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Normgrössen und Cabochonhöhe

 
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 ·  #1
Hallo geschätzte Steinexperten,

ich habe mir einen Schablonensatz und einen Messingstift besorgt, mit denen man vor dem Sägen und Ebouchieren über 40 genormte Grundrisse auf Steine vorzeichnen kann. Z.B. oval 10 x8, 11 x 9, 22 x8, 24 x 10 oder rund 8, 10, 12, 14 usw.

Dann sind da noch Grössen, die offenbar nicht in mm angegeben sind: .01, .25, .5, 1.00. Sind das Zollgrößen?

Meine entscheidende Frage ist aber: Wie hoch schleife ich einen Cabochon? Ist das von der Größe der Grundfläche abhängig? Oder gibt es da so eine Art Goldenen Schnitt? In dem Buch "Edle Steine schleifen" von Hartig finde ich nur allgemeine Angaben, wie: "Oberteil nicht zu flach, Kante (Phase) nicht zu stark gebrochen, Wölbung nicht zu schief" usw.
Gibt es da einen idealen Cabochonschliff, der relativ zur Größe der Grundfläche perfekt ist?

Vielen Dank für Eure Antworten.
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 ·  #2
Hallo Nordlicht, bei uns in der Großschleifindustrie gilt in etwa: von der Kugel die Hälfte. Also bei rund 10 mm Durchmesser ist die Höhe des Cabochons plus/minus 5 mm; bei oval 10x8 mm wäre das dann plus/minus 4,5 mm.

Bei transparenten echten Edelsteinen geht man nicht unbedingt auf ca.-Normmaße, sondern behält soviel Gewicht wie möglich bei.

Es gibt aber auch Fans von eher flach gehaltenen Cabochons und Fans, die eher zu dickgewölbten Cabochons gehen bis hin zum Spitzkegel.

Die Anderen melden sich sicherlich auch noch zu Wort. 😉
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 ·  #3
als verarbeitende Goldschmiedin muß ich sagen, ich mag Cabouchons, die zu steil von der Rundiste hochgehen (meist die, die eine plane Unterseite haben), nicht wirklich, weil die sich unheimlich schlecht sicher fassen lassen (wirkt sich dann auch negativ auf meine Laune aus ;-) ). Lieber etwas flacher und von mir aus doppelt gemuggelt, damit bin ich glücklicher.
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 ·  #4
Vielen Dank bis hierhin! Aber @ tatze, was bedeutet "doppelt gemuggelt"? :shock:
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 ·  #5
doppelt gemuggelt bedeutet, daß der Cabouchon keine plane Unterseite hat, sondern die Unterseite leicht gespannt ist.

So wie auf dieser Grafik hier der linke Cabouchon:

klick
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 ·  #6
Im Prinzip macht (fast) jeder Hersteller und jeder Schleifer sein eigene Höhe oder Muggelung. Die Namen variieren auch. Hersteller aus der Großschleifindustrie haben oftmals ganz andere Namen bzw. Schliffbezeichnungen als Datavue/GemCad.

Wir sagen z. Bsp. zu doppelt gemuggelt: polierte Linse rund oder polierte Linse oval oder zweiseitiger (doubleside) Cabochon flach.

Entscheidend ist, was tatze auch angesprochen hat: zum Fassen geeignet ist es besser, einen Cabochon von der Rundiste aus gesehen mit leichtem Winkel nach innen zu schleifen.

Unten mal ein paar Beispielsbilder. Beim Brilliant Dome, wenn keine Facetten angelegt werden, ist es dann ein flach oder auch muggelig geschliffener Cabochon.

Oft wird unterschieden in intransparente Steine und transparente Steine. Wie schone erwähnt, wird meist aus Verkaufsgründen "auf Gewicht geschliffen". Je mehr Carat, je höher die Ausbeute und somit teurer der Preis. Man wird normalerweise kaum oder selten einen Stein flacher schleifen als notwendig. Man will ja schließlich Material und Gewicht erhalten.

Beim Einschleifen für Reparaturen ist es dann so, daß man sich eher nach der Vorlage halten muß und hier wird dann eher "eingeschliffen", also auf das Maß oder die Höhe, wie es die vorliegende Kundenschmuckreparatur "vorschreibt".

P.S. Ich sehe grad an den Zeichnungen bei den CAB, daß die mittlere Zeichnung zu extrem hochgezogen sind... Norm ist ca 1/2 vom Durchmesser.
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 ·  #7
Ein Cabochon schleife ich in der Regel danach, was das Material am besten zur Geltung bringt. Und nach "Norm" nur dann, wenn ein spezieller Auftrag vorliegt, sonst soll sich der Goldschmied eben mit krummen Maßen befassen. Fasserfreundlich versuche ich trotzdem zu bleiben. Mein bisher größter - und später gefasster - Cabochon war übrigens ein Malachit mit 5 x 9 x 3 cm.
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 ·  #8
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 ·  #9
Du weißt doch, Baden-Württemberger können alles außer Hochdeutsch! 😉

Aber "mugeliger Cabochon" hat es immerhin schon ins Wikipedia geschafft. Aber Zirkonhead müßte aus IO den Ausdruck gemuggelt auch kennen. In der Schleifbranche ist das ein allgemein gültiger Begriff.

