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Plagiate

 
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 ·  #1
Dass Plagiate überall angeboten und auch gerne gekauft werden, ist nicht wirklich etwas Neues.

Aber der weltweite Umsatz mit gefälschten Markenwaren soll mittlerweile immerhin ca. 360 Milliarden betragen. Deshalb möchte die EU mit neuen Richtlinien der "Produktpiraterie" den Kampf ansagen.

Wie sehr ist eigentlich der Schmuckhandel von diesen Verlusten durch das Angebot von Plagiaten betroffen? Oder beschränkt sich dieses Problem in erster Linie auf das Uhren - Angebot?

Liebe Grüße Andreas

www.altertuemliches.at
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 ·  #2
Ich denke mal, es sind durchaus auch in der Schmuckbranche sehr weit vertreten. Grosse Designer-Namen werden ja gerne nachgemacht.........
Insgesamt wird sehr viel gefälscht, vor allem in China.
Das Beste ist: sie sind dann auch noch so dreist und stellen ihre Kopien auf der Messe aus! Gerade wieder in FFM passiert. Reihenweise wurden Dinge konfisziert und Stände geschlossen ( Geschirr, Besteck, Gläser).
Eine Bekannte von mir arbeitet für eine spanische Firma auf der Messe und gibt dort Kataloge mit Hinweisen auf spanische Fabrikanten aus, aber nicht an die Chinesen, da sie die Kataloge dazu nutzen "abzukopieren".
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 ·  #3
Ich denke es ist eine Frage der Qualität der Plagiate.
Wenn sie mit den Originalen vergleichbar oder vieleicht sogar besser sind, aber trotzdem noch günstiger als das Original, warum nicht. Bei Originalschmuck von Joop oder anderen zahlt man doch eh zu 70% nur für den Namen.. :motz:
Somit eine günstige Alternative für Leute die Markenschmuck zur Selbstdarstellung brauchen...

Was die Chinesen angeht, sie haben schon immer kopiert und werden es auch weiterhin tun! Vielleicht liegt das ja irgendwie in den Genen :lol:
Sie haben auch kein Problem langjährigen Geschäftspartnern in den Rücken zu fallen, nur um ein paar € zu sparen:
Ein Beispiel:
Chinesen (mal stark verallgemeinert) haben kein Problem damit im Nachbarhotel zu übernachten weils dort seit neuestem billiger ist, aber im Hotel, welches sie seit Jahren kennen und wo sie normalerweise auch wohnen, zum Frühstücken zu gehen...... :evil:

Tja, das Leben ist gemein... 😉
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 ·  #4
Ich meine: entweder kann ich mir das Original leisten, wenn es denn unbedingt sowas sein muss, oder ich kaufe mir was Anderes oder gar nichts.
kaa
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 ·  #5
mit CDs ist es in China das gleiche, sie werden 1 zu 1 kopiert, samt Cover und allem drum und dran und dann im Laden verkauft. Der Sänger, wie auch immer, kriegt keinen Pfennig. Behörden wissen es, reagieren aber nicht. Der Markt ist dafür wohl viel zu gross.
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 ·  #6
Es ist sicher so, dass man häufig einen wesentlichen Teil des Preises für den Namen bezahlt.
Trotzdem glaube ich, dass der Laie meist nicht beurteilen kann, ob die Qualität annähernd gleich ist. Und wenn er den Unterschied dann doch bemerkt, dann nennt er den Gegenstand ja schon sein Eigen. Dann ist er höchstens für das nächste Mal klüger geworden.

Man wird ja sehen, ob die neuen Richtlinien etwas ändern können, aber ich glaube ehrlich gesagt nicht so richtig, dass man so durchgreifen wird, dass es der Markt tatsächlich spürt.

Liebe Grüße und noch einen schönen Abend, Andreas

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 ·  #7
Zitat

wesentlichen Teil des Preises für den Namen bezahlt.


richtig. aber das fällt nicht ganz in die taschen der marken sondern wird zum größten teil in werbung und schnickschnack gesteckt, um den hype um seinen namen zu pushen bzw. auch zu erhalten.

fazit: man bezahlt im grunde für den hype um den namen mit dem man sich dann brüsten kann, wenn man das will.

qualitativ ist solche markenware nicht immer besser. sie hält nur länger, weil sie die größte zeit im schrank verbringt oder eben bald durch die nächste erungenschaft ersetzt wird. bei manchen leuten ist es kein problem ein kleidungsstück nur 1 mal zu tragen.

