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Rapid Prototyping CAD vs. alte Schule

 

Umfrage

Beschäftigt Ihr Euch schon mit Rapid CAD Prototyping?
Ja, ein Muß für die Goldschmiede-Zukunft!
 
55 (82.09%)
Nein, das hat mit "Goldschmieden" nichts zu tun!
 
12 (17.91%)
 
0 (0%)
Stimmen insgesamt:67
Goldie
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Goldie

 ·  #1
Hallo zusammen :)

CAD Prototyping könnte man fast zum neuen "IN"-Begriff der Branche küren. Zumindest stolpere ich immer wieder darüber egal auf welchen Webseiten ich surfe.

Nun möchte ich mal die Vor- und Nachteile gegenüber der "alten Schule" des Goldschmiedens gegeneinander antreten lassen...

Ach ja, was ist überhaupt CAD Prototyping?
Vielleicht möchte Ulli eine kleinigkeit darüber berichten... :)
Ulrich Wehpke
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Ulrich Wehpke

 ·  #2
Erstemal eine Schnell-Antwort:

CAD-Prototyping bedeutet

A) computergestütztes 3-D-Zeichnen
B) computergestütztes Umsetzen der Zeichnungen zu 3-D-Körpern, die als hochgenaue Modelle für die Herstellung in einem der modernen Gussverfahren dienen. Die so erzeugten Modelle können genau so als Urmodell für eine Serienproduktion dienen, wie auch als Modelle für eine Einzelfertigung. Da ich im Augenblick etwas Stress habe, bitte ich um etwas Geduld, denn ein vernünftiger Artikel muss ja erst einmal geschrieben werden.

Gruß, Ulrich
felis*confectis
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felis*confectis

 ·  #3
hallo

ich bin zwar noch "frischling" also in ausbildung, aber eine meinung hab ich trotzdem schon ;-)

ich lerne graveur. hier ist es ja schon sehrsehr weit verbreitet mit computergesteuerten maschinen zu arbeiten, deswegen muss ich auch mit CAD programmen arbeiten lernen.
trotzdem ziehe ich die (entwurfs)arbeit von hand vor. ich bin da wohl etwas "spiessig" aber ich finde einfach, in einem kunsthandwerklichen beruf sagt eine zeichnung wesentlich mehr aus als ein computermodell. und wenn man alles nur noch am rechner erarbeitet, verlernt man vielleicht auch das "denken mit der hand" das gefühl für die formen, die strukturen, die form des körpers, etc...

liebe grüsse
von der
Naschkatz'
Ulrich Wehpke
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Ulrich Wehpke

 ·  #4
Hallo Naschkatz´

Der Entwurf ist das Eine, die Zeichnung das Andere. Du zeichnest heute auch nicht mehr mit Kohlestücken und Erdfarben, sondern bedienst Dich moderner Zeichengeräte-u. Techniken. Dabei hast Du die letzte Stufe halt nur noch nicht genommen. Der Rechner ist nichts weiter als eine andere Art Bleistift. Allein ist er saudumm und überhaupt nicht kreativ. Wenn Du Dir allerdings die Urzeitwelt in Jurassic Park ansiehst, dann ändert sich das Bild schglagartig. Alles was dort so grandios gezeigt wird, wurde am Computer gezeichnet und animiert. Kaum zu glauben, nicht wahr? Körperliche Strukturen? Ich habe sie noch nie schöner und natürlicher gesehen, als in diesem Film. Dabei ist die Software schon uralt.

Also, nicht das Werkzeug macht es, sondern derjenige der es bedient. Wenn Schmuck oder eine Gravour seelenlos aussieht, liegt es nie am Computer, sondern immer am Menschen, Und niemand wird am Rechner Leistungen bringen, zu denen er persönlich nicht fähig ist.

