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Weißgoldverarbeitung- Erbitte Rat für mich als Neuling

 
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 ·  #1
Hallo ihr Lieben, ich habe ein paar Fragen zur Weißgoldverarbeitung,...


1-Was muss ich beachten, wenn ich mit 585Weißgold arbeite, welches eine Vickershärte von 90 hat, in Hinsicht auf feilen, schmirgeln und Formgebung?

2- Eignet sich ein leicht fließendes Lot? Was gibt es zu beachten beim Fügen?

3- Was ist eure Meinung, zum fassen von Hand bei so einem Metall, eignet es sich Steine klassisch von Hand zu fassen mit Hammer und Punzen?

4- Ist es auch vertretbar Weißgold nicht zu rhodinieren?

Ich danke sehr für jeden Tipp und Rat :D
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 ·  #2
Zitat geschrieben von Goldschmied06
Hallo ihr Lieben, ich habe ein paar Fragen zur Weißgoldverarbeitung,...


1-Was muss ich beachten, wenn ich mit 585Weißgold arbeite, welches eine Vickershärte von 90 hat, in Hinsicht auf feilen, schmirgeln und Formgebung?
Feilen und schmirgeln ist wie bei Gelbgold, es könnte notwendig sein bei starker Verformung öfter zu glühen, aber das merkt man wenn das Material zu hart geworden ist. Mein Vater hat es gerne in Spiritus abgeschreckt nach dem Glühen, aber ich weis nicht ob das nötig ist bei dem heutigen Palladiumweissgold. Da dürfte es keinen Unterschiede zum Abschrecken in Wasser geben.

Zitat geschrieben von Goldschmied06


2- Eignet sich ein leicht fließendes Lot? Was gibt es zu beachten beim Fügen?
Zur Montage sollte man streng fließendes Lot nehmen.

Zitat geschrieben von Goldschmied06


3- Was ist eure Meinung, zum fassen von Hand bei so einem Metall, eignet es sich Steine klassisch von Hand zu fassen mit Hammer und Punzen?
Geschmackssache, ich fasse in Weissgold wie in Gelbgold und Platin mit elektrischem Fasserhammer. Jetzt habe ich mit einen "Presslufthammer" bei Schula bestellt und will es ausprobieren.

Zitat geschrieben von Goldschmied06


4- Ist es auch vertretbar Weißgold nicht zu rhodinieren?
Ja, das ist die bevorzugte Methode, so unterscheidet sich auch eine Goldschmiedearbeit von Fabrikware.

Zitat geschrieben von Goldschmied06


Ich danke sehr für jeden Tipp und Rat :D


:-)
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 ·  #3
1. das zeug ist ja elend weich, wird doch hoffentlich kein Ring?

2. hängt doch vom Schmelzbereich deines Weißgoldes ab, normalerweise sollte beim Anfertigen mittleres oder hartes verwendet werden
"Weiß"gold sollte beim Löten/Glühen immer von einer Schutzschicht umgeben sein

3.es ist kein Metall, sondern ne Legierung, warum solte sich diese nicht mit dem Hämmerchen fassen lassen?
ist doch sehr weich

4. ist die Verwendung von "Weiß"gold überhaupt vertretbar?
kommt doch auf die Farbe an, ist das ein Palladiumweißgold oder ein Silberweißgold?
und kommt das Stück an ne rhodinierte Kette oder wirds als Ring eh dem Abrieb ausgesetzt

du siehst, die info "schmuck aus weißgold 90er Härte" sind lange nicht ausreichend für die Beantwortung
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 ·  #4
Ich finde, egal welche Farbe die Goldlegierung hat sollte man sie nicht ohne Not rhodinieren. Wenn der Kunde eine bestimmte Farbe will, sollte man ein Grundmaterial wählen, das bereits diese Farbe hat. Denn früher ober später ist die Rhodiumschicht (Ausser vielleicht bei einer Brosche) teilweise abgerieben und dann hat man ein fleckiges Schmuckstück.
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 ·  #5
Zitat geschrieben von Heinrich Butschal
Jetzt habe ich mit einen "Presslufthammer" bestellt und will es ausprobieren.



bald siehts dann so aus, Heinrich beim Fassen
http://www.projektoffice.org/s…hammer.gif
aber immer schön die Ruhezeiten der Nachbarschaft einhalten ;-)
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 ·  #6
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 ·  #7
Danke für die schnellen und sehr konkreten Antworten :D

Ich habe das Material noch nicht erworben, sondern habe "nur" einen Blick auf die vllt möglichen Legierungen geworfen die mir bei einem gewissen Anbieter zur Verfügung stehen 😉

Ausgezeichnet sind diese Legeierungen als Pd-Weißgold, also ein Palladiumweißgold, es gibt auch welche mit einer höheren Vickershärte z.B.: von 160...

