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Job wechsel Goldschmied/Silberschmied

 
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 ·  #1
Hallo!

ich würde gerne meinen beruf wechseln,
ich bin 25 und zurzeit arbeite ich in der Auto Industrie,
ich stelle Motor Teile für PKW's und LKW's her
nach 7 Jahren habe ich genug von meinem job

als ich auf YouTube meine Unterhaltungs Programme angeschaut habe,
fand ich ein video eines Goldschmieds, nachdem ich mir ein paar seiner videos angeschaut habe
war ich total angetan und dachte, ich möchte schmuck herstellen,
ich mag Kunst im allgemeinen (Bilder, Musik, usw.)
also habe ich mir eine kleine Werkstatt in meiner garage aufgebaut, und fast alles an juwelierbedarf erworben.
nach ein paar Wochen an experimentieren, habe ich bemerkt das ich einen Lehrer brauche,

also habe ich mich erkundigt, aber leider konnte ich keine stellen finden die einen Azubi einstellen würden,
ich habe auch erfahren das Goldschmied, Silberschmied, und Steinsetzer 3 verschiedene berufe sind die alle 3,5 Jahre Ausbildungszeit benötigen, was ich persönlich für Unsinn halte, da ich aber in diesen Themen absolut nichts weiß, würde ich gerne wissen: ''lernt man als gold oder Silberschmied nicht wie man steine setzt?''

ich wohne im Ortenaukreis, in der nähe von Offenburg,
und wollte fragen ob jemand doch wüsste wo ich eine Ausbildung als Goldschmied anfangen könnte.
Anscheinend bekommen Goldschmiede einen lohn von 2000€ brutto, stimmt das?
und wie kommt man mit so einem lohn aus? ich dachte da an, privat schmuck über das internet verkaufen (ebay. usw.) + Gehalt,

und falls es ihr noch andere Tipps habt würde ich sie sehr gerne hören

vielen dank
Schmuck & Uhren kaufen
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 ·  #2
Ein Lohn von 2000,- brutto dürfte schon oben angesetzt sein. Als Anfängergesselle sicherlich weniger und als Azubi heftig weniger. Ich weiß die aktuellen Sätze nicht, es gibt ja neuerdings ein Azubimindestgehalt.
Vielleicht hat Tatze da ne Zahl parat? aah, hab was gefunden:
https://www.ausbildung.de/berufe/goldschmied/gehalt/

Wie man damit auskommt? Genügsam leben und/oder Rücklagen haben. Reich wurde man noch nie davon. Als Alleinverdiener eine Familie davon ernähren? Eher nicht.

Muß man so sagen. Wenn Du wirklich und sicher Geld verdienen möchtest, würde ich sagen, such Dir was anderes. Das sag ich nicht aus Konkurrenzdenken oder sowas sondern weil es einfach so ist.
In der Schmuckindustrie sieht es vielleicht besser aus, was Löhne betrifft aber da steht die Eigenkreation nicht im Vordergrund sondern da wird produziert, was beauftragt ist.
Als selbständiger Goldschmied ist das Einkommen weniger sicher. Da ist die Aufgabenvielfalt aber größer.
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 ·  #3
Die Gehälter auf den offiziellen Seiten sind häufig die, die in der Industrie zu erzielen sind. Bei ner Lohnempfehlung von 2500-3000€ brutto für nen Meister siehts dann schon wieder nicht ganz so rosig aus.

Als Azubi wird jetzt der Mindestlohn bezahlt.
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 ·  #4
In meinem link sind sie genannt, die Mindesthöhen während der Lehre. Da gab es auch einen Link mit Ausbildungsplatzangeboten, den hab ich mir allerdings nicht angesehen.
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 ·  #5
Nachtrag: Silberschmied ist anders als Gold,-und Silberschmied. Der Silberschmied lernt mehr das Schmieden und weitere Techniken, um Gebrauchsgegenstände wie Besteck, Gefäße, Kannen, was allgemein Gerät genannt wird, herzustellen.
Silberschmiede sind seltener als Goldschmiede. Was auch daran liegt, daß nur wenige Haushalte Verwendung für diese Erzeugnisse haben. Das sind wenige, designorientierte Kunden, die extravagante Kannen oder Skupturen aus Silber kaufen. Bestecke und Gefäße kann man halt nicht so pratisch in den Geschirrspüler stellen. Traurig, aber wahr.

