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Alter Granat Schmuck - woran erkennt man diesen Schmuck ?

 
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 ·  #1
Hallo an alle Fachkundigen,

möchte gerne wissen , ob echter ,,alter,, Granat Schmuck fast ausschließlich in 800 Ag oder 333 Au hergestellt wurde ?

Und ist es richtig , das der 585 und 750 Au Granat Schmuck eher aus den , na sagen wir mal, aus den späten 70ern ist!

Eine Dame aus einem Antiquitäten Geschäft machte mir gegenüber solch eine Äüßerung, aus diesem Grund wollte Sie für eine zierliche , vergoldete 835er Silber Kette mit Granaten um die 250,- Euro haben.

Würde mich freuen , wenn ein Fachkundiger mich über alten Granat Schmuck informieren kann, ob diese Äußerung der Frau korrekt ist.


Im voraus lieben Dank und ich wünsche Allen ein gesegnetes Fest und ein paar angenehme Feiertage !


LG Anna
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 ·  #2
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 ·  #3
wie paßt die 835 da rein, wenn zuvor von 800 u. 333 vs 585 u. 750 gesprochen wird?
750 und Granat dürfte eh sehr selten sein

ich denke: auf jeden Fall alt ist Tombak und 800/835
vermutlich jung ist 333 (585) und 925

ganz grob gesagt
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 ·  #4
Hallo an Alle ,

vielen dank Herr Butschal, hoffe der Herr meldet sich und kann mir fachliche Info geben

... auch Tilo vielen Dank, und bitte leg nicht alles auf die Goldwaage :-) , meinte mit 800er die Legierungen mit 835Ag, ich kürze es mir manchmal so ab und bedenke nicht , das es andere nicht gleich richtig verstehen, sorry !

LG Anna
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 ·  #5
... woran kann ich im gefassten Zustand einen Granaten erkennen ???

... gibt es Erkennungsmerkmale am/im Stein oder UV Licht was helfen kann ???
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 ·  #6
Granat lohnt sich eigentlich als Synthese nicht, zumindest bei den kleinen rotbraunen, die üblicherweise unter Grantschmuck geläufig sind.
Was mir da an Nachahmung als einziges bekannt ist, sind grantfarbene Simili, die erkennt man an der folierten Rückseite.
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 ·  #7
Die richtig alten Granatketten sind in Tombak, einer hochkupferhaltigen Messinglegierung, gefasst. Die Granate sind anfangs immer im Rosenschliff und sind mit Silberfolie und Kork unterlegt. Dieser Granatschmuck besticht durch das "Leuchten" der Granate, die auch meist Pyrope sind.

Die Silberketten sind im Vergleich dazu etwas jünger. Ich selber habe bisher nur solche gesehen, die moderne Feingehaltsangaben haben, die also nach dem Inkrafttreten der Stempelpflicht durch das Gesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren 1888 entstanden sind. Die 800er und 835er Silberlegierungen sind bis in die 1970er Jahre gefertigt worden. Danach ist 925er vorherrschend. Der Schliff ist dann auch nicht mehr der Rosenschliff, sondern ein Facettenschliff der an den Brillantschliff angelehnt ist. An Stelle der Pyrope treten auch die häufigeren Almandine, die von der Farbe her etwas lilastichiger sind als der Pyrop.

Goldene Granatketten sind wirklich jünger. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts tauchen solche Ketten auch in dem preiswerte Normgold auf (250er Gold), gegen 1900 auch in 333er und 375er Gold. Ob vereinzelt zu der Zeit auch höherwertige Legierungen bei Individualanfertigungen auftauchten, ist nicht auszuschließen. In der industriellen Fertigung werden die höherwertigen Goldlegierungen aber erst in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg verwendet.

Parallel dazu findet man auch Glasimitationen, die aber meist schon an der Qualität der Fassung erkennbar sind (zusammen mit der Fassung ausgestanzte Krappen, die um den Stein gebogen werden). Solche Imitate sind mir noch nie mit Rosenschliff begegnet. In meiner Sammlung habe ich auch solche ohne Foliierung.

Lis
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 ·  #8
Hallo Lis,

vielen , vielen Dank für deine sehr nette und ausführliche Erklärung !!!


Ich mag jenen alten Schmuck, seien es die Diamant Altschliffe oder auch die schönen alt gefassten Granate, denn mir persönlich sind Granate die viel schöneren Steine , als zb. Rubin.

