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Silber ätzen - eine Alternativmethode.

 
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 ·  #17
Sehr interessant, was du da schreibst.
Ich scharfe schon in den startlöchern und möchte das unbedingt auch ausprobieren. Warte noch, bis es nicht mehr ganz so heiss ist.
Im Grunde könnte man mit deiner Bauanleitung auch rhodinieren u vergolden, mit den entsprechenden Bädern...?
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 ·  #18
Nein, zum galvanischen Versilbern eignet sich eine Silbernitratlösung nicht. Das gibt keine fest anhaftende Abscheidung.
Galvanikbäder arbeiten meist mit einem Komplex-ion. Hat glaube ich was mit der Sudschicht zu tun. 95% aller Silberbäder beruhen auf Cyanid - das funktioniert am Besten und ergibt eine gute Beschichtung die sowohl glänzend als auch gut anhaftend in entsprechender Schichtdicke aufgebracht werden kann. Cyanidbäder sind aber giftig und gehören in die Hände von Profis mit entsprechender Sachkenntnis.
Die Cyanidfreien Silberbäder für den Hobbybereich beruhen meist auf Thiosulfat oder Pyrophosphat als Komplexbildner, ältere Rezepte geben auch Blutlaugensalz an.
Die Abgeschiedenen Silberschichten aus diesen Bädern erreichen aber wohl nicht die Qualität eines cyanidhaltigen Bades. Oftmals ist auch die Farbe des abgeschiedenen Silbers "off color" je nach dem was da wie zusammengemixt wurde. Gibt da wohl auch bessere und schlechtere.
Bin aber kein Galvanikspezi - da wissen andere sicher mehr.

Vor einiger Zeit bin ich mal über das Patent von R.Lacey gestolpert http://www.google.com/patents/US7235165 , das wäre evtl noch interessant. Der Elektrolyt setzt sich aus weitestgehend recht harmlosen Substanzen zusammen. Interessanterweise sind im Bad keine Metallsalze vorhanden, das abgeschiedene Metall kommt allein von der Anode. Nach Aussage des Patents kann mit dem selben Elektrolyten Kupfer, Messing, Zink, Nickel, Eisen, Silber und Gold abgeschieden werden je nach dem was man als Anode benutzt. (Natürlich jeweils ein frischen Ansatz für unterschiedliche Metalle) . Ob das so wirklich gut funktioniert und wie die Qualität der Niederschläge ist kann ich nicht sagen. Verkupfern, verzinken etc ist uninteressant - wenn das aber für Silber oder sogar für Gold funktioniert und wenigstens so gut wie die Cyanidfreien ist wärs natürlich schon ne Interessante Sache. Irgendwann teste ich das viell. auch mal aus reinem Interesse... 😉
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 ·  #19
Zum Abschuss jetzt mal das fertige Schmuckstück, damit man mal sieht was draus geworden ist.
Mit der schwarzen Patina war ich nicht so ganz glücklich, deshalb nochmal runter damit. Da mich das Motiv an Wasserwirbel und Strömungen Erinnert fand ich Blau ganz Passend und habs mit ner blauen Patina versehen. Kann man auch mit verd Schwefelleberlösung machen - Ich hab in dem Fall Blausud(Lüstersud) genommen da das für mich besser klappt und die Farbe haltbarer ist. Wachsen oder Zaponieren sollte man aber trotzdem, ist ja nur ne Patina. "Blausud" findet man noch in alten Büchern heute wird das kaum mehr eingesetzt da das Rezept giftige Inhaltsstoffe enthält. Für Unbedarfte ist das glaub ich nix deshalb geb ich da auch keins. Macht aber schöne Farben... :)


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 ·  #20
Whow! :super:
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 ·  #21
Mal wieder sehr toll geworden!
Da deine Entwürfe auch immer ästhetisch sehr ansprechend sind, - und ich mit Metallclay arbeite - drängt sich mir der Gedanke auf, so etrwas als Negativplatte zum Abdrücken der Muster für Clayschmuck zu verwenden.
Also wenn du ein einmal entworfenes Muster mit vertretbarem Aufwand replizieren kannst, das den Clayzubehörhändlern wie Metalclaystudios I. Wild oder Akisashop anzubieten.
Es gibt zwar schon geätzte Messingplatten, nur sind die vom Design vergleichsweise langweilig.
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 ·  #22
Danke nochmal an alle für das Lob! :oops: Ich denke schon dass sich ein Geätztes Blech auch als Musterplatte für clay eignen würde. Muss ja nicht Messing oder Kupfer sein, Edelstahl ginge ja auch. Wenn ich allerdings sehe für was die Schablonen so verkauft werden wäre die Slebst-Herstellung zum Verkauf wirtschaftlichgesehen eher nen Verlustgeschäft. Hab da allerdings nur Gummi und Edelstahlschablonen entdeckt. Der "Einkaufspreis" des Shops läge ja nochmal Deutlich unter dem für was die weggehen und rechnet man da Material und Zeit... , versteuern muss man das ja auch noch - nee, das lohnt nicht...

Da wäre ich sicher besser bedient wenn ich einfach nen Workshop zur Ätztechnik anbiete und die Leute sich danach die Teile selbermachen. :D Anleitungen wie das mit der Ätzerei geht hab ich ja schon genügend veröffentlicht - nen Kurs wär also auch nicht zwingend nötig...

