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Platin Ring welche Legierung

 
Dagobert2020
 
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Dagobert2020

 ·  #1
Ich hege den gedanken mir einen Platinring fertigen zulassen.
ca 10mm breit ca. 2,5 dick. das ganze mit GG 750er. Er soll aus 3 einzel Ringen bestehen PT ca. 5,3 GG ca.3,3 PT ca. 1.4. Innen stark bomiert aussen leicht bomiert.
Nun wäre die Frage welche Legierung
PT 600/
PT 950/W
PT950/CU
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 ·  #2
das 600er ist wohl minimal dunkler und günstiger

Gold und Platin mag sich ja nicht so gerne verbinden lassen
könnte mir vorstellen, daß es mit Pt600 eine bessere Verbindung eingeht, weil die Wärmeausdehnungseigenschaften weniger weit auseinanderliegen
aus technischer Sicht dürfte das W das Verbinden eher behindern (könnte aber auch im 600er in geringem Anteil sein)
also Pt 950mit Cu, wenn es 950 sein soll

ich würde mich da auf den Kollegen verlassen, der das macht (und hoffentlich Erfahrung hat oder das mal mit kleinen Materialproben ausprobiert)
Dagobert2020
 
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Dagobert2020

 ·  #3
Tja und da haben wir das problem 6 angebote und 6 meinungen 5 sagen Pt600 geht gar nicht 4 pt/cu ist,das material,der wahl und einer sagt Pt/w. alle sind sich einig schweisen von pt ist,das ding innen und aussen löten. Über die Eigenschaft pt zu gg sagt,keiner was ausser pt/w sehr zäh kann nur einer bearbeiten.
Schaut man sich bei herstellern um wird das sintern von pt und gg Bevorzug genutzt.
Soööte also kein proböem sei pf und gg zu verbinden
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 ·  #4
Sintern können nur Trauringfirmen, die die Maschine haben für ihre mehrfarbingen Trauringe. Das wird unter hohem Druck und Wärmeentwicklung gemacht. Wenn einer der Goldschmiede eine Trauringfirma in Vertrag hat, die Sonderwünsche herstellt, dann ist das durchaus für deinen Ringwunsch drin. Hab ich auch schon gemacht für einen Ring aus Weißgold und Rotgold, der aus 3 Teilen zusammengesetzt war, so wie du das vorhast.

Ein Goldschmied kann nur löten bzw. evtl. Platin schweißen. Allerdings ist eine Verbindung zwischen Platin und Gold nie 100 %ig super, da kein Diffundierungsprozeß beim Löten zwischen dem Platin und Gold stattfindet. Daß PtW nur einer bearbeiten KANN, finde ich lächerlich. Ich denke, die anderen WOLLEN kein PtW verarbeiten. Ist halt n bissl bockiger als PtCu.

Zu bedenken ist aber, daß die Platin-Gold-Kombination bei späterer Ringgrößenänderung problematisch werden kann, nein, eher wird.
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 ·  #5
Trauring Hersteller sind ja bei der Produktentwicklung nicht blöd. Sie überlegen sich ein Verfahren das tausende Goldschmiede nicht einfach billiger nachmachen können und auf einem solchen Verfahren basierend entwickeln Sie Ihre Modelle, die die genau diese Technik (hier sintern) benötigen. Das wird dann beworben und kommt beim Kunden an.

Wenn der jetzt Abweichungen von diesen Modellen, oder Änderungen dran haben will, dann stellt man plötzlich fest: "Geht ja gar nicht" oder "ist noch teuerer"

Wenn man solche geschichteten Ringe haben will oder solche mit Farbverläufen, dann muss man nach der Methode "Vogel friss oder stirb" das vorhandene Angebot annehmen.