Im Leihhaus habe ich mir bereits einige ,,Granate,, unter deinen Gesichtspunkten angesehen und durch deine sehr gute Erläuterung auch Pyrope von den Granaten getrennt ( dies natürlich rein persönlich, bin ja nun noch keine Granat Fachfrau ;-) )

Hatte 2 Steine die fast gleicher Größe waren miteinander vergleichen können, und der eine war wesentlich durchscheiniger und eher lilarot und , der andere tief dunkel kirschrot ... nun ja das hier ein unterschied ist , lag ja auf der Hand , jedoch was war der eine und was war der andere nun für ein Stein Gruppe .... tolles deutsch , sorry !!!


Also bis bald und nochmal vielen herzlichen Dank !


LG Anna
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 ·  #9
Hallo Anna,

ich glaube, da war ich bei der Erklärung ein wenig betriebsblind. Eigentlich gibt es den Granat an sich gar nicht, sondern viele Minerale, die chemisch miteinander verwandt sind und zur Granatgruppe gezählt werden. Pyrop ist ein Magnesium-Aluminium-Granat, Almandin ein Eisen-Aluminium-Granat. Beide sind Mitglieder der Granatgruppe und werden im Volksmund einfach nur Granat genannt. Dummerweise vermischen sich diese Minerale auch noch ohne Probleme und dann gibt es bei den einzelnen Varietäten auch noch gute und schlechte Exemplare, so dass die Unterscheidung der einzelnen Granate im Extremfall recht schwierig werden kann.

Für mich persönlich ist der Pyrop der schönere Stein, weil er meist ein hübscheres Rot hat. Es gibt Granate aber auch in allen anderen Farben, nur nicht in blau. Wenn Du Dich dafür interessierst schau mal bei Wikipedia rein

http://de.wikipedia.org/wiki/Granatgruppe

Und weil ich auch Granate mag, stelle ich hier mal ein Bild einer Kette und zweier Broschen sein. Das sind die schönen alten Stücke, die in Tombak gefasst sind, also streng genommen "historischer Modeschmuck".

Lis
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 ·  #10
Leider wird auch beim Verkauf heute ein roter Granat schlichtweg nur als Granat bezeichnet, sogar solche, die ich von der Farbe eher als Rhodolit eingeschätzt hätte. Pyrop, Almandin, auch ich würde es begrüßen, wenn die Steinhändler sich detaillierter äußerten, zum Einen zwecks Nachbestellung (meine letzte bez. Granat sah so aus: "Schicken Sie mir bitte solche wie aus der letzten Lieferung, kleinesfalls bitte solche wie aus der vorletzten" Und die Antwort in etwa: "falls diese nicht Ihren Vorstellungen ehsprechen, schicken Sie sie zurüch".
Zum anderen auch wegen der Esoteriker, die mit dem Gienger rumwedeln und fragen; "Was ist das denn nun für ein Granat?"
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 ·  #11
Die Schwierigkeit, Granate richtig zu bezeichnen, liegt ja auch gerade darin, dass die einzelnen Vertreter der Gruppe gut mischbar sind. Wann ist der Rhodolit - als Mischkristall zwischen Almandin und Pyrop- ein Rhodolit? Nur bei halbe-halbe? Eigentlich müsste dann bei jedem Steinchen eine genaue Untersuchung gemacht werden, um richtig bezeichnen zu können. Um einen bestimmten Rotton bestellen zu können wäre eine Farbskala meiner Meinung nach hilfreicher.
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 ·  #12
hallo zusammen,
bis jetzt waren die antworten alle richtig

