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Schweizer Uhrenindustrie blickt pessimistisch in die Zukunft

 
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Schmuck & Uhren kaufen
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 ·  #2
als Laie darf man vermuten, dass es am Wechselkurs des Fränkli liegt.

Mein Konsum an Milka-Schokolade ist auch stark eingebrochen.
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 ·  #3
Ja, die Stärke des Franken zum Dollar ist ja u.a. auch als einer der Gründe genannt.

Ein anderer soll auch ein neues "Anti-Korruptionsgesetz" in China mit verantwortlich sein!!
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 ·  #4
Also diese bösen anti-Korruptions-Behörden!
Also wirklich, geht ja gar nicht! Was bilden die sich eigentlich ein! :motz:
Hier die schweizer Wirtschaft zu schädigen! :bounce:
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 ·  #5
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 ·  #8
Na ja, der Weg aus dem Osten ist nach Frankreich ja auch länger als nach Deutschland. Die Knackies denken eben auch ökonomisch. ;)

Es gibt aber auch noch einen anderen Grund: Wenn ich mir schon eine der sündhaft teuren, aber ungenauen mechanischen Nobelticker zulege, dann heißt das nicht automatisch, dass ich einen Blanko-Scheck für Wartung und Ersatzteile zur Verfügung stelle, auch nicht dass ich monatelang auf eine Reparatur oder Serviceleistung warten muss und mir für den abverlangten Preis gleich ein Dutzend hoch funktioneller und genauer Zeitmesser kaufen kann.

Wenn ich mich zudem vielleicht auch noch von meinem langjährigen Uhrmachermeister trennen muss, nur weil der eben kein Konzi ist und deswegen noch nicht mal eine Dichtung oder meinetwegen eine Original-Krone bekommt (von anderen Nachteilen gar nicht zu reden), dann ist das für mich durchaus ein Grund mir eine weniger hochgestochene, dafür aber wesentlich genauere Uhr zuzulegen.

Mit der "Alles-selber-kassieren-wollen" Strategie, lassen sich auf Dauer keine Geschäfte machen. Und da es immer mehr Menschen gibt, die sich ihr Selbstwertgefühl mit dem dazugehörigen Selbstbewusstsein eben nicht nur mit möglichst teuren Markenartikeln auftünchen müssen, merken das eben auch die Ausbeuter derjenigen, die diese in ihre Spitzenposition gehoben haben.

Oder anders gesagt: Die Hersteller haben ihre Geburtshelfer, nämlich den Fachhandel mit seinen unzähligen Geschäften und Werkstätten, verraten und verkauft. Und das bekommen sie nun zu spüren. Mann mag es auch heute gar nicht mehr so feudal. Die Goldenen liegen meist unbeachtet in den Ecken und am Arm erfüllt ein hochgenaues Quartzwerk im Stahlgehäuse zuverlässig seinen Dienst. Und dafür bekommt man an jeder Ecke Teile und Batterien. Quo vadis? Mir schwant nichts Gutes für die Nobelmarken.
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 ·  #9
In der Tat herrscht in der Schweiz derzeit eine gewisse Unruh(e). Jetzt rächt es sich, dass man in den letzten zehn Jahren so vehement auf die asiatischen Märkte gesetzt hat. Eine Reihe von aktuellen Faktoren (Wechselkurse, Wirtschaftsentwicklung, Konsumentenverhalten) hat jedoch plötzlich dazu geführt, dass die Nachfrage auf diesen Märkten rückläufig ist. Interessanterweise sind deutsche Hersteller davon nicht so hart betroffen, aber auch hierzulande muss man feststellen, dass der Weg nach Asien nicht der grosse Heilsbringer ist, sondern einer von vielen Vertriebswegen.

Für deutsche Hersteller, deren Uhren aus schweizer Komponenten (Werke) bestehen, hat das einen Vorteil: die Verfügbarkeit von schweizer Komponenten hat sich deutlich entspannt. Solange es in Deutschland keine Werkefertigung à la ETA (Ronda, Unitas, etc.) gibt, sind gerade kleine Hersteller gezwungen, Uhrenkomponenten in der Schweiz einkaufen zu müssen, was in der Vergangenheit zu fast monopolartigen Verhältnissen geführt hat. Die Nachfrageflaute in Asien hat diese Siituation etwas entschärft.
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 ·  #10
Die Nachfrageflaute in Asien hat ganz bestimmt auch mit der rapide gestiegenen Qualiät der Chinesischen Uhren zu tun. Dass dabei kaum eine Marke, kaum ein Design unkopiert bleibt, tut ein übriges dazu. Zur großen Besorgnis der Schweizer Uhrenhersteller sind die allgemein als Fakes bezeichneten Produkte oft selbst für Fachleute nur schwer zu identifizieren.

Angesichts dieser Entwicklung ist der Export-Rückgang nach Fernost eigentlich eine ganz normale Sache. Da sich zudem weltweit viele Kunden von den schweizer Uhrenherstellern schlecht behandelt fühlen und dass manch ein Sammler von Markenuhren seine Schätze mehr im Schrank als am Arm laufen lässt, dürfte der Geschäftsentwicklung der Nobel-Hersteller ebenfalls nicht zuträglich gewesen sein.

