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Antwort schreiben auf Steine umschleifen

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Die letzten Beiträge in diesem Thema

PostRank 9 / 11
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Hallo,
Ja,leider widersprechen sich Farbe und Brillanz ('leuchten') bei intensiven Steinfarben, da dann die Farbe viel Licht ''schluckt'', weshalb diese ja dann so intensiv ist.Als Schleifer fände ich es auch prima aus z.bsp. tiefvioletten Amethysten so brillante Steine schleifen zu können wie aus den helleren, da ist aber die Physik vor.
PostRank 2 / 11
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Ich habe eine Sache noch nicht so ganz verstanden. Ist es wirklich so, dass Brillianz und Farbe/Farbintensität sich widersprechende Eigenschaften sind? Ich habe eher den Eindruck, dass sich durch das Wechselspiel Hell/Dunkel (was durch den Schliff beeinträchtigt wird) die Wahrnehmung der Intensität der Farbe ändert.
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Die Nachher-Bilder haben mehr Brillanz und wohl den technisch gesehen physilalisch besseren Schliff. Gefallen tun mir aber in der Tat auch bei einigen das "Vorher", irgendwie steckt da auch Charakter drin.
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Dein Einwand ist durchaus richtig. Bei guten Farbsteinen soll die Farbe wirken. Daher vermeide ich bei solchen Steinen zu viele kleine Facetten. Fenster sollten aber auch nicht sein - außer bei sehr dunklen Steinen- denn dann kann der Stein stumpf und leblos wirken. Andererseits kann man mit den Facetten an einem Farbstein auch viele unterschiedliche Farben hervor locken, was auch seinen Reiz hat. Das bringt z.B. beim roten Turmalin wegen des Dichroismus schöne Effekte. Durch Bilder kann man das aber schlecht demonstrieren. Und Überraschungen gibt es immer wieder...
uhu
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Mir fällt auch noch ein anderer Aspekt beim Umschleifen auf: Warum geht es immer nur darum, dass ein Stein funkelt und glitzert, optimale Lichtausbeute und Brillianz nachweisen muss? Warum geht es so selten um die optimale Ausbeute der Farbe?

Ehrlich gesagt, gefallen mir die Steine auf den Fotos vor dem Neuschliff wesentlich besser, weil intensiver und wärmer, mal abgesehen von der unregelmässigen und teilweise eierigen Form! Na klar, es sind jetzt auch nur Fotos, aber warum wird der Aspekt der wunderschönen Farbe in der Wertigkeit hinter die Brillianz gestellt? Nur weil es schon immer so war und die Könige und Königinnen schon immer das Funkeln der Edelsteine am reizvollsten fanden?
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Zitat geschrieben von stoanarrischer uhu

Wenn ich zusammen mit dem Goldschmied ein Schmuckstück bespreche, erkundige ich mich auch nach der vorgesehenen Fassungsart und arbeite die Rondiste entsprechend aus. Bei Steinen mit sehr flachen Oberteilwinkeln halte ich die Roniste dicker und schleife einen schmalen "Abzug" oder Fase dran. Da ist die Gefahr des Ausbrechens beim Fassen dann wesentlich geringer. Diese Steine mit scharfen Rondisten und flachen Winkeln sind meine häufigsten Reparaturpatienten. Mit anderen worten: Wenn Goldschmied, Fasser und Schleifer zusammen arbeiten, ist es für alle von Vorteil.
Uhu
Oh Mann wie toll !!!! Da sollten sich andere mal ein Beispiel dran nehmen.
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Die "eckigen" Rondisten kommen von den Computer- Designs mit den polierten Rondisten, die -angeblich- die Brillanz verbessern. Wenn ich zusammen mit dem Goldschmied ein Schmuckstück bespreche, erkundige ich mich auch nach der vorgesehenen Fassungsart und arbeite die Rondiste entsprechend aus. Bei Steinen mit sehr flachen Oberteilwinkeln halte ich die Roniste dicker und schleife einen schmalen "Abzug" oder Fase dran. Da ist die Gefahr des Ausbrechens beim Fassen dann wesentlich geringer. Diese Steine mit scharfen Rondisten und flachen Winkeln sind meine häufigsten Reparaturpatienten. Man trifft sie oft bei Steinen, die "mit Gewalt" auf eine bestimmte (kalibrierte) Größe geschliffen wurden. Diese Fasen kann man auch bei ovalen Steinen anschleifen und polieren. Sie helfen dem Goldschmied und man sieht sie nach dem Fassen nicht. Die Linien des Designs bleiben voll erhalten, wenn man es richtig macht. Dem Schleifer macht sie aber schon eine gewisse Mehrarbeit...Die hat sonst der Fasser, der- wie man häufig sieht- mit einer groben Diamantfeile das wegschrubbt, was ihm im Wege ist. Mit anderen worten: Wenn Goldschmied, Fasser und Schleifer zusammen arbeiten, ist es für alle von Vorteil.
Uhu
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Ich versuche mich ja auch ein wenig im Goldschmieden und hab schon bemerkt, dass eine Zarge für was 8 eckiges nicht banal ist, besonders, wenn die Innenfassung saugend hinein passen soll.