granatschmuck war eigentlich armeleute-schmuck der die teuren rubine imitieren sollten ( 1800-1900). Dementsprechend war auch das metall aus solchen legierungen , auszunehmend ist die biedermeierzeit, wo schaumgold verabeitet wurde ( dünnstes blech aus silber oder gold, die stücke sind dann hohl gearbeitet und wurden mit schellack gefüllt )
eine faustregel ist das bis ca 1900 tombak verarbeitet worden dann wurde silber vergoldet verarbeitet und dann erst gold. Genauso der steinschliff. Um 1800 wurden schliffe benütze mit einer grossen tafel, die steine waren sehr flach; danach wurde ein rosenschliff verarbeitet. Da die granate sehr dunkel sind, wurde unter jeden stein ein sehr kleines silberplättchen gelegt, das als spiegel funktionierte. Das licht wurde von dem spiegel reflektiert und brachte so die steine zum leuchten. Durch diesen einfachen trick, den leider viele beim restaurieren von granatschmuck nicht beachten, kommt es bei altem granatschmuck immer wieder zu „ fehlstellen „ , ein stein ist zwar vorhanden, aber man sieht unter dem licht nicht das typische leuchten. Bei beiden steinarten sind in der regel die fassungen hinten geschlossen. man muss auch bedenken, das sich die lichtverhältnisse geändert hatten. aus dem schummrigen flackerden kerzenlicht kam nach und nach das elektrische licht auf und dieses war wesendlich heller und die steine hatten dadurch auch auch ohne spiegel ) ihr feuer. Erst ab 1900 worden offene fassungen verarbeitet, da die steine nun auch unten geschliffen waren und spitz zuliefen. Also alten granatschmuck IMMER von hinten betrachten ( wie eigentlich jede handwerkliche arbeit ) durch diese steinart konnte aber auch kein spiegelchen mehr verarbeitet werden und die granate hatten ihre leuchtkraft verloren. Die moderneren grantate ( ab 1900 ) waren einfache dunkelrote steine.
Ich habe mal ein paar fotos gemacht vorder-, rückseite mit tageslicht und mit blitzlicht ich hoffe mit den fotos ist die erklärung besser beschrieben
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Titel: PICT0002.JPG
Information: 4 stücke um 1880-1920 tageslicht, nur die oberste brosche " leuchtet "
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Information: 4 stücke von 1880 bis 1920 blitzlicht, alle steine leuchten
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Information: armreifen um 1900 tageslicht
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Information: armreifen blitzlicht
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Information: collier um 1930
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Information: collier um 1930 vorderansicht
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Information: collier rückseite um 1930
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Information: colliermittelteil, tageslicht
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Information: collier mittelteil um 1850-70 silber vergoldet " schaumgold "
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 ·  #13
so und hier habe ich mal ein schönes beispiel , warum man sich immer die rückseite anssehen soll
2 ruschische kreuze eines mitte 18. jahrhundert das andere ende 20.
beide objekte gleiche größe und gleiches motiv
das alte emallierte kreuz ist aber auf der rückseite noch wundervoll graviert, das neue ist hinten flach und schmucklos.
früher wurde auf die rückseite genauso viel wert gelegt wie auf die schauseite
schönen tag noch
gruß
stefan
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Information: rückseiten im vergleich
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Information: rückseite altes kreuz
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Information: rückseite des neuen kreuzes
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Information: rückseite - made in germany
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 ·  #14
@StefanS

Die Granate mit der großen Tafel kenne ich aber nicht mit flachem Unterteil. Die in meinem Schmuck haben ausnahmslos facettierte Unterteile und damit sind an den Stellen auch Löcher in den Fassungen. Ich habe solche Schliffe sowohl in Tombak als auch in Gold gefasst. Mir ist diese Steine unter dem Namen Spiegelgranat bekannt. Und solche Spiegelgranate gibt es auch zusammen mit Rosen gefasst, die dann auch mit Silberfolie unterlegt sind (z.B. die untere von meinen beiden Broschen)

Zu dem Licht möchte ich aber etwas anmerken. So schnell und einfach ist die Geschichte nämlich nicht. Die Kerzen wurden schon im 19. Jahrhundert gerne durch Petroleumlampen ersetzt, die erheblich effektiver waren als Kerzen. Dann kam das Gaslicht, das sich aber nur sehr gut situierte Haushalte leisten konnten und das gar nicht ungefährlich war. Die ersten Elektrizitätswerke entstanden zwar schon Mitte der 1880er Jahre in Deutschland. In Krefeld, damals Großstadt, wurde das E-Werk aber erst 1899/1900 gebaut. In anderen Orten sogar noch später. Bis dann auch jeder in den Genuss von elektrischer Beleuchtung kam, dauerte es auch noch geraume Zeit, denn die Leitungen mussten ja verlegt werden. Und die Lichtausbeute der damaligen Lampen war erheblich geringer, als der heutigen. Wozu auch noch kommt, dass man sich das leisten können musste. Um 1900 hat also das Gros der Menschen noch in schlechter Beleuchtung gelebt. Das widerspricht dem Armeleuteschmuck. Der Granat hat zu dieser Zeit seinen Sprung in die wohlhabenden Gesellschaftsschichten geschafft.

Und vergiss bitte nicht den Normgold bzw. Normmetallschmuck, der bei Granat definitiv um 1900 bereits vorkommt.

Lis
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