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Souvenirs aus Tansania

 
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 ·  #1
Manche bringen Tropenkrankheiten mit. Ich einen Haufen Steine. Das ist allerdings auch schon krankhaft. Ich hatte die Möglichkeit, Minen in Mpwapwa (nördlich von Winza), Morogoro, Umba-Valley, Babati, Haneti Hills, Longido und Lake Manyara zu besuchen. Da kommt dann einiges zusammen. Ich möchte euch gerne die Ausbeute vorstellen. Von links oben nach rechts unten sind es folgende Steine:
[list=decimal][*]1 Granate (Umba-, Malaya-, Farbwechsel-Granate sowie Hessonite und Umbalithe) aus dem Umba-Valley. Selbst gefunden. Maximal Cabochonqualität.
[*]2 Smaragde und ein Alexandrit aus dem Sarangwald hoch über dem Lake Manyara.
[*]3 Korunde aus dem Umba-Valley. Selbst gefunden. Cabochonqualität.
[*]4 "Kartoffel" aus dem Umba-Valley mit noch 4 näher zu bestimmenden Granaten, deren Herkunft unbekannt ist. Facettierqualität.
[*]5 Rubin in Zoisit aus Longido. Selbst gefunden aber nicht selbst abgebaut.
[*]6 verschiedene Feldspate aus Mpwapwa nördlich von Winza. Teilweise selber gefunden.
[*]7 Korunde aus dem Umba-Valley. Selbst gefunden. Mineralien zur Ansicht.
[*]8 Quarze aus Mpwapwa. Teilweise selber gefunden. Facettierqualität.
[*]9 Sonnenstein und ein einsamer Zirkon. Facettierqualität. Hekunft unbekannt.
[*]10 Orange-gelbe Granate. Facettierqualität. Herkunft unbekannt.
[*]11 Enstatite aus Mpwapwa. Facettierqualität.
[*]12 Ein blau grüner Apatit (?). Facettierqualität.
[*]13 Zirkone aus Mpwapwa. Selber gefunden. Hübsche Mineralien.
[*]14 Schwarzer Turmalin aus Mpwapwa. Selber gefunden.
[*]15 Grüner Turmalin aus Morgoro/Uluguru Mts. Facettierqualität.
[*]16 gelb-orange Turmaline. Herkunft unbekannt. Facettierqualität.
[*]17 Granate (Umba-, Malaya-, Farbwechsel-Granate sowie Hessonite und Umbalithe) aus dem Umba-Valley. Selbst gefunden. Facettierqualität.
[*]18 Iolith aus Babati. Facettier- und Cabochonqualität.
[*]19 grüne Granate und Turmaline aus dem Umba-Valley. Mineralien selber gefunden.
[/list]
Dann habe ich noch fast 700 Gramm transluzenten Chrysopras in Cabochonqualität aus den Haneti Hills mitgebracht. 9 Steine (Saphire, Chromturmalin, verschiedene Granate und ein Alexandrit) sind noch in Tansania beim Schleifen.
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Souvenirs aus Tansania
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 ·  #2
Aus Brasilien hätte ich geschliffene Steine problemlos mitnehmen dürfen, aber keine Rohsteine. Scheinbar ist das in anderen Ländern anders.

Was machst du mit den ganzen Zeug? Läßt du die schleifen und Schmuck draus machen oder liegt das dann nur bei dir im Schrank? Und nicht ein Tansanit dabei. Oder hab ich da was übersehen?
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 ·  #3
Mit dem Ausführen von Rohrsteinen aus Tansania ist das so eine Sache. Grundsätzlich verboten ist die Ausfuhr von Rohrsteinen in Facettierqualität bei Rubin, Saphir, Diamant, Spinell und Tansanit bei >= 2 gr. Die Ausfuhr von Rohware und auch geschliffenen Steinen geht nicht ohne Unterstützung vor Ort. Du brauchst einen Broker, der eine Exportlizenz hat. Der Commissioner of Mines and Minerals muss die Bewertung vornehmen, um eine Exportsteuer zu erheben. Kurze Rede langer Sinn. Ohne helfende Hände vor Ort geht gar nichts.
Was ich damit mache, ist eine gute Frage. Ich sage nur Krankheit. Sammeln, Sammeln, Sammeln. Selten, dass ich mich von einem Stück trenne.
Ein Tansanit ist nicht dabei. Die Merelani- Hills sind abgesperrt. Stichwort Mauer. Und werden rund um die Uhr vom Militär kontrolliert. Rohware kommt legal nicht mehr auf den Markt. Und für schlecht geschliffene Steine musst du in Arusha ab 300 USD/CT aufwärts hinblättern. Zzgl. Exportsteuer und Einfuhrumsatzsteuer in Deutschland, kannst du auch direkt bei einem Händler hier kaufen.
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 ·  #4
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 ·  #5
karibuni
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 ·  #6
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 ·  #7
War sicher eine tolle Erfahrung, aber ich hoffe Du hast da jetzt nicht viel für bezahlt :D
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 ·  #8
[quote="Caitiff"]
War sicher eine tolle Erfahrung, aber ich hoffe Du hast da jetzt nicht viel für bezahlt :D
[/quote]

