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silberfarbiger Schmuck - Alternativmaterial

 
Redaktion
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 ·  #1
nehmen wir mal an, ich möchte einen silberfarbigen Ring oder eine silberfarbige Kette oder einen anderen silberfarbigen Schmuck. ich mag aber kein Silber, weil das zu anfällig ist für Kratzer.

Welche Alternativen hab ich beim Material?

Graugold mit Rhodinierung also Weißgold?
Platin, Palladium, Titan? ... ?

Rhodinierungen verschwinden im Laufe der Zeit eventuell und die Alternativen sind allesamt teurer und 100% Kratzerfreiheit gibts sowieso nicht.

was würdet Ihr also jemandem raten, der was Silberfarbiges ohne Silber haben will?
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 ·  #2
Die preisgünstigste Alternative wäre Edelstahl. *schielt zur TeNo Werbung nebenan* Die Industrie hat diesen Trend eigentlich gut erkannt, für uns Goldschmiede ist Edelstahl nicht gerade das Traummaterial. Für schönen Edelstahlschmuck kann man außerdem inzwischen auch viel Geld ausgeben.
Wenn es das Budget erlaubt, würde ich zu Palladiumweißgold raten. Ich finde es hat eine sehr schöne helle Farbe und ist sehr hart.
Platin oder Titan hat eher eine gräuliche Farbe, würde als Silberersatz also eher wegfallen. In der Regel ist Platin auch zu teuer für Kunden die Silberschmuck suchen.
Zitat geschrieben von Redaktion
Graugold mit Rhodinierung also Weißgold?

Vernünftiges Weißgold braucht keine Rhodinierung. Der Begriff Graugold ist meiner Meinung nach irreführend.
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 ·  #3
Platin grauer als Palladiumweißgold?
also ich würde das andersrum bezeichnen und beschwören
bei Ketten mag ne Rhodinierung für Jahre einen hellen Anschein vortäuschen, bei Ringen hilft gegen Kratzer nur: viel teureres PtIr
Edelstahl
oder KobaltChrom aus dem Dentalbereich, natürlich nicht als Kette erhältlich, obwohl, Ulli?

und wieso ist graugold irreführend? weißgold finde ich irreführend
das ist für mich ne Grundsatzdiskussion
sogar der "geliebte" Anbieter 123g... schreibt korrekterweise von weiß- und graugold
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 ·  #4
Platinlegierungen mit Palladium sind heller deutlich weisser als es Weissgold mit Palldium je sein kann. Es ist sogar heller als das schöne alte Nickelweissgold.

Noch besser im Sinne von härter und zäher und weiss sind Platin-Iridumlegirungen.

Nur die meist im Handel angebotenen Platin-Cobalt-Legierungen sind eher ein sehr helles grau, ein wenig Aluminiumfarben.

Aber zum Thema zurück:
Die preisgünstige Alternative zu Silber ist eigentlich Edelstahl meist eine Chrom-Nickel-Vanadium-Eisen-Legierung.
(Komischerweise regt da niemand über Nickel als Legierungsbestandteil auf und es wird sogar als allergiefrei angepriesen)
Goldschmiede haben Edelstahl als Grundmaterial noch nicht aufgegriffen, weil die Fertigungskosten im Verhältnis zur Materialersparnis deutlich höher liegen. Ausser vielleicht wenn man geschickt mit vorgefertigten Teilen arbeiten würde.
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 ·  #5
Ja, mein erster Einfall ist auch Edelstahl.
Man muß allerdings damit umgehn können, also möglichst Puk-oder Laserschweißen, Hartmetallzieheisen etc.
Gießen ist auch nicht so problematisch, aber es ist eben nicht so vielfältig zu verarbeiten wie die relativ gesehn weichen Edelmetalle.

Titan ist in der Verarbeitung noch problematischer, und auch farblich nicht unbedingt der Ersatz, weil wesentlich grauer als Silber. Dafür kann man es aber in unzähligen Farben einfärben.

Vor kurzem habe ich ein Paar Ringe aus der Kombination beider Metalle gemacht. Der Kunde hatte eine chirurgische Schiene aus Titan, die er verarbeitet haben wollte.
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Adrian Weber
 
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Adrian Weber

 ·  #6
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 ·  #7
also, wenn auch titan in frage kommt, dann werfe ich noch reines zirkonium-metall mit ins spiel. sieht ähnlich aus wie titan ist nur im schmuckbereich noch recht unterbelichtet.
übrigens kann man aus titan sehr viel machen, wenn man (wie wir) unterschiedliche halbzeuge auf lager hat.

stefan
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 ·  #8
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 ·  #9
Ich habe schon mit Zirkonium experimentiert. Es ist kaum zu bekommen, da es wegen seiner Kerntechnischen Verwendung aus der Sperrliste steht. Zirkonium ist nämlich eine der besten Neutronenbremsen die es gibt (oder sogar die beste).

