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Drahtkordel

 
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 ·  #1
Hallo zusammen!

Hilfe! Ich hab mal wieder einfach drauf los gearbeitet und festgestellt, so wie ich mir das vorgestellt habe, klappt es nicht. Ein Foto anbei. Ist work in progress.

Mein Problem ist die Kordel (2x1mm Draht) die ich um die Zarge gelegt habe. Mehrere Fragen dazu:
1) kann man irgendwie verhindern dass Anfang/Ende stärker gekordelt sind als der mittlere Teil?
2) gibt es irgendeinen Trick das Ganze passgenau zusammenzulöten? Habs nicht hinbekommen. Dementsprechend ist die Lötfuge dort eher ein Krater als eine Fuge.
3) Beim Versuch die Kordel zusammen zu löten ist das Lot überall hin, aber nicht in die Fuge. Sondern zwischen die Drähte. Logisch. Da liegt das Silber ja dicht beieinander. Habe mal Lot an die Fuge gelegt, mal an ein Ende der Kordel vorab “hingeschmolzen”. Letzteres hat halbwegs geklappt, aber dadurch waren die Enden noch weiter auseinander. Wie kann das klappen?

4) Sollte ich die Drähte nach dem Kordieren vorab zusammen löten? Weil wo Lot ist, fließt keins mehr hin und die Drähte würden nicht auseinander gehen beim Biegen. Richtig? Wenn ja, wie mache ich das?

5) Das Auflöten der Kordel auf die Platte: meine Hoffnung war, mit genug Lot beim Auflöten der Zarge würde es auch unter die Kordel fließen. Dem war nicht so. Könnte das aber theoretisch klappen?

Daaaanke 😃
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 ·  #2
1. Länger machen und Enden abschneiden
2. Ja, einfach das Ende (aber nur in der Drehrichtung, nicht gegen) ein wenig weiter drehen
3. reichlich, aber total dünn gewalztes Lot zwischenklemmen
4. Nicht richtig, das Lot läuft nach.
5. Doch, komme mit der Hitze von unten.
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 ·  #3
Kordeldraht immer länger ein Stück länger herstellen, als man braucht. Wird ja nicht schlecht der Rest, den man irgendwann mal weiterverwenden kann.

Der Vorteil, den du bei Silberlot hast, ist, daß du es mit der Flamme mitziehen kannst, denn es folgt der Hitze.Eine Kordel zusammenzulöten braucht nicht gar so viel Lot wie es Silberfrau erscheinen läßt. Eine Kordel würde ich vor dem weiterverarbeiten immer verlöten. Selbst gekaufte Kordeldrähte sind verlötet.

Den Kordeldraht, der um die Fassung kommt, erst anpassen und mit L1 verlöten. Es ist besser, wenn der Draht stramm um die Zarge paßt. Dann an 3-4 Punkten mit plattgeschlagenem Lot L2 zwischen Kordeldraht und Zarge geklemmt verlöten. Das Lot bleibt normalerweise nicht als Batzen stehen und die Lotfuge des Kordeldrahts bleibt unbehelligt, dank des niedrigeren Schmelzpunkts des leichter fließenden Lotes.

Wenn du einen Anhänger machen möchtest, dann arrangiere am besten die Lotfuge des Kordeldrahts so, daß du sie mit einer Anhängerschlaufe verdecken kannst, wenn du das möchtest. Ansonsten wird wohl niemand außer dir so genau darauf schauen, ob deine Kordeldrahtenden wirklich 100 %ig aufeinander stoßen - was sie btw. auch bei gekauftem Draht nie wirklich tun werden.
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 ·  #4
deine Fotos sind mit Kordel aus einem Flachmaterial statt 2 Drähten?
da fließt das Lot ja nicht so leicht weg wie in den Zwischenraum von 2 Drähten

was deshalb ein Tip für die Zukunft wäre
wichtig: das Flachmaterial vorm Kordieren gleichmäßig glühen (gilt natürlich auch für Draht bei 2-Draht-Kordel)
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 ·  #5
Je nach gewünschter Steigung auch dazwischen - aber nur wenn doller als bei Tatzes Beispielen.
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 ·  #6
Mein Kordeldraht ist ne Kordel aus 2 Runddrähten.
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 ·  #7
Mitte oben und vorletzter rechts unten sind Beispiele für gekordeltes Flachmaterial, zusätzlich nochmal gezogen.
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Drahtkordel
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 ·  #8
Ah super, ihr seid echt hilfreich!

