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Kamee oder Gemme... wer kennt das Alter?

 
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 ·  #1
Diese wunderschöne Brosche/Anhänger ist aus 14 Karat Weissgold gefertigt.
Die Höhe ist ca 4cm.
Sehr speziell finde ich persönlich die "Kette"(mit echtem Brillant) die diese Dame trägt. Ist dies nur ein Gag, oder wiederspiegelt das eine Epoche oder ist das sonst irgendwie bezeichnend für den Wert dieser Brosche?
Kann mir jemand sagen, wieviel Wert dieses schöne Stück hat? Ich danke allen für Ihre Mühe, mir zu antworten! 😉
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 ·  #2
Hallo Antiker,

bin zwar kein Experte, aber ich denke die Brosche kommt aus Italien, entstanden wohl Ende des 19. jhd.
So eine Gemme mit einer zusätzlichen Kette habe ich auch schon mal gesehen, weiß aber leider nicht mehr wo 😢
Zum Wert kann ich leider auch nix sagen, da es da meines Wissens einfach Liebhaber gibt und es sich sehr nach der Qualität der Gemme richtet (die aber zumindest nach meiner Meinung( schon ziemlich gut ist.
Vielleicht sagt ja Pitbum oder Heinrich mal was dazu, ich glaube die kennen sich da beider besser aus.

MfG
Stella
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 ·  #3
Guten Abend Stella
Wow, das ging ja schnell... Einiges habe ich jetzt durch Sie erfahren. Vielen Dank für Ihre Antwort. Ich hoffe, dass sich noch weitere Spezialisten melden, die mir über diese Brosche berichten können. Nochmals vielen Dank.
MfG Antiker
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 ·  #4
Ich kann die Arbeit an der Kamee, sowie die Arbeit an der Fassung nicht zuordnen. Die arbeiten aus Italien des 19 Jahrhunderts, die ich bisher gesehen haben würden weder die Tremolierlinien als gestalterisches Element auf den umlaufenden stilisierten ?(Pinien)zapfen noch die Reste an weißem Material vor Mund und Nase der Frau passen.

Die Aufwertung dieser flott beendeten Arbeit mit einer Diamantfassung und Kette, könnte eher für eine deutlich spätere Arbeit für den Florentinischen oder Venezianischen Markt sprechen.
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 ·  #5
Guten Abend Butschal
Vielen Dank für diese ausführliche Erläuterung. Können Sie noch etwas darüber sagen, was diese Brosche / Anhänger in etwa für einen Wert hat? Und besteht überhaupt eine Käuferschaft für solche Schmuckstücke?
MfG Antiker
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 ·  #6
Zitat geschrieben von Antiker
Guten Abend Butschal
Vielen Dank für diese ausführliche Erläuterung. Können Sie noch etwas darüber sagen, was diese Brosche / Anhänger in etwa für einen Wert hat? Und besteht überhaupt eine Käuferschaft für solche Schmuckstücke?
MfG Antiker


Im Prinzip schon, allerdings sind Broschen bekannte "Langsamdreher", sprich, man muss viel Geduld haben um Broschen zu verkaufen.

Im Wert würde ich diese Brosche bei ca. 250-300 Euro ansetzen.
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 ·  #7
Vielen Dank für die Information. Immerhin... diesen Wert der Brosche hätte ich nicht erwartet. Dann werde ich mich mal in Geduld üben und sehen, ob sich eine Interessentin oder ein Interessent finden lässt :roll:
__________
MfG Antiker
Catia
 
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Catia

 ·  #8
Guten Tag

Ich kenne dieses "Forum" nicht und der Beitrag ist uralt - fand ihn erst jetzt - dachte aber, ich schreibe eine Antwort... vielleicht liest die Posterin dies...

Ich sammle Kameen (ist nicht dasselbe wie eine Gemme !) seit Jahrzehnten mit grosser Leidenschaft... jede ist ein kleines Kunstwerk und Unikat, das eine Geschichte erzählt...