P.S: Tatze war schneller
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 ·  #6
ich werfe ein, daß diese Verbindung auch bei gesintert von den großen Firmen nicht unbedingt haltbar ist bei Größenänderungen

alleine die unterschiedliche Wärmeausdehnung bringt schon Spannung auf die Verbindung beim Abkühlen nach Löten oder Sintern
und klassisches Feuerschweißen geht weder Gold an Pt noch so rundrum überhaupt
kann dann nur punktuell mit Strom oder Laser geschweißt werden

wenn ich für so einen Auftrag ein Angebot machen sollte (und den Ring selbst machen würde), würde ich halt kleine Pröbchen auf verschiedene Arten fügen und auseinanderreißen und dann entscheiden
Pt 950 mit W würde ich da nicht präferieren, das ist ja eh nahezu Konsens


neben den 3 Komplettringen gäbe es ja für Werkstätten mit Drehbank noch die Möglichkeit, den Platinring über die Gesamtbreite zu machen mit breiter Fuge in die der Goldring eingesetzt wird, wofür es auch mehrere Möglichkeiten gibt (einpressen oder den Pt-Ring unter dem Goldteil trennen und wieder zusammenschweißen nach dem Löten)

dann gibt es noch die Möglichkeit, einen breiten Goldring mit 2 Stufen zu machen, auf die dünne Platinringe geschoben und verlötet werden (immer unter Berücksichtigung von Wärmeausdehnung , was eher gegen die Version breit Gold mit Pt drauf spricht, weil sich diese Verbindung beim Abkühlen trennen will statt aufzuschrumpfen)

aber ist ja nicht mein Auftrag
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 ·  #7
Für mich ist die von Tilo erwähnte Variante mit fugenlosen Ringen welche ineinander gepreßt werden das
Nonplusultra. Eigentlich freie Materialwahl, keine Probleme beim verbinden der Materialien, größenänderungen jederzeit machbar. Also meiner Meinung nach die Technik der wahl.
Dagobert2020
 
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Dagobert2020

 ·  #8
Das der Goldschmied nicht sintern kann, ist mir klar da der Maschinen aufwand wohl sehr hoch ist.
Hier mal ein Link zum Sintern, klingt für mich logisch.
Sintern von Trauringen

An die Grössenänderung für später hab ich mir Gedanken gemacht, daher werden die 3 Ringe innen verschweisst und aussen gelötet um die Oberfläche(geschmiedet) des Goldes nicht zu beschädigen. Ich hatte ebenfalls den Gedanken einen breiten Ring mit Kragen machen zulassen, wo man denn dann den Goldring und den Platin wieder aufschiebt. Davon hat man abgeraten da das Platin sich dann wohl aufbiegt und die Grössenänderung ein grösseres Problem darstellt, als wenn man die Ringe neben ein ander legt und verbindet.
Sollten sie sich dann in der Werkstatt trennen, hätte der Goldschmied ein kleineres Problem als wenn der PT Ring durch gehen würde.
Leider kann ich es auch nicht nachvoll ziehen warum nur einer PT/W verarbeitet, für den ist es das NonplusUltra an PT Material. Bei einem wurde mir gesagt er kann es nicht bearbeiten. Aber Wolfram Ringe hätte er.
ich verstehe nur nicht warum sie es nicht können wollen. Preislich liegt man mit PT/W & PT /CU gleich. soweit man es mir erklärt hat kann man es mit der Verarbeitung von Edelstahl vergleichen das Material ist einfach nur zäh. Hmm ok. Edelstahl kann ich mit Werkzeugen für stahl bearbeiten muss halt nur beim Bohren oder Fräsen Drehzahl und Vorschub an passen feilen geht ohne probleme ist halt nur aufwändiger. daher frage ich halt nach.
Das PT 600 wird hier gemieden wie die Pest, da frage ich mich auch warum welche negativen Eigenschaften hat es ? gegen über PT 950.

