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Verfasst am: So, 23. Mai. 2010 11:58 Titel: Gewährleistung/ Garantie bei Modeschmuck
Ich verarbeite teilweise sehr filigrane Teile in meinem Modeschmuck.
Nun überlege ich mir grade, was wohl die Rechtslage wäre, wenn eine Kundin z.B einen Ohrring, der einwandfrei bei ihr ankam, nach kurzer Zeit reklamiert, weil sie ihn selber irgendwie, auch unabsichtlich, beschädigt hat.
Müßte ich das kostenlos ersetzen, Material, Porto, Arbeitszeit usw?
Mir geht's jetzt nicht so um Kulanz, das ist eh klar!
Mir geht's um die Rechtslage.
Beigefügt ein Bild der Art von Ohrringen, die ich meine.
Grundsätzlich hast Du als Händler/Hersteller eine gesetzliche Gewährleistungspflicht von 2 Jahren auf Deine Ware (sog. Verjährung der Mängelansprüche). Diese bezieht sich auf fehlerfreies Material und einwandfreie Funktion der Ware bei normalem Gebrauch. BGB §§ 439 ff
Bei Schmuck ist das immer so ne Sache. Jederzeit gern ein Streitpunkt zwischen Händler und Kunde. Wenn der Kunde also Deinen Schmuck reklamiert, ist von Fall zu Fall zu entscheiden. Der Kunde wird nie behaupten, daß er unachtsam mit dem Schmuck umgegangen ist (unter der Dusche/beim Baden, beim Schlafen... getragen), sondern immer den Schwarzen Peter beim Händler und seiner schlechten Ware suchen. Daher ist von Dir als Hersteller von Fall zu Fall zu überprüfen, ob tatsächlich eine Materialermüdung, die Dir vorher nicht aufgefallen ist, vorliegt oder nicht. Materialermüdungen, Verarbeitungsfehler, Materialfehler und sowas mußt Du auf Deine eigenen Kosten dem Kunden gratis ersetzen. Da bist Du in der sogenannten Nacherfüllungspflicht. Wie Du beim Materialfehler mit Deinem Händler/Zulieferer verfährst, das ist dann Deine Sache. Der hat auch Nacherfüllungspflicht.
Schusseligkeit vom Kunden ist zu erwägen, ob man das kulanterweise einmalig nachbessert oder gleich kostenpflichtig repariert.
Ok. Also, wie du dir schon gedacht hast, hab ich grad so nen Fall. Sie sagte mir