Das Zeichnen am Rechner wird mit einem Stift von Hand vorgenommen. Nur dass die Stifte, Pinsel usw. virtueller Art sind. Das ändert nichts an der Tatsache, dass wenn Du nicht in der Lage bist eine Zeichnung anzufertigen, und zwar mit dem (Blei) Stift, auch keine Zeichnung auf dem Bildschirm erscheint. Das ist genau das Gleiche, wie auf Papier oder Leinwand. Nur dass Du beim Rechner das Ergebnis gleich in verarbeitbaren Daten hast, und es nicht erst noch mühsam fotografierten und konvertieren musst!

Gruß, Ulrich
designer
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designer

 ·  #5
Hi Felis,
Viele Designer die ich kenne arbeiten seit je her mit Skizzen, denn so sind Sie am kreativsten. Wer bisher mit Handzeichnungen arbeitete und sich eine CAD Software zum Schmuckdesign zulegt sollte deshalb darauf achten, dass die Software die Verwendung angefertigter Skizzen unterstützt.
Bei 3Design werden die Skizzen (z.B. Seitenansicht, Draufsicht, usw.) eingescannt und als Hilfsmittel zur Konstruktion der 3D Daten in die Arbeitsbereich eingefügt. So hilft die Zeichnung bei der Konstruktion.

Die jungen Designer arbeiten zum Teil lieber direkt am PC. Jeder wie es ihm beliebt. Ich bin der Meinung das die Kreativität entscheidend für das Ergebniss ist und nicht die Arbeitsweise.
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Titel: Nouvelle image (1).jpg
Information: gescannte skizze
Ulrich Wehpke
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Ulrich Wehpke

 ·  #6
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Guestuser

 ·  #7
Hallo Zusammen!

Auf meiner Suche bin ich auf dieses Forum gestossen, welches mich wieder hoffen lässt, hier ein paar Antworten auf meine Fragen zu bekommen.
Ich bin Schmuckdesignerin und interessiere mich schon seid längerem für CAD.
Da ich Mac User bin gab es lange kein Programm welches für mich in Frage kam.
Nun bin ich auf 3Design gestossen. Scheinbar extra für Schmuckdesigner entworfen?

Hat jemand Erfahrungsberichte zu dieser Software.
Der Preis von 5.000 Euro erscheint mir doch sehr hoch!
1.Was muss man an Zeit investieren, um diese Software wirklich gut bedienen zu können?
2.Gibt es in der Software vorgefertigte Ringprofile, Fassungen, Schriften zum einfügen ähnlich der Lasergravur?(die schrift wird ausgelasert), und wenn ja,
3.besteht nicht die Wahrscheinlichkeit, dass so die Stücke der verschiedenen Designer alle eine Ähnlichkeit aufweisen?
4.Kann man eine .ai Datei einfügen?

Ich bin dankbar für jede Hilfe und beantwortete Frage.

Liebe Grüsse
Ulrich Wehpke
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Ulrich Wehpke

 ·  #8
Hallo Fräulein,

bei der Auswahl eines CAD-Programmes muss unbedingt darauf geachtet werden, was mit der Software gemacht werden soll. Mit manchen Programmen lassen sich zwar fantastische Zeichnungen erstellen, aber sie sind für das nachfolgende Prototyping nicht so gut geeignet. Von Wichtigkeit sind auch die Schnittstellen. Wenn ein Programm die notwendigen Formate nicht, oder nur ungenügend bereitstellt oder nimmt, ist es ebenfalls für die Tonne.

