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Silber ätzen - eine Alternativmethode.

 
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 ·  #46
Hallo, ich bin auf diese schöne und ausführliche Anleitung gestossen und nun dabei die Methode anzuwenden. Zur Zeit habe ich leider immer noch Probleme mit dem Toner Transfer von Pnp blue auf Feinsilber (geschmirgelt, mit Aceton und Seife gereinigt und ist dann mit Wasserfilm benetzt) mittels Bügeleisen ohne Dampf. Aus mir unerklärlichen Gründen gibt es fleckenförmige Fehlstellen. Über einen Tipp, wie ich das Problem lösen kann, würde ich mich sehr freuen. Vielen Dank!
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 ·  #47
Toner transfer ist etwas "fiddelig" bis man konsistente erfolge damit hat, war zumindest bei mir so. 1. Das metall sollte kreizweise mit 600er oder 800er schleifpapier aufgerauht werren , das gibt etwas mehr "grip" für den toner.2. das metall sollte völlig frei von fett und verunreinigungen sein. Einfacher test is ein einzelner wassertropfen aufs metall, verläüft der flächig ist das metall sauber, bleibt der als wassertropfen kugelig auf dem blech sitzen ists NICHT sauber unnd fettfrei. Abwischen mit aceton reicht (zumindest bei mir) oft nicht aus.
Ich benutze zum transfer einen laminator (bei 180°) und lasse das blech 3-4mal durch, funktioniert besser als mit dem bügeleisen. Anstatt PNP benutze ich einfaches vinyl(oracal651) als transfermedium. damit hatte ich persönlich bisher die besten ergebnisse. vinyl abziehen auf druckerpapier kleben (da wo das design gedruckt wird) und bedrucken. Ausschneiden, laminieren und dann kurz für 5min ein bad im Eiswasser. danach läßt sich der träger üblicherweise leicht abziehen und der ganze toner verbleibt auf dem metall. natürlich gibts auch hier gelegentlich mal fehl-transfers. Andere schwören auf das silikonisierte trägerpapier von stickern/aufklebern als transfermedium, da muss man einfach experimentieren. Durch die vielen variablen(welcher drucker, welches transfermedium, Temperatur/Zeit/Anpressdruck beim laminieren usw ist es halt etwas schwierig mehr als nur allgemeine tips zu geben, was beim einen funktioniert geht beim anderen evtl schon wieder nicht da irgendwas anders ist. Mittlerweile bin ich aber hauptsächlich zu photofilm gewechselt, toner transfer kommt nur noch gelegentlich zum einsatz.
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 ·  #48
Da ich gerade schon mal wieder am schreiben bin hier nochmal ein KURZES UPDATE ZU ALTERNATIVEN FÜR DAS ELEKTROLYTISCHE SILBERÄTZEN. Ich hab noch ein paar weitere Sachen rausgefunden die ich euch nicht vorenthalten wollte.
Alle unten genannten methoden funktionieren nur elektrolytisch, heisst mit Strom wobei das Siber als Anode dient.

1. Elektrolyt aus 5-10%ig Amidosulfonsäure. Techn Qualität(99,8%) funktioniert soweit prima bei mir. In destilliertem Wasser auflösen. Bezugsquelle ebay, div verkäufer bieten das an.

2. Elektrolyt aus 5-15% Methansulfonsäure. Kann man in pur beim chemikalienhandel beziehen, üblicherweise keine restriktionen beim Erwerb als privatperson. Ist aber recht teuer. Alternativ hatte ich erfolg mit Sanitärreinigern auf basis Methansulfonsäure. Getestet wurden die Produkte "Lorito Sanipur 334" und "Ehser Chemie :EhserCID MST früher :Resorbil MST) . Beide produkte wurden leicht mit destilliertem wasser verdünnt(ca 1/3 wasser dazu) als elektrolyt verwendet. Beim ätzen entsteht an der oberfläche ein schaumfilm durch die enthaltenen tenside, das stört aber das ätzen nicht. Der Sanipur wird beim ätzvorgang milchig, das kommt von chloridverunreinigungen die mit dem gelösten silber zu unlöslichem silberchlorid readgieren, dieses setzt sich nach dem ätzen als weisser bodensatz ab. Beim EhserCID MST war das nur in sehr geringem umfang festzustellen. Von beiden produkten würde ich deshalb den letzteren den Vorzug geben. Bezugsquelle :Ebay,verkäufer :"ehserchemie"

