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Risse beim Biegen von Silber

 
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Algis
 
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Algis

 ·  #16
Zitat geschrieben von Heinrich Butschal

Wenn man Silber glüht entsteht eine schwarze Schicht an Kupfer2-Oxyden an der Oberfläche und eine rote Schicht Kupfer1-Oxyden unter der Oberfläche des Silbers. Wenn man die anschmirgelt wirkt sie grau und lässt sich nicht gut polieren. Man nennt das chemisch Kupferoxydul und der Goldschmied nennt das Blausilber, wegen der Farbe, die beim Polieren blaugrau wirkt.

Diese Schicht lässt sich nur mechanisch entfernen, wenn das Silber eingeschmolzen wird mit dieser Schicht, bleibt sie in der Schmelze und sorgt nach dem Guss für Brüche im Stück.

Ich habe früher ein Produkt zum entfernen solcher chemisch schwer zu reduziernder Verbindungen (auch anderer Verbindungen die für Sprödigkeit sorgen) für die Industrie geliefert. Das war im wesentlichen Hexachloräthan (was heute noch in großen Tabletten in der Stahlindustrie zum klären von Roheisen verwendet wird) und metallisches Calzium. Die Anwendung ist eher komplex und Hexachloräthan darf nicht mehr so ohne weiteres verkauft werden weil es als Gift in Getränken nicht zu schmecken ist.

Vor einiger Zeit hat mich Ulrich Wehpke (Friede seiner Asche) auf die Idee gebracht dass Phosphorkupfer in der Schmelze ähnliche Abhilfe gegen Blausilber schaffen könnte. Es gibt zwar Phosphorkupfer, als Kupferlot billig zu kaufen, das enthält aber nur bis zu 3% Phosphor und könnte wenig wirksam sein. Bei 8% Phosphor wirkt es als Zusatz hervorragend und man benötigt meist nur 0,2% Zusatz zur Schmelze und ein paar Minuten Schmelzzeit, dann ist Silber und Gold wieder so geschmeidig wie es sein soll.

Ich vermute, dass sein Sohn den Vertrieb macht, denn er hat seines Vaters Werkstatt übernommen.


Auch wenn es jetzt schon gute zwei Wochen her ist, dass ich meine ursprüngliche Frage gestellt habe, melde ich mich noch einmal kurz mit einem Update bzw. einer weiteren Nachfrage.

Und zwar habe ich nach einiger Recherche letztendlich doch ein (günstiges) Lot mit den optimalen Eigenschaften gefunden (also Cu 92 P 8), welches auch vor ein paar Tagen angekommen ist (des weiteren habe ich mir mal eine vernünftige Goldwaage zugelegt, mit der ich das Lot nun sehr genau abwiegen kann).

Jetzt wäre meine Frage, ob ich das Lot (0.12g entsprechend bei 60g Schmelze) nach Verflüssigung des Silbers, oder bereits vor Beginn des Schmelzvorgangs hinzugeben soll?
Macht das überhaupt eines Unterschied?
Intuitiv schien mir irgendwie die erste Möglichkeit richtig zu sein, also erst abzuwarten, bis das Silber schon geschmolzen ist, und dann das Lot hinzuzugeben, aber ich dachte mir, ich frage lieber nochmal nach...

Danke nochmal für die bisherigen Ratschläge (das gilt natürlich auch für alle anderen, die ihre Anregungen geposted haben :)

LG
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Algis

 ·  #17
Zitat geschrieben von Guestuser

Zitat geschrieben von Heinrich Butschal

Wenn man Silber glüht entsteht eine schwarze Schicht an Kupfer2-Oxyden an der Oberfläche und eine rote Schicht Kupfer1-Oxyden unter der Oberfläche des Silbers. Wenn man die anschmirgelt wirkt sie grau und lässt sich nicht gut polieren. Man nennt das chemisch Kupferoxydul und der Goldschmied nennt das Blausilber, wegen der Farbe, die beim Polieren blaugrau wirkt.

Diese Schicht lässt sich nur mechanisch entfernen, wenn das Silber eingeschmolzen wird mit dieser Schicht, bleibt sie in der Schmelze und sorgt nach dem Guss für Brüche im Stück.

Ich habe früher ein Produkt zum entfernen solcher chemisch schwer zu reduziernder Verbindungen (auch anderer Verbindungen die für Sprödigkeit sorgen) für die Industrie geliefert. Das war im wesentlichen Hexachloräthan (was heute noch in großen Tabletten in der Stahlindustrie zum klären von Roheisen verwendet wird) und metallisches Calzium. Die Anwendung ist eher komplex und Hexachloräthan darf nicht mehr so ohne weiteres verkauft werden weil es als Gift in Getränken nicht zu schmecken ist.

Vor einiger Zeit hat mich Ulrich Wehpke (Friede seiner Asche) auf die Idee gebracht dass Phosphorkupfer in der Schmelze ähnliche Abhilfe gegen Blausilber schaffen könnte. Es gibt zwar Phosphorkupfer, als Kupferlot billig zu kaufen, das enthält aber nur bis zu 3% Phosphor und könnte wenig wirksam sein. Bei 8% Phosphor wirkt es als Zusatz hervorragend und man benötigt meist nur 0,2% Zusatz zur Schmelze und ein paar Minuten Schmelzzeit, dann ist Silber und Gold wieder so geschmeidig wie es sein soll.

Ich vermute, dass sein Sohn den Vertrieb macht, denn er hat seines Vaters Werkstatt übernommen.


Auch wenn es jetzt schon gute zwei Wochen her ist, dass ich meine ursprüngliche Frage gestellt habe, melde ich mich noch einmal kurz mit einem Update bzw. einer weiteren Nachfrage.

Und zwar habe ich nach einiger Recherche letztendlich doch ein (günstiges) Lot mit den optimalen Eigenschaften gefunden (also Cu 92 P 8), welches auch vor ein paar Tagen angekommen ist (des weiteren habe ich mir mal eine vernünftige Goldwaage zugelegt, mit der ich das Lot nun sehr genau abwiegen kann).

Jetzt wäre meine Frage, ob ich das Lot (0.12g entsprechend bei 60g Schmelze) nach Verflüssigung des Silbers, oder bereits vor Beginn des Schmelzvorgangs hinzugeben soll?
Macht das überhaupt eines Unterschied?
Intuitiv schien mir irgendwie die erste Möglichkeit richtig zu sein, also erst abzuwarten, bis das Silber schon geschmolzen ist, und dann das Lot hinzuzugeben, aber ich dachte mir, ich frage lieber nochmal nach...

Danke nochmal für die bisherigen Ratschläge (das gilt natürlich auch für alle anderen, die ihre Anregungen geposted haben :)

LG


(Warum auf einmal ein Smiley anstelle der 8 angezeigt wird, weiß ich nicht, gemeint ist auf jeden Fall eine Kupferlegierung mit 8% Phosphor)
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8 und ) ist die kurzkombi für diesen smiliey 8)
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