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Silberanhänger mit Kamee

 
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 ·  #31
Bei den Anhängern sieht man bei diesen Vergrößerungen
und der Frontalbeleuchtung in den Fugen die glänzenden
Stellen des Epoxy&Co.
Ich war bei meinen Schmuckfotografien immer total davon
gefrustet. Darum hab ich mir angewöhnt - kurz vor'm end-
gültigen Erstarren der Klebemasse - je nach Fugenbreite
mit nem Sägeblattende oder nem Zahnstocher die Oberfläche
zu "mattieren".
Oder hat jemand noch andere Tipps?
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 ·  #32
Ich habe mir mal die Zeit genommen einen Großteil der Bilder im Detail anzuschauen; ich kenne keine Schnecke bzw. Muschel, die ein derartig milchglasfarbiges Perlmutt hat. Der Übergang am Mund spricht aus meiner Sicht eher für ein Überfangglas/Schichtglas bzw. ich tippe in Richtung pâte de verre. Bei pâte de verre werden vereinfacht gesagt unterschiedliche Glaspulver übereinander gelagert und dann geschmolzen/"gebacken". Je nach Feinheit der Form bzw. der Glaspulver kann man sehr feine Oberflächenstrukturen bekommen. Ich empfehle mal nach Almaric Walter zu googlen, um zu sehen was damals aus pâte de verre gemacht wurde.
Die Kamee hier ist aber keinesfalls von Walter, sondern wahrscheinlich nach einem ähnlichen Verfahren hergestellt, sie ist und bleibt ein Stück aus einer Massenproduktion und aus einer unteren Qualitätsstufe.
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 ·  #33
Mal was anderes:
Heinrich - die Kameen auf dem 2. Bild links unten, sind das solche mit Ultraschall gepressten? Ich habe so eine Kamee mit hübschem Rahmen und bin mir mit der Einordnung nicht sicher.
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Silberanhänger mit Kamee
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 ·  #34
Ja ein Großteil der Kameen auf meinen Fotos dürfte ultraschallgefräst sein. Das ist aus der Auflösung einer alten Idarer Schleiferei. Da hatte ich noch Lieferscheine nach Paris und St. Petersburg gefunden. War ein spannender Auftrag es für die Erben zu verkaufen.
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 ·  #35
Wenn du schreibst St. Petersburg, sind einige Cameen ja schon älter. Seit wann gibt es die mit Ultraschall gearbeiteten? 80er?
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 ·  #36
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 ·  #37
Denn die sind ja noch da.
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 ·  #38
Vielen Dank für die guten Anregungen und Beispiele! Ich hatte gestern leider keine Zeit mehr und so komme ich erst jetzt dazu zu antworten.

Vielleicht sollte ich noch einmal deutlich machen, dass es mir nicht - und auch nicht irgendwie indirekt - um einen guten "Preis" oder Verkaufsargumente für den Anhänger geht, wohl aber um seinen Wert in kunsthistorischer Hinsicht. Wenn ich damit hier im falschen Forum gelandet bin, dann bitte ich das zu entschuldigen.

Einen großen materiellen Wert habe ich bei dem Anhänger nie gesehen und daran würde wohl auch eine Entscheidung, ob "Unikat" (Ich hatte den Begriff bewusst vermieden.) oder Kleinserie oder Massenproduktion, nicht viel ändern, es sei denn, man fände noch ein paar Initialen auf der Nase der Dame :) Auch eine Zuschreibung zu einem Atelier sah und sehe ich nicht im Bereich des Möglichen. Es geht mir hier, wie bei unseren anderen Flohmarkt-"Schätzen", um Spaß an schönen Dingen und die Gelegenheit etwas Neues zu lernen.

Wie gesagt, ob es sich bei dieser Kamee um eine Großserien-, Massen-, Kleinserienproduktion, Unikat oder Übungsstück handelt, ist doch zweitrangig. Allen ist gemeinsam, dass ihnen ein Entwurf zu Grunde liegt, der bewertet werden kann. Wie der Entwurf dann ausgeführt wurde, ist wieder ein anderes Urteil. Dieser Anhänger ist allergings sicher keine "schnöde Massenware" in dem Sinne, dass vergleichbare und ähnliche Kameen massenhaft bei Goldschmieden, Juwelieren oder Floh- und Antikmärkten zum Kauf angeboten würden. Es ist eben keine liebreizende junge Dame, die an Blumen riecht.

Deshalb hatte ich mich gestern auch so über Marions Post gefreut. Die hinter ihrem Link verborgene "Kubismus-Spotify-Lady", gleich die erste abgebildete Achat-Kamee (Ist sie übrigens immer noch erhältlich? Dann würde ich hier mal die Hand heben :)), ist nun neben dem Anhänger erst die Zweite mir bekannte, bei der mal Experimentierfreude in Entwurf und Ausführung sichtbar wird. Korrigiert mich, wenn ich falsch liege, aber die allermeisten Kameen des 20. Jahrhunderts, die Massenware, sind nun mal stereotyp und im Grunde trivial.

