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Ein Brocken

 
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 ·  #1
Dies ist der Anfang einer kleinen Schleiferei. Zunaechst einmal werde ich diesen herrlichen Gneis so zerlegen, dass mehrere schoene Steine mit verschieden ausgerichteter Maserung entstehen. Werden 6 bis 8 Karree-Cabochons. Werde nach und nach den Fortgang hier zeigen.
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 ·  #2
Gneis oder doch eher Granit? Gneis in Rot sprengt ein wenig mein Vorstellungsvermögen. Falls Du diesen schönen Brocken bei Dir in der Gegend gefunden hast, es sich dann also um Geschiebe/Geröll handelt, fällt Gneis wegen eher geringer alluvialer Belastbarkeit wohl aus. Mach doch vielleicht noch ein Bild auf dem sich mehr erkennen lässt?! Würde mich als Mitglied der Kies & Schotterfraktion sehr freuen.
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 ·  #3
Ich habe auch noch so etwas Ähnliches – gefunden unter der Steilküste an der Ostsee. Nach einem kleinen Buch über Ostseesteine (Titel habe ich gerade nicht greifbar!) hätte ich auch auf Gneis getippt.
Links Rohstein, rechts im Anschliff.
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 ·  #4
@ osirisgems

Sobald ich einen Anschliff habe kann ich ihn hier reinstellen - gehört ja auch zum Werdegang.
Zur Geologie: Ich wohne direkt am Rande einer eiszeitlichen Endmoräne. Den "Brocken" habe ich am Ufer einer nahegelegenen Kiesgrube ("Flughafensee Berlin Reinickendorf") gefunden. Ich kann mir schon vorstellen, dass das ein Gneis aus dem hohen Norden ist, der den Geschiebeprozess überlebt hat.

@ Nordlicht:

Dieses (ebenfalls wunderschöne) Stück ist ebenfalls ein Gneis - ein bisschen feiner gebändert und ein wenig heller als meiner, aber den schieferig angeordneten eingeregelten Quarz kann man auch bei diesem Belegstück sehr gut in der Feldspatglasmatrix erkennen. Lohnt sich aus meiner Sicht auf jedem Fall daraus was zu machen.

Ich meine, dass (... habe ich auch schon mal in dem von mir erstellten Thema "Feldspate aus Berlin" geschrieben... ) stellt das Aussehen von geschliffenem Gneis so manchen Landschaftsachat in den Schatten.

Sägen und Schleifen von Gneis empfinde ich trotz der hohen Zähigkeit (Schleifhärte, nicht Ritzhärte) als sehr angenehm. Nichts bricht unkontrolliert weg, und die Steine lassen sich für Gestein sehr gut polieren.

Ausserdem lässt sich mit Gneis sehr gut eine Holzoptik in Stein simulieren - das ist für das Design meines bereits in der Vorbereitung befindlichen Anhänger (Bolo) 2014 sehr wichtig - einen bräunlichen entsprechend gemaserten Gneis-Rohstein habe ich schon vorrätig, übrigens auch am Ostseestrand (Altenteil auf Fehmarn) gefunden.
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 ·  #5
Kein Anschliff, aber aehnlich informativ: Angefeuchtete Querschnitte der bisherigen Zerlegearbeiten...
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 ·  #6
Hauptgemenge ist doch bei Gneis und Granit dasselbe, oder? Während Gneis vom Korn her eher mittel bis grob ist (der Granit grob bis sehr grob), hat er eine Dichte von 2,8-2,9 im Gegensatz zum Granit mit 2,6-2,8.

Wo kommt dann der Begriff Granitgneis her?

Naja, auf jedenfall ein sehr schönes Stück. Da bin ich echt mal auf die weiteren Bilder gespannt, wieviele Arbeitsgänge bis zum Carrecabochon das werden. :super:

@Nordlicht: schleifst Du auch was draus oder ist mit dem Anschliff schon ein Deko-Objekt geworden?
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 ·  #7
Zitat geschrieben von steinfroilein



@Nordlicht: schleifst Du auch was draus oder ist mit dem Anschliff schon ein Deko-Objekt geworden?


