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Verfasst am: Sa, 07. Aug. 2010 09:52 Titel: Punzierung alter Rotgoldring
Guten Tag liebe Schmuckinteressierten,
in einem alten rotgoldenen Bandring meiner Grossmutter, der mit kleinem Opal und Türkisen besetzt ist, finde ich als einzigen Stempel "560" in etwas altertümlicher Zahlenschreibweise. Weiss jemand, was das für eine Legierung ist?
Bei Rotgold aus Osteuropäischer Fertigung ist oft auch ein von den gebräuchlichen Feingehalten abweichender Wert gestempelt ( statt 585 oft 583).
Es könnte also schon sein, dass es sich um Gold handelt.
Das kann ein Goldschmied mit hilfe einer Strichpobe leicht feststellen. _________________ Gruß
Zirkonhead
...wobei der Feingehalt 583 exakt den Goldanteil aus 14-karätigem Gold bezeichnet.
Diesem Umstand trägt auch das Stempelgesetz Rechnung. Durch die im Gesetz von 1884 erlaubte Abweichung von Schmuckmaterial gegenüber dem gestempelten Feingehalt von bis zu 5 Tausendteilen. konnte die bis dahin meist gebräuchliche 14-Karat-Legierung, ohne weiteres mit 585 gestempelt werden, ohne dass sich der Stempelnde strafbar machte. _________________ Gruß, Ulrich
Goldschmiede seit 1967
Feine Auftragsarbeiten aller Art, sowie Reparaturen und Juwelier-Service.
CAD, Rapid Prototyping (Fräsen, Plotten, STL), Edelmetallguss, Laserschweißen seit 1993, http://www.wehpke.de http://www.wachsfraesen.de
verspäteten Dank auch für Ihre freundliche Information! Habe gar nicht mehr mit weiteren Antworten gerechnet.
Über google fand ich noch einen Ebay-Händler, der angab, "560er Gold entspreche der russischen Punzierung für das deutsche 585er bzw. 14 ct".
Mich interessierte vor allem, ob man aus dieser Legierung ev. Anhaltspunkte für Alter oder gar Region der Herstellung finden könnte. Nach weiteren Interviews meiner Mutter über die Vorfahrinnen und nachdem ich interessanterweise auf meinem antiken Gründerzeit-Schrank ein identisches Rautenmuster wie auf dem Ring fand (oft gesehen - nie nachgedacht!), ist Ende 19. Jahrhundert wahrscheinlich. Ein Bezug zu Russland ist allerdings nicht in der Familie bekannt.
Da hat der E.bay-Händler wohl was "falsch verstanden". In Russland war es früher üblich. die Dinge nach Zolotnik zu stempeln. Ein Zolotnik entsprach einem Sechsundneunzigstel. (Grundlage war das Russische Pfund, 409 GRamm)
Wenn man also ein Ganzes (1000/1000) durch 96 teilt, dann erhält man auf der Basis Zolotnik 10,41666 Tausendstel. Mithin entspricht eine 585-er Legierung in etwa 56 Zolotnik.
Hieraus nun jedoch ableiten zu wollen, dass 560 Zolotnik einer Legierung von 14 Karat entsprächen, entspricht schon (wie soll ich es nett sagen?) E-Bay-Gepflogenheiten. _________________ Gruß, Ulrich
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Sieht aus wie ein ungarischer Opal mit Türkisen. Ein schönes Teil. Die Punzierung würde ich nicht für so wichtig nehmen. Ob nun 560 oder 585 Teil Gold drin sind, spielt keine große Rolle. _________________ Gruß, Ulrich
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