Goldschmied lernt die Herstellung von Schmuck. Schmieden und Fassen von Steinen und weitere Techniken sind Teil der Ausbildung, allerdings nur die Grundlagen. Vertiefen muß man dann später selbst. Manche fügen gleich noch eine Ausbildung zum Edelsteinfasser dran.

Und bevor man sich selbständig macht, braucht es m.M.n. schon noch ein paar Jahre Praxis nach der Ausbildung. Gerade die rechtlichen, buchhalterischen Dinge, Betriebswirtschaft, Kalkulation sind wichtige Bestandteile, die in der Lehre nicht so stark vertreten sind. Das gibts dann später in den Meisterkursen. Oder man belegt dafür weitere Einzelkurse bei der Handwerkskammer. Ohne dieses Rüstzeug ist das nicht zu empfehlen.
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 ·  #6
Zitat geschrieben von Sparkle

In meinem link sind sie genannt, die Mindesthöhen während der Lehre. Da gab es auch einen Link mit Ausbildungsplatzangeboten, den hab ich mir allerdings nicht angesehen.


ich hab mir das angeschaut und wenn man auf den link mit ''ausbildungsplätze'' klickt, dann steht da zwar 18 ist aber nur einer, und der ist leider in Kaufbeuren,

aber sehr informativ, es wird also nach Objekten gefragt die deine Fähigkeit beweisen sollen,
das ist gut zu wissen, der platzt war für 08.09.2020,
bei dem Ausbildung Gehalt steht leider 0€, wurde wahrscheinlich nichts eingetragen,

aber das Ausbildung Gehalt wäre mir egal, da ich genug Ersparnisse um die Ausbildung abzuschließen.
tatsächlich habe ich mir aber vorgestellt schmuck herzustellen die mit diamanten besetzt sind und über hunderte tausend euro an wert haben, scheint als ob man als Goldschmied Aufträge annimmt und wenn man privat zeit hat mit dem eigenen geld ''Meisterwerke'' herstellt.

Goldschmied + Steinfasser = 7 Jahre Ausbildung. da kann ich 2000 brutto nicht nachvollziehen.
meine Ausbildung ging 2 Jahre mein Gehalt ist durchschnittlich 3000 netto

ich glaube ich weiß wer als nächstes streiken sollte
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 ·  #7
nein, auf solche Quereinsteiger hat die Branche und die Kundschaft nicht gewartet
insbesondere nicht die Klientel, die teure Brillantsachen in Auftrag gibt
sei froh, daß du einen super bezahlten Job hast und nutze das so lang es noch geht (also zumindest die Verbrennermotorsparte der Autoherstellungswertschöpfungskette ist ja keinesfalls zukunftssicher)
und mach etwas kreativen Schmuck, der nicht unbedingt teure Steine haben muß, als Hobby

die Zukunft auch für individuellen Schmuck und Steinefassen ist CADCAM
da werden die Fassungen schon am PC angelegt, was das Fassen zeitsparender macht

wenn jemand seine Kreativität ausleben will, gerne
wenn aber gleichzeitig ein Anspruch an den verdienst besteht: OMG, bleib bei deinem Job!
und falls die Autobranche und auch die Restwirtschaft kracht, ist zwar der Autojob weg, aber die Goldschmiede sind dann auch nicht unbedingt die Gewinnerbranche
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 ·  #8
Tja, wie sagte einer aus dem "richtigen" Handwerk in Teil 3+4 Meisterschule, als wir beiden Goldschmiedinnen über Geld redeten? - "also dafür würde ich nicht mal aufstehen."
Es ist besser geworden, aber nicht gut, wie du siehst. Aber so schaut's halt aus.
Mein Rat an dich, bleib bei deinem gut bezahlten Job in der Industrie und nebenbei hast du ein schönes Hobby, um Zeit totzuschlagen und Geld zu verbrennen <_< . Außerdem gibt es mancherorts Volkshochschulkurse, wo du deinen Kenntnisstand verbessern kannst.
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 ·  #9
Zitat geschrieben von Silberfrau