Für Nordlicht habe ich vielleicht noch etwas gefunden:
http://www.gemsociety.org/info/lap23.htm

Aber eine gezielte Proportionsanweisung oder -vorschlag wie für die Facettierten wüßte ich auch nicht irgendwo niedergeschrieben (außer in mancher Hobbysten-Werke)....

Osirisgems, Uhu, Manfred, Capcuadrate und all die Anderen, wo seid ihr denn?
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 ·  #10
na dann schreib ich auch mal was.

die Schablonen hab ich auch aber nutze sie für Cabochons wenig. Meist schleife ich einfach drauf los, wie mich der Stein gerade so anguckt. Seitdem ich dann versucht hab einige Ergebnisse zu fassen, mache ich mir dazu allerdings auch Gedanken. echt mies sind Steine, die am Rand nicht gleich hoch sind oder unterschiedliche Winkel über der Rundiste sind. Oder gar keine Rundiste und dann verschiedene Winkel rund um dend Stein. Für Profis sicher nur eine Zeitfrage.

Seit ich den Facettenvirus hab sind die Cabochons aber etwas zu kurz gekommen.

Der Uhu urlaubt glaub ich noch.

@Steinfroilein, wie wars in Bramberg. Habs leider nicht geschafft Urlaub ausgefallen.
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 ·  #11
Nein, der Uhu urlaubt nicht mehr, ist aber noch beim Kofferauspacken....

Habe Fotos in Bramberg gemacht, wenn Nordlicht nicht's dagegen hat, stelle ich welche ein. Da kann dann auch mal Lissy drüberschau'n, wo die Gwindeln und Zepterquarze sind. Heute kam schon mein Aldi-Fotobuch. Zillertal, Zemmgrund, Stillupe, Zamsergrund, Bramberger Mineralienbörse sowie Museum und Bad Wiesseer Seefest 2013. Die Granate in Matrix (Hornblendegarbenschiefer), welche draußen auf der Terrasse liegen, sind in Szene gesetzt noch nicht fotografiert...

50 - 60 kg dürften es schon sein.....😉

@Osirisgems und Uhu: Euer Tipp war super, da waren wirklich ganz tolle Stücke auf der Mineralienmesse zu bestaunen!
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 ·  #12
@Steinfroilein

Auf dem Bild P1060245.JPG sind mindestens zwei Gwindeln zu sehen. Bei dem schöneren ist leider der Preis nicht zu erkennen.

Für die, die es interessiert, die zweite Reihe von unten und das zweite Stück von rechts ist ein chloritisiertes Gwindel. Die sind aber immer preiswerter. Viel schöner ist das auf dem unteren Absatz. Da stehen in der Mitte zwei Stufen, hinter denen nichts steht. Das rechte davon ist ein verdammt schönes Gwindel. Leider kann ich es nicht in die Hand nehmen und drehen und wenden, dann wüsste ich, ob mein Sparschwein vor Schmerz aufheulen würde.

Lissy
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 ·  #13
@Steinfroilein,

schöne Bilder. Uhu erkannt und die Dame aus dem Steiner Team. Die Granate haben es mir auch angetan. eher nix zum Schleifen aber super anzuschaun. Und davon hast du 60 kg gekauft ?

Gruß
Cap
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 ·  #14
Hallo Nordlicht
:D
Wenn es bei Reparaturen erfordelich ist kann man meist auf genormte Steine zurückgreifen wenn vorhanden.Zu diesem Zweck hab ich einige billigere Sorten parat die ich nicht selber geschliffen hab.Bei Arbeiten für Goldschmiede sind aber meistens eher spezielle Grössen gefragt die in die Fassungen eingeschliffen werden.Dazu braucht man etwas Übung,die Schablonen können hilfreich sein muss man aber nicht haben wenn es um Formen geht die aus der Norm fallen.Die Steinhöhen richten sich oft nach dem Gesamteindruck der durch Maserung und Farbe beeinflusst wird.Ausserdem haben die Kunden sehr verschiedene Vorstellungen und nach diesen richtet es sich auch dann oft genug.
Den goldenen Schnitt bekommst du durch deine Vorstellungskraft indem du den Stein so schleifst das er ein gefälliges Gesamtbild zeigt.Es ist eben oft eine Sache des eigenen Gefühls und dessen Umsetzung.
Auch Anhängersteine sind vorwiegend muggelig geschliffen oder auch eben mit Facetten oder einer Tafelfläche,was der Kunde oder du selbst eben bestimmst.
Hab hier mal Fotos von fertigen kostengünstigen Normgrössen und ein paar Steine die ich nach eigenem Ermessen gemuggelt hab.
Bei teurem Rohmaterial ist eine individuellere Steingestaltung auch schon bei der Bearbeitung erfreulicher und schöner zu schleifen als eine Normgrösse herzustellen ist.
..Manfred
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 ·  #15
@ steinfroilein

Eigentlich wollte ich ja dieses Jahr noch eine Radltour dorthin machen wo Du die Hornblendengarbenschiefer her hast. Jetzt brauch ich da wohl nicht mehr suchen? Dann muss ich halt weiter rauf, zu den schleifbaren Rhodolithen.
Von den Hornblendengarbenschiefer möchte ich aber ganz dringend & ganz schnell die Bilder sehen!!! Einen ganzen Zentner davon zu schleppen, alle Achtung, da wird selbst der Weg von der Fundstelle ganz schön lang...

Für Cabochons bin allerdings kein Ansprechpartner, nur für´s Facettieren und die etwas größeren Flusssteine, mehr geht zeitlich leider nicht.
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