Klar sitzt der Fassungsrand über dem Steinrand aber es wäre mal zu ergründen, ob sich was an den Lichtreflexionen ändert, wenn die Facetten am Rand nicht mehr dem Schliffdiagramm entsprechen. Ich fand es eher problematisch, dass die Fassung zuerst auf der Facettenkante aufliegt.
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Zitat geschrieben von capcuadrate

Könnte man natürlich anschliessend runden, dann ist aber das Schliffbild am Rand zum Teufel.

wenn der Zargenrand drüberliegt, dann interessiert das Schliffbild am Rand keinen Menschen mehr.

Zitat
Ein bischen müssen wir euch doch auch fordern.

Ich möchte nicht nachdenken, wieviele Fassungen ich in den 23 Jahren, seit Lehrzeitbeginn, gebaut habe, denn jeder einzelne zu verarbeitende Stein im Schmuckstück kriegt eine individuell angefertigte Fassung. Daß man mal vorgefertigte Fassungen optimal nutzen kann, das ist recht selten. Du darfst mir glauben, jede Fassung, egal ob rund, oval, dreieckig, quadratisch, rechteckig, triangelförmig, sechseckig, achteckig, fantasy-eckig, halbmondförmig, kuchenstückförmig, tropfenförmig, tränenförmig, herzförmig, sternförmig, amorphförmig... ist sowohl beim bauen, als auch beim fassen fordernd. Ich weiß, du hast den wink-Smiley vergessen zu setzen. Trotzdem.
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HalloTatze-1

Die Schnittpunkte der Facetten sitzen meist in den Kanten. Wenn dann umgekittet wird, baut die Oberseite dann wieder auf diesen Kanten auf. Gehören also zum Schliff und helfen nach dem Umkitten, den Stein auszurichten.

Könnte man natürlich anschliessend runden, dann ist aber das Schliffbild am Rand zum Teufel.

Ein bischen müssen wir euch doch auch fordern.
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Liebe Tatze, ich bin was Schleifen und Schiffe angeht der totale Legasteniker. Deswegen würde ich dir in meiner gottgegeben Naivität antworten "weil's schön ist".
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darf ich mal fragen, warum bei den ovalen Steinen die Rundiste eckig geschliffen wurde und nicht geglättet? Diese Facettenecken stellen beim fassen in geschlossenen Zargen immer ein Ausbruchpotential dar.
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Hier ein paar Beispiele für "Nacht und Tag".
http://noreen.ch/ links auf 'Faceted Gems' klicken und dann oben auf das Doppelbild mit dem Tansanit.
So schönes Material derart übel zu bearbeiten, dass es aufwendig nachgearbeitet werden muss, grenzt schon an Körperverletzung.
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Kann ich unterschreiben. War bisher jedes Mal ein Unterschied wie Tag und Nacht ( nur umgekehrt)
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Der "Erfahrungswert" ist zwischen 10 und 75 % Verlust. Ich spreche mit dem Auftraggeber bei jedem Stein ab, worauf er Wert legt: bestimmte Form, maximale Brillanz, maximale Ausbeute, maximale Reinheit. Je mehr "maximal" verlangt wird, desto größer ist der Verlust - meist aber auch der Lustgewinn.
uhu
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Habe zu Uhu mal nen Spinell mitgebracht, den er von einem dunklen Fenster in eine strahlende Schönheit verwandelt hat. War ein Stein von etwa 3ct, musste aber einiges optimiert werden, wir sind etwa bei der Hälfte gelandet.
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