Das Preis-Leistungsverhältnis ist zweifellos bei RHINO am besten. Nicht um sonst ist es heute weltweit das am häufigsten für diese Zwecke eingesetzte Programm. Außerdem gibt es billige Studentenlizenzen für etwa 400 EURO. Mit RHINO erschlägst Du fast jedes Problem was Dir über den Weg läuft. Und wem das nicht reicht, der ist entweder ganz ganz dick im Geschäft, oder er spinnt. Wer es finanziell gut kann, für den empfiehlt sich MATRIX. Das ist momentan das Stärkste, was ich kenne. Allerdings auch seht teuer, ca 8.000.- EUR (?) MATRIX ist auf RHINO aufgebaut und bietet dessen Genauigkeit und Perfektion mit allem erdenklichen Luxus. Das ist wirklich beeindruckend. Insgesamt kann man jedoch sagen, dass ein Programm von 5000 EUR eher zu den preiswerteren zählt. Die meisten sind erheblich teurer. ARTCAM kostet 8000.- MATRIX ebenfalls, ander liegen teilweise noch erheblich darüber. Aber die preistreibenden Extras sind wirklich nur etwas für absolute Vollprofis, die ebeb gerade auf derartige Sonderleistungen besonders angewiesen sind.

Ja, und dann brauchst Du natürlich auch ein Renderprogramm. Zu Rhino passt FLAMINGO, zwar einfach und ohne Anschluss an die Spitzenklasse, dafür aber schnell und preiswert. Und wer damit ungehen kann, der bringt den Betrachter mühelos ans Staunen. Wer es besser haben will, für den bietet sich MAXWELL an. Langsam, aber spitzenklasse und etwas teuer. Ob es Studentenlizenzen gibt, weiß ich nicht.

Wie lange Du brauchen wirst um ein derartiges Programm perfekt bedienen zu können, weiß ich nicht, ich kenne niemand der das wirklich von sich behaupten würde. Das ist wie beim Klavierspielen, es gibt immer bessere. Es kommt dabei maßgeblich auf die Einweisungen an. Uch hier ist RHINO ganz weit vorn. In Leistung, Angebot und Preisen. Es gibt auch viele Foren, wo Könner jederzeit bereit sind Anfängern oder Fortgeschrittenen unter die Arme zu greifen. Auch betreiben manche Händler eine Art Hotline für RHINO.

Schriften können die Programme alle, vorgefertigte Ringprofile und allerlei vorgezeichnete Einzelteile gibts in MATRIX, allerdings hat man sich diese Dinge auch schnell selbst angelegt.

Die Ähnlichkeit einzelner Entwürfe wird sich nicht vermeiden lassen, wenn geklaut wird. Sonst aber ist die Vielfalt unbeschreiblich.

RHINO hat bislang alle Formate gefressen die ich angeboten habe. Ob es nun .ai nimmt, kann ich aus dem Stehgreif nicht sagen, glaub´s aber bestimmt.

http://www.de.rhino3d.com/

Gruß, Ulrich
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 ·  #9
FRÄULEIN,

Für den Mac gibt es eine ganze fülle von 3D Programmen.
z.B.: Cinema 4d die kleine Version für unter 1000.- € ist super gut. man kann perfekt, und damit meine ich photorealistische Bilder erstellen. Der im und export auch für wachsdrucker ( stl ) funktioniert. (http://www.maxon.de )
Auch ein Neuling kann damit nach wirklich kurzer einarbeitungszeit Modelle erstellen.

Vellum gibt es in verschieden Versionen auch ab unter 1000.-
http://www.arnold-cad.ch

FormZ ist wieder was teuerer aber besser könnte ich so nicht sagen. ich kenne auch nur das Demo


Für Rhino bin ich zu dumm. Ich will schnell und einfach ein Ergebnis haben. und auch weiterhin am Werktisch sitzen.
Gruß

Andreas
Ulrich Wehpke
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Ulrich Wehpke

 ·  #10
Das Problem mit den STL´s ist, in welcher Auflösung die Triangulierung stattfindet. Ist sie zu grob, kann die Datei - obwohl STL - nocht verwendet werden. Und das ist manchmal ganz schnell der Fall. Cinema ist auf jeden Fall ein gutes Zeichenprogramm. Mit den Stl`s aus Cinema kenne ich mich nicht aus.

Gruß, Ulrich
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 ·  #11
Hi...

Ich misch mich hier mal in die Runde ein.

