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Kosten eines Brillantrings im Jahr 1965

 
ingring
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ingring

 ·  #1
Liebes Schmuckforum,

ich habe folgende etwas ungewöhnliche Frage im Rahmen einer Erbschaftsangelegenheit:

Wieviel DM könnte ein 585-GG Brillantring mit 8-Krappen-Fassung
Gewicht 4,9g
0,56 ct
TW
IF
VG
im Jahre 1965 bei Gold-Kraemer gekostet haben.

Viele Grüsse
ingring
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 ·  #2
Frag doch einfach bei Kraemer nach.
Tilo
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Tilo

 ·  #3
ich möchte ja zu gerne fragen, welche Relevanz das für den aktuellen Erbfall hat, aber ich verkneifs mir ;-)
damaligen Preis weiß ich leider nicht
und dafür Zeitzeugen zu finden, die damals schon geschäftlich aktiv waren, dürfte schwer werden, denn die müßten ja heute über 70 sein (und damit eher wenig internetaffin)
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #4
Mein Vater hat zu der Zeit als Schmuckgroßhändler Gold Krämer beliefert. Ich bin zwar noch zur Schule gegangen und habe mich nicht für alles interessiert aber man könnte es zurück rechnen.

Nur, der ganze Aufwand hat eher akademischen Wert denn ein Erbfall zu dem Zeitpunkt wäre schon lange verjährt und bei einem aktuellen Erbfall spielt nur der Wert zum Zeitpunkt des Todes eine Rolle.

Warum der damalige Wert eine Rolle heute spielen sollte müsste man schon erklären.
ingring
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ingring

 ·  #5
Hallo Michael,

vielen Dank. Das habe ich auch geplant aber es lässt sich bei mir leider nicht so schnell verwirklichen. Vermutlich müsste ich dort auch an die richtige Person geraten, damit ich diese Information erhalte.

Man könnte "Kraemer" auch durch einen "namhaften Juwelier" ersetzen.

Mir würde es sehr helfen, wenn ich wüsste, in welchem Bereich wir ungefähr liegen.

Falls jemand dazu eine Vorstellung hat oder ein Beispiel was ein ähnlicher Brillantring zu dieser Zeit gekostet hat, wäre das sehr sehr hilfreich.

viele Grüsse
ingring
ingring
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ingring

 ·  #6
Vielen Dank für die vielen Antworten!

Die Frage hat folgenden Hintergrund. Ein Familienangehöriger hat im Jahre 1965 bei Kraemer für meine Grossmutter einen Brillantring für knapp 4000 DM gekauft. Nachdem meine Grossmutter vor 13 Jahren gestorben ist, fordert er jetzt Informationen über den Verbleib dieses Rings an. Er ist der Meinung, dass dieser Ring mittlerweile ca 16000 Euro wert sein müsste und hat in Erinnerung, dass der Brillant einen Durchmesser von ca 10 mm hatte. Die Quittung von diesem Ring ist leider nicht vorhanden.

Der einzige Brillantring, der nach diversen Recherchen aufgetaucht ist, ist der oben beschriebene Ring mit 0,56 Carat und ca. 5mm Durchmesser. Ich versuche jetzt herauszufinden, ob dieser Ring vor ca 50 Jahren knapp 4000 DM gekostet haben könnte.
Ulrich Wehpke
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Ulrich Wehpke

 ·  #7
Ich erinnere mich genau, da ich sei 1967 die Werkstatt für ein Krämergeschäft gemacht habe, dass Z.B. Münzringe (585) aus östereichischer Manufaktur-Fertigung, mit Kennedy-Goldplättchen, sowohl bei Gold-Kraemer, als auch bei Ordiam, für DM 7,90 verkauftz wurden.

Ital. Gliederarmbänder in durchaus vernünftiger Qualität, kosteten per Gramm mitunter weniger als 4,-DM. Der Normalpreis für derartige Armbänder (auch bicolor) lag etwa bei DM 4,80 per Gramm.

Brillantringe mit Halbkarätern in der für diese Geschäfte damaligen Normalqualität TW/W, P1 und SI, gab es bereits für DM 399,- und mit Karätern unter 1.000,-

Natürlich war das keine Spitzenware, aber die Angebote waren günstig und die Ware dekorativ. Die Menschen haben sie damals gekauft, wie Fritten. Auch Goldbanduhren mit dem Aufdruck ANKER gab es in 585 bereits ab DM 70,-.

Zum Vergleich: Der Preis für die Reparatur einer Collierkette betrug DM 0,80 und ein Brötchen kostete DM 0,05. Der Goldpreis belief sich auf DM 4,16 bis 4,18 per Gramm. In den Gold-Kraemer-Geschäften die ich kannte, war damals mit Sicherheit kein einziger Solitär-Brillant-Ring für DM 4.000,- am Lager. 1967 habe ich für lupenrerine Brillanten von 0,10 ct, in blau-weiss (das war das Beste was es damals gab, diese Steine hatten auch eine gewisse Fluoreszens) 800,- DM per Karat bezahlen müssen. Diese Steine wurden unter der Bezeichnung "Jager" gehandelt.

Übrigens hatten alle bei GK gehandelten Goldwaren der Stempel Kr+ und eine Zahl f.d. Lieferanten eingestempelt. Vielleicht helfen diese Informationen aus meiner Erinnerung ja weiter?
Tilo
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Tilo

 ·  #8
nun wäre es mal interessant, wie sicher die Aussage mit den 4.000DM ist
ich weiß aus eigener Erfahrung im Ladengeschäft, daß die Leute schon nach sehr wenigen Jahren ernsthafte Falscherinnerungen beschwören
ich erlebe es oft, daß Leute steif und fest behaupten, bestimmte Schmucksachen bei mir oder meinen Vorgängern gekauft zu haben, was ich aber mit 100%Sicherheit ausschließen kann, wenn da Herstellerstempel drin sind von anderen Goldschmieden (oder in jüngerer Zeit von Firmen, mit denen wir niemals Geschäftskontakt hatten)

insfern ist ein 50 Jahre zurückliegender Kauf eines in jedem Falle nicht grad billigen Ringes zwar durchaus ein erinnernswertes Ereignis, aber Details werden im Laufe der Jahre "angepaßt"

das mit dem Kr+ ist schonmal ein wichtiger Hinweis
ingring
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ingring

 ·  #9
Lieber Ulrich,

ganz herzlichen Dank für Deinen ausführlichen und hilfreichen Beitrag! Der Familienangehörige berichtet, dass der besagte Ring damals der teuerste bei Kraemer gewesen sei. Die Schatulle des Rings wäre ca 10 x 10 x 10 cm gross gewesen und man würde diesen Ring nicht vergessen, wenn man ihn mal gesehen hätte.

Der Familienangehörige behauptet, dass der aufgetauchte 0,56-Karäter auf gar keinen Fall der entsprechende Ring sein könne. Dieser 0,56-Karäter hat in der Tat keinen KR+ Stempel.

Also nach Deinen Informationen wäre es ja dann höchst unwahrscheinlich, dass ein Solitär-Brillant-Ring mit einem Durchmesser von ca. 10 mm für knapp 4000 DM erworben wurde. Das ist schon mal eine sehr hilfreiche Erkenntnis!

viele Grüsse
ingring
ingring
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ingring

 ·  #10
Lieber Thilo,

auch Dir vielen Dank! Ich bin ganz Deiner Meinung und sehe es auch so, dass Details wie z.B. der Brillantdurchmesser mit der Zeit in der Erinnerung schon mal etwas "wachsen" können.

Ich kann mir auch nicht so richtig vorstellen, dass man 1965 einen 4 bis 5-Karäter für knapp 4000 DM kaufen konnte. Umso interessanter sind die Einschätzungen hier im Forum für mich.


viele Grüsse
ingring
Juwelfix
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Juwelfix

 ·  #11
Genau, das sehe ich auch so. Der Stein kann niemals so groß gewesen sein, wenn der Preis stimmt.
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #12
Zu Ulrichs Ausführungen möchte ich noch bestätigend hinzufügen dass zu der Zeit der Feingoldpreis im Bretton Woods Verfahren auf 4500 DM/Kilo festgezurrt war und ein Grammpreis für 585 Gold von 4-6 DM/Gramm im Verkauf (die Umsatzsteuer lag deutlich unter 10%) nachvollziehbar und logisch klingt.
Tilo
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Tilo

 ·  #13
die geschätzten 10mm kann man eh gerost ignorieren
die 4.000 würden aber auf einen größeren als den vorhandenen Ring/Stein deuten
wenn die 4.000 sicher sind und man damals wirklich einen Ring bei Krämer bestellt hat, der weit über deren Normalpreisniveau lag
Raustland
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Raustland

 ·  #14
Also, es sieht doch stark danach aus als wenn der gesuchte Ring vorliegt, dafür sprechen die Beschreibung des Ringes und sogar der passende Stempel. Was nicht dazu paßt, sind die Größenangabe und der angeblich bezahlte Preis, schade ist auch das es keinen Beleg mehr gibt. Ich sehe das so, es ist viel wahrscheinlicher, daß der nachgefragte Ring gefunden ist, als daß die Erinnerungen an Preis und Größe richtig sind.
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #15
Auch wenn der Ring keinen Kr+ Stempel hat, ist das noch nicht sicher dass er nicht von Gold Krämer gekauft sein kann. Denn nicht alles war gestempelt. Was zum Beispiel vom italienischen Hersteller über Großhandel gekauft wurde, war mit Sicherheit nicht für den Juwelier personalisiert gestempelt.

Ausserdem: Geschenkt ist geschenkt und wiederholen ist gestohlen. Es ist eh alles verjährt.
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