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FIX-Vergoldung

 
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 ·  #1
Hallo zusammen,

kennt sich hier jemand mit den frz. Vergoldungen bzw. Goldimitationsprodukten aus dem 19. Jhd. aus, ein Beispiel wäre FIX von Savard & Fils (ggf. auch noch von anderen)?

Hintergrund meiner Frage:
In Frankreich gibt es seit den 1820/1830 Jahren richtig gute und auch sehr stabile Vergoldungen bzw. Goldimitationen/Goldimitationslegierungen. Die Blüte erlebten sie ab Mitte des 19. Jhd. bis zum 1. Weltkrieg, danach kommen sie nur sporadisch vor, bzw. vielleicht kenne ich sie auch nur nicht aus der Zeit danach.
Seit ein paar Wochen werden auf den Bucht-Seiten in GB von einem Verkäufer im Wochenrhythmus Manschettenknöpfe bzw. Knopfsets aus der Zeit 1880-1910 verkauft, alle mit dem Hinweis 18 carat Gold FIX o.ä., meist um 1900 und in Jugendstilornamentik. Die Dinger gehen weg zu richtig hohen Preisen, heute z.B. über 500 EUR (12 Bieter und 31 Gebote) für eine Smokinggarnitur aus Manschetten- und Hemdknöpfen. Am Anfang war ich irritiert, aber das Muster hält sich seit Wochen... mir ist bewußt, dass es einen Sammlermarkt dafür gibt, aber ähnliche Stücke auf anderen nationalen Seiten in der Bucht bzw. den Kollegen aus NL gehen bei weitem nicht zu den Preisen weg und auch nicht über so lange Zeit.
Fallen die Käufer auf die aus meiner Sicht irreführende Beschreibung rein und nehmen an, sie kaufen 18K Gold, während es meines Wissens nach nur eine Vergoldung ist? Oder sind es Sammler die fast jeden Preis zahlen um Lücken in der Sammlung zu vervollständigen (allerdings geht das seit Wochen schon so)? Oder bin ich dumm und sehe nur den wahren Wert der Stücke bzw. die Gelegenheit nicht?!?

Über Hinweise zu diesen frz. Fabrikationen und deren Goldgehalt bzw. Art der Vergoldung wäre ich dankbar!
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 ·  #2
Ist es in Deutschland nicht verboten eine Karat-Angabe
bei Vergoldungen dazuzuschreiben? ...vielleicht ist es
in England nicht verboten und die Käufer meinen
tatsächlich es wäre 18kt.Gold? Hast du einen
LINK zur Beschreibung der Artikel wie die
Teile beschrieben wurden?
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 ·  #3
Zitat geschrieben von Granat

Ist es in Deutschland nicht verboten eine Karat-Angabe
bei Vergoldungen dazuzuschreiben?


Meines Wissens iss es nich verboten. Zumindest bei
Bestecken findet man in Deutschland oft eine Karatangabe
bei Vergoldungen - z.B. "22 Karat Hartvergoldung" etc.

Zu Maja's Frage bezüglich alten franz. Vergoldungen weiß
ich leider nix;-(
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 ·  #4
klar ist das verboten
allerdings ist karat eh keine Angabe im Sinne des deutschen Gesetzes bzg. Feingehalt

verboten: 917er Vergoldung

je nach Sichtweise erlaubt: 22k-Vergoldung, weil nicht explizit ausgeschlossen, Dinge draufzustempeln, die den Eindruck erwecken, sie wären eine Feingehaltsangabe
insofern müßte man schauen, welch andere § da evtl. heranzuziehen wäre
aber: wo kein Kläger, da kein RIchter

dazu noch die Feinheiten: steht es drauf oder bewirbt man nur mit der Angabe?
https://www.it-recht-kanzlei.d…ngabe.html
und ein weiterer Artikel Interpretation des Thema
https://www.it-recht-kanzlei.d…iches.html
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 ·  #5
PS
in dem einen Artikel vertritt der Anwalt vehement die Ansicht, man dürfe es zwar nicht auf dem Gegenstand haben, aber damit werben, wenn ausreichend klargestellt ist, daß es nur eine Beschichtung ist und sieht ausdrücklich das Wort>plattiert< als ausreichend an
und genau das bezweifle ich
vergoldet und versilbert mag ja zum deutschen Grundwortschatz gehören, aber plattiert wird nicht jeder verstehen
insbesondere nicht: Silber 925 plattiert
ich lese da selbst mit dem Wissen um die Wortbedeutung: gegenstand aus Silber 925 mit irgendwas beschichtet
zudem ist plattiert nunmal eben nicht für hauchdünne galvanische, sondern für dicke aufewalzte/-schweißte Beschichtungen wie bei echtem Double vorgesehen
insofern bleibe ich bei bewußte Irreführung und zurecht mit Bußgeld sanktioniert
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 ·  #6
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 ·  #7
das Auskennen war bezogen auf die realen Marktpreise dieser Antiquitäten
ob die wirklich so teuer sind oder ob Leute evtl. die Bezeichnung als Massivgold mißverstehen