Arbeite selbst mit Architektur und Produktdesing und verwende Rhino mit Vray und Maxwell als Renderplugin oft zur Detailausarbeitung und Modeler wo Sketchup und Archicad nicht so passend sind.

Flamingo kann ich nicht empfehlen, es kostet auch fast genauso viel wie Maxwell oder Vray.
Vray ist ein sogenannter biased renderer...wohingegen Maxwell mit echtem Licht arbeitet und so immer ein physikalisch richtiges Ergebniss liefert (ist aber ein wochenendrenderer...also um ein vielfaches langsamer als Vray)
hier ein beispiel von Vray photorealismus...zoomt mal an den Kicker :lol:
http://85.124.199.50/radraumx.mov

http://85.124.199.50/composite.jpg
http://85.124.199.50/wuzler/10.html

Habe hier eine Webseite gefunden wo es gratis Rhino3D Schmuck gibt.
http://www.paulkrush.com/free-3d-jewelry-models-page-1
auch alles renderings.

(steht anscheinend mit MATRIX in Verbindung)

interessante Sache das Schmuckdesign muss ich schon sagen.
Bin darauf gestossen weil ich selbst einen Verlobungsring brauche und keinen schönen gefunden habe...also Rhino her und los gehts.

Nun habe ich das Design...ganz einfache Form...kann es auch aus Metall drehen...kann mir jemand weiterhelfen wie ich dann davon einen Wachsguss ziehe und dann den Ring aus Silber giesse?
Die Bearbeitung vom Rohling ist dann wieder kein Problem für mich.

lg
Marcus

admin-info: bild EXTERN-verlinkt, da zu breit für forenlayout
http://85.124.199.50/ri.jpg
Ulrich Wehpke
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Ulrich Wehpke

 ·  #12
Hallo heavyweather,

besorge Dir aus dem Bastelhandel eine Silikon-Abformpaste. Damit kannst Du die Hohlform herstellen. Den Sockel verwendest Du später als Füll-und Angusskanal. Die Form öffnest Du nach Gebrauchsanweisung mit muscheligem Schitt und Skalpell. Nun müssen die Formen mit Wachs gefüllt werden. Dazu gibt es spez. Modellwachse, Du kannst jedoch auch selber fummeln mit Paraffin und Kanauberwachs. Fertiges gibts bei Karl Fischer in Pforzheim oder im Dentalhandel.

Den Einguss würde ich der Vorsicht halber etwas größer als benötigt gestalten, so dass er als Trichter zu benutzen ist. Die Form wird dann mit zwei Brettchen zusammengebunden und in einen Behälter gestellt. wo sie sicher und fest drin steht, Dieser Behälter wiederum ist an Draht oder Kordel angehängt mit einem Griff, so dass er rundherum geschwenkt werden kann. So lassen sich von Hand die nötigen Zentrifugalkräfte erzeugen. Hast Du alles gebaut und probiert, wird die Form mit flüssigem Wachs gefüllt und wie verrückt im Kreis geschwenkt. Schick Deine Verlobte dabei berrer ins Bett, damit sie nicht versehentlich vor der Hochzeit erschlagen wird, wenn Dir der Kram aus der Hand fliegt. ;-)

Ist alles richtig und kalt geworden, kann die Form geöffnet werden und das Wachsmodell wird entnommen. Einbettmassen gibt eis ebenfalls im Dentalhandel oder bei Fischer. In Deinem Fall kommt eine Gipsgebundene zur Verwendung. Nach Vorschrift anrühren, in einer Vacuumglocke entgasen, dann in eine Gussküvette einfüllen, in der zuvor das Wachsmodell auf einem Gummiteller oder Plastillin aufgebaut wurde. Ist das Modell in der Suppe verschwunden und die Form voll, muss diese noch einmal ins Vacuum, damit alle Luftblasen entfernt werden. Wenn nicht, hast Du nach dem Guss "Erbsen" an den Ringen. Dann einpaar Stunden stehen lassen und im Brennofen mit 1 Grad pro Minute bis auf 700°C hoch heizen. Danach auf etwa 550° abkühlen lassen.

