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Verfasst am: Di, 01. Aug. 2006 11:35 Titel: Idar-Obersteiner Spießbraten, Rezepte und Tipps...
unsere deutsche edelsteinstadt ist auch für kulinarisches bekannt - dem spießbraten.
mit seinem namen hat er nicht mehr viel zu tun, dafür schmeckt er aber um so besser!
in idar-oberstein und umgebung kann man in fast jeder gaststätte spießbraten essen. natürlich gibt es da auch insider-tipps.
ich will euch hier und heute das grundrezept verraten, damit er euch selber einen spießbraten zaubern könnt:
zu allererst müsst ihr das fleisch einlegen - so einen halben tag ungefähr.
ihr könnt fleisch nach eurem belieben benutzen. mehr oder weniger fett entscheidet ihr selber. rind oder schwein - alles darfs sein. der klassiker ist aber rind, und zwar aus der lende oder hohe rippe.
wichtig ist, dass die stücke gut abgehangen sind und dick geschnitten sind. mit dünnen lappen wirds kein spießbraten. bis zum 5 cm dick dürfen die stücke schon sein. es können ja mehrere von einem stück essen
einlegen: ganz viele zwiebeln in ringe schneiden und diese in einer grossen schüssel mit "reichlich" salz und etwas pfeffer würzen. kentet mit den händen die gewürzten zwiebeln kräftig durch. durch das salz kommen die essenzen in form von flüssigkeit aus den zwiebeln und gehen in das fleisch, das "reingemanscht" wird. wenn ihr wollt könnt ihr auch kleine zwiebelnester ins fleisch machen. seht zu, dass das fleisch guut mit zwiebeln bedeckt ist, abdecken und an einen kühlen ort wegstellen.
zwischdurch neu manschen, das gibt den geschmack.
vor dem grillen von den zwiebeln befreien und auf das heisse rost über leichten buchenholz feuer grillen. keine kohle, es dürfen ruhig ein paar flammen an das fleisch hinzüngeln.
dazu braucht ihr einen schwenkgrill (wie schon gesagt, mit seinem namen hat er nicht mehr viel zu tun). sowas gibts zum teil im baumarkt. es ist ein 3-bein mit einem schwenk bzw. drehbaren rost in der mitte hängend.
für drunter braucht man eine feuerstelle, da buchenholz verwendet wird. an dieser stelle kann man auch keine ausnahmen mache, denn das macht einfach den spießbraten aus. ihr könnt auch sehen, dass ihr eine alte waschmaschinen-trommel bekommt. den rand abgeflext habt ihr eine super feuerstelle, denn durch die kleinen löcher bekommt das feuer einen verdammt guten zug. eine alte LKW-fälge tuts aber auch.
wenn das fleisch saft auf der oberseite zeigt wenden. der rost sollte immer gedreht werden, damit nichts anbrennt. wenn auch die 2. seite schmunzelt, also saft an der oberseite zeigt, dann ist der braten medium, ein paar minuten später nurch.
die echten spiessbraten freaks essen übrigens auch die zwiebeln vom einlegen roh dazu - geschmacksache.
ich empfehle dazu brot und einen rettich-salat, der mit etwas sahne verfeinert wurde.
gutes gelingen und guten appetit!
WARNUNG:
suchtgefahr, bitte nur ausprobieren, wenn eine lückenlose versorgung mit buchenholz gewährleistet ist _________________ Euer Wirt der Foren-Kneipe, goldie
Aber wenn wir schon dabei sind: Es ist ganz wichtig, dass das Holz von der Rinde befreit wird, denn die verursacht einen beißenden Qualm, der den Geschmack völlig verdirbt. Was noch besser als Buchenholz ist, aber heutzutage nicht mehr, oder nur sehr schwer zu bekomen ist, sind geschälte, daumen- bis armdicke Eichenknüppel. Früher fielen derartige Knüppel in großen Mengen an, weil die Eichenrinde von den Lohgerbereien wegen der Gerbsäure in der Rinde ein Grundstoff für die Lederherstellung war. Leider gibt es keine (zumindest kenne ich keine) Lohgerbereien mehr, und selbst in Idar muss man sich mit Buchenholz behelfen.
Noch ein Tipp: Lammfleisch, so behandelt wie es unser geschwätziger Küchenchef ( ) beschrieben hat und auf dem offenen Holzfeuer gebraten, ist - ach, versucht es einfach mal selbst!
Gruß, Ulrich _________________ Gruß, Ulrich
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