiercing essentiell wichtige Nerven beschädigt werden können.
Die "Harmlosigkeit" von Ohrenpiercings (denn nichts anderes ist es ja) ist in der Medizin genauso umstritten wie andere Perforationen des Körpers, aber da Ohrringe in unserer Kultur im Unterschied zu anderen als gesittet gelten (Übersetzung: es gibt sie schon lange genug), gelten solche Argumente eben auch nicht. Was gesellschaftlich akzeptiert ist, wird nicht mehr so kritisch hinterfragt wie etwas, das neu ist, weil man ungern wieder loslässt, woran man sich gewöhnt hat, egal was dagegen spricht.
Was mich übrigens immer besonders wundert, das ist die uninformierte Haltung, mit der man hier zum Ohrenstechen geht und das vor allem in ästhetischer Hinsicht: Ich meine, kaum ein Piercing ist sichtbarer und kann, wenn es nicht sauber, symmetrisch oder an der richtigen Stelle sitzt, hässlicher sein. Wen stört im Unterschied dazu schon ein schiefsitzendes Bauchnabelpiercing!
Ansonsten geb ich Dir völlig recht, Alynn. Wenn da eben die nicht wären, die den Piercing-Job machen und dafür Rechtssicherheit brauchen, damit sie nicht von einer entsetzten Mami oder einem geschockten Papi verklagt werden, die Perlenohrringe zwar sehr elegant, aber einen Augenbrauenring oder einen Nasenstecker erschreckend unzivilisiert finden, obwohl die Spuren von den Teilen niemand mehr sieht, wenn man sich irgendwann entscheidet, ihn nicht mehr zu tragen.
Oh, dass Ohrringe medizinisch umstritten sind, was ihre "Nebenwirkungen" betrifft, wusste ich gar nicht, Jade.
Ich dachte das Ohrläppchen wäre zwar ein stark durchblutetes Gewebe, aber es würden sich keine gesamten Nervenstränge dort befinden wie in der Zunge - tja, man lernt nie aus
Ich persönlich kann einem schönen Piercing schon was abgewinnen - dass es Gewohnheitssache ist, was leichthin akzeptiert wird und was nicht, da hast du sicher recht.
(<- Überlegt sich gerade wie es wäre, wäre der Bauchnabelpiercing traditionell "angewöhnt" und welche Debatten da über die "ungewohnten" und "exotischen" Ohrringe geführt werden würden... hihi)
Als Eltern sollte man versuchen bei nicht reversiblen Dummheiten die Kinder so lange wie möglich vor solchen Dummheiten zu schützen.
Du sagst es, Heinrich. Mit etwas Glück bringt man sie über die Zeit hinweg.
Leider kennen die Kinder häufig jemanden, der das dann doch macht. Grauenvoll, sein späteres Erwachsenenleben wegen so einer Prolotätowierung oder diverser nicht mehr zu verbergender Narben im Ohr für immer gebrandmarkt zu sein.
Wir machen das ja hier mit Pferden. Die Brennkommission kommt und sie bekommen einen Heissbrand auf den Schinken der sie ihr Leben lang kennzeichnet. Ich denke das ist zu verantworten. Bei Jugendlichen sehe ich das etwas anders, ist halt kein Vieh..
Das mit den Piercings ist doch alles nicht so wild.. Wenn´s nicht mehr gefällt, kann es rausgenommen werden und abheilen. Tätowierungen müssen da natürlich gründlicher durchdacht werden.
Übel finde ich, wenn Eltern ihren grad paar Monate alten Kindern Ohrringe stechen lassen. _________________ Grüße Kaa
Bei einer Körperveränderung wie dem Piercing (und damit ist ausdrücklich AUCH das Lobe-Piercing gemeint, das wir gern lässig "durchstochene Ohrläppchen" nennen!) sollte man nicht darauf verzichten, vorher mal einen Arzt zu fragen, damit man weiß, was genau man (sich) da (an)tut. Denn jeder Körper ist verschieden und was für den einen problemlos möglich ist, birgt für den anderen ungeahnte Risiken. Insbesondere bei Mund-Piercings (Lippen, Zunge und sog. Labret-Piercings) ist der Weg zum Zahnarzt oder Kieferorthopäden unverzichtbar, damit man vorher all die Punkte ausschliessen kann, die bei der eigenen Kiefer- und Zahnstellung unvermeidbar zu Schäden führen, statt hinterher aus allen Wolken zu fallen wie die Zähne aus dem Kiefer.
Nicht nur jüngere Ärzte sind heute solche Fragen gewohnt und gucken keinen deshalb komisch an. Eher im Gegenteil, denn sie sind es ja, die etwas schiefgegangenes hinterher ausbaden dürfen.
Reg.-Datum: 12.10.2007 Beiträge: 2 Wohnort: München
Verfasst am: Fr, 12. Okt. 2007 16:45 Titel:
Viele meiner freunde haben sich auch schon mit 16 piercen lassen. Aber immer mit dem Einverständniss der Eltern. Und das denke ich ist ok. Aber ich persönlich würde es nur noch von einem Arzt machen lassen.
Ich finde man sollte sich 14 Jahren ohne Erlaubnis der Eltern Ohrlöcher stechen lassen und alle anderen Piercings erst ab 18 Jahren. Viele jüngere Bedenken nicht, wie wichtig das Aussehen in manchen Berufen ist oder das Piercings im Gesicht einfach nicht gehen. Klar kann man sie raus nehmen, aber trotzdem bleibt eine Narbe. Ich selbst habe mir auch ein Bauchnabelpiercing mit 19 stechen lassen und habe sehr lange darüber nachgedacht und mich informiert. Leider hab ich es jetzt nicht mehr, da es (wahrscheinlich durch falschen Schmuck) rausgewachsen ist. Ich würde es mir nicht bei einem Arzt stechen lassen, da ich glaube das Piercingstudios mehr Erfahrung haben.
Lg Kerstin
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