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Schmuck vor 1800

 
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 ·  #16
Auf den Feineisenguss beim Klassizismus bin ich schon eingegangen, auch auf die in den jeweiligen Stilepochen vorherrschenden Fassarten. Die genaue Erläuterung der Fassarten findest Du hier: http://www.goettgen.de/schmuck-foren/ftopic15846.html

Allgemein kann ich aber wirklich nur anraten, eine Führung in einem Museum mitzumachen. In Pforzheim gibt es das bekannte Reuchlinhaus, ein Schmuckmuseum in welchem alle Stilepochen ausgestellt sind. Andere Museen werden Dir sicherlich auch viel Info's bieten können. Zudem besteht dort auch die Möglichkeit zum Fotografieren, wenn Du dort um Erlaubnis bittest.

Gib dem Thread bitte trotzdem die notwendige Zeit, daß hier Informationen gesammelt werden können.

Ich geb dann mal ab an die Kollegen, ...
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 ·  #17
Zitat geschrieben von Juni2013
Ich möchte immer noch wissen, woran man Schmuck aus der Zeit vor 1800 erkennt :P .

Wie sah zum Beispiel die Broschierung aus?
oft keine weil die Broschen an die Kleidung genäht wurden. Und wenn waren es handgemachte Nadeln mit einer einfachen Spirale zum einhängen.

Zitat geschrieben von Juni2013

Welche Verschlüsse wurden verwendet?
siehe oben. Wenn man eine Zofe hatte musste man den Schmuck nicht selbst anlegen.

Zitat geschrieben von Juni2013

Stimmt es, dass Edelsteinfassungen immer unten geschlossen waren?
Nein, meist nur dann wenn es flache Steine waren die unterhalb verspiegelt waren.

Zitat geschrieben von Juni2013

Wurden Edelmetalle (im deutschen Sprachraum) grundsätzlich gestempelt?
Die Stempelgesetze kamen nach und nach. Unter 925-1000.com findest Du dazu fast alles.

Zitat geschrieben von Juni2013

Welche Legierungen hat man verwendet?
Welche Verarbeitungstechniken waren verbreitet (Guss, Schmieden...) und woran kann man sie erkennen?
Guss, schmieden, löten, ziehen, treiben und walzen. Also praktisch alles.

Zitat geschrieben von Juni2013


Habt ihr vielleicht Detailbilder dazu? In den meisten Büchern/Katalogen werden die Stücke nämlich nur von vorne gezeigt :(

Hier habe ich ein Stück mit Mechanik das auch von hinten gezeigt wird.
http://schmuck-boerse.com/ring/162/detail.htm Vermutlich um 1800 herum auch wenn Teile davon jünger sind.
Zitat geschrieben von Juni2013

Oder mal umgekehrt gefragt: Welche Merkmale deuten auf eine spätere Entstehung "im Stil von"?

Eine geringere Detailtiefe aber nur manchmal, dann Einflüsse späterer Stilrichtungen oft erkennt man es nur daran das ein späterer Goldschmied die Formensprache nicht voll verstanden hat.

Vieles an Nachahmungen spürt man wenn man viel echtes gesehen hat und kann es auf Anhieb nur schwer erklären.
Siehe z.B. die klassische Ausbildung von Bernheimer:
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/2249983/
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 ·  #18
Zitat
Ende des 17. Jh. erfand Pinchbeck eine Metall-Legierung, welche aus 128 T Kupfer, 7 T Messing und 7 T Zink besteht und zur Goldimitation hpts. für Uhrgehäuse verwendet wurde.


Hier dürfte ein Fehler vorliegen, da diese Legierung hoch rot wäre. Mit einem Kupferanteil von über 90%, (dazu kommt noch der Kupferanteil des im Messing befindlichen Kupfers. Der im Messing befindliche Zinkanteil fällt denn schon gar nicht ins Gewicht.

In meinen Notitzen habe ich folgendes Rezept für Pinchbeck gefunden:
10 Teile Cu, 8 Teile Zink, 1 Teil Eisen. Bei einer Gesamtmenge der Anteile von 19, davon 8 Teilen Zink entspräche der Kupfergehalt rund 52,63%, wozu noch der Legierungsbestandteil Eisen hinzu käme, der eine farbliche Verschiebung in Richtung grau bewirken dürfte. Auch stabilisiert der Eisenanteil das Kupfer, es löst sich nicht mehr so leicht aus der Legierung.

Mir persönlich kommt diese Zusammensetzung recht blass vor, aber ich habe sie noch nicht hergestellt. Möglich, dass der Eisenanteil da etwas bewirkt. Auch eine sehr bekannte Schweizer Uhrenmarke verwendet eisenhaltiges Gold. Das hat man sich sogar patentieren lassen (Everose).
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 ·  #19
Über Pinchbeck gibt es verschiedene Englisches-Messing-Rezepturen. U.a. Wikipedia (Pinchbeck alloy) zwischen 89% Cu + 11% Zn und 93% Cu + 7% Zn. Meine Notizen sind aus den 80er Jahren; möglich, daß sich damals Hör- oder Schreibfehler eingeschlichen haben.

Nochmals zurück zu Juni 2013: Weißgold im heutigen Sinne wurde erst seit ca. 1912 von den Scheideanstalten entwickelt und ob es Stempelgesetze über den Feingehalt von Gold- und Silberwaren in Deutschland von vor 16. Juli 1884 (BGBl S. 120) gibt, ist mir nicht bekannt.

Zum Barock fällt mir noch ein, daß auch damals Diamanten in Silber gefasst wurden und es den Mazarinschliff mit 32 Facetten gab. Damals kam auch der Rosenschliff auf.

Beim Rokoko ist hervorzuheben, daß aufrund Influenza im Portemonnaie 😉 Gold gegen Stahl und plattiertes Silber getauscht wurde. Hauptmerkmale waren u.a. auch das feine Ziselieren und Porzellanarbeiten. Interessante Literatur wäre evtl. auch hier zu finden.
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