Diese Kamee ist typisch für den Jugendstil... ich würde sie so um 1900 herum datieren... könnte auch in den 1890ern entstanden sein, oder in den 1910ern... Ab 1901 hiess die Epoche "Edwardian" (König Edward aus England bestieg den Thron". Man kann sie also unter "Edwardian", "Jugendstil" oder "Art Nouveau" googlen... Manchmal auch "Art Deco", da diese Zeiten etwas fliessend sind. "Edwardian" scheint mir die beste Bezeichnung, da ich sie eher um 1900 datiere. Herkunft ist schon schwieriger, vor allem wenn sie keine Punze hat (ausser Karat-Punze). Italien sehr wahrscheinlich - könnte aber auch Englisch oder Französisch sein... who knows...
Typischer Hinweis ist die Frisur der Dame... typisch die etwas lockerere Frisur mit den Wellen und auch die Gesichtszüge, Profil etc... insbesondere aber die Fassung (ist original aus der Zeit) und sehr typisch und beliebt, die Kette die sie trägt. Damals grosse Mode, bei dieser Art Schmuck... diese Kameen sind eine eigene Unterkategorie und heissen "en habillé"... "camée en habillé", was Französisch ist und soviel heisst wie "in Bekleidung" oder einfach, "bekleidete/gekleidete Kamee", da sie zusätzlich ja eine Bekleidung in Form von Schmuck trägt. Manchmal waren es auch Halsbänder, hier eine Kette, oder Haarspangen, Ohrhänger etc... oft mit einem Diamant oder einer kleinen Süsswasserzuchtperle oder manchmal Edelsteine (Smaragd etc.). Normalerweise aber ein Diamant. Oft im Altschliff, Rosenschliff, single cut etc... üblich ist ca. 0,05 Karat, aber manchmal höher... Brillanz und Farbe manchmal sehr gut...
Es sind halt Liebhaberstücke...
Diese Kamee hat den typischen frühen Sicherheitsverschluss, der patentiert wurde... Punze ist oft genau dort darauf zu sehen, wahrscheinlich 14 Karat Weissgold, mit Gelbgold (also 585er in Deutschland). Auch typisch, dass man sie als Anhänger tragen kann, mit der umklappbaren Öse.
Guter Zustand. Müsste leicht gereinigt werden. Wattestäbchen nehmen, GANZ WENIG Babyöl (Mineralöl) und danach mit weichem Tuch oder Finger einmassieren. Möglichst gut trocknen. Kameen sind lebende Objekte, wie Perlen. die Muscheln brauchen Feuchtigkeit, sowie Perlen auch. Sie lieben Hautfett, weshalb die einzige gute Pflege die ist, dass man sie ab und zu an die Haut hält, wo man mehr glänzt (Gesicht etc.) und die Kamee etwas dagegen reibt und das Fett mit dem Finger einmassiert.
Wert für diese eher gute Qualität und Schnitzarbeit so um die 200 bis 500 Euro. Auf eBay gehen sie manchmal für VIEL MEHR weg, je nach Glückstreffer.
Ich würde sie sofort kaufen.
Anbei eine typische Edwardian-Kamee en habillé aus meiner Sammlung. Speziell ist hier, dass der Künstler die Farbe der Muschel so angesetzt hat, dass die Rose im Haar sich direkt abhebt, was ich besonders schön finde und sie auch aufwertet.

Beste Grüsse aus der Schweiz ! (Bin Italienerin).
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Kamee oder Gemme... wer kennt das Alter?
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 ·  #9
> vielleicht liest die Posterin dies...

unwahrscheinlich nach 12 jahren, aber für andere kanns ja auch interessant sein

das
>einer kleinen Süsswasserzuchtperle

würde mich sehr wundern ;-)
meintest du süßwasser/flußperle?
zuchtperlen gabs damals nciht, geschweige Süßwasserzuchtperlen



>Kameen sind lebende Objekte, wie Perlen.

lebend eher nicht, sondern organisch und sich verändernd
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 ·  #10
Zitat
eine Kette, oder Haarspangen, Ohrhänger etc... oft mit einem Diamant oder einer kleinen Süsswasserzuchtperle
Ist mir beim Durchlesen auch aufgefallen, Saatperlen zu der Zeit waren natürlichen Ursprunges, glaube ich.
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 ·  #11
Ein sehr schöner Beitrag, der, auch wenn die Stile ineinander übergingen, die Brosche bei Edwardianisch noch die meisten Übereinstimmungen findet und von Jugendstil (bis auf die Frisur) bis Art Deco kaum mehr Stilelemente findet.
Salzwasserperlchen und Süßwasserperlen gab es damals schon, auch wenn sie sehr teuer waren Mikimoto hat gerade erst Salzwasserzuchtperlen erfunden aber Süßwasserzuchtperlen gab es wirklich nicht, wie Tilo schon anmerkte.
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 ·  #12
...wobei das mit den Stilrichtungen in verschiedenen Ländern und auch innerhalb der Länder teilweise parallel lief.

Edwardian ist eher im englischen -britischen- Sprachraum üblich, und auch in England lief edwardian, Jugendstil (Art nouveau) und „Arts and crafts“ parallel. In Frankreich begann Art nouveau schon 1890 und kurz davor, in Deutschland auch, und das wäre in der britischen Zeitrechnung noch (late) Victorian. Nun beginnt victorian schon 1837/1840, und das frühe victorian hat mit Jugendstil zeitlich nix zutun. (Da der Jugendstil aber Biedermeierformen aus dem ersten Drittel des 19. Jhd wieder aufgreift, schliesst sich der Kreis...).
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