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Die Sache mit der Hellen legierung für Eheringe

 
LaMi
 
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LaMi

 ·  #1
Hallo Zusammen,

wir sind aktuell auf der Suche nach passenden Eheringen.
Gestartet mit der Idee "Weißgold" sind wir doch sehr schnell über div. Probleme bzw. (wie ich es hier woanders gelesen habe) die Verkaufslackierung gestolpert.

Mittlerweile sind wir nun also dabei zu verstehen, was es als "Alternativen" gibt.
Optisch sollte es "so ähnliche wie möglich" wie Silber wirken. (also eher ein "weißes Metall")

Gefunden haben wir nun vor allem Platin und Palladium Legierungen wobei gerade bei Platin immer wieder "PlatinGold" oder "PlatinRiver" genannt werden / dies aber teilweise auch als "exklusiv bei Anbieter xyz" beworben wird ...

Es ist natürlich super schwierig die Materialien zu Vergleichen ohne sie physisch selber zu sehen. (und leider gibt es sehr wenige Bilder, wo man mal direkt 4-6 Legierungen nebeneinander sieht ... und im Optimalfall sollte dann als Referenz ja auch Silber dabei sein ..)

Insgesamt sollen die Ringe eher "schlicht" gehalten sein, also kein Muster o.ä. sondern klassische Ringe mit Diamanten. (Damenring mit 0,05c XXXXX / Herrenring mit demselben als schwarze Variante - wobei wir schon gemerkt haben, dass ein "echter" schwarzer wohl schwierig wird und es entweder ein gefärbter sein könnte oder (aktuelle Tendenz) dann ohne)

Nun hat es Covid die letzten Monate natürlich nicht so recht zugelassen mal groß auf Shoppingtour zu gehen und einfach mal ein wenig real anzuschauen. Wir wissen aktuell allerdings auch noch gar nicht, was denn der "richtige" Ansprechpartner ist ... In der direkten Umgebung haben wir auf Anhieb nicht soviel gefunden (Lage zwischen Hannover & Hamburg)

Ich wäre aktuell sehr dankbar über Tipps zu der Legierung. (gibts evtl. neben der optischen Wirkung auch noch weitere Gründe die für/gegen Platin/Palladium sprechen würden? Oder gibt es noch eine andere Idee, welche besser passen könnte?)
Auch würde es uns helfen mal zu verstehen, welche Unterschiede ich nun erwarten darf, wenn ich bei einem der großen Shops einen Ring konfiguriere und diesen Kaufe oder dies direkt über einen Goldschmied beauftrage. (bei letzteren heißt es natürlich auch erstmal einen zu finden :) )

Vielen Dank
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 ·  #2
Palladium 950 und Pt950/960 nimmt sich optisch nicht viel
ich würde Platin bevorzugen (ist ja im Moment keine Preisfrage)
die günstigeren 500/600er Legierungen sind dunkler und dadurch optisch nahe zum guten Weißgold, aber weiter weg vom Silber
bei den diversen 9x0er Pt ist kaum ein sichtbarer Unterschied zwischen den "Hypelegierungen" des großen Radiowerbungsschreiers und den normalen, die jeder Goldschmied verwendet (evtl. kann auch der Goldschmied Rohlinge zum Fertigmachen beim Hersteller der Platin-Goldlegierung bekommen, ist meines Wissens nicht exklusiv für den 456gold-Schreier)
ich sehe nur keinen Sinn drin

des weiteren ist zu erwähnen, dass auch nur ein Stein im Ring spätere Änderungen der Größe erschwert
normal hat man "das Elend" nur beim Damenring. auch noch den Herrenring zu verkomplizieren ist selten

in welcher Gegend wollt ihr denn schauen?