Nun musst Du Dir nur noch eine Gussschleuder bauen, am besten sollte sie aber schon fertig sein. An einer senkrechten, drehbaren, 2-fach kugelgelagerten Welle mit einem Loch am oberen Lager, ist oben ein waagerechter Galgen (Flacheisen) angebracht, an dessen Ende jeweils eine Bohrung ist. In diesen Löchern hängen jeweils zwei, an kräftigen Drähten angebrachte Töpfchen frei beweglich dran. Die Drahtlänge beträgt etwa 250 bis 300 mm. In das eine Töpfchen kommt die erhitzte Form, in das andere die Gussform. Wenn Du nun durch die Bohrung am oberen Lager eine kräftige Schnur gezogen und mit einem Knoten gesichert hast, dann lässt sich die Konstruktion "aufziehen", d.h. die Schnur wird um die Welle gewickelt. Je größer der Durchmesser der Welle an dieser Stelle ist, um so mehr Kraft wird beim Anreißen der Schnur in Drehung umgesetzt.

Wenn alles "funzt" und die Schleuder sich prima dreht, alle Vorläufe mit Bravour und ohne Verletzte absolviert wurden, wird es ernst: Mit einem Druckluftgebläse oder einem Injektorbrenner wird das erforderliche Metall mit Borax in einem Hessischen Tontigel erschmolzen. Eine andere Person nimmt dann die vorgeheizte Form aus dem teuer erstandenen Ofen und stellt sie in die Gussschleuder. Dann heißt es schnell sein! Eine Person hat den Griff mit der aufgewickelten Schnur in der Hand, welche die BOMBENFEST angebrachte Schleuder in Gang setzen muss, die andere Person gieß0t nun unter Wegnahme der Flamme(!) das flüssige Metall in die Form. Sofort danach muss die andere Person sich mir aller Kraft in die Riemen schmeißen und die Schleuder in Drehung versetzen. Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten:

A: Es reißt die Schnur, und der Bediener fliegt rückwäts durch die Manege. Resultat: Meist ist der Guss nichts geworden und irgend jemand muss zum Doc oder ins Krankenhaus.

B: Die Schleuder wird aus der Verankerung gerissen und das flüssige Gold oder Silber sorgt nicht nur für hübsche Muster auf der Haut, sondern auch für Gestank und möglicherweise einen Einsatz der Feuerwehr, mitsamt Notarzt.

C: Der Guss "verhungert", weil z.B. der Anreißer nicht gefrühsückt, oder die Hosen voll hat.

Und schließlich D: Der Guss ist gelungen und kann nun von Kanälen befreit werden und auf die Drehbank. Von da an weißt Du ja wieder allein weiter.

Nun wird der Ein.oder Andere sagen, dass das auch anders geht. Richtig! Wenn das Modell mit vielen, kleinen Angussstiften (jeweils etwa 1,5 mm Durchm.) auf einem halbkugeligen Plastillin-Sockel aufgesetzt wird, der eigentliche Gusskanal also auf vielen (ca 6-8) dünnen Stelzen steht, dann kann die Form, wenn sie ausgebrannt ist, als Schmelztigel verwendet werden. Das Material wird dann auf der Gussform in der hohlen Kopfseite geschmolzen. Es kann nicht in die Form fließen. weil die Oberflächenspannung zu groß für die dünnen Kanäle ist. Mit einen Asbesthanschuh kann auf das flüssige Metall (bis etwa 30 Gramm) eine halbe Kartoffel mit der Schnittseite auf die Form gedrückt werden. Der Dampfdruck treibt das Metall in die Form.

Heinrich Butschal vertreibt ein kleines Sandgussgerät, dazu braucht man noch nicht einmal eine Kartoffel, die Handhabung ist ganz einfach, die Ergebnisse für gröbere Anforderungen absolut OK.

