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Gedankenaustausch Steinkühlung bei Ringschienenlötungen

 
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 ·  #1
zunächstmal sollte natürlich eine gute scharfe und nicht zu kleine Flamme zur Verfügung stehen, logisch

meine Kühlung besteht aus einer Porzellanschale mit grobem Sand und Wasser
bei käuflichen Behältern für den Zweck ist Talkschiefermehl drin

was wäre so rein theoretisch noch besser? nur Wasser und den Ringkopf mit fixierter Lötpinzette frei im Wasser platzieren?

gebraucht wird hohe Wärmeleitfähigkeit und hohe Wärmekapazität und natürlich gute Benetzbarkeit
Wasser benetzt hervorragend und leitet unter den nutzbaren Flüssigkeiten im Vergleich zu Öl z.B. schon am Besten
die Wärmeleitfähigkeit ist allerdings im Vergleich zu Metallen wesentlich schlechter
etwas weniger schlecht wird sie durch Konvektion (wenn kein Sand/etc.)
die Wärmekapazität ist bei Wasser gar nicht so schlecht im vergleich zu Metallen
wenn ich die Tabelle richtig interpretiere, aufs Volumen bezogen sogar ähnlich
bzgl. Wärmeleitfähigkeit und Wärmekapazität verstehe ich Kupfer als das Optimum
also denke ich, dass Kupfergranulat mit Wasser die beste Füllung für einen Kühlbehälter ist (und funktional auch super, weil das Kupfergranulat die Stützfunktion übernimmt)

vermutlich immer noch besser als Sand/Talk-Wasser: Edelstahlpolierkugeln und Wasser
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 ·  #2
Zitat geschrieben von Tilo
...

Kühlpaste war immer das erste, was ich aus den Werkstätten, in denen ich gearbeitet habe, in die Tonne gekloppt habe. Sand habe ich, da Härte 7 (für einige Edelsteine recht unschön), ebenfalls entsorgt. Womit also? Mit Streifen von "Tempo-Taschentüchern" - die werden eng um den Stein/Fassung gewickelt und dann gewässert. Seit 38 Jahren keine "Verluste".

Dort, wo es nicht möglich ist, fasse ich nach Absprache aus oder die Geschichte wird per Laser erledigt.
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 ·  #3
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 ·  #4
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 ·  #5
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 ·  #6
stimmt, die Kühlpaste hatte ich gar nicht erwähnt, die habe ich als eh inakzeptabel/unfunktional verdrängt/vergessen

an Zerkratzen durch den Sand hatte ich, ehrlich gesagt, noch nie gedacht
mein Sand ist rundlich und nass sehr nachgiebig
aber stimmt: ist nur semioptimal bei sehr weichen Steinen und deshalb Talkmehl beim käuflichen Set

ich sehe jetzt allerdings keinen Vorteil von nassem Papier im vs. nur Wasserbad
Papier besticht nicht grad durch Wärmeleitung oder Wärmekapazität. dann wäre doch Wasserbad konsequenter (muss halt stehen statt dass man die Lötung vor der Flamme drehen und schwenken kann. Drehbarkeit alleine ohne Überschwappen könnte man mit Drehsockel ermöglichen
wenn das Wasser spritzt, weil es an der Konatktstelle kocht, dann ist der Stein im Zweifel eh schon grenzwertig heiß oder zuminderst gefährdet durch das heiße Metall und ich würde auf Schweißen oder Pause und danach bessere Flamme wechseln

so rein theoretisch sollte Eis noch besser sein, weil mehr Wärmekapazität und deutlich bessere Wärmeleitung
könnte frei bewegt werden bei der Lötung
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 ·  #7
Das Papier leitet keine Wärme, aber es zieht durch seine Kapillarwirkung Wasser nach. Mario nimmt Tempos ich meist Zewa oder weiches Toilettenpapier, das die gleiche Funktion erfüllt.
Allerdings verwende ich das System nur bei dünnen Ringschienen, bei Dicken ist die Wärmeleitung zu stark.

P.S. mein Vater hatte einen Goldschmied, der war im Löten so geübt, dass er bei dünnen Ringschienen den Ringkopf in den Fingern halten konnte, gelötet hatte und so schnell fertig war, dass er nach der Lötung den Ring aufs Werkbretteisen fallen lassen konnte, als die Hitze zum Ringkopf zog und er sich trotzdem nicht die Finger verbrannte. Habe ich mich nie getraut, das war schon ein einzigartiges Kunststück.
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 ·  #8
mache ich bei dünnen Gold-Schienen auch (durchaus selten mit Fingern, aber öfter mit der Lötpinzette, damits wirklich beim ersten versuch gelingt)