PS. Hafner bewirbt ihr Platingold ja mit dem begriff "echter Quantensprung"
ja, das ist es wohl, denn einen kleineren Sprung als den Quantensprung gibts nicht ;-) (das ist nämlich, wenn ein Elektron mal eben von einer Atomkernkreisbahn zur anderen und zurückhüpft)
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 ·  #3
Zum Thema Platingold: Verkocht das Gold nicht beim legieren mit dem Platin? Ich seh da irgendwie keinen Sinn da drin.

Zitat geschrieben von Guestuser

Optisch sollte es "so ähnliche wie möglich" wie Silber wirken. (also eher ein "weißes Metall")

so ähnlich wie Silber ist nur Silber, da Silber das weißeste der weißen Metalle ist. Grund ist die Reflexion der warmen Farben des Lichts, während die anderen weißen Metalle die kalten Farben des Lichts reflektieren und daher grauer oder kälter wirken. Ein poliertes Palladiumweißgold ist auch schön weiß, genauso wie Pt950 und sowas.

Zitat
Herrenring mit demselben als schwarze Variante - wobei wir schon gemerkt haben, dass ein "echter" schwarzer wohl schwierig wird und es entweder ein gefärbter sein könnte oder (aktuelle Tendenz) dann ohne)

schwarze Diamanten sind in der Regel alle behandelt. Da die heute verwendete strahlenfreie Mikrowellenbehandlung eine Unterscheidung von den natürlich schwarzen Diamanten stark erschwert, wird in der Regel alles als behandelt verkauft. Deswegen sind die Steine aber nicht schlechter.

Zitat
Wir wissen aktuell allerdings auch noch gar nicht, was denn der "richtige" Ansprechpartner ist ... In der direkten Umgebung haben wir auf Anhieb nicht soviel gefunden (Lage zwischen Hannover & Hamburg)

der richtige Ansprechpartner ist eigentlich ein Goldschmied. In Hamburg gäbs beispielsweise unsere Userin Sparkle Nathalie Heidtke.
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 ·  #4
bzgl. Weißgold würde ich widersprechen: 9x0erPlatin hat etwas mehr Reflexionsvermögen, also heller

ah ja, hannover-HH
hatte ich vorhin übersehn

gold verkocht da nicht
gibt ja sogar Platingusslegierung mit Kupfer und Gallium (Schmelztemp. 30 Grad)
und die Schmelztemp. von Gold ist ja auch nur minimal unter der von dem üblichen Kupfer
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 ·  #5
Zitat geschrieben von Tilo

bzgl. Weißgold würde ich widersprechen: 9x0erPlatin hat etwas mehr Reflexionsvermögen, also heller

liegt in der Natur der Sache, aber ich finde unrhodiniertes Palladiumweißgold deswegen trotzdem nicht häßlicher.

Zitat
gold verkocht da nicht
gibt ja sogar Platingusslegierung mit Kupfer und Gallium (Schmelztemp. 30 Grad)
und die Schmelztemp. von Gold ist ja auch nur minimal unter der von dem üblichen Kupfer

war nur so ein Gedanke. Kommt davon, wenn man einmal anfängt, zu denken ;)
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 ·  #6
Tilo: 30 Grad???? Haste da nicht ne Null vergessen?
Najaaa, sind so Sonderlegierungen, die eh nicht jeder verarbeitet/anbietet und bei 30 Grad für Trauringe eh unpassend, das schmilzt weg im Sommer ;-)

Danke Tatze für die Empfehlung! :)

Es ist ja so, die meisten Goldschmiede haben bestimmte Lieferanten die sie bevorzugen und empfehlen weil die Eigenschaften und Verarbeitbarkeit der Legierungen gut bekannt sind und die Parameter Eigenschaft und Verarbeitung gut zusammenpassen.


Diese Platin-Gold-Geschichte kenne ich auch nur aus der Werbung.