Bei beiden Kameen ist die Formensprache reduziert und bei der größeren Achat-Kamee ist das sicher ein bewusstes Gestaltungsmittel, wo sogar auf die Gesichtsdetails verzichtet wurde und nur eine Konturlinie ausreicht, um das Gesicht glaubhaft und stimmig anzuzeigen. Auch bei meinem Anhänger scheint es sich ähnlich zu verhalten, wobei jetzt nicht alle Lösungen wirklich überzeugen. Wie gesagt, die Ausführung ist dann eine Sache für sich, hier war sicher kein Großmeister am Werk und zu einer "Grand Camée de Flohmarkt" will das Stück auch niemand hochjazzen. Das Ohr sitzt z. B. anatomisch falsch, der Lockenkringel auf der Stirn ist unglaubwürdig usw. Ausgesprochen gut gelungen finde ich dagegen die Gestaltung der hochgesteckten Haare am Hinterkopf: Zwei polygonale Erhebungen, die jeweils eine runde Vertiefung tragen. Insgesamt scheint diese gerundete Darstellungsweise darauf abzuzielen, mit den Lichtbrechungseigenschaften des Materials zu spielen und die Figur aus dem Wechselspiel von Licht und Schatten modellieren zu lassen. Auch die Angabe und Ausformung der Schulter ist doch ein überlegt eingesetztes kompositorisches Mittel: Zum einen wird durch sie erst aus einem blossen Profil eine Wendung des Kopfes, so dass der Eindruck von Bewegung erzeugt wird, und zum anderen wird die fallende Linie des gesenkten Kopfes aufgefangen.

Die unperfekte Oberfläche der Achat-Kamee tritt auch bei der kleinen auf. Sie ist bei der Achat-Kamee auch sicher ein Gestaltungsmittel. Ob sich das beim Anhänger genauso verhält, finde ich angesichts seiner Größe schwierig zu entscheiden.

Zum Material: Demnächst wird der Goldschmied unseres Vertrauens drüber schauen, die Aufhängung wieder stabilisieren, vielleicht nochmal richtig reinigen, aber die "Nickel-Patina" belassen, und dabei werde ich ihn sicher auch um seine Meinung zum Material der Kamee befragen. Ich möchte mich bis dahin nun auch jenen Stimmen anschließen, die direkt für Glas votierten, da auch die sehr ebenmäßige Lichtbrechung wohl letztendlich eher für ein künstliches Material spricht. Die "Höhenlinien", die hauptsächlich an den äußeren Rändern und an exponierten Stellen sichtbar sind, sind dann wahrscheinlich irgendeine Verwitterungserscheinung, oder wie man das bei Schmuck dann nennt. Regelrechte "Mäusezähnchen" habe ich persönlich zwar keine entdecken können, die meisten helleren Spuren auf dem Untergrund und seinem Rand sind entweder "Patina" (Dreck) oder Reste der helleren Schicht. Am äussersten Rand in Höhe des Auges gibt es allerdings eine schilfrige Absplitterung wie bei verwittertem Glas.

Also, vielen Dank fürs Mitlesen, nochmal für die Anregungen, Beispiele und Meinungen und eine schöne Restwoche,
Atalaya
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 ·  #39
Zitat geschrieben von Atalaya

Die hinter ihrem Link verborgene "Kubismus-Spotify-Lady", gleich die erste abgebildete Achat-Kamee (Ist sie übrigens immer noch erhältlich? Dann würde ich hier mal die Hand heben :)),


Du bist der scheinbar der 1. (außer mir;-), der die Dame zu
schätzen weiß. Darum hat sie auch extra auf Dich gewartet.
Sie könnte also für 20 Euronen plus Porto zu Dir reisen.......
Mit Mäusezähnchen meine ich diese Stellen:
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Silberanhänger mit Kamee
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 ·  #40
Zitat geschrieben von pontikaki2310


Du bist der scheinbar der 1. (außer mir;-), der die Dame zu
schätzen weiß.


Oh, warum überrascht mich das jetzt nicht? :)
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 ·  #41
Ich verstehe, was Du mit „künstlerisch“ meinst. Die Dame ist nicht so süsslich-kitschig-verspielt wie viele ihrer Art, die „irgendwie gleich aussehen“. Das Eckige der Wangenknochen, was sich in der Parallele im Hals fortsetzt, gibt dieser Figur etwas „Selbstbewusstes“, eher „Unweibliches“. Das passt ein bisschen zum Twiggy/Bubikopf der 20ger Jahre, also zum emanzipierten Frauenbild. Es ist weder Twiggy noch Bubikopf, aber es ist eben auch nicht das „jungfräuliche Goldlöckchen“.

Insofern kann man das schon als künstlerischen Entwurf der Art Deco Zeit sehen, auch wenn es Massenware ist. Aber auch Bauhaus-Stühle und Stahrohrmöbel sind oft künstlerische Entwürfe, und dennoch Massenware.

Deine Kamee ist quasi der „Freischwinger“-Stuhl der Schmuckwelt. ;-)
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 ·  #42
Zitat geschrieben von Pinguin


Deine Kamee ist quasi der „Freischwinger“-Stuhl der Schmuckwelt. ;-)


Genau so, YMMD :lol:
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 ·  #43
wollte eigentlich nichts mehr dazu schreiben
aber da ich im Augenwinkel gesehn hab, daß da ein Goldschmied das Kettenloch auffüllen soll unter beibehaltung der Patina: ganz schwierig!
normales Löten fällt aus, denn dazu muß die Kamee nicht nur raus, sondern der Nickel wird richtig schwarz (Beize funktioniert da nicht)
PUK bei Silber auch nicht so einfach
da wäre nur die Option, mit Laserschweißgerät, das es nur in sehr wenigen Betrieben gibt
(oder mit Zinn dranrumpfuschen, naja....)

ich würd sagen: schade um den Aufwand, aber was weiß ich schon
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 ·  #44
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