Tolle Erfahrung war es bestimmt. Und das nicht zum erstenmal und auch nicht zum letztenmal.

Der zweite Teil deines Kommentars ist nicht so ganz einfach zu beantworten.

Handeln macht Spaß. Sammeln ist mein Hobby. Es geht nicht darum, den Gegenüber über den Tisch zu ziehen. Wenn der Verkäufer 180 USD für einen Stein will, ich ihm 80 USD biete und er für 90 USD bereit ist den Stein an mich zu verkaufen, dann gebe ich sie ihm. Das sorgt für gute Laune und gute Stimmung und tut mir nicht weh. Ob der geschliffene Stein das dreifache, vierfache oder möglicherweise noch mehr wert ist, darüber mache ich mir, wenn überhaupt, erst wieder zu Hause Gedanken. Die Preise, die gegenüber Weißen aufgerufen werden, sind in der Regel überhöht. Das läßt sich durch Sachkunde, Ruhe auch im größten Trubel und bestimmtem Auftreten gegenüber dem Verkäufer aber gut regulieren. Fairness, Respekt und Umgang auf Augenhöhe sind da hilfreich. Deutsche Gründlichkeit, Genauigkeit und Spießertum sind fehl am Platze.

Es kommt auch vor, dass der Verkäufer nicht weiß, was er da verkaufen will. Je nach Gegend sind Granat, Turmalin oder Saphir die bevorzugten Ansagen mit entsprechenden Preisvorstellungen. Lupe, Refraktometer, Dichroskop, Chelseafilter und Spektroskop können sich in Tansania nur die wenigsten Menschen leisten. Auch wenn es teurer werden kann, trotzdem mit offenen Karten spielen. Oder eine andere Möglichkeit - Blindkauf. Dazu gleich mehr. Mein Bauchgefühl ist ein gutes Gefühl. Da höre ich darauf. Das bewahrt mich einigermaßen vor Fehleinkäufen. Synthesen möchte niemand kaufen. Wenn Rohsteine augenrein sind, ist gesundes Mißtrauen nicht falsch, wenn Rohsteine lupenrein sind, lasse ich die Finger davon. Ein Sechser im Lotto ist da wahrscheinlicher.

Und trotzdem kann ein Einkauf schief gehen. Die Idee bei einem Granat war: neon rotes Zentrum, blau-violette Ränder und Einschlüsse waren auch nicht geplant, signature piece nach Schleifen. Keine gute Idee ist es hingegen, bei Dunkelheit Edelsteine zu kaufen. Die beste Taschenlampe kann Tageslicht nicht ersetzen. Und drei bis vier Bier intus sind auch nicht hilfreich. Dann kommt nämlich das Gegenteil von geplant heraus. Das kann dann auch der beste Schleifer nicht mehr retten.

Ich habe auch keine Einkaufsliste, die ich abarbeiten muss. Was mir gefällt, das kaufe ich, wenn es ins Budget passt.

Die Veranstalter dieser Expedition sind ausgebildete Gemmologen und Geologen und sind exellent im Land vernetzt, was natürlich auch sehr hilft.