Platin habe ich momentan gar keins am Lager da bisher Weißgold bei mir gefragt war. Für Weißgold nehme ich gerne die Legierungen, die ordentlich Palladium enthalten. 18 oder gar 20 %. Ich rhodiniere es auch nicht weil ich das für Quatsch halte. Ich mag dessen Originalfarbe, die Verarbeitung macht Spaß und zum Fassen taugt es auch wunderbar. Aber:
Die sind allerdings wirklich dunkler! Im Vergleich zu Silber sowieso. Teuer noch dazu weil der hohe Palladiumanteil und dessen Preis auch ganz schön zu Buche schlägt zusätzlich zu dem des Goldes.
Das nur zur Info. Das Weißgold ist ja eh schon aus dem Rennen, wie ich verstanden habe.

Bleibt nur Platin.
Das ist zwar nicht so teuer wie Gold oder gar Weißgold aber es ist schwerer bei gleichem Volumen als Goldlegierungen und sowie zäher und langwieriger in Verarbeitung.

Ich würde, wenn unbedingt Steine eingefasst werden sollen, Platin-Kupfer nehmen. Foto kann ich davon leider keins anbieten, weil momentan kein Platin zur Hand :(
Aber für eine Anfertigung besorge ich gern ein Stückchen zum Vergleichen neben Weißgold und Silber
und das schaut man auch am Besten live an.
Ein Foto ist immer eine Momentaufnahme und abhängig von Lichtverhältnissen (Helligkeit und Lichtfarbe) beim Fotografieren, dazu die Monitoreinstellungen unterschiedlich etc...
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 ·  #7
Ha, Beitrag nachträglich korrigieren geht nicht mehr wegen Zeitablauf, äääh, sorry Tilo, ich (Dussel!!!) hab "2 Nullen vergessen" gemeint weil das kann bei Pt auch mit 300 Grad niemals hinkommen. Oder gibts da sowas analog wie das Füllmetall zum Rohre biegen, das zw. 90 und 100 Grad flüssig wird (und dessen Namen ich vergessen hab)? Sowas finde ich nicht mit guugelhupf
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 ·  #8
Zitat geschrieben von Sparkle

Oder gibts da sowas analog wie das Füllmetall zum Rohre biegen, das zw. 90 und 100 Grad flüssig wird (und dessen Namen ich vergessen hab)? Sowas finde ich nicht mit guugelhupf


Das Zeug nennt sich "Woodsches Metall".
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 ·  #9
Gallium bringt als Legierungszusatz gewisse Vorteile bei Guss
und nur da
und es hat alleine eine schmelztemperatur von dreißig Grad (nicht in Legierung mit Platin!)
leicht mit google/wikipedia herauszubekommen
gugelhupf hilft da natürlich nicht
da es aber erst bei 2400Grad siedet, ist es kein Problem, das mit dem Platin zu legieren
Lami: bitte nicht ablenken lassen, das hat mit deinen Trauringen letztlich nichts zu tun, sondern mit anderer Art, Schmuck (und z.B. Zahnkronen)herzustellen
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 ·  #10
Ahhh jaaa, merci Marion!!! Wollte mir partout nicht einfallen.
Ich denke, mein Gedankengang war eh völlig konfus weil Platin mit Schmelzpunkt 1774 Grad nie und nimmer so weit absenkbar wäre, daß es bei sommerlichen Temperaturen seinen festen Zustand verlöre. Jedenfalls ist mir so ein Verhalten nie begegnet in der Literatur - aber ich kenne auch nicht alle Literatur dieser Welt ;-) (edit: meine natürlich nicht das einzelne Element Pt sondern legiert)

...überschnitt sich alles zeitlich, danke Tilo!!!!
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 ·  #11
Zitat geschrieben von pontikaki2310

Zitat geschrieben von Sparkle

Oder gibts da sowas analog wie das Füllmetall zum Rohre biegen, das zw. 90 und 100 Grad flüssig wird (und dessen Namen ich vergessen hab)? Sowas finde ich nicht mit guugelhupf


Das Zeug nennt sich "Woodsches Metall".