und hatte mir schon länger überlegt, das mal als kurzes YT-Video zu machen, weil hier immer wieder die Gefährdung der Steine durch Überhitzung beschworen wird ;-) )
allerdings lege ich den Ring dann nicht aufs Werkbretteisen, wo er nur punktuell aufliegt und Wärme weiterhin zum Ringkopf ziehen kann, sondern lasse ihn auf den massiven oder wenigstens den hohlen Ringriegel gleiten, wo die Schiene viel mehr Kontakt mit dem kühlenden Eisen/Messing hat

das mit der Kapillarwirkung leuchtet ein, aber es geht davon aus, dass Wasser verbraucht wird im Kontaktbereich
ich finde es besser, wenn man so gut kühlen könnte, dass es gar nicht erst zur Verdampfung kommt, da Wasserdampf ein richtig schlechter Wärmeleiter ist
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 ·  #9
Zitat geschrieben von Heinrich Butschal
..., dass er bei dünnen Ringschienen den Ringkopf in den Fingern halten konnte,...

Normalerweise nehme ich mein "Tempo-Kühlmittel" ebenfalls in die Finger, da ich so sehr schön (und schnell) die Flamme an alle Stellen bringen kann.
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 ·  #10
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 ·  #11
Scheinbar kann mein Kopp noch keine Gedankensprünge
im Neuen Jahr: warum eigentlich ein Medium mit guter
Wärmeleitfähigkeit - wie z.B. Kupfer?
Eigentlich will man doch das Gegenteil, nämlich, daß die Wärme
nich geleitet wird?
(Verflixt - hätte doch lieber ganz normal Physik studieren sollen,
anstelle von Atomphysik;-)
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 ·  #12
bei einem sehr massiven Silberring mit nicht herausnehmbarem Bergkristall bin ich vor jahren mal (fast) gescheitert
die Kühlung verhinderte zuverlässig, dass ich die Lötstelle auf temperatur bekam
dann kam auch noch Wasserdampf dazu

dann musste der mit der Kundin bereits abgestimmte Plan B ran: halt ohne Kühlung auf Risiko für den Quarz
sollte nicht in unnötigen Kosten ausarten: quickndirty oder der Ring wird abgeschrieben
aber hat er ausgehalten (bei Amethyst und Zitrin kanns dann natürlich hitzebedingte Farbänderungen geben)

Marion: die Wärme, die von der Schiene kommt und über die fassung nicht an den Stein abgegeben werden soll, muss am Schienenende bzw von der Fassung weggeleitet werden
dazu brauchts gute Wärmeleitung und bei Wasser evtl. die Zuhilfenahme der wärmeverbrauchenden verdunstung, deren Dämpfe allerdings die Lötflamme stören können

für geringe Wärme(ab)leitung wäre die Luftumgebung schon ausreichend
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 ·  #13
Zitat geschrieben von pontikaki2310

Scheinbar kann mein Kopp noch keine Gedankensprünge
im Neuen Jahr: warum eigentlich ein Medium mit guter
Wärmeleitfähigkeit - wie z.B. Kupfer?
Eigentlich will man doch das Gegenteil, nämlich, daß die Wärme
nich geleitet wird?
(Verflixt - hätte doch lieber ganz normal Physik studieren sollen,
anstelle von Atomphysik;-)
Wenn Du den Stein großflächig mit gutem Kontakt mit Kupfer ummanteln kannst ist das natürlich fast eine ideale Lösung. Noch besser wärmeleitfähig als Kupfer ist Feinsilber. Also zuerst den Stein in Feinsilber eingiessen und danach dann kühl löten. :-)
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 ·  #14
Scheint ja hier um sehr spezielle Ringe zu gehen, und ich brauche das derzeit kaum, aber früher auf Arbeit oft von Morgens bis Abends, aber alles diese Pillepalle 80er Jahre Serien-Guss-Goldringe allerdings.
Daher übernommen: Als Gefäß dieses trapezförmige, Badewannenartige, das es auch zu kaufen gibt oder gab. Hab ich mir aus dickem Messing nachgebaut. Als Füllung, und da muss ich mich jetzt genieren, ich hab noch was von dem alten asbesthaltigen faserartigen Zeugs, das ist 50:50 mit der Tubenkühlpaste gemischt. Gut gewässert und los kanns gehen.
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 ·  #15
Zitat geschrieben von Tilo

bei einem sehr massiven Silberring mit nicht herausnehmbarem Bergkristall bin ich vor jahren mal (fast) gescheitert
die Kühlung verhinderte zuverlässig, dass ich die Lötstelle auf temperatur bekam
dann kam auch noch Wasserdampf dazu
...
Silber massiv (ein sehr guter Wärmeleiter) in Kombination mit Kühlung des gefassten Steines ist natürlich katastrophal zum Löten. Das geht eben nicht.
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