Also, ich nehme mit:
- Kordel zusammen löten. Das macht sicher auch das Biegen leichter. Wie mach ich das? Einfach ordentlich Flussmittel drauf und ein paar Lotstückchen hinlegen und einmal entlang der Kordel ziehen? Wenn ich das mache, zieht dann das Lot, was sich jetzt rund um die Lotstelle gesammelt hat mit?
- Es geht eigentlich recht passgenau. Hatte die Kordel auch länger gemacht und dann gesägt. Irgendwie hat’s nicht geklappt. Nochmal versuchen, denke ich... Wahrscheinlich hatte ich mich an dem Tag zu sehr über zwei wunderschöne Lötfugen an Zargen gefreut, da ging das nicht mehr :)
- Zarge und Kordel in einem Rutsch auflöten klappt mit genug Hitze von unten. Hatte gehofft, Kohle würde schon genug auch von unten heizen.
- mein Design, also kann ich die Lotstelle so platzieren wie ich will und verdecken. Sehr gut.

Danke euch :D
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 ·  #9
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 ·  #10
Zitat geschrieben von Steinreisen

- Kordel zusammen löten. Das macht sicher auch das Biegen leichter. Wie mach ich das? Einfach ordentlich Flussmittel drauf und ein paar Lotstückchen hinlegen und einmal entlang der Kordel ziehen? Wenn ich das mache, zieht dann das Lot, was sich jetzt rund um die Lotstelle gesammelt hat mit?

Klar geht dann auch das Biegen leichter, weil sich der verlötete Kordeldraht wie ein normaler Einzeldraht verhält.

Es gibt mindestens drei verschiedene Silberlote, die zu unterschiedlichen Temperaturen fließen. L1 (streng fließend), L2 und L3 (leicht fließend). Die ermöglichen einem normalerweise ein recht entspanntes arbeiten, weil im Idealfall die Lötstelle, die mit dem strenger fließenden Lot nicht mehr nachfließt bei der nächsten Lötung.

Wie einen Kordeldraht löten? Nach dem Kordieren einfach den Draht, so wie er ist, auf die Lötkohle legen, mit Flußmittel einstreichen und an beiden Enden und vielleicht in der Mitte noch eine kleine (keine winzige, aber auch keine zu riesige) Lotpaille in die Rille legen. Dann gleichmäßig heiß machen bis das Lot fließt. Silberlot fließt immer dem wärmsten Punkt hinterher. So kannst du richtig sehen, wohin das Lot fließt und wo noch Lücken sind, die geschlossen werden müssen. Vorteil bei einem gut kordierten Draht ist, daß eine Kapillarwirkung in der Lotfuge definitiv gegeben ist, was lotsparendes Arbeiten ermöglicht.

Zitat
- Es geht eigentlich recht passgenau. Hatte die Kordel auch länger gemacht und dann gesägt. Irgendwie hat’s nicht geklappt. Nochmal versuchen, denke ich... Wahrscheinlich hatte ich mich an dem Tag zu sehr über zwei wunderschöne Lötfugen an Zargen gefreut, da ging das nicht mehr :)

Übung macht den Meister. Und ein Meister muß auch gelegentlich nochmal von Vorne anfangen, weil irgendwas partout nicht hinhauen will.

Zitat
- Zarge und Kordel in einem Rutsch auflöten klappt mit genug Hitze von unten. Hatte gehofft, Kohle würde schon genug auch von unten heizen.

natürlich heizt die Kohle von unten, aber manchmal machts halt wirklich Sinn, die Hitze direkt von unten auf das zu lötende Stück zu bringen. Dafür nützt man dann auch gerne Lötgitter, die jetzt nicht unbedingt gekauft werden müssen, sondern auch aus dem Blechstreifen, der in einem Scheibenwischer verbaut wurde oder ner alten Fahrradspeiche gebogen werden kann (einfach Serpentinenartig S-förmig biegen)

Zitat
- mein Design, also kann ich die Lotstelle so platzieren wie ich will und verdecken. Sehr gut.

klar. Und wenn die Lotfuge Designelement sein soll, dann wird sie halt dementsprechend präsentiert.
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 ·  #11
bei einer solchen Lötung das Blech nicht direkt auf die Kohle, sondern mit Abtsandshaltern
oder ganz ohne Kohle von unten feuern
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 ·  #12
Oder ein Nestchen aus dickerem Bindedraht, oder ein Edelstahlgitter brückenartig über 2 Lötblöcke legen.
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 ·  #13
So. Ich habe fertig. Den Teil mit dem passgenauen Zusammenfügen der Kordel habe ich jetzt einfach mal umgangen :D Das Ergebnis seht ihr bei den Bildern.

Da seht ihr auch mein Draht-Brückchen, dass ich mir gebaut habe. Einmal vor und einmal nach dem Löten. Die fröhlichen Farben, die das Gitter annimmt, brauchen mich nicht zu stören, oder? Was ist mit Flussmittelresten darauf?
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 ·  #14
kommt in die Öse ein lederbandknoten?
oder eine extrabreite kettenschlaufe?

ist so riesig

dass das Gitter sich verfärbt, ist normal
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 ·  #15
und die Flußmittelreste stören auch nicht. Zur Not kannst du sie auch abkratzen mit nem Messer oder so, wenn sie dich stören.
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