Ist mir schon klar das es nach dem Motto geht friss oder stirb. Man möchte sich aber für sich das beste raus suchen. Preislich ist der Goldschmied um die Ecke halt interessanter als die Manufaktur, zu mal ich das Gold selber anschleppe.
Drehbank etc. haben wir nicht zur verfügung :o.
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 ·  #9
ist eh die Frage, was macht der Kollege selbst
bei mir wäre es so, daß ich die fugenlosen Pt-Ringe bestellen würde, da ich sie (im Gegensatz zu Gold) nicht selbst fugenlos zu Ringen gießen könnte
Stab gießen und zu Ring schweißen, wäre zwar Option, aber äußerst ungern
und wenn ich Rohlinge bestelle, hat mein Lieferant eh nur PtW (bearbeitungsmäßig nur wenig Unterschied zu Pt Cu, weiß nur nicht, wie es mit Löten ist, weil ich in den letzten jahren mehr das (aktuell nicht mehr) günstigere Palladium verarbeitet habe)
und wie machen die Kollegen bei dir vor Ort den Goldring?

PtW ist natürlich NICHT das nonplusultra
da müßte man eher Pt800Ir200 sehen: noch heller und härter

ich selbst habe grad die Tage einen Ring aus Pt600 gemacht (Trauring Rohling außen bombiert als Basis zugekauft)
ist von der Härte und Bearbeitbarkeit mit 950PtW vergleichbar, also kein Problem
nervtötend war nur das Einbringen des trichterförmigen Lochs für den Stein, den die dafür gedachten normalen Fräser tun sich mit Platin (und erst recht Edelstahl) schwer
spezielle (HM?)Fräser in zig Größen dafür anzuschaffen, tat bei mir aber noch nicht not. brauch ich zu selten
und es war eine elende Zirkelei, weil der Stein genau so hoch war wie der Ring oben
er mußte also auf den hundertstel genau eingepaßt werden, daß die Spitze genau bündig ist unten und oben noch Krappen übrig sind zum Drüberbiegen
und es sollte ja auch so viel Metall wie möglich stehenbleiben, also einmal mit fettem Bohrer durchjubeln wäre zwar einfach gegangen, aber konnte nicht das Ziel sein

den umlaufend gleichbreiten Rohling um 1mm außermittig ins 3backenfutter und ausgedreht (HM-Drehstahl)
dann auf endgröße gewalzt
Steinfassung wie bei Gold reinge"schnitzt", dauerte halt länger
polieren geht super mit dem Platin 600, vielleicht besser als bei 950Cu
die Fotos waren nur fürs eigene Archiv, nicht zur Veröffentlichung
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 ·  #10
die wolframringe am Lager werden ja nicht hier handwerklich gemacht oder bearbeitet, sondern fix und fertig (aus chinesischer Produktion) zugekauft
außerdem sind die Wolframringe ja eh Wolframcarbidringe, also praktisch Keramik und kein Metall
Dagobert2020
 
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Dagobert2020

 ·  #11
@Tilo
nun ja so wie ich es verstanden habe wird dort alles selber gemacht. Also auch die Ringschiene. Die Gold Ringschiene muss eh vor Ort gefertigt werden, da ich das Material dafür stelle.
Ich hatte es so verstanden das die Ringe geschmiedet werden einzeln und dann verschweisst jeder einzelne, danach die 3 Einzelringe zusammen gesetzt. Zu guter letzt sollen 1 Saphir und 2 Brillanten eingefasst werden (Eingerieben) ebenfalls eine Zulieferung meinerseits. Die Brillanten dann in einer Goldfassung in Platin um sie farblich ab zu heben.
Nun ja der normale Bohrer tut sich auch etwas schwer mit Edelstahl, aber er tut es man muss halt nur nen bisschen vorsichtiger Arbeiten und gegebenen falls Bohröl nutzen, daher verstehe ich es halt auch nicht das für die meisten PT950/W ein NoGo ist, sowie PT600 wollten die meisten gar nicht verarbeiten, das erschliesst sich mir leider auch immer noch nicht. Hat PT600 irgendeine andere Eigenschaft beim schweissen oder Löten als wie PT950/W oder /CU?
Das ganze soll dann ungefähr wie im Bild gezeigt aussehen.
Über die Goldoberfläche denken wir noch nach ich tendiere zu gefräster oder geschmiedeter Oberfläche ehr geschmiedet da härter. Platin der Einfachheit halber Strichmatt kann man ja dann selber wieder aufpimmen ( mit einer Matte ähnlich den Spülschwämmen mit der schwarzenseite) wenn mal blank oder vermakt.
Zu den Wolframringen kann ich nichts sagen habe sie mir nicht angeschaut und da auch nicht weiter nachgefragt weil für mich jetzt nicht von interesse.
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 ·  #12
Zitat geschrieben von Guestuser