die plagiate profitieren dann vom namen, der vom markenhersteller teuer etabliert wurde und müssen nichts einsetzen - gar nichts. das machts es so spannend für die produktpiraten und diese sachen sind teilweise maffia-ähnlich organisiert...
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 ·  #8
Wenn ein Neandertaler eine Kette aus Tigerkrallen und Bärenzähnen hatte, dann hat er die Tiere hierzu selbst erlegen müssen, derartige Dinge wurden bei keinem Naturvolk "gehandelt", da damit immer eine besondere Leistung, also auch persönliche Qualität verbunden war. Aber diese einfachen Zusammenhänge sind in unserer Zeit, in der Begriffe wie Ehre, Anstand, Mut, zu reinen Worthülsen verkommen sind, länst außer Kurs. Mehr Schein als Sein ist die Devise der Gegenwart und nationaler Zustand und allgemeine Leistungen machen schon lange deutlich wohin so etwas letztendlich führt.

Ulrich Wehpke
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 ·  #9
Interessant ist in diesem Zusammenhang vielleicht auch, dass in früheren Zeiten in China das "Fälschen" eine andere Tradition hatte als bei uns und nicht negativ besetzt war.
Nachgeahmt wurde, was schön und begehrt war und die nachgemachten Objekte waren beinahe genauso beliebt wie das Original.
Erst im 19. Jh. entwickelte sich durch den zunehmenden Kontakt zur westlichen Kultur das bewusste, ausschließlich auf Gewinn orientierte Fälschen - also auch im Sinne des Betruges.

Deshalb kaufen chinesische Kunstliebhaber lieber in Europa. Hier können sie die Echtheit eines Objektes wesentlich leichter nachvollziehen.

Liebe Grüße Andreas

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 ·  #10
Hallo Andreas!

Das ist ein Themenbereich, der sicher mehr als nur meine einfache Sichtweise der Psychologie erfordert. Die Frage ist erst einmal: Warum und aus welchem Motiv heraus wird ein Gegenstand nachgemacht. Ich sehe das so:

Machte ein Chinese früher etwas nach um sich selbst daran zu erfreuen, da er an das Original nicht heran kam, dann ist das OK. So ist es übrigens selbst im Deutschland des Jahres 2006 auch noch.

Macht ein Neandertaler z.B. Bärenkrallen nach, um damit vor Anderen zu protzen und den Anschein zu erwecken er sei ein besonders guter, beherzter Jäger, oder um diese vermeintlichen Trophäen zu verteilen oder zu verhökern, ist das nicht OK. So ist es übrigens selbst im Deutschland des Jahres 2006 auch noch.

Das hat weder etwas mit der Qualität der gefälschten Gegenstände, noch mit ihrem Preis zu tun. Bei den modernen Markenfälschungen spielt nur noch zusätzlich eine wirtschaftliche Komponente mit hinein, da der Markeninhaber seine Produkte ja verkaufen will und sie mit immensen Aufwendungen am Markt etabliert hat. Diese Dinge sind nicht selten extrem teuer, weil Herstellung und Vertrieb es notwendig machen und deshalb zwingenderweise auch von sehr hoher Qualität. Sie weisen die rechtmäßigen Besitzer als Menschen mit potentem wirtschaftlichem Hintergrund aus. Man hängt sich also heute kein Schild um den Hals worauf geschrieben steht" Ich habe eine Million auf der Bank", sondern man trägt eine Luxusuhr, fährt einen Sportwagen mit einem Pferdchen, oder knallt dem Gegenüber an der Theke zum Entzücken seiner hübschen Freundin, das Foto seiner 25-m-Luxusjacht vor die Nase.

Denn darum geht es bei allen diesen Dingen: Mann will Frau gefallen und Konkurrenz ausstechen, Frau will Mann gefallen und Konkurrenz die Augen auskratzen. Wenn wir zu den Bärenkrallen zurückkehren, stellen wir fest, dass das Neandertal noch quicklebendig ist und fröhliche Urstände feiert.

Ganz nebenbei: Nicht der Fälscher ist der eigentlich verdammungswürdige, sondern der Käufer. Denn er will ja prahlen, den Eindruck erwecken, der ihm von Mutter Natur verwehrt wurde! Auch und gerade beim anderen Geschlecht (wenn er normal ist ;-) ) Ein wahrhaft armer Wicht! Der Fälscher hingegen, trägt die echte Uhr und lebt seinem Kunden die Illusion erfolgreich vor, der jener zeitlebens verbissen nachhechelt! :twisted:

Gruß, Ulrich
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 ·  #11
Guten Abend Ulrich!