Mal schauen – ist ja lediglich 2,5 cm gross, also wird vielleicht ein persönlicher Grabstein zum an die Kette hängen daraus … :D

Nee, aber im Ernst: Dieses Gestein ist (jedenfalls hier im Norden) oft als Grabplatte oder Grabstein auf Friedhöfen zu finden.
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 ·  #8
Erinnert mich dran, daß wir mal einen Versicherungsvertreter hier hatten, welcher uns nach unserer Arbeit/Branche fragte.
Wir: Steinbranche.
Er: Oh, das tut mir aber leid und dachte dabei an Grabmal/Steinmetz.

Gut, daß Du schon eingangs erwähnt hast, wo Du den gefunden hast, sonst hätte ich glatt gefragt, ob Du auf Schnäppchenjagd auf'm Friedhof warst.... :bounce:

Gneise und Granite haben schöne Maserungen. Der Granodiorit gefällt mir auch recht gut.

Die Kies- und Schotterfraktion hat mehr Anhänger, als sie denkt. 😉
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 ·  #9
Ja, ja, ich weiss, dass solche Material auch für Grabsteine verwendet wird :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

@ Steinfroilein

Gneis kann als metamorphes Gestein durchaus mal ein Granit gewesen sein. Allerdings wurde dieser dann in grosser Erdtiefe bei enormen Druck derart aufgeschmolzen, dass der Feldspat beim Erkalten mehr oder weniger zu Glas erstarrt ist und der Quarz dann langsamer nachkristallisierte. Dabei - warum weiss ich auch nicht - regelt sich dieser dann schieferig ein.

Chemisch ist ein solcher Gneis dann in der Tat mit Granit nahezu identisch, wobei das höhere spezifische Gewicht wohl am Unterschied zwischen kristallinem und amorphen Feldspat liegt.
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 ·  #10
Sind eigentlich die Nebengemengteile dann andere?
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 ·  #11
Ich weiss nicht, was mit dem Glimmer vom Granit nach der Metamorphose wird. Ich denke mal er loest sich im Feldspatglas auf und wird dann unsichtbar.

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass bei diesem infernalisch heissen Prozess stets auch neue Mineralien sich unter den Gesteinsbrei mischen.
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 ·  #12
Nun isser fertig zum Schleifen. Werden zwei laengsgestreifte und zwei konzentrisch gestreifte Karree-Cabs, sowie ein kleiner laengsgestreifter Karree-Cab. Was ich mit den Splittern mache weiss ich noch nicht. Auch das Saegenehl hab ich aufgehoben, vielleicht kann man das ja mal im Brennofen zusammenschmelzen. Wird ein schoenes Lot Gneis. Mal noch ne Frage: Soll ich die Rueckseite leicht konvex oder doch plan schleifen. Was ist einem Fasser lieber?
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 ·  #13
... Das Bild dazu.
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 ·  #14
mir sind zum Fassen und vor allen Dingen zum Fassungsbauen die Planen lieber. Die Konvexen brauchen eine extra Steinauflage. Aber man hat ja meistens eh nicht die Wahl, sondern muß fassen, was da ist. Aber grundsätzlich macht eine konkave Unterseite meines Erachtens bei opaken Steinen eh keinen Sinn, außer mehr Gewicht, das verkauft werden kann.
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 ·  #15
Vielen Dank Tatze - plane Rückseiten sind auch viel einfacher zum Schleifen, will sagen ich investiere viel lieber die Zeit in die gewölbte Oberseite, die wird insbesondere bei den beiden Cabs, wo die Maserung so ausgerichtet ist, dass sie dort konzentrische Streifen bilden soll, eine echte Herausforderung, zumal die Maserung nicht ganz gerade durch den Stein verläuft. Werde mit den löngsgestreiften Cabs anfangen, die sind in der Hinsicht wesentlich einfacher und bieten mir noch die Chance bei der gewollten Ausforming der Wölbung auf der Sichtseite zu üben...
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