Tja, wie sagte einer aus dem "richtigen" Handwerk in Teil 3+4 Meisterschule, als wir beiden Goldschmiedinnen über Geld redeten? - "also dafür würde ich nicht mal aufstehen."
Es ist besser geworden, aber nicht gut, wie du siehst. Aber so schaut's halt aus.
Mein Rat an dich, bleib bei deinem gut bezahlten Job in der Industrie und nebenbei hast du ein schönes Hobby, um Zeit totzuschlagen und Geld zu verbrennen <_< . Außerdem gibt es mancherorts Volkshochschulkurse, wo du deinen Kenntnisstand verbessern kannst.


ich kann mir nicht vorstellen wie gut ihr euch fühlen müsst wenn Kunden eure werke tragen/benutzen.
Ich finde diese Kunst hat etwas magisches, ein ehe Ring der 70 Jahre lang getragen wird.
der Opa erzählt den Enkeln wo er den ehe ring machen lassen hat, dabei erinnert er sich wie nervös er in eurem laden war.

währenddessen meine Arbeit dich mit Gesundheits Problemen nicht einmal 60 werden lässt.
der Chef nie gut drauf, bei guten Leistungen ein nicken, bei schlechten Leistungen Drohung mit Degradierung.

einige bekannte sagen das selbe ''selbst für den doppelten lohn würde ich es nicht machen''

ich weiß nicht ob man als Goldschmied stress hat, vielleicht zeitstress?

Diesen ''hobby'' als Beruf zu haben beneide ich sehr.
Aber nicht jedes Jahr ins Ausland fliegen zu können wäre auch schade.

ich muss mir wohl eine Abendschule oder derartige finden.
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 ·  #10
ich kann dich gut verstehen...ich habe es so gemacht, weiter gearbeitet (bin Selbständig) und habe mir einen alten Meister gesucht, der keinen Nachfolger gefunden hat, der war richtig glücklich, mir alle seine Tricks zu verraten und sein Wissen weiterzugeben. Ich habe ihm sogar etwas dafür bezahlt. Die Gesellenprüfung habe ich mit Bravour bestanden - da war ich über 50 Jahre alt ;)
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 ·  #11
und jetzt hast du nicht nur Spaß an der Arbeit und glücklich-dankbare Kunden, sondern auch mindestens 3.000,- netto?

das war ja irgendwie das Ziel von Okingo
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 ·  #12
Zitat geschrieben von Okingo



ein ehe ring der 70 Jahre lang getragen wird.
O mein Gott, ja, aber der Kunde sollte in diesen 70 Jahren natürlich noch anderen Schmuck kaufen.
Zitat geschrieben von Okingo

währenddessen meine Arbeit dich mit Gesundheits Problemen nicht einmal 60 werden lässt.
naja, wir leben allerdings in gesündesten Verhältnissen.
Zitat geschrieben von Okingo

der Chef nie gut drauf, bei guten Leistungen ein nicken, bei schlechten Leistungen Drohung mit Degradierung.
Der Chef kein gescheites Werkzeug anschaffen mag, aber meckert. dass du nicht schnell genug bist? - Und daher auch nicht mehr Kohle verdient hast?
Zitat geschrieben von Okingo

einige bekannte sagen das selbe ''selbst für den doppelten lohn würde ich es nicht machen''
ach, für doppelten Lohn würden Goldschmiede natürlich Alles machen, wir wollen doch auch 1x ins Ausland reisen! Nein ohne Scheiß, während meiner Gesellenzeit, die damals noch Vorschrift war, habe ich als Goldschmiedin meine 3 Pflichtjahre abgearbeitet, musste zwischendrin aber gelegentich Jobs als Marktfrau oder so annehmen um mir KFZ und Reisen zu finanzieren.
Zitat geschrieben von Okingo

ich weiß nicht ob man als Goldschmied stress hat, vielleicht zeitstress?
Stress, seine Miete und sein Essen zusammen zu bekommen? , Angst um den Arbeitsplatz, naja, is ja kein Stress, oder?
Zitat geschrieben von Okingo

Diesen ''hobby'' als Beruf zu haben beneide ich sehr.
Aber nicht jedes Jahr ins Ausland fliegen zu können wäre auch schade.