Du Kannst auch aus Hartwachs die Modelle auf der Drehbank machen und die Ringe direkt vergießen. Noch besser ist vergießen lassen, dann ist der ganze Aufstand für ein paar Euro aus der Welt. Denk dran, auch die spätere Ehe birgt noch Gefahren und Anstrengungen die gemeistert werden müssen, Mann sollte mit seinen Kräften haushalten!

... Und manch einer wird sich nun sagen: Wat´n Aufwand! Mal ganz ehrlich, hätten Sie´s gewusst?

Gruß, Ulrich
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 ·  #13
Super, vielen Dank :D

Habe ich ein Glück dass ich vor der TU auf der Kunstakademie studiert habe...werd mich dort mal vertrauensvoll an den Goldschmied der Restauratoren wenden, die hatten mal so ein Schleuderguss Seminar im Angebot...sollte an 1-2 Nachmittagen erledigt sein.

Ich hatte ja auch mal Formenbau und das giessen von Keramik und Bronze war da nur eine Frage einer echt sauberen Form und der richtigen Gusskanäle.
Bisschen enttäuscht bin ich schon dass es mit Silber um einiges schwierieger erscheint.

Aber mit Brennofen kann ich dienen...auch mit Vakuum kannst du mich nicht abschrecken...(so ähnlich hatte ich mir das ja sowieso vorgestellt.)

Jetzt zum Schleudern.

Was meinst du dazu den Guss einfach mit einer Druckluft betriebenen Schleuder durchzuführen...genug Werkzeug hätte ich dafür auf der Uni... :bounce:
Ich würds auch brav dokumentieren und gegebenfalls dass der Versuch erfolgreich verläuft mal hier videomässig posten :D
Wäre doch mal eine ideale Versuchsanordnung für eine gasgetriebene Tesla-Turbine.
Oder ein anderes schnell rotierendes Werkzeug als Basis...Flex z.B. macht doch auch über 7500U/min. Ein Werkzeug mit zentralem Eingusskanal auf Basis einer Flexscheibe könnte ich schon herstellen.

Oder vielleicht doch die Prototypen einfach an den Giesser schicken...
Da fällt mir ein ich brauch die Dinger nicht mal drehen...haben hier auf der Architektur einen 3D Printer für den Modelbau...
Mal nachfragen ob der auch zum rapid-tooling taugt, dann könnte ich die Gussform direkt herstellen...

Super Forum übrigens! Ich mags wenn sich jemand wirklich auskennt!

lg aus Wien
Marcus
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #14
So ein Aufwand mit der Schleuder und die Risiken erst. Mein Vater hat noch mit der Hand geschleudert.

Dabei geht es doch so einfach mit Unterdruckaubsaugung. Dafür reicht eine Wasserstrahlpumpe oder ein Staubsauger völlig. Es muss nicht rumgeschleudert werden sondern in die, von unten angesaugte Form, die dadurch auch stabil steht, wird zügig das flüssige Metall eingegossen. - Fertig. Das kann man sich einfach selber bauen oder es fertig bestellen als Mini-Cast.
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Guestuser

 ·  #15
Würde es mit einer offenen Form wie dieser hier auch funktionieren?
http://85.124.199.50/cast.jpg

Was wenn ich die Ringe in eine einfache offene Rohrform giesse...snd ja sehr einfach reine drehkörper, die könnte ich dann einfach auf der drehbank abdrehen?
Oder meint ihr ist der Materialverlust zu hoch?

Noch ein paar andere Fragen.
Wo kann ich das Silber zum giessen kaufen?
Wieviel Silber/Gold brauche ich dafür in gramm?
Kann man einfach altes Silber einschmelzen?
Sterling Silber oder reines Silber?

Hält eine Keramikform die Temperatur vom Guss aus?

lg
Marcus
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