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Von wann könnte dieser Ring sein?

 
Tamala
 
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Tamala

 ·  #1
Hallo an alle!

Ich habe mir neulich in einem Pfandhaus einen Ring gekauft, der mir sofort ins Auge gefallen ist. Jetzt interessiert mich, aus welchem Jahrzehnt/ welcher Zeit er stammen könnte, weil er mir recht alt vorkommt.

Folgendes kann ich über ihn sagen:

Die Ringschiene ist aus 750 Gelbgold, der Aufsatz mit den Steinen war im Laden als Weißgold angegeben.
Die Diamanten sind im Rosenschliff, haben deutliche Einschlüsse und man merkt, dass man auf Farbe und Reinheit offenbar keinen großen Wert gelegt hat. Ansonsten sind noch kleine Smaragde angebracht.

Hat jemand eine Idee oder Infos zur Entstehungszeit solcher Ringe?

Liebe Grüße

Tamala
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Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #2
Tamala
 
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Tamala

 ·  #3
Danke für die hilfreiche Antwort,

auf dem Bild wirkt er an der Schiene sehr fleckig, das liegt am Foto, im Original sind die dunklen Stellen nicht da. Er ist getestet 750iger Goldlegierung. Ich habe gelesen, dass es Weißgold-Legierung überhaupt erst ab 1912 in der Schmuckverarbeitung gab, also müsste er ja auf jeden Fall danach entstanden sein. Das spricht sehr dafür, dass er vielleicht einen älteren Stil nachahmt, wie Sie vermuten.
Danke noch mal für die Antwort.

Liebe Grüße

Tamala
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #4
An der Goldlegierung der Ringschiene und der gelben Anteile des Ringes habe ich nicht gezweifelt. Ist denn der weiße Teil des Ringes, in dem die Diamantrosen gefasst sind, getestet worden?

Nach meiner Vorkenntnis ist Weißgold erst in den 20er Jahren erfunden und patentiert worden. Das spielt aber keine Rolle, denn einige Verarbeitungsdetails lassen auf deutlich spätere Herstellung schließen. Der Ring passt eher in die zweite Hälfte des letzten Jahrhunderts.
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 ·  #5
Ja, der weiße Teil wurde getestet.
Danke für alle Informationen, das hilft mir weiter.
MaJa
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MaJa

 ·  #6
Weißgold wurde 1912 von der Firma Richter & Cie aus PF patentiert, vertrieben wurde es unter dem Namen "Dorico". Es wurde für die Legierung Platin und Palladium eingesetzt, etwas später wurde auch Weißgold unter Einbezug von Nickel entdeckt. Aus den späten 1920er Jahren gibt es auch eine Dissertation zum Thema Weißgold aus Gold-Nickel bzw. Gold-Nickel-Zink. Die Gold-Nickel-Zink Legierung ist schon 1924 in den USA patentiert worden.
Cartier hatte sich in den 1920er Jahren auch eine Weißgold-Legierung patentieren lassen, da müsste ich das genaue Jahr aber erst suchen
Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #7
Der Stil scheint mir für hierzulande wenig gängig, Könnte die Herkunft Nord- oder Südamerika sein?
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #8
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 ·  #9
Über die Herkunft weiß ich leider überhaupt nichts. Das Pfandhaus konnte mir nichts darüber sagen. Der Schmuck wird dort einfach abgegeben, getestet, beliehen und der Wiederbeschaffungswert ermittelt. Wenn der Schmuck nicht wieder abgeholt wird, wird er zu einem Bruchteil des Preises verkauft. Aber leider weiß dann keiner mehr etwas über Entstehungszeit oder Herkunft. :(
Ich fand das Design so interessant, habe aber beim Googlen auch nichts Ähnliches gefunden.
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 ·  #10
Der Stempel ist allerdings nicht 18 Karat, sondern 750. Spricht das nicht eher für ein europäisches Land? Oder werden solche Stempel manchmal auch nach dem Goldtest nachträglich hinzugefügt?
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #11
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Tamala

 ·  #12
Vielen herzlichen Dank für all die hilfreichen Beiträge.
Goldbärchen
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Goldbärchen

 ·  #13
Mal eine Frage, um mich schlauer zu machen...
Was spricht bei diesem Ring gegen Frankreich, Art decó? Die rundlichen bzw. abgerundeten Durchbruchformen der Rückseite des Ringkopfs, die zeitlich nicht passen? Würde sich doch zumindest zeitlich schon mal decken mit Weißgold.
Oder könnten laut Heinrichs Vermutung auch französische Kolonien in Afrika in Frage kommen?
MaJa
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MaJa

 ·  #14
Das ist niemals französisch und erst recht kein Art Deco. Frankreich hat ganz bestimmte Punzen, die hier nicht auf dem Ring sind und das Art Déco sieht stilistisch ganz anders aus.
In den 1960-1980er Jahren wurden massenhaft Stilkopien von älterem Schmuck bzw. von älterem Schmuck inspirierter neuer Schmuck hergestellt. Bei Rokoko-/Barockstücken waren es idR Portugal oder Argentinien. Andere typische Länder für Schmuckkopien des Historismus oder Jugendstil war Israel, später kamen noch Thailand, die Türkei und Indien dazu.
Wie oben schon geschrieben würde ich hier am ehesten auf Argentinien/Südamerika tippen.
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #15
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