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Antwort schreiben auf Welches Material für Brillengestell?

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Moderator
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Schön dass wir den Hintergrund erfahren.

Wenn es denn so ist, dass die Brille privat ist, verstehe ich nicht warum irgendwas geheim gehalten werden muss. Auch bei einer nachträglichen Kleinserie bliebe das Urheberrecht (wenn es denn eine Erfindungshöhe gibt) oder ein Musterrecht bei Dir.

Jede Frage von Dir ist so allgemein, dass die Antworten zu umfangreich wären. Es gibt aus der Industrie mehrere hundert Stahlsorten und jede ich etwas anders.

Jetzt mal Butter bei die Fische und werde konkret.
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Zitat
Nach so langer Diskussion kommt raus, dass es nur einmal geknickt werden muss. Das hat aber lange gedauert.

Das tut mir leid. Ich wußte nicht daß die Sache mit dem Knick noch unverständlich war. Ich dachte auch, der erste Link zum Bild mit dem Knick hat funktioniert (das tat er nämlich anfangs, zumindest von meinem Rechner aus. Warum er jetzt ins leere führt weiß ich nicht).

Zitat
Ich hätte mir auch gewünscht zu erfahren wozu diese Übung sein soll. Sollen Prototypen für eine gewerbliche Nutzung gebaut werden, ist es Privatbedarf oder eine Schulaufgabe.

Ich bin selbst Brillenträger und konnte in den aktuellen Angeboten leider nie Brillen finden die meinen Vorstellungen ganz entsprechen. Daraus hat sich´s so entwickelt daß ich immer mal wieder überlegt habe wie "meine" Brille aussehen und konstruiert sein müsste. Und daran bastle ich gerade. Ist also rein privat bisher. Aber wer weiß - vielleicht gefällt sie anderen auch. Deshalb denk ich auch an eine Kleinserie und versuche die Konstruktion so zu gestalten daß sie in Kleinserie produzierbar wäre. Aber das ist noch ferne Zukunftsmusik und ein anderes Experiment, denn sowas hab ich auch noch nie gemacht.

Härten ist ein interessantes Thema. Daß das mit Stahl möglich ist, wußte ich.
Zitat
Für eine Kleinserie habe ich mal Brillengestelle Vollrand aus einem Stück mit den Gelenken und Gewinden für die Schrauben gegossen. Dafür hatte 585 Gold, durch tempern gehärtet, die besten Materialeigenschaften.

Demnach kann man also auch Gold härten. Vielen Dank für die Info und den Tip mit 585. Das war mir beides noch nicht klar. :-)
Wie sieht´s denn mit anderen Metallen aus (Messing, Bronze, Titan,...) lassen die sich auch nachträglich härten?
Soweit ich weiß gibt es auch Stähle die man kalt verformen kann. Sieht man z.B. oft bei Federbiegeautomaten. Und da wär schon die nächste Frage: Weiß jemand was über die Fertigung von Federstahl? Ich könnte mir vorstellen daß auch hier erst das weiße Metall gebogen wird und dieses dann später durch Härten zum Federstahl wird - oder täusch ich mich da? Federstahlblech und -draht den ich hier habe, läßt sich jedenfalls nicht knicken. Das bricht. Erhitzen hilft da, aber dann ist danach auch die Federwirkung weg.
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Find ich schön.
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hrhrhr, woran das wohl liegen mag :D Aber nicht so viel Deko im Sichtfeld verwenden :P
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Mir wird immer wieder vorgeschlagen, mir selber doch mal ein Brillengestell zu wrappen.
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Dann habe ich vermutlich für das Nachschneiden des Vollrands das Werkzeug in Form von PKD-Wendeschneidplatten gemacht vor knapp 10 Jahren. Die waren nämlich für einen Brillenhersteller gewesen.
Moderator
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Nach so langer Diskussion kommt raus, dass es nur einmal geknickt werden muss. Das hat aber lange gedauert. So eine Information ist deshalb für potenzielle Ratgeber wichtig, weil sie fast alles was man raten kann verändert. Da alles andere geheim gehalten wird, egal ob das sinnvoll ist oder nicht wird sich wohl der weitere Fortgang ähnlich zäh gestalten.

Ich hätte mir auch gewünscht zu erfahren wozu diese Übung sein soll. Sollen Prototypen für eine gewerbliche Nutzung gebaut werden, ist es Privatbedarf oder eine Schulaufgabe.