Zwei Beispiele:
Die "tansanische Kartoffel", die so unscheinbar nach Kieselstein aussieht, ist ein Hessonit. Da die Oberfläche "frosty surface" ist, ist es sehr schwierig das Innenleben zu beurteilen. Mit einer starken Lampe ließen sich einigermaßen gut mit bloßem Auge die Einschlüsse lokalisieren. Diese sind am Rand und nahe der Oberfläche zu lokalisieren. Jetzt muss man allerdings wissen, dass diese Art von Steinen grundsätzlich von winzigen Einschlüssen durchzogen wird, die nur mit einer Lupe erkannt werden können, was aber durch die Textur der Oberfläche nicht möglich ist. Der Stein wird nach dem Schleifen durch diese Einschlüsse etwas "ölig" ausschauen. Der Rohstein wiegt 38 Gramm. Daraus lassen sich nach meinem Dafürhalten 2 Steine um die 15 ct und ein Stein <10 ct schleifen. Qualität dürfte SI bis VVS sein. Hier ein 10 ct Stein, der augenrein ist, als plastisches Beispiel. Genug gelabert; zurück zur Ursprungsfrage ob zu viel gezahlt. Nehmen wir an, rein hypothetisch, ich hätte 100 Währungseinheiten gezahlt. Wäre dies zuviel? Nach meiner subjektiven Meinung , nein. Letztendlich muss das aber jeder für sich entscheiden. Ich hatte auf jeden Fall eine Menge Spaß mit dem Massai Chief, dem ich den Stein und noch einige andere abgekauft habe.

Noch kurz zur "Blindverkostung":
Ein Verkäufer wollte einen Beutel mit 54 Gramm Zirkonen an den Mann bringen. Das einzige , was an der Angabe richtig war, waren die 54 Gramm. Inhalt waren die Nr. 4 (die noch zu identifizierenden 4 Granate), die Nr. 10 (gelb-orange Granate) und die Nr. 16 (gelb-orange Turmaline) aus dem Ursprungsbeitrag. Ich habe den Beutel gekauft, ohne zu prüfen, was drin ist. Mir war aufgrund der Form und der Farbe relativ klar, dass es keine Zirkone waren. Aber was es war, habe ich erst später herausgefunden. Auch das ist eine Form von Chancengleichheit und übervorteilt weder Käufer noch Verkäufer. Für mich ist es ein begrenztes Risiko und der Verkäufer hat mehr als einen Monatslohn verdient.
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 ·  #9
Also ich höre in letzter Zeit immer nur "Man kann nicht mehr günstig kaufen, weil alle Internet und Instrumente haben" :D
Wir werden wohl in näherer Zukunft mit dem gemmologischen Institut von Monaco eine Tour nach Mosambik unternehmen. Evtl. besuchen wir auch einen Freund in Namibia, mal sehen. Auf jeden Fall wird das auch eine spannende Reise. Freue mich sehr drauf :)
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 ·  #10
könnte man die einblicksbehindernde Wirkung der rauhen Oberfläche nicht durch Eintauchen in einen kleinen Klarsichtgefäß mit Wasser oder Pflanzenöl verringern? (so macht man es doch auch mit facettierten Steinen beim Mikroskopieren)
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 ·  #11
Ein interessanter Bericht auf jeden Fall.
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 ·  #12
Zitat geschrieben von Tilo

könnte man die einblicksbehindernde Wirkung der rauhen Oberfläche nicht durch Eintauchen in einen kleinen Klarsichtgefäß mit Wasser oder Pflanzenöl verringern? (so macht man es doch auch mit facettierten Steinen beim Mikroskopieren)
Es gibt dazu speziell hochlichtbrechende und zähe Öle, von denen man einen Tropfen auf der Oberfläche anbringt.
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 ·  #13
oder so ;-)
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 ·  #14
Und was macht ein kleiner, ganz schön alter Schleifer, der sich kaum mehr traut, nach I.-O. zu fahren, geschweige denn nach Afrika? Wie kommt der an bezahlbare Rohsteine guter Qualität? Von Rubin, Saphir , Smaragd und Tansanit kann ich nur noch träumen. Selbst Turmalin und Aquamarin kann man sich kaum mehr auf Lager nehmen...
uhu
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 ·  #15
Hast Peridot vergessen, in Deine Liste zu nehmen, lieber uhu.
An Rohsteine für Größen ab 10mm fac. kommt man kaum mehr ran.
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