Die heutigen Liebhaber von kostspieligen Herrenuhren sind seltener geworden und verlieren angesichts der Realitäten zunehmend den Spaß an derartigen Dingen - nicht zuletzt angesicht der Tatsache, dass die billigste Quarzuhr erheblich genauer geht, als das teuerste mechanische Wunderwerk.
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 ·  #11
Inwieweit sich die Qualität der "Chinaware" verbessern wird, um mit europäischen Standards mithalten und zur Elite aufrücken zu können, bleibt abzuwarten. Zwei Kennzeichen chinesischer Geschäftskultur sind die rasante Lerngeschwindigigkeit in allen Bereichen und eine nahezu unbegrenzte Kapitaldecke. Mit dieser Kombination ist vieles möglich.

Exemplarisch möchte ich nur daran erinnern, wie wir über die ersten japanischen Autos gelacht haben. Heute sind die Japaner in vielen Ländern (z.B. in den USA mit den Marken Lexus (Toyota), Infinity (Nissan) und Acura (Honda)) führend im Luxus-Segment und das Lachen ist vielen vergangen. Aus Korea drängen bereits die nächsten Luxus-Kandidaten auf die internationalen Märkte: Equus und Genesis (Hyundai/Kia). Da werden die Chinesen nicht lange auf sich warten lassen, unter dem Deckmantel ehemals klangvoller europäischer Marken geht es schon los: Borgward, Rover, Saab, Volvo, MG.

Warum sollten sich die Chinesen das weltweite Uhrengeschäft entgehen lassen? Die Tianjin Seagull Watch Group Co. Ltd. existiert seit 1955 und ist lt. Wikipedia "der weltweit größte Produzent von mechanischen Uhrwerken mit einer Produktionsmenge von 3,7 Mio. Kalibern (2010) sowie ein bedeutendes Unternehmen für Präzisionsmechanik in China". Wenn die ihr Personal richtig fit machen und ein paar Milliardchen in die Hand nehmen, dann haben wir ganz fix einen Uhren-Lexus aus China. Vielleicht kaufen Sie vorher irgendwo noch ein paar europäische Traditions-Namen ein.

Nichts ist unmöööglich? Abwarten!
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 ·  #12
Ich habe, lange bevor die neuen Armbänder mit diesen wunderschönen, hochpräzisen Schlössern ausgerüsteten Präzisionsbänder von Rx auf dem Markt waren, eine Reparatur eines mir bis dahin unbekannten Bandes ins Haus bekommen. Der Kunde hatte sich das Band in der Bucht (Anbieter aus Hongkong) für 60 € geschossen.

Mir sagte er, dass es sich um ein Fake handele, welches jedoch ganz anders als die üblichen Bänder gemacht sei. Was ich bekam, war ein absuluten Präzisionsprodukt, voll mit irgend welchen Nummerierungen (Laserinschriften) und auf dem Schloss stand groß Rx drauf. Komischs Fake. Auf jeden Fall habe ich das Teil geschweißt und jeder War zufrieden. Etwa ein Dreivierteljahr später, habe ich genau diese Bänder, mit genau diesem Serienfehler, in genau dieser erstklassigen Verarbeitung, mit den originalen Herstellerinsignien, als stete Gäste zur Reparatur auf dem Tisch gehabt, sie kommen auch heute noch. Die Ursache ist eine Verlötung mit der Grundplatte von zwei Scharnierteilen. Durch Elektrolyt-Korrosion(Postitives Lot) schadhaft geworden.

Ok, so etwas passiert jedem mal. Was mich stutzig gemacht hatte, waren zwei Dinge: Erstens handelte es sich mit einiger Wahrscheinlichkeit um ein Vorserienexemplar, welches irgendwie auf den Markt geraten war. Zweitens kam der Anbieter, nach Aussage meines Kunden, aus Hongkong. Auch die absolute Identität mit den späteren Markenbändern, war für mich auffällig.
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 ·  #13
In dem Zusammenhang fällt mir noch ein Statement von Thomas Wanka (Chefredakteur Uhren-Magazin) auf der Baselworld ein. Es sprach darüber, "Warum 2016 ein gutes Jahr für Uhrenkäufer ist" und wie die Uhrenbranche auf die aktuellen Entwicklungen reagiert (neue Bescheidenheit,, schlichteres und bodenständigeres Design, Retro-Trend): https://www.youtube.com/watch?v=UHcfZvHJbHI

Interessant ist auch dieser Ansatz von Jaeger-LeCoultre, mit dem die Marke näher an den Kunden rücken will: http://www.kontakter.de/intern…_uhrenkauf

Rückblickend auf das ausgehende Jahr 2016 lässt sich sagen, dass die Gier-Krise der grossen Konzerne, gepaart mit konjunkturellen Schwankungen auf eingen Märkten das Käuferverhalten insgesamt verändert haben. Die "neuen" Kunden sind besser informiert, als je zuvor und konsumieren bewusster. Das ist ein guter Nährboden für unabhängige, kleine, dynamische und innovative Hersteller, die flexibler auf Nachfrageschwankungen reagieren können.
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 ·  #14
die Preise für den Service und die dabei benötigten Ersatzteile von RX sind geradezu explodiert. Dazu kommt, das die Vintage Uhren von Rx keinen normalen Service mehr bekommen, sondern dies läuft unter Restauration und die gibts dann ab 1200 E. Sie erklären dies mit den Garantievorgaben.

Dennoch musste man sich letzte Woche, um in den Rxladen in Barcelona überhaupt hineinzukommen, an der Eingangstür registrieren lassen und wurde dann angerufen, wenn man dran war.
Von Krise sehe ich da weit und breit nichts...
Die Preise, gerade der alten Sportmodelle, sind explodiert. Wohldem, der da investiert hat
:P
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