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Schleifen in der Steinzeit

 
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 ·  #1
Vielleicht ist mein Thema eher etwas für Historiker oder Archäologen, aber vielleicht auch nicht:

Welche Schleifmittel, welche mechanischen Schleifgeräte oder sonstige Hilfsmittel haben die Menschen von der Steinzeit an und im Laufe ihrer Geschichte benutzt und weiter entwickelt, um Schmuck- und Edelsteine zu bearbeiten?
Bitte nur aus der Zeit, bevor die Elektrizität erfunden wurde, bevor es den gutsortierten Fachhandel für jedermann mit Ceroxid, Schleifmittel und -scheiben, digitalen Maschinen usw. gab.

Wie ist zu Urzeiten der Bernstein geschliffen worden? Womit haben die alten Ägypter den Lapis geschliffen? Mit welchen Hilfsmitteln sind im Mittelalter die Edelsteine für die Krone des Königs bearbeitet worden? Wie haben die alten Inder ihre schönsten Edelsteine zum Funkeln gebracht?

Auf Antworten bin ich gespannt.
Gibt es interessante Bücher oder Wege im Internet, eventuell Museum oder Ausstellung, hat jemand zufällig einen Fidelbogen im Keller oder eine umgebaute Nähmaschine oder ähnliches?
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 ·  #2
Hallo,
was du suchst vieleicht nicht direkt ich habe ein Buch (Kühne-Brehpohl Kunsthandwerkliches Schleifen und Verarbeiten) in dem sind viele Dinge beschrieben auch wie man sich entsprechende Scheiben baut und Maschinen eine Abbildung zeigt auch eine asiatische Schlamsäge. Bei dieser wird über zwei Pedale und einen Riemen die Achse des Sägesteins angetrieben. Der Stein hängt in einem Becken mit Schleifmittel. Ein wohl recht langsames verfahren.
Ansonsten geht es aber Hauptsächlich um strombetriebene Geräte und das schleifen mit Lochbrett und co Das letzte Kapittel befasst sich mit Fassungen Sogar Pavee und Karmonisierungen werden erklärt.
Alles in allem ein super Buch
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 ·  #3
Hallo Cap,

die Frage habe ich mir auch schon gestellt ... also: vom Goldwaschen weiss ich, dass zum Schluss nur die schwereren Bestandteile in der Pfanne zurückbleiben - das sind dann ( hoffnungsvollerweise ) die (Schwer-)Metalle und eben Korund ! Damit lässt es sich vortrefflich schleifen. ( Magnetit lässt sich mit dem Magneten entfernen )

Viele Grüsse
Manam
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 ·  #4
A bißl was ist bekannt, aber der Mensch lebte damals noch mit der Natur und hatte noch nicht allzusehr den Drang, seine eigenen Wünsche Mutter Natur und den Mineralien aufdrücken zu wollen.

Aber, es kam wie es kommen mußte und man wollte halt da a bißl mehr und dort a bißl mehr verändern.

Statt der Steinsäge kamen Hammer und Keil zum Einsatz, die Steinschleiferei hieß damals u.a. noch Steinschneidekunst und es wurde aus Gesteinen und Mineralien gebildhauert, weichere Material geschnitzt und graviert. Der Skarabäus als Talismann und Gemmen / Kameen zeugen noch davon.



Schaut mal:
http://books.google.de/books?i…um&f=false da steht nur was von gemugelt, höchstens mal das Schleifen eines Cabochons bzw. weitere Erklärungen kommen hier: http://books.google.de/books?i…um&f=false Ziegelmehl auf Bleiplatte, Bockleder gespannt auf Holzbrettchen für die Feinpolitur, ...
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 ·  #5
ja wenn du so weit zurückgehen möchtest :)
schau dir mal das Tutorial an Hab Ihn über ein englisches forum gefunden vor einigen Wochen. Er macht unter anderem Obsidianklingen für Messer und auch ganz tolle Gravuren
http://sterlingsculptures.com/wp/?page_id=971
lg
chris
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 ·  #6
Super bis hierhin! So viel Interessantes hatte ich in so kurzer Zeit gar nicht erwartet!

Aus dem von steinfroilein verlinkten Buch von Benvenuto Cellini:

"… Wenn die Zugvögel, unter anderen auch die Kraniche, auf ihrem Rückflug vorbeizogen, zog ich mit meinem Schießgewehr durch die Campagna von Rom, schoß sie und fand den Magen voll vieler, verschiedener kleiner Steine, genau wie oben erwähnt: Türkise, weiße Rubine, farbige Rubine; des weiteren einige rohe Smaragde und verschiedentlich eine kleine Perle. …" :D
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 ·  #7
Nordlicht,
google mal "mud saw" und schau dir die ersten Bilder an. Da gibt es viel zu entdecken, angefangen bei den alten Ägyptern und Chinesen...
Viel Spass!
uhu
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 ·  #8
die kraniche sind auch nicht mehr das, was sie mal waren
eine kleine perle, die die magensäure überstanden haben soll, da zweifel ich daran

gruß
stefan
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 ·  #9
Ja ja, der Cellini. Der soll ja so allerhand, aber genaues weiß man nicht. Noch nicht einmal ob er dieses Salzfass in Wien wirklich gemacht hat. Aber man nimmts an. Na ja.

So kommt mir die Sache mit den Smaragden, den Perlen, Türkisen und Lapisen auch vor. Ach ja, weiße Rubine... Erstaunlich was Kraniche so transportieren. Vor allem wenn man bedenkt, dass diese Vögel in Südfrankreich und Spanien überwintern.

Ich glaub' ich fahre auch mal hin um Edelsteine zu sammeln! ;)
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 ·  #10
ich wusste doch , mein altes hirn spilt noch mit.
in der steinzeit konnte man schon löcher in stein bohren , siehe steinaxt
hach meine schulzeit hat sich gerade ausgezahlt, endlich mal was, was man fürs leben braucht

http://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%A4ftung_(Vor-_und_Fr%C3%BChgeschichte)#Bohren
unter punkt 4.2.4
es wurde ein dreul benützt mit einem bogen als antrieb

gruß
stefan
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 ·  #11
Zum Gravieren von Steinen, hatten die Alten im mediterranen Bereich zwei Methoden: Kratzen und aoch rotierende Werkzeuge, so wie heute auch noch.

Als Schaber, bzw. Schleifmaterial wurde Schmirgel mit öl, aber auch Essig verwendet. Die Schmirgelvorräte der Insel Naxos waren in der Antike schon bekannt. Große, scharfkantige Stücke wurden in Hölzer gebunden und als Schaber gebraucht. In Mörsern zu Staub zerstoßener Schmirgel, als Schleifmittel benutzt. Als Antrieb der rotierenden Werkzeuge dienten "Fiedelbogen" aus Fischbein oder Holz..

Wer sich alte Gemmen ansieht, der kommt manchmal aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die teilweise wunderschön geschnittenen Achate, meist Karneole, zeugen noch heute von der Kunst der damaligen Steinschneider.
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