Als ich es dann hatte, war ich enttäuscht. Es ist eine eisenähnliches, weißliches Metall. Unter dem Laser schweißbar, relativ duktil, aber bei der geingsten Verunreinigung (Glühen, Flussmittel, Lote. Schweißzusätze. sogar gegen Scvhutzgas ist es empfindlich) sofort spröde und brüchig werdend. Aus diesem Grund hab ich es wieder zur Seite gelegt. Es ist in der Werkstatt im praktischen Einsatz nicht recht verarbeitbar. Auch als Legierungsmetall für Titan eignet es sich nicht. Problemkiste.

Der einzige Punkt in dem ich in diesem Fall mit Stefan übereinstimme ist folgender: Es ist weiß, bzw hellgrau.
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 ·  #10
Für Silber gibt es keine Alternative.

Silber ist leicht zu schmieden, zu schmelzen, zu verformen, Silber kann gelötet, geschweißt, vernietet oder geschraubt werden, Silber ist das polierbarste aller Metalle, Silber kann sowohl galvanisiert werden, als auch selber als Beschichtung dienen, Silber ist korrosionsfest, für Menschen nicht giftig, die Reihe lässt sich noch sehr lange fortsetzen.

Silber ist eben Silber!
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 ·  #11
Zitat geschrieben von Ulrich Wehpke


Als ich es dann hatte, war ich enttäuscht. Es ist eine eisenähnliches, weißliches Metall. Unter dem Laser schweißbar, relativ duktil, aber bei der geingsten Verunreinigung (Glühen, Flussmittel, Lote. Schweißzusätze. sogar gegen Scvhutzgas ist es empfindlich) sofort spröde und brüchig werdend.


hallo uli,
keine ahnung warum, aber ich habe ganz andere erfahrungen gemacht. ich konnte es mehrfach glühen (genau wie verrate ich nicht jedem). danach sowohl walzen als auch schmieden. die stange auf dem foto ist ist 8 mm im dm. das gewalzte plättchen 0,8 mm und der vierkantdraht 0,7. schweißen geht prima.
stefan
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 ·  #12
Wo hast Du das überhaupt herbekommen? Ich hatte es vornehmlich im Titanbereich ausprobiert, allerdings mit null Erfolg, oder sagem wir einfach unbrauchbar. Es ist zwar, solange es sauber bleibt, sehr duktil, das ändert sich jedoch bei der geringsten Verunreinigung. Ich hatte dann damals auch kein weiteres Material mehr bekommen, weil die sind ja vollkommen verrückt mit ihren Schutzbestimmungen. Hatte auch keine Lust tagelange Nachweise meiner persönlichen Unbedenklichkeit zu bringen und eine Atombombe wollte ich ohnehin nicht bauen. Und da sich das Zeug zum Legieren absolut nicht eignete, hab ich mich nicht überwinden müssen, es zu lassen.

BTW hast Du schon mal mit Vanadin probiert? Das Zeug ist ganz interessant und sieht auch gut aus: Grau-Violett. Könnte ich mir mit Silber, Gold usw in Gesellschaft gut vorstellen. Das Zeug ist warm recht gut zu schmieden. Interessanterweise bildet es erhitzt, flüssige Oxide aus. Sehr interessant. Lässt sich mit Titan zusammen verarbeiten ohne zu verspröden. Auch das Titan kann Vanadin recht gut ab. Tolle Farbe.
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 ·  #13
hallo uli,
vom bäcker habe ich es natürlich nicht, aber es war trotzdem kein problem und ganz legal!
vanadin kenne ich noch nicht.
ich habe das zirkonium nur gekauft, um auch mal ausgefalleneren wünschen entsprechen zu können. bisher habe ich aber nur meine versuchsreihen durchgeführt. noch keinen fertigen schmuck gemacht.

ich habe von tilo vor kurzem wolframblech bekommen, habe aber den auftrag, für den ich es brauchte, vom kunden noch nicht erhalten. ich habe es aber schon getestet und geschafft es mit dem laser zu schweißen, obwohl es angeblich nicht geht.
einbischen tricksen musste ich, aber das machen wir doch ständig, oder?
stefan
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 ·  #14
Man kann es durchaus schweißen, aber es versprödet an der Fügestelle furchtbar.

Interessante Schmuckmaterialien? Mir falle ein paar ein: Z.B. Vanadin, Titan, Niob, Rhenium, und natürlich Tantal. Tantal ist der Hammer, das hat was ganz eigenes. Es lässt sich hervorragend anodisieren, ist sehr schwer, 16,6, ist sehr duktil, jedoch ein Werkzeugmörder. Man kann es mot Schutzgas schweißen (Wig, Laser, Elektronenstrahl, Puk), man kann darin Steine fassen und und und. Auberginefarbig anodisiert mit kleinen Brillanten, oder Blaugrau, einfach der Hammer.
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