Denn auch diese Informationen verändern die Richtung der Ratschläge.

Zu der obigen Zusammenfassung der Materialien:
In der Brillenindustrie ist Messing sehr wohl geeignet und wird auch verwendet, aber nicht an jeder Stelle und meist mit galvanischen Überzügen. Ich habe eine Zeitlang Brillenteile für Silhouette in 18 Kt Gold geliefert und konnte so die Produktion einsehen. In der Regel ist es ein Materialmix aus dem eine Brille besteht.

Für eine Kleinserie habe ich mal Brillengestelle Vollrand aus einem Stück mit den Gelenken und Gewinden für die Schrauben gegossen. Dafür hatte 585 Gold, durch tempern gehärtet, die besten Materialeigenschaften.
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Das verlinkte Bild kann und konnte nicht angezeigt werden.

So einen Knick kannste eigentlich mit jedem Material bruchfrei machen, sofern das Material nicht schon vor dem knicken hart ist. Dann könnte reißen oder brechen nämlich drin sein. Bei Stahl sollte bedacht werden, daß der heiß verformt wird und nicht kalt wie die anderen Metalle.
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Danke für die Literaturtips! :-) Is immer interessant...

Ja - es geht um einmalige Knicke. Einfach der Form halber und um ggf. Lötungen oder Schweißungen zu vermeiden. Ob das so klappt wie ich´s mir vorstell, weiß ich nicht. Ist wie gesagt alles ein Versuch mit unklarem Ausgang. Ein Bild eines solchen Knickes hatte ich vorher schon mal verlinkt. Das ist irgendwie wieder verschwunden. Naja - hier nochmal:
xt.php?app=cback_easy_attachme…t&id=45240
Mir gehts bei der Materialwahl jetzt nur darum, daß der Knick einmalig machbar ist, ohne daß das Blech bricht. Das Material soll also so hart wie möglich sein, aber weich genug, daß man einen solchen Knick bei der Herstellung einmalig machen kann.

Sorry - wenn ich hier nicht mit dem kompletten Entwurf rausrücke, aber das geht leider grad noch nicht. Ich hoffe, Ihr habt verständnis.
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ich meine, es geht um einmal scharf zu knicken für ein Böckchen oder so
und nicht um mehrfach wir bei einem Plastik"scharnier" einer billigen Aufbewahrungsbox

aber das ist ja der Witz an der Sache: wir bekommen nicht genug Infos für noch sachdienlichere Hinweise als schon kamen
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In dem Falle wäre es vermutlich für dich interessant, dich mit einem Werkstoffwissenschaftler zu unterhalten.

Wieso und vor allem wie häufig du das Material um 180° knicken willst, erschließt sich mir nicht ganz, aber Fakt ist, ein Knick wird bei mehrmaligem hin- und herklappen brechen. Es ist für uns Goldschmiede halt nur schwer, was genaues zu beraten, wenn wir nur was vages wissen.

Während meiner Meisterschulzeit hat sich eine Meisterschülerin vom Vorjahr eine Brille als Meisterstück gebaut, weil sie eh ein benötigte. Die war, wenn ich mich richtig erinnere, entweder aus 750er Weißgold oder 950er Palladium gewesen. Allerdings mit Scharnieren mit Schräubchen am Bügel zum klappen.

Was die Literatur betrifft. Standardwerke sind der Wolters und die Trilogie "Technisch-wissenschaftliche Grundlagen des Goldschmiedens" und der Brepohl. Darin wirst du aber die Antwort auf deine sehr spezielle Frage nicht finden, das weiß ich ziemlich sicher.
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@ Tilo:
"endlich"? ich hab ja gestern erst gesehen, daß Titan gar nicht so teuer ist. Klingt so, als wärst Du genervt von meinen Fragen. Fachbücher über Materialien und Technologien hab ich hier. Les ich auch (oft). Aber manchmal ist es halt einfacher wenn man von ein paar alten Haasen ein paar Tips kriegt, die einen auf die richtige Fährte führen. Drum stell ich hier fragen. Aber Du mußt mir nicht antworten, wenn Dich meine Fragen zum Theorieteil stören oder Du keine Antwort weist. Kein Problem - ich versteh dann schon, daß ich mich anderswo informieren muss. Trotzdem Danke für Deine bisherigen Bemühungen.
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das Buch aus unserer Branche, was dir vorschwebt, wird es nicht geben, denn wir knicken das Gold oder Silber eben
(nachdem wir an einem Teststück probiert haben)
und wenn das nicht geht, dann kerben wir, knicken und löten dann die Fugen zu
dann muß überschüssiges Lot abgefeilt werden
alles Arbeit, die man einem handgearbeiteten Schmuck nicht ansieht, aber für Funktionsteile einer Brillenserie zu aufwändig ist