3. Elektrolyt aus 10% Natriumsulfit(Na2SO3) (Beachten unterschied sulfit -sulfat -sulfid,das ist NICHT das gleiche es wird natriumSULFIT benötigt. Anders als die bishergenannten ist der elektrolyt nicht sauer sondern alkalisch das sollte man bei der auswahl des abdeckmaterials im hinterkopf behalten, photofilm z.B funktioniert da nicht weil der in alkalischen lösungen nicht beständig ist. Des weiteren ist die Natriumsulfitlösung nicht lange haltbar, sie reagiert mit dem sauerstoff aus der luft und wird recht schnell unbrauchbar.Muss man jedesmal frisch anmischen. der einzige kleinere Vorteil dieser lösung besteht darin das sie silber relaitv selektiv auflöst, basismetalle wie kupfer oder messing werden eher passiviert und nur sehr wenig bis garnicht angegriffen. eignet sich deshalb wenn man z.b die versilberung von einem kupfer oder messingteil entfernen möchte. Sterling oder Feinsilberblech ätzt die lösung natürlich auch aber da sind andere methoden besser,schon wegen der haltbarkeit der lösung und z.b der inkompartibilität mit manchen resists(photofilm). .Bezugsquelle ebay oder div chemikalienshops.

Soweit sogut, das war nur mal nen kurzes update zu ein paar weiteren möglichkeiten Silber zu ätzen ansonsten gelten die allgemeinen hinweise zum elektroätzen wie bereits vorher beschrieben.
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 ·  #49
Hallo Ralph,
vielen Dank für die weiteren Tipps und Hinweise zum Tonertransfer.
Ich werde mich jetzt mit viel Geduld noch einmal daran machen und auch den Transfer mit dem Vinyl probieren. Das Ätzen selbst mit Silbernitratlösung und 1,5V Batterie klappte mit Probestücken gut..und nun warten die eigentlichen Muster auf die Umsetzung.
Falls mir doch die Geduld für das weitere optimieren der Bedingungen bei mir verloren geht, werde ich den Photofilm ausprobieren. Kann man für die Belichtung jede Lampe, die UV-Strahlung abgibt (z.B Terrarienlampen), nehmen oder muss sie eine bestimmte Wattzahl haben?
Viele Grüße
Reingart
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 ·  #50
@Reingart,
angefangen hab ich mit nem alten gesichtsbräuner, hat funktioniert, dann , da ich ja nur kleinteile mache, bin ich dann zu nem billigen nagellack härtegerät gewechselt, ebenfalls gut, mittlerweile nutze ich nen eigenbau mit einer 10W UV led. Belichtungszeit hängt sowohl vom abstand als auch der intensität(wieviel watt) ab. bei der 10W led und ca 12cm abstand ist die belichtungsdauer bei mir ca 20sec. mit schwächeren quellen/mehr abstand etc) dann länger. Auch da muss man anfangs etwas ausprobieren um für sein setup die optimale Zeit zu ermitteln. Ist das mal getan sind die ergebnisse sehr gut reproduzierbar und der photofilm hat auch nicht das problem von fehlstellen oder mikrolöchern wie es öfters bei toner transfer vorkommt. (Mit markenfilm (puretch, DK3 vom polymetaal.nl) Hab auch mal billig china photofilm (von ebay, banggood etc ausprobiert, der war allerdings nicht so toll (Wahrscheinlich überlagert/schon mal licht abbekommen etc.) Konnte den zwar am ende auch zum funktionieren bringen - aber wiklich empfehlen kann ich den nicht.... Ich bereue es jedenfalls nicht auf photofilm gewechselt zu haben, würd ich mittlerweile jederzeit dem toner-transfer vorziehen, auch wenn ich mit dem toner transfer am ende ganz gute ergebnisse hatte.
Alexxx
 
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Alexxx

 ·  #51
Hallo, ich würde gerne mal diesen Thred hier wiederbeleben.

