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Perldraht

 
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 ·  #1
Ich hab ja versprochen, daß ich die eine oder andere Erfahrung aus meinem Restauratorenkurs teilen werde. Heute geht's um das Thema Perldraht (Kugeldraht) selber machen. Ich weiß nicht, welcher arme Tropf in der Vergangenheit wohl schon seit dem 7. Jhdt. v. Chr. dazu verdonnert wurde, kilometerweise Perldraht herzustellen, aber die Person tut mir echt leid. Perldraht wurde eigentlich in der Geschichte für so ziemlich jede Fassung gebraucht, die gebaut wurde. Entweder als Verzierung oder als Krappendraht.

Zur Perldrahtherstellung benötigt man ein Perldrahtfeile (ist eigentlich keine Feile, sondern ein Formwerkzeug), Feinsilber/Feingolddraht und ein einigermaßen hartes Brett als Unterlage. Im Kurs hatten wir Kirschholz als Unterlage. Ich bin mir nicht sicher, was ich da für ein Brettchen aus meiner Edelholz-Restekiste rausgezogen habe. Ist auf jeden Fall ziemlich hart und verrillt nicht so stark. Das Feinmetall muß gut weichgeglüht sein, sonst funktioniert das Unternehmen Perldraht nicht. Die Perldrahtfeile ist effektiv eine plattgeschmiedete Prantel, die auf der Kante eine Rille verpaßt bekommt. Die Kanten an den Rillenrändern werden leicht verrundet. Der Rillenrand darf aber nicht messerscharf sein. Man will ja den Draht nicht durchschneiden, kaputt geht er auch so von alleine im worst case.

Im Prinzip setzt man auf den Draht eine Kante der Perldrahtfeile an und rollert eine Rille in den Draht. Dann kippt man die Feile auf beide Rillenkanten und formt die erste Kugel. Dann fädelt man in die Rille der Kugel ein und setzt die nächste Kugel daneben. Nach drei Kugeln wird der Draht weichgeglüht. Durch die Drahtrollerei verfestigt sich nämlich nicht nur die Stelle um die Kugeln, sondern auch der restliche Draht. Wenn man nicht glüht und/oder zu viele Kugeln auf einmal rollen möchte, läuft man Gefahr, daß der Draht bricht. Ich glaube, so langsam habe ich den Dreh raus.

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Information: Die Zutaten zum Perldraht machen: Feinsilber, Brett und Perldrahtfeile
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Information: 1. Versuch total verbockt
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Information: 2. Versuch ein Trümmerfeld, aber schon besser
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Information: 3. Versuch kann sich sehen lassen - wenn er nicht gebrochen wäre
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 ·  #2
Gibts auch für Clay, da kann man dann sogar einen im Verlauf rollen!
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 ·  #3
noch feuchter Clay oder schon gebrannter?
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 ·  #4
Feuchter. Sonst wäre es ja Silber.
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 ·  #5
macht schon nen Unterschied, ob man in ein weiches Material arbeitet oder in einen festen Draht.
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 ·  #6
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 ·  #7
Zitat geschrieben von tatze-1

macht schon nen Unterschied, ob man in ein weiches Material arbeitet oder in einen festen Draht.
Ja kommt wohl hin. Deshalb ja auch. Den festen Draht gibts aus dem Grund auch fertig. Das Prinzip gibts aber auch schon zum Herstellen von Fimo-Perlen. Und anderen Rundrollereien.
Jetzt würde mich bloß noch interessieren wie die moderne Endlosfertigung funktioniert.
Und selbst gerollt bist du bei deinen Drähten dann auch nicht auf Kugeln festgelegt, z.B. kannst du dir ein winkliges Eisen basteln und dann Ufo-Drähte herstellen. Hach die Möglichkeiten. Zur antiken Herstellungsweise gibts übrigens auch irgendwo ein youtubevideo.
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 ·  #8
Da wir im Restauratorenbereich aber die alten Techniken lernen, damit wir im Notfall auch einem zahlungswilligen Kunden sein Stück so original wie möglich restaurieren können, ist da das "Knete" formen eher nicht angesagt. Die modernen Drähte werden maschinell gepreßt.

Ja, das Video ist von Goldleim.
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 ·  #9
Hurra, endlich habe ich es geschafft, ca. 7cm 1mm-Perldraht zu rollen ohne Bruch.
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 ·  #12
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 ·  #13
Kannste für Kunden jetzt in allen Legierungen und Stärken machen, und auch gleich ein Stückchen ungerollt lassen für den Stempel.
Mal ne Frage: du rollst eine Kugel nach der anderen fertig, und nicht alle ein bisschen, dann alle ein bisschen mehr usw?
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 ·  #14
Wenn man neben denm1mm Draht noch 2 Bleche mit ca 0.7 mm legt hat man gleich eine Auflage fürs Werkzeug, damit man immer die selbe Höhe hat und ich denke mir wenn man den Draht zwischen 2 solcher Bleche rollt verringert sich die Gefahr des brechens ungemein.
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 ·  #15
Zitat geschrieben von Silberfrau

Kannste für Kunden jetzt in allen Legierungen und Stärken machen, und auch gleich ein Stückchen ungerollt lassen für den Stempel.

Nee, Feinsilber und Feingold sind weich genug, Legierungen sind zu hart.

Zitat
Mal ne Frage: du rollst eine Kugel nach der anderen fertig, und nicht alle ein bisschen, dann alle ein bisschen mehr usw?

Es wird eine Kugel nach der anderen fertig gerollt. 3 Kugel rollen, glühen, 3 Kugeln rollen, glühen...
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