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neulich sollte ich einen Silberring 2 Nr. erweitern: glatte schlichte Schiene Runddraht etwa 2,5 mm mit kleiner gefaßter Perle(ja, kein Schreibfehler), hätt ich normal für 5 Euro ein Stück gewalzt und drüberpoliert
hmm, fühlt sich irgendwie leicht an
mal ganz vorsichtig unten mit ner zange angesetzt: jawoll, der Ring war hohl!
in 333er Edelmessing hatte ich sowas schonmal im Altgold, aber in Silber, wo das g zum Herstellzeitpunkt max. 50ct kostete, finde ich das schon arm
EDIT und ich schreib noch: kein Schreibfehler
Zuletzt bearbeitet von Tilo am Fr, 04. Jun. 2010 10:55, insgesamt einmal bearbeitet
Aber sag mir, wieso sollten Silberringe nicht auch hohl hergestellt werden, wenn schon plumpe Silberösen aus Scharnier hergestellt werden? Wohl die neue sinn- und hirnlose Form von Minimalismus.
Unser Beruf hält doch immer irgendwelche Überraschungen für uns bereit.
in 333er Edelmessing hatte ich sowas schonmal im Altgold, aber in Silber, wo das g zum Herstellzeitpunkt max. 50ct kostete, finde ich das schon arm
Für einen einzelnen Ring hast Du Recht. Wenn Du aber bedenkst, dass der Ring in einer Auflage von vielleicht 5000 oder 10000 Stück hergestellt wird, dann macht der Gewichtsunterschied sich schon bemerkbar.
Grüße,
Frank _________________ Anfertigungen in Silber, Gold, Platin, feine Edelsteine
Reg.-Datum: 09.07.2005 Beiträge: 10453 Wohnort: München
Verfasst am: Fr, 04. Jun. 2010 13:33 Titel:
Herstellkosten liegen dann bei ca 1,75, VK bei 14,99. Ringweitenänderung dann eher bei 45,- Euro.
Erinnert mich an Bauauschschreibungen. Da wird auch billigst kalkuliert und dann das Geld mit "Change Management" verdient.
Jede zusätzliche Steckdose kostet dann 123,40 Aufpreis weil es ja nicht im Angebot war.
Da nach dem Kauf der Schmuck an Wert gewinnt (für den Käufer), könnte man sich damit doch ein schönes Geschäftsmodell ausdenken. _________________ MfG Butschal
den 45 euro-vorschlag hab ich mir gespart, die Kundin hat ihr 18-euro Teil dann eben wieder an nen anderen Finger gesteckt als (um)geplant
(hab sie gefragt, wieviel sie bezahlt hatte)
Was Frank dazu schreibt, ist schon Richtig.
Gerade bei den Großabnehmern läuft das dann so, dass die einen Preis vorgeben, der Hersteller macht dazu ein paar Designvorschläge. Wenn es dann doch nicht passt, jongliert der Hersteller dann eben so lange rum, bis er auf den Preis kommt.
Und da der Hersteller weit weg ist, kümmerts den auch nicht, was der Endkunde dann letztendlich für Probleme damit hat. _________________ Gruß
Zirkonhead
Der Minimalismus stört mich eher weniger, zumindest bei Gold/Platin/Palladium ist das sicher heute geboten, auf das Gewicht zu schauen. Was mich viel mehr stört ist die Tatsache, dass immer mehr Leute sich diesen grausigen Massenschmuck kaufen, den -zig Tausend andere auch tragen. Wo bleibt da der eigene Stil und Geschmack?
Das ist der Ansatzpunkt: Den Kunden individuellen Schmuck vom Goldschmied schmackhaft machen. Zumal der Kunde dann dazu jede Menge eigene Wünsche und Ideen einbringen kann. _________________ Wenn man nur alle Hobbies zum Beruf machen könnte!
Es gibt halt viele Leute die wirklich nicht mehr als 30,- Euro für ein Schmuckstück ausgeben können. Natürlich würden die auch gerne ein Schmuckstück vom Goldschmied tragen, können es sich aber nicht leisten. Für diese Klientel ist der Massenmarkt gemacht und hat meiner Meinung nach dadurch auch seine Berechtigung.
Der hochpreisige Massenschmuck einiger Marken steht auf einem anderen Blatt. Da geht es den meisten gar nicht so sehr um das Schmuckstück an sich als vielmehr um die Identifizierung mit der Marke, und das "um jeden Preis". _________________ Anfertigungen in Silber, Gold, Platin, feine Edelsteine
Ich meinte genau die Klasse zwischen diesen beiden Extremen: Frauen, die sich mal eben für 450 Euro ein Kleidchen oder eine Bluse in der Boutique kaufen, und das nicht nur einmal im Monat. Für Schmuck geben die auch nicht gerade wenig aus, tragen die einzelnen billigen Teile aber meist nur eine Saison lang und dann kommt es in den Müll oder wird verschenkt. _________________ Wenn man nur alle Hobbies zum Beruf machen könnte!
Wieso bei mir? Geh mal Kaffee kaufen und schau dir an, wie's gemacht wird. Und wirf nicht gleich jede Werbung im Briefkasten weg, auch das ergibt Lehrbücher.
Ich denke, das ist auch ein Imageproblem, bei dem die Kaufleute (Juweliere) schon mal im Vorteil sind und die Kaufleute, die einen mächtigen Partner im Hintergrund haben der die Werbung zahlt, haben allemal die Nase vorn. Daher: Kaffee kaufen. _________________ Wenn man nur alle Hobbies zum Beruf machen könnte!
das ist krass - wirklich! Arme Welt sage ich da - aber sag mal - ich kenn mich da nicht so aus. Ist die Herstellung eines hohlen Rings nicht aufwendiger als eines kompakten Ringes? Also - schenkt sich das was?
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