und nicht auf weitere Infos zur damaligen Herstellung
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 ·  #8
Siehe oben:
Über Hinweise zu diesen frz. Fabrikationen und deren Goldgehalt bzw. Art der Vergoldung wäre ich dankbar!
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 ·  #9
stimmt, den letzten Satz habe ich wohl nicht mehr kapiert ;-)
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 ·  #10
Auf dem Link von Louise wird Double auf der ersten Seite erwähnt. Hier sind noch weitere (und auch FIX) Schmuckfabriken erwähnt, die mit dem damals revolutionären Doubleverfahren günstigen Schmuck in Massen herstellen konnten. https://www.richardjeanjacques…ans-l.html
Auszug frei übersetzt: Die Fabriken Murat FIX und Oria, gegründet 1847, 1823 und 1897 haben sich auf die Herstellung hochwertiger laminierter/beschichteter Schmuckstücke spezialisiert. Zum ersten Mal in der Geschichte konnten sich normale Menschen Schmuck leisten, der sonst den Wohlhabenden vorbehalten war.
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 ·  #11
Zitat geschrieben von Granat
Hast du einen
LINK zur Beschreibung der Artikel wie die
Teile beschrieben wurden?


In der Titel-Beschreibung taucht nur 18k auf, später unten im Text noch das Wort Fix:

https://www.ebay.de/itm/C1900-…7675.l2557
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 ·  #12
Zitat geschrieben von Tilo

das Auskennen war bezogen auf die realen Marktpreise dieser Antiquitäten
ob die wirklich so teuer sind oder ob Leute evtl. die Bezeichnung als Massivgold mißverstehen

und nicht auf weitere Infos zur damaligen Herstellung


Naja, in Frankreich werden die meist mit ca. 25€-100€ gehandelt, je nach dem ob im Handel oder auf dem Flohmarkt oder Internet, Erhaltung, Muster, Umfang (nur Manschettenknöpfe oder Smoking-/Frack-Set), Etui, etc. in Deutschland sind sie einen Tick teurer... aber bei diesen Bucht-Verkäufen liegen teils Welten zw. den erzielten Preisen und denen die ich aus F kenne...
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 ·  #13
ich wußte bis zu deinem Thread nicht, daß der Zusatz fix dann alles vorhige ad absurdum führt (ok, ich hätte allerdings gegooglt, wenn ich mich für sowas ernsthaft interessieren würde)
in der Überschrift, die ja am wichtigsten ist, steht eindeutig und unmißverständlich nur 18k
das wird wohl der Grund für die hohen gebote sein
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 ·  #14
Zitat geschrieben von Heinrich Butschal

Auf dem Link von Louise wird Double auf der ersten Seite erwähnt. Hier sind noch weitere (und auch FIX) Schmuckfabriken erwähnt, die mit dem damals revolutionären Doubleverfahren günstigen Schmuck in Massen herstellen konnten. https://www.richardjeanjacques…ans-l.html
Auszug frei übersetzt: Die Fabriken Murat FIX und Oria, gegründet 1847, 1823 und 1897 haben sich auf die Herstellung hochwertiger laminierter/beschichteter Schmuckstücke spezialisiert. Zum ersten Mal in der Geschichte konnten sich normale Menschen Schmuck leisten, der sonst den Wohlhabenden vorbehalten war.


Danke, die Seite kenne ich, aber hatte sie total vergessen...

Insgesamt gehe ich jetzt weiter davon aus, dass das alles vergoldete Stücke sind, deren Beschreibung zumindest ungenau ist - ob unbeabsichtigt oder wider besseres Wissen sei mal dahin gestellt - und ich mit meiner Einschätzung nicht daneben liege und damit leben muss, dass ich immer weit überboten werde... dabei würden die so gut in meine Sammlung passen...
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 ·  #15
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