Nun ja der normale Bohrer tut sich auch etwas schwer mit Edelstahl, aber er tut es man muss halt nur nen bisschen vorsichtiger Arbeiten und gegebenen falls Bohröl nutzen

deswegen verwendet man für Stahl auch Hartmetallbohrer. Stahl auf Stahl = stumpfer Bohrer
https://www.contorion.de/handdrauf/bohrer-ratgeber/

Zitat
daher verstehe ich es halt auch nicht das für die meisten PT950/W ein NoGo ist, sowie PT600 wollten die meisten gar nicht verarbeiten, das erschliesst sich mir leider auch immer noch nicht.

jeder hat halt seine präferierten Materialien. Ein Forenmitglied ist inzwischen von seinem früher geliebten und präferierten Platin-Iridium abgekommen und verwendet inzwischen nur noch Platin-Ruthenium. Von daher sollte man es akzeptieren, wenn die ausführenden Goldschmiede ihre Materialien verwenden, mit denen sie am besten zurechtkommen. Das Pt600, vormals wohl Pt585 wurde vor einigen Jahren vermutlich aus Geldspargründen eingeführt, als der Platinpreis noch hoch war. Ich habs noch nie verwendet und würde es auch von meiner Scheideanstalt nicht bekommen, weil die das gar nicht im Angebot haben.

Zitat
Hat PT600 irgendeine andere Eigenschaft beim schweissen oder Löten als wie PT950/W oder /CU?

im Gegensatz tu den 950er Platinlegierungen, die fast Feinplatin sind, hat Pt600 400 Teile anderen Legierungszusatz. Ich nehme mal an, daß dieser Legierungszusatz schon Einfluß auf die Schweißbarkeit hat. Vor 4 Jahren haben wir hier mal das Thema Legierungszusatz bei Pt600 gehabt:

ftopic21996.html

Zitat
Über die Goldoberfläche denken wir noch nach ich tendiere zu gefräster oder geschmiedeter Oberfläche ehr geschmiedet da härter.

Wenn am Gold geschweißt oder gelötet wurde, dann ist da nix mehr hart. Und ich bin mir nicht sicher, ob man das Gold auf den 3mm konkret abgegrenzt zum Platin ordentlich schmieden kann, um eine Aushärtung zu erzielen. Ich würde das alles plan lassen und übermattieren. Oder den Goldstreifen polieren.
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 ·  #13
Zitat geschrieben von Guestuser

...
Das ganze soll dann ungefähr wie im Bild gezeigt aussehen.
...

Nachgefragt: Warum muss der Ring aus 3 Teilen zusammengesetzt sein? Gibt es dafür einen bestimmten Grund? Verstehe ich doch richtig - erst ein Stück Platin, dann ein wenig Gold und dann wieder Platin - oder habe ich was überlesen?
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 ·  #14
Zitat geschrieben von Guestuser

PT ca. 5,3 GG ca.3,3 PT ca. 1.4. Innen stark bomiert aussen leicht bomiert.

Ich verstand das so, daß das Gold durchgehend sein soll und innen in der Ringschiene sichtbar. nur so machen die 3 Ringe Sinn. 3,3mm Goldstreifen fände ich jetzt beispielsweise aweng breit, um den in eine Nut im Platin einzuschmelzen. Würde vermutlich schon gehen.
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 ·  #15
Zitat geschrieben von tatze-1

3,3mm Goldstreifen fände ich jetzt beispielsweise aweng breit, um den in eine Nut im Platin einzuschmelzen. Würde vermutlich schon gehen.

Sicher geht das - schau hier
Im beschriebenen Fall wären das zwei Nuten (jeweils innen und außen).
Bin mir aber nicht sicher, ob ich den Grundgedanken hier richtig verstanden habe.
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