Ich beschäftige mich derzeit mit dem elektrolytischen Ätzen von 925er Silber. Ich hab versucht mich dabei so nahe wie möglich an die Anleitung hier im Forum zu halten. Ich ätze 925er Silber, angeschlossen an ein Labornetzteil (3 - 5 V). Als Anode benutze ich ein Aluminiumblech. Als Eleketrolyt bin ich als Privatperson nur an Nital (3% Salpetersäure in Ethanol) herangekommen. Beim eigentlichen Ätzvorgang hapert es allerdings etwas. Auch nach einigen Minuten ist keine Vertiefung im Ätzbereich zu fühlen.
Nach dem Anlegen des Stroms bildet sich an meinem Werkstück relativ schnell ein weißlicher, sich dunkel verfärbender Niederschlag. Allerdings scheint dieser dem Werkstück anzuhängen und nicht in Lösung zu gehen. Somit bildet sich dort warscheinlich eine Passivierungsschicht und es wird nicht geätzt. Liegt das Problem also in der Wahl des Elektrolyts? Muss man die Säure in Wasser ansetzen damit sich was tut?

Vielleich kann mich hier ja jemanden erhellen.

Mit freundlichen Grüßen,
Alex
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 ·  #52
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 ·  #53
weisser belag am werkstück ,sich im licht dunkel verfärbend deutet auf silberchlorid hin, dieses ist -wie du ja bemerkt hast - nicht wasserlöslich und behindert bzw unterbindet den ätzvorgang. in deinem nital sind also wahrscheinlich chlorid-ionen drin (warum auch immer) die das verursachen. 3%ige salpetersäure (mit aqua dest runterverdünnt funktioniert jedenfalls gut. Destilliertes wasser deshalb, weil da keine fremdionen (wie z.b chlorid) drinne sind.
Alternativ probiere doch einfach mal eine meiner Alternativmethoden, 100g Amidosulfonsäure (99,8 %pur, kristalle, techn qualität) in destilliertem wasser auflösen und als elektrolyt zum elektroätzen verwenden. das funktioniert auch prima bei mir. meine amidosulfonsäure hab ich von ebay, weiss aber leider nicht mehr genau welcher verkäufer, da gibts zig anbieter. Zudem hat das zeug noch andere nützliche Anwendungen, man kann damit entkalken, es als beize nach dem löten verwenden, feilen schärfen etc etc.

PS, hab überlesen , du schreibst "als anode ein aluminiumblech" - Das WERKSTÜCK sollte als Anode(+) angeschlossen sein!!!! sonst passiert sowieso nix. An der Kathode erfolgt Auftrag, an der Anode der Abtrag. Beim galvanisieren (versilbern, vergolden etc) wird das Werkstück als Kathode geschaltet, beim Ätzen ists genau umgekehrt...
Christian8719
 
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Christian8719

 ·  #54
Moin, ich hoffe es ist noch aktiv das ganze hier.
Zu der Geschichte mit dem Amidosulfonsäure,
Kann ich es so machen, das ich das Silber einfach an der stelle wo geätzt werden soll mit dem wattestäpchen bearbeiten kann? Vorher natürlich benässt mit dem Amidosulfonsäure oder muss ich das lm Gefäß machen wo mein Silber zusammen mit der Amidosulfonsäure drin ist und noch einem stück Edelstahl?

Lg Christian
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 ·  #55
Du brauchst wohl ein Gefäß
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