und das sind Sachen, die man in einer Ausbildung lernt und nicht im Fachbuch über Metalle
du müßtest also fachbücher über Metalle und Legierungen lesen
dann noch Fachbücher über Herstellungstechnologien
usw usf
oder du bestellst endlich mal ein paar Proben Titan verschiedener Grade und testest, wie sich dieses allergieneutrale und im Vergleich zu edelmetallen billige Material bearbeiten läßt

dto natürlich für Edelstahl, wobei es da gar nicht so einfach ist, kleine Testproben zu bekommen

scharfkantig knicken bei kleinsten Teilen kann echt schwer werden, wenn das U zu eng ist

wir haben dann noch Hilfsmittel, um z.B. viereckige Fassungen (also ein kurzer "4kantrohrabschnitt") auf einem Dorn ganz rechwinklich zu hämmern
aber manches lösen wir eben mit kerben
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Vielen Dank. Dann fass ich mal zusammen:

Interessante Materialien könnten sein:
Edelstahl,
Gold,
Platin,
Titan,
u.U. Bronze,

Messing ist grundsätzlich nicht geeignet.

@Tilo:
Vielleicht hab ich mich bei der Frage nach Literatur nicht klar genug ausgedrückt. Mich würde interessieren ob es Bücher gibt in denen grundlegende Informationen über Materialien vermittelt werden, die für Goldschmiede (Schmuckherstellung, etc.) relevant sind. Ich geh mal davon aus, daß es sowas gibt. Ich meine Bücher die z.B. Lehrlingen in der Berufsausbildung gegeben werden oder Tabellenbücher für den Fachbereich Schmuckherstellung, etc. Viele hier im Forum haben vermutlich den Beruf des Goldschmiedes gelernt. Ihr kennt bestimmt ein paar empfehlenswerte Standartwerke.

Für mich sind einerseits Hintergrundinformationen interessant, wie diese hier, von Heinrich Butschal:
Zitat
Das warum erklärt sich aus der Reaktionsträgheit und den guten Verarbeitungseigenschaften.
(Vielen Dank dafür!)
Andererseits helfen genaue Bezeichnungen von Materialien. Das erleichtert die weitere Suche und Recherche enorm.

Beispielsweise wäre für mich interessant welche Goldlegierungen hart genug sind um daraus Gelenke zu fertigen und welches Gold vermutlich eher zu weich sein wird (eine grobe Einschätzung reicht erst mal - nur daß ich mich ungefähr orientieren kann). Oder ist Gold hier völlig ungeeignet? Da bei den Gelenken kein direkter Hautkontakt besteht, könnte man vielleicht doch wieder Messing nehmen...?

Auch was Stahl angeht freue ich mich über alle Tips bezüglich des richtigen Materials. Ich denke, was die Stabilität angeht braucht man sich bei Stahl keine großen Sorgen zu machen. Da gibts ja genug sehr stabile Sorten. Aber ich bin noch auf der Suche nach dem richtigen Stahl. Wie gesagt - er sollte sich knicken lassen (also Biegung um 180° bei minimalem Radius, gegen Null), aber darf auch nicht extrem weich sein wie z.B. DC01, den ich als Blech hier habe und der ohnehin nicht rostfrei wäre.

@Louise:
Freut mich, daß ich hier auch eine Optikerin treffe. :-) !
Moderator
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Zitat geschrieben von mise

..... Warum sind mache Metalle geeignet, andere nicht?



Seit tausenden Jahren haben Menschen mit Gold gute Erfahrungen gemacht, seit etwas mehr als hundert Jahren auch mit Platin. Das warum erklärt sich aus der Reaktionsträgheit und den guten Verarbeitungseigenschaften.

Natürlich kann man immer etwas Neues probieren. Es wird zum Beispiel immer wieder nach Iridium gefragt . Das erledigt sich dann immer, wenn man die Kosten für dessen Bearbeitungshürden nennt.
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