So wie das heute wahrscheinlich sehr oft abläuft, da gebe ich dir schon Recht. Man möchte im Besitz eines bestimmten Gegenstandes sein, um von einer bestimmten Gruppe Anerkennung zu bekommen.

Bei Schmuck mag es natürlich immer auch etwas anders gewesen sein, aber bei der Malerei war es durchaus üblich, dass so manches beim Meister in Auftrag gegebenes Gemälde von einem seiner Schüler gemalt oder fertig gestellt wurde. Ein echter Rembrandt war dann eben aus der Werkstatt Rembrandt und er hat möglicherweise auch wirklich selbst daran gemalt, es war aber nicht zwingend notwendig. So habe ich gelesen, dass er eine Zeit lang so beliebt war, dass die Menschen Porträts von ihm besitzen wollten. Rembrandt ließ seine Schüler ziemlich viele Bilder malen - Vorlage war natürlich ein Selbstporträt des Meisters. Naja, das war teilweise zu gut gemeint, einige dieser Bilder sind ihm "übrig geblieben". Jedenfalls malten seine Schüler so gut, dass selbst heute noch bei manchen Werken zweifeln an der Echtheit bestehen.

Was ich mit der langen Ausführung nur sagen will, ist, dass die Menschen früher einen etwas anderen Begriff von "echt" oder "gefälscht" hatten.


Liebe Grüße Andreas

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 ·  #12
Hallo Andreas,

mit dem Fälschen von Bildern war das früher ohnehin ganz anders. Da mag der Hauptgrund noch die Sehnsucht danach gewesen sein etwas Schönes zu besitzen und sich daran zu erfreuen. Die Beweggründe heutzutage liegen dagegen seitens der Käufer auf der Schiene "gefälschte Bärenkrallen" damit die Leute glauben, der Träger sei.... Das ist was anderes.

Rembrand war in seiner Zeit ein geachteter Handwerker, der natürlich auch Mitarbeiter hatte. Ein Guter Handwerker, einer der was konnte, war ein Künstler. Die Heiße Luft ist erst in der Neuzeit dazu gekommen. Der Kunstbegriff hat heute nichts mehr mit Können seines Schöpfers zu tun, sondern er bezieht sich vielmehr auf die angebliche Einmaligkeit seines "Werkes" Man hat sogar schon versucht mit Fäkalien verzierte Tische auf Kunstausstellungen unterzubringen! Du sagst richtig:

Zitat
So habe ich gelesen, dass er eine Zeit lang so beliebt war, dass die Menschen Porträts von ihm besitzen wollten


Dazu muss gesagt werden, dass die Maler die Vorläufer der Fotografen waren, so wie die Rosstäuscher von den Gebrauchtwagenhändlern. Wer ein Bild von sich oder seinen Lieben haben wolltre, der musste schon einen Maler bemühen, denn die Fotoknipsen kamen erst viel später. Und dass er "Flyer" von sich verteilte, die seine Mitarbeiter gepinselt hatten, zeugt von Geschäftstüchtigkeit. Nun, genutzt hat es ihm ja wenig, denn er hat ja alles was er hatte verzockt und ist wohl eines der abschreckendsten Beispiele für Jemand, der auf seinem Höhenflug den Boden unter den Füßen verloren hat.

Aber nur Gemälde als echt bezeichnen zu wollen, die Rembrand selbst persönlich hergestellt hat, also mit eigener Hand, das wäre auch in meinen Augen vollkommen falsch. Da könnte man genau so gut verlangen, dass der Herr Rolex jede Uhr von Hand bastelt. Rolex ist eine Marke und Rembrand war dies in seiner Zeit auch. Dass er überdurchschnittliche Leistungen zeigte, davon zeugen die in seinem Atelier entstandenen Bilder noch heute.

Gruß, Ulrich
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 ·  #13
Hallo Ulrich!

Ich glaube, dass wir zu diesem Thema ohnehin ganz gleich oder sehr ähnlich denken.

Mir ist auch klar, dass für Porträts früher Maler zuständig waren; was ich gemeint habe war, dass viele Menschen ein Selbstporträt von Rembrandt wollten und da dieser nicht Tag und Nacht sich selbst malte, hat er seine Selbstporträts von seinen Schülern kopieren lassen.

Liebe Grüße Andreas

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