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werden Diamanten bei ca 800 Grad C gebrannt trüb?

 
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 ·  #1
Eine mir bekannte Goldschmiedin hat eine Emailarbeit aus Silber und Gold gefertigt in die nachträglich kleine Diamanten gefasst wurden. Leider kam beim Fassen das Email etwas zu Schaden. Sie hat den Schaden ausgebessert und das Werkstück so kurz wie möglich bei ca. 750 Grad gebrannt. Danach waren 2 Diamanten trübe. Ich dachte Diamanten sollten schon etwas mehr Hitze vertragen ohne Schaden zu nehmen. Liege ich da falsch?
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 ·  #2
Ein Diamant hält viel aus, ist aber nicht unkaputtbar. Und dieses trüb werden kann vorkommen.
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 ·  #3
Hallo tatze, danke für die schnelle Antwort. Hast Du auch eine Ahnung warum Dia's bei diesen für Dia's eigentlich nicht sehr hohen Temperaturen trüb werden? Risse, Verunreinigungen im Kristall?? Frage aus reiner Neugier. Die trüben Steine sind inzwischen ersetzt.
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 ·  #4
Einschlüsse, die stärker sichtbar werden z.B.. hat sie die Diamanten nicht mögl. in Borsäurepulver gepackt? Ja, weiß nicht was das mit dem Email macht, wenn es dran kommt.
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 ·  #5
Die werden nur dann trüb wenn sie vorher reinheitsverbessert waren. Aber Diamanten beginnen zu brennen (stille Oxydation) ab 720°Celsius. Und dann sind sie milchig an der Oberfläche durch winzige Ätzgrübchen in Dreiecksform. Bei Erreichen der 720° gibt es aber eine Zeitspanne von ca. 15 Minuten in denen nichts passiert. Sozusagen eine Startzeit. Bei höheren Temperaturen wird die Startzeit immer Kürzer. Bei 850° liegt sie schon knapp unter einer Minute. Wenn man also beim Löten schnell ist und unter einer Minute liegt und dann abkühlen lässt und danach weitere kurze Lötungen macht, passiert dem Diamanten nichts. Aber einmal, fließt das Lot nicht richtig und man schiebt noch mit dem Gottesfinger nach und heizt noch ein bisschen länger, so ca 1,5 Minuten und schon hat der DIamant einen milchigen Schatten.

Emaillieren mit Diamanten geht daher gar nicht oder nur mit der Flamme ganz kurz oder mit Emaillen, die einen deutlich reduzierten Schmelzbereich haben.

Die Oberfläche kann ein Diamantschleifer aber nachpolieren, der Diamant ist nicht ganz kaputt.
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 ·  #6
Hallo an Alle,
vielen Dank für Eure Antworten, vor allem Dir Heinrich für die ausführliche Erklärung. Bisher war ich der Meinung, dass man zumindest einen Schweißbrenner braucht um einen Diamanten zu beeindrucken.
Moderator
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 ·  #7
Bisher war die Lehrmeinung dass in reiner Sauerstoffatmosphäre der Diamant ab 720°C und in Luft ab 780°Celsius mit der stillen Oxydation beginnt. Durch Versuchsreihen in den 80ern mit dem Eingiessen von Diamanten und ersten Verbrennungen bereits beim Ausbrennen der Küvetten im Ofen wollte ich es genauer wissen und habe experimentiert und dann auch bei Wikipedia geändert. War gar nicht so einfach, weil die Revisoren es schon genau wissen wollten und seit 100 Jahren alles Fachbuchautoren voneinander abgeschrieben hatten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Diamant Diese Version konnte dann stehen bleiben: "Diamant oxidiert in reinem Sauerstoff bei ca. 720 °C, in Luft ebenfalls ab 720 °C in langsamerer Reaktionsgeschwindigkeit zu (gasförmigem) Kohlendioxid.
Wir konnten uns in der Redaktion auf "langsamer" einigen, was auch nicht falsch ist.
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 ·  #8
warum das Wort gasförmig davor?
ein anderer Aggregatzustand von CO2 ist doch bei den Temperaturen nicht wirklich denkbar ;-)
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 ·  #9
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