Wie ich schon geschrieben habe, bin ich Neuling auf dem Weißgoldgebiet,... habe aber schon diverse Informationen aus meinen Lehrbüchern entnommen, leider ist das so eine Sache mit der Theorie und einem Erfahrungsschatz, den ich leider noch nicht besitze,... deshalb auch diese "Halbwissen"-Fragen.

Nun folgt deshalb noch eine weitere, lieber Tilo/ lieber Heinrich, kannst du/ könnt ihr mir eine Empfehlung aussprechen mit welchen Mitteln ich das Weißgold abdecken sollte im besten Fall?

Ich bin euch für diese ausführlichen Art der Beantwortung wirklich sehr dankbar,...

Liebst, der junge Goldschmied :)
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 ·  #8
Pd-Weißgold ist schon ne gute wahl
abdecken mit dem flußmittelD
aber auch borax und borsäure sind geeignet,
beides in form des flußmittel d anwendungsfreundlich (allerdings als gift-gefahrstoff)

selber anrühren mit wasser oder/und alkohol tuts am ende auch
gegenstand eintauchen und abflammen
oder erwärmen und bepinseln
oder Ulis spezialvariante: kalten gegenstand mit heißer gesättigter Lösung besprühen

wichtig für die gestaltung: lötfugen werden bei Pd-weißgold tendenziell leicht sichtbar sein, weil das weißgoldlot praktisch (helleres/gelblicheres) ni-weißgold ist
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 ·  #9
Ich kann dazu nur meinen Usus weitergeben. Für Anfertigungen verwende ich das 590M, für Schnepper, die härter und federnder sein sollen (z.B. dem Doppeldrückerverschluß in meinem Meisterstück), das 590H. Noch nie irgendwelche Probleme gehabt damit. Weder mit der Bearbeitung, Politur oder dem Fassen/Gravieren. Rhodinieren muß nicht sein.

Zitat geschrieben von Goldschmied06
Nun folgt deshalb noch eine weitere, lieber Tilo/ lieber Heinrich, kannst du/ könnt ihr mir eine Empfehlung aussprechen mit welchen Mitteln ich das Weißgold abdecken sollte im besten Fall?

Flußmittel d ist für mich dafür schon seit meiner Lehre die erste Wahl.
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 ·  #10
Ich danke allen Beteiligten und werde die Informationen, die ich nun habe mit in meine Wahl der Legierung sowie die dazu gehörigen Arbeitsmittel einfließen lassen.
Welch Glück das es so ein Forum gibt :D !!!


Nun würde mich noch brennend interessieren, woher ihr euer Material bezieht...
Ich habe mir eine Liste mit den "üblichen" Anbietern zusammen gestellt, aber habe bei keinen z.B.: 590M - Weißgold gefunden...
"nur" 585M...
wo bei ich vermuten würde, dass dieses seinen Sinn ebenso erfüllt...
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 ·  #11
Zitat geschrieben von Goldschmied06

Nun würde mich noch brennend interessieren, woher ihr euer Material bezieht...
Ich habe mir eine Liste mit den "üblichen" Anbietern zusammen gestellt, aber habe bei keinen z.B.: 590M - Weißgold gefunden...
"nur" 585M...
wo bei ich vermuten würde, dass dieses seinen Sinn ebenso erfüllt...

Jo, hast recht wird inzwischen als 585M verkauft. Es gab mal ne Zeit, zu der Weißgold als 590er-Legierung verkauft wurde.

Mein Material beziehe ich von der Allgemeinen (AlGoSi), selten von Heimerle & Meule (nur wenn ich ne bestimmte Legierung brauche, die die Allgemeine nicht im Standardprogramm hat, dafür aber Heimerle)
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 ·  #12
Merci :D
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 ·  #13
de rien ;-)

preislich dürfte sich das nur auswirken in den Faconkosten. Aber eigentlich sollte das egal sein, ob AlGoSi, Heimerle & Meule, Berolina, Heraeus, Hafner, Schäfer, Wieland etc. Hat halt jeder so seine Geheimrezeptchen, die er verwendet.
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