ich muss mir wohl eine Abendschule oder derartige finden.
Genau! Schönes Hobby, sach ich doch!
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 ·  #13
Tilo sieht das pragmatisch. Ich für mein Teil würde für mein SchmuckHOBBY jedenfalls niemals meinen zudem auch noch den Menschen helfenden und ebenfalls kreativen Beruf in der Laborbranche aufgeben. Die Kreativität ist es, die meine professionelle Tätigkeit mit meiner Leidenschaft hier oft mal in die Eine und dann wieder in die andere Richtung beflügelt. Ich denke da zum Beispiel an eine grafische Normalisierung, die ich für die Modellierung meines Costa Tegel - Anhängers überlegt hatte. Wie es der Zufall wollte habe ich sinngemäß diese Art von Darstellung für die Analytik einer Substanz benötigt. Tja, Chromatogramme sind eben auch Bilder und die zur Substanz verfasste Europäische Arzneibuchmethode benötigt eben auch so eine allerdings quantitative Normalisierung zur Berechnung.
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 ·  #14
Zitat
ich habe auch erfahren das Goldschmied, Silberschmied, und Steinsetzer 3 verschiedene berufe sind die alle 3,5 Jahre Ausbildungszeit benötigen, was ich persönlich für Unsinn halte,

jeder dieser Berufe hat seine Schwerpunkte. Klar, alle drei Berufsfelder haben auch Überschneidungen, aber wer nur Edelsteine fassen will, der braucht nicht zwingend Kenntnisse im Herstellen von Schmuck und Gerät. Es gibt auch Goldschmiede, die können kaum fassen.

Zitat
'ausbildungsplätze'' klickt, dann steht da zwar 18 ist aber nur einer, und der ist leider in Kaufbeuren,

aber sehr informativ, es wird also nach Objekten gefragt die deine Fähigkeit beweisen sollen,
das ist gut zu wissen, der platzt war für 08.09.2020,
bei dem Ausbildung Gehalt steht leider 0€, wurde wahrscheinlich nichts eingetragen,

auch als Goldschmied muß man lesen können. Diese Ausbildungsstelle ist ein Platz an der Goldschmiedeschule in Kaufbeuren. Da verdient man nix und hockt 3 1/2 Jahre in einer Berufsfachschule drin und lernt.

Zitat
tatsächlich habe ich mir aber vorgestellt schmuck herzustellen die mit diamanten besetzt sind und über hunderte tausend euro an wert haben,

den Traum hatte ich auch mal.

Zitat
scheint als ob man als Goldschmied Aufträge annimmt und wenn man privat zeit hat mit dem eigenen geld ''Meisterwerke'' herstellt.

für hochwertige Juwelen brauchste passende Kunden, die dir das abnehmen. Klar, für dich privat kannst du dir die Kronjuwelen nachbauen. Aber die Zeit muß man dazu auch erst mal finden.

Zitat
Goldschmied + Steinfasser = 7 Jahre Ausbildung. da kann ich 2000 brutto nicht nachvollziehen.
meine Ausbildung ging 2 Jahre mein Gehalt ist durchschnittlich 3000 netto

willkommen in der KFZ-Industrie mit ihren Tarifverträgen. Als ich im 3. Lehrjahr 480 DM verdient habe, hat ein Lehrling von Thyssen-Krupp im 1. Lehrjahr damals schon 1200 DM verdient und sich beschwert, daß das wenig gewesen wäre.

Zitat
ich glaube ich weiß wer als nächstes streiken sollte

streiken kann nur jemand, der gewerkschaftlich aufgestellt ist und Tarifverträge hat. Goldschmiede haben keine Tarife, sondern Lohnempfehlungen durch die Landesinnungsverbände.
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 ·  #15
So oft, wie ich in den vergangenen Jahren nach Pforzheim getingelt bin, weil dort wieder ein Goldschmied aufhören "musste", lässt halt leider schon erahnen, wie es "leider" um die Branche steht. Von außen betrachtet ist es sicher ein traumhafter Job. Hatte vor ein paar Jahren ja selbst die Idee, noch einmal komplett umzuschulen aber alle meine Freunde/Bekannten, die Goldschmied sind, haben mir schwer davon abgeraten. Jetzt ist es halt Hobby und eventuell einmal ein Kleingewerbe nebenher. Möchte mich aber nicht vollends darauf verlassen müssen, meinen Lebensunterhalt damit zu bestreiten, weil du nie ein sicheres, gleiches Einkommen hast... Immer abhängig von der Kundschaft ... aber das Finanzamt sitzt einem halt immer im Nacken!
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