und ist in Sachen Edelmetall ein absolutes No Go, da es bleihhaltig ist und die Struktur kaputt macht. Kann man natürlich verwenden, aber nach Gebrauch vor dem weiterarbeiten wieder ausfräsen, bis auch das letzte bißchen weg ist.
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 ·  #12
Ja, wollte das auch nicht als Empfehlung verstanden wissen.
Ich kenne da jemanden, der dieses Zeug fast die Gesellenprüfung verhagelt hatte weil es nicht restlos weg war und nachfolgende Bearbeitung es ins Silber einfressen ließ. Sand einfüllen und zulöten, dann biegen führt auch zum Ziel ohne solche Fiesheiten.
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 ·  #13
Zitat geschrieben von Sparkle

Ich kenne da jemanden, der dieses Zeug fast die Gesellenprüfung verhagelt hatte

das Beweisfoto ist das erste Bild
LaMi
 
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LaMi

 ·  #14
Ui Wow viel Feedback :) Lieben Dank

bzgl. so ähnlich wie silber war eher auf die Helligkeit bezogen, nicht zwingend auf den "warmen" Eindruck.
Also es soll am Ende eher in Richtung weiß als in Richtung grau gehen :) (ob das nen warmes oder kaltes weiß ist wäre jetzt eher zweitrangig)

Ich hatte nun in einigen anderen Bereichen noch gelesen, dass auch Platin / Iridium dafür in Frage kommt. (aber durchaus eine Herausforderung dartsellt, jemanden zu finden, der das verarbeitet)

also Herrenring ganz klassisch:
- 5,5mm Breit
- 2mm tief
- 67er Größe

Damenring:
- 4,5 mm Breit
- 2mm tief
- 58er Größe
- 0,07c Diamand in Princessform (um 45° gedreht)

polierte Oberfläche bei beiden.

Wir wollen Ringe die dann auch gut im Alltag getragen werden können ohne dass diese nach ein paar Monaten schon dunkler wirken o.ä. Das hat uns primär von dem Weißgold bisher abgeschreckt, wenn hier noch rhodiniert wird bzw. ohne das ganze dann zu sehr nach "grau" aussieht.

ich hatte zum Thema "River Platin" und "Platin Gold" dass hier gefunden:
https://www.egf.biz/pdf/2018-06-GZ.pdf
ohne jetzt auf den Text einzugehen, fand ich das Bild auf S. 2 ganz interessant, wo ich jetzt schon sagen würde, das rechte Stück wirkt auf dem Bild schon deutlich heller. (jetzt mal angenommen, da wurde nicht das Foto extra so bearbeitet, dass dieser Eindruck entsteht)

Also steht aktuell zur engeren Wahl:
- Platin 950
- Platin Iridium
- ?RiverPlatin?
- Doch eine Weißgold Variante?
...

Wir hätten am Anfang echt nicht gedacht, dass das "richtige" Material schon solche Probleme machen würde :)

Kann man eine grobe Abschätzung geben, wo wir uns hier preislich orientieren können?
Wir haben aktuell mit 3-4t€ geplant, sind hier aber offen gegenüber sinnvollen anpassungen (sowohl nach unten als auch nach oben :) )

Vielen Dank
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 ·  #15
ahaaaa, Etz. Riverplatin ist u.a. mit Ruthenium legiert. Ulli hatte mir gesagt, daß er inzwischen PtIr aufgegeben hat zugunsten PtRu, weil es einfacher zu gießen ist und genauso weiß.

Ich sag mal so, 950 Pt sollte ausreichend für eure Ansprüche an die Farbe sein. Da brauchts keine fancy Legierungen. Und ob da PtCu oder PtW genommen wird, das ist marginal. Im Anhang mal 2 Platin-Paare von mir, eines davon auf jeden Fall in PtW. Optisch unterschiedlich, weil ein paar Jahre dazwischenliegen, ein anderer Untergrund und andere Beleuchtung. Also vergleichsmäßig nicht wirklich repräsentativ.
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