Die Geschichte der großen Schmuck- und Uhrenlabels, Teil 1 - Cartier

Licht aus, Spot an! In unserer neuen Serie möchten wir uns einmal etwas näher mit den Firmenhistorien der großen und weltbekannten Schmuck- und Uhrenlabels befassen.

Wie lange gibt es diese Unternehmen schon? Wer ist der Gründer und welche Ideen wurden bei der Unternehmensgründung verwirklicht? Wie hat sich das Unternehmensbild und das Produktangebot über die Jahre verändert?

All diesen Fragen möchten wir in dieser Serie auf den Grund gehen. Dabei hört sich manche Unternehmensgeschichte spannender an als ein Kriminalroman. Folgen Sie uns also in die aufregende Welt der über den ganzen Globus bekannten Schmuck- und Uhrenhersteller und erleben Sie deren Geschichten hautnah mit!

In der ersten Folge beschäftigen wir uns mit dem exklusiven französischen Schmuck- und Uhrenhersteller Cartier.

Das heute weltbekannte Unternehmen geht zurück auf ein kleines Schmuckatelier, welches Louis-Francois Cartier im Jahre 1847 von seinem Lehrmeister übernahm. Von Anfang an wurde Schmuck in reiner Handarbeit nach den damals modernen Mustern der italienischen Renaissance sowie anhand ägyptischer Vorbilder gefertigt. Mit diesen Produkten hatte der Unternehmensgründer so viel Erfolg, dass er bereits wenige Jahre später die französische Kaiserin Eugenie mit Schmuck beliefern durfte.

Das Unternehmen wuchs rasant und bezog schließlich im Jahr 1859 seinen neuen Hauptsitz am Boulevard des Italiens, einer Prachtstraße im damaligen Zentrum der französischen Hauptstadt. Zu dieser Zeit weitete man das Sortiment auch auf Uhren aus, wobei zunächst ausschließlich Taschenuhren gefertigt und verkauft wurden.

Im Jahr 1874 trat der Sohn des Unternehmensgründers, Alfred Cartier, in die Firma ein und entwickelte fortan eigene Schmuckstücke und Uhren. Ihm ist es auch zu verdanken, dass im Jahr 1888 die ersten Armbanduhren von Cartier entwickelt und ins Sortiment aufgenommen wurden. Bereits 10 Jahre später, im Jahr 1898, wurde die Familientradition fortgeführt, indem auch Alfred Cartiers Sohn Louis in das Unternehmen einstieg. Auch er brachte seine ganz eigenen Ideen in die Firma ein und sorgte dafür, dass neben Taschen- und Armbanduhren fortan auch Pendeluhren im Hause Cartier gefertigt wurden.

Da die französische Hauptstadt zu dieser Zeit ständig im Wachstum befindlich war und sich damit auch die angesagten Einkaufsmeile immer wieder änderten, erfolgte 1899 ein erneuter Umzug des Unternehmens, diesmal in die Rue de la Paix, einer damals weltbekannten Einkaufsstraße in Paris, wo insbesondere die Schönen und Reichen gerne ihre Francs ausgaben.

In der Folge stiegen auch zwei weitere Söhne von Alfred Cartier namens Pierre und Jacques in das Familienunternehmen ein. Diese übernahmen vor allem die Aufgabe, die Reputation des Herstellers von luxuriösem Schmuck und Uhren im Ausland bekannt zu machen. Die Hauptorte für diesen Zweck waren damals London und New York. Lewis Cartier kümmerte sich jedoch weiterhin ausschließlich um den heimatlichen Markt. Er gilt bis heute als Visionär und wichtigster Erfolgsfaktor für das Unternehmen, da er lieber eigene Modetrends kreierte, als anderen Strömungen blindlings zu folgen. Aus diesem Streben resultierte beispielsweise, dass Cartier um die Jahrhundertwende einer der ersten Anbieter von Schmuck aus Platin wurde.

Im Jahr 1902 wurde schließlich die erste Filiale außerhalb Frankreichs eröffnet. In London gründeten Jacques und Pierre Cartier eine Niederlassung, deren außergewöhnliches Angebot an Schmuck und Uhren sich schnell im ganzen Königreich herumsprach. Nach nur zwei Jahren war Cartier schließlich zum Hoflieferanten aufgestiegen und legte damit den Grundstein für den weltweiten Erfolg. Fortan erhielt Cartier den Beinamen "Juwelier der Könige".

Im Jahr 1904 wurde durch die Entwicklung der ersten Fliegeruhr Namens "Cartier Santos" wieder ein Meilenstein der Firmengeschichte gesetzt. Es handelte sich dabei um die erste Uhr mit einem Lederarmband, die sich zum absoluten Mode-Highlight entwickelte. Diese Uhr trug einen großen Teil dazu bei, dass fortan jeder, der etwas auf sich hielt und über das nötige Kleingeld verfügt, eine Cartier am Handgelenk tragen wollte.Doch damit nicht genug der großen Erfolge. Im Jahr 1907 erhielt Cartier auch in Russland das Privileg des Hoflieferanten, nachdem die aktuellen Schmuck- und Uhrenmodelle auf einer Ausstellung in Sankt Petersburg präsentiert wurden. 1909 schließlich war auch der Sprung über den großen Teich nach Amerika geschafft, wo auf der Fifth Avenue in New York ein weiteres Cartier-Geschäft eröffnet wurde.

Von nun an war der Erfolg nicht mehr aufzuhalten. Ständig wurden weitere Niederlassungen in vielen Ländern der Erde öffnet und Cartier erhielt große und prestigeträchtige Aufträge, beispielsweise von diversen indischen Maharadschas.

In den darauf folgenden Jahren festigte Cartier seine Stellung als Luxus-Schmuck- und Uhrenhersteller insbesondere dadurch, dass immer wieder innovative und bis dahin auf dem Markt völlig unbekannte Produkte entwickelt und angeboten wurden. Viele davon gingen in die Firmengeschichte ein und sind noch bis heute in aller Welt bekannt. So zum Beispiel das Wunder-Uhrwerk "Les Pendules Mysterieuses", bei dem die Zeiger scheinbar ohne eine Verbindung zum Uhrwerk über das Zifferblatt schweben.

Ein weiterer Meilenstein der Firmengeschichte ist der im Jahr 1918 für einen französischen Schriftsteller entworfene "Trinite" Ring. Dieser Ring bestand aus drei einzelnen Ringen, die ineinander verschlungen und dennoch beweglich angeordnet waren. Obwohl der Trinite zunächst als Einzelstück konzipiert war, fand er so viel Anklang, dass er ab 1924 unter der etwas abgeänderten Bezeichnung "Trinity" für jedermann auf dem Markt erhältlich war.

Ebenso bekannt geworden ist der ab 1935 hergestellte, so genannte "Pantherring". Er wurde zunächst für die Herzogin von Windsor kreiert, später wurde dann eine ganze Schmuckserie daraus, die weltweiten Anklang - insbesondere bei den Schönen und Reichen - fand.

Nach dem Tod von Louis Cartier im Jahr 1942 lief das Geschäft zunehmend schlechter. Die Krise weitete sich aus und fand ihren Höhepunkt schließlich 1965, als auch Pierre Cartier starb. Fortan kann das Unternehmen nicht mehr im Familienbesitz gehalten werden und zerfällt in drei Teile. Erst im Jahr 1974 besann man sich wieder auf die Grundwerte der Marke und vereinigte die einzelnen Teilen zum neuen Konzern "Cartier Monde". Von nun an geht es wieder aufwärts.

In den achtziger Jahren schließlich spielt der Cartier-Konzern wieder ganz oben mit und kauft nach und nach mehrere Luxuswarenhersteller, so dass daraus im Jahr 1993 die "Vendome Luxury Group" wird. Diese geht 1997 schließlich in der noch größeren Richemont-Gruppe auf, zu der Cartier auch heute noch gehört.

Neben Schmuck und Uhren finden sich heute im Sortiment von Cartier auch diverse Lederwaren, Parfüms, Schreibgeräte, Feuerzeuge, Brillen und allerlei andere Accessoires. Die Marke gehört im Luxusbereich zu den international renommiertesten und zählt für viele Menschen zu den begehrenswerten Statussymbolen.



Archivbeitrag 08.09.2011

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