Ätzen ist halt eigentlich ne schöne Technik finde ich, für die man auch nicht viel an Ausrüstung braucht, und kann recht vielseitig Eingesetzt werden für alles mögliche. Ich finds schön wenn der ein oder andere hier halt was dazu mitnehmen kann und sich bemüßigt fühlt evtl mal selber damit zu Experimentieren. Informationen dazu gibt es halt nicht allzu viel, ich hoffe ich konnte dazu beitragen dass da zumindest ein bischen Abhilfe geschaffen wurde:)

Ich hab noch nen Paar Ideen in Petto bezgl. Ätztechnik, eine davon wäre z.B die 3D Reliefätzung in Stahl für Gesenke, Stempel, Punzen etc ,mit denen ich nebenbei experimentiere - wenn das was brauchbares Ergibt stell ichs auch mal vor. Heutzutage wird ja eher viel mit CNC und Laser usw. gearbeitet aber die alten Techniken sind auch trotzdem noch für manches gut...
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 ·  #23
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Da wäre ich sicher besser bedient wenn ich einfach nen Workshop zur Ätztechnik anbiete und die Leute sich danach die Teile selbermachen.
Betrachte moch als angemeldet.
EaK
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 ·  #24
Hallo Ralph,

ganz herzlichen Dank für die Arbeit, die Sie sich gemacht haben all diese Infos zu schreiben. Erspart mir bestimmt einiges an schlechten Überraschungen.

Gerne lese ich auch Ihre anderen Beiträge.

Andrea
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 ·  #25
Hallo Ralph,
erstmal viiielen Dank für deine unglaublich detaillierte und hilfreiche Beschreibung dieses Themas! Ich habe schon so viel nach irgendwelchen Anleitungen und Antworten gegoogelt und nichts wirklich Gutes gefunden. Wenn ich dises Forum und deinen Post ein paar Wochen früher gefunden hätte, dann hätte ich mir ne Menge Arbeit unf Fehlversuche sparen können ;-)
Ich habe inzwischen auch schon ein paar Erfahrungen gemacht und möchte euch die nicht vorenthalten ...
1. ich verwende hauptsächlich die Toner Traasfer Methode, die auch bei der Leiterplattenherstellung genutzt wird. Hierfür habe ich mir recht günstige Tranasferfolien bei AMAZON bestellt (DAOKAI 100 Bögen für ~€15). Man muss dann allerdings wirklich etwas rumprobieren, bis man zufriedenstellende Ergebnisse bekommt. Bei mir hat es letzendlich geholfen nicht direkt aus Powerpoint zu drucken, sondern als PDF zu exportieren und dann aus Adobe zu drucken ... wird dann einfach schwärzer (denkt dran spiegelverkehrt zu drucken ;-)!
2. Dann ist es wichtig auszuprobieren welche Temperatur und Zeit man zum Übertragen auf das Silber benötigt. Ich habe mir den Haarglätter meiner Frau ausgeliehen und bei mittlerer Temperatur ca 3 Minuten mit ordentlich Druck aufgebügelt. Je nach Drucker und Papier kann das aber deutlich abweichen!
3. zum ätzen habe ich 10% ige Salpetersäure benutzt und bei 7V 3 Minuten geätzt (ich werde in Zukunft mal stärker verdünnen und mit niedrigerer Spannung versuchen)

Ich gebe zu, die Ergebnisse von Ralph sind besser, aber ich hoffe mit seinen Tips näher an seine Qualität ranzukommen ;-)
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 ·  #26
... ich habe noch was wichtiges vergessen ...
um die Rückseite zu schützen könnt ihr einfach Paketklebeband benutzen und Nagellack funktioniert auch. Mit Nagellack oder mit wasserfestem Edding könnt ihr auch Korrekturen machen, wenn beim Transfer was nicht 100% ig geklappt hat.
Ausserdem kann man auch anstatt der Transfermethode direkt mit Nagellack arbeiten und das gewünschte Motiv in den angestrockneten oder getrockneten Nagellack reinkratzen ... (siehe Bild) ... ist dann nicht so filigran, hat aber auch seinen Reiz ;-)
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 ·  #27
Freut mich wenn meine Anleitung weiterhelfen konnte. 3% hno3 reicht völlig,ist auch weniger Agressiv gegenüber dem Abdeckmaterial. Seit ich zur Photolaminatfilm gewechselt bin bleibt Toner transfer außen vor, die Ergebnisse sind halt einfach sowohl konsistenter als eben auch noch etwas besser. Bei TT hatte ich die besten ergebnisse mit Oracal651 plotterfolie. Abziehen - auf papier kleben- bedrucken - transfer(mit laminator)- 2-3min in Eiswasser einweichen - abziehen. wenn alles richtig(blech sauber,temperatur,laminierzeit) bleibt NIX vom toner an der folie zurück,alles! geht aufs metall. Der Eiswasser-Trick funktioniert auch mit manch anderen transfermedien,aber nicht mit allen.
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 ·  #28
Ich habe nochmal geschaut... meine Säure ist auch 3,5% ig... Hatte ich nur falsch in Erinnerung...
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 ·  #29
Das ist ja eine tolle Idee!
Morgen werde ich mir direkt mal eine neue Galvanik bauen und sie dazu missbrauchen 😁
Sehr ausführlich beschrieben, super Tips und vorallem klasse Ergebnisse erzielt.

Wie hast du deine Form auf das Blech übertragen Ralph? Auch in eine Schablone gepinselt?

Viele Grüße
Tim
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 ·  #30
das motiv hab ich mit ner lichtempfindlichen photopolymerfolie aufs blech übertragen, steht irgendwo weiter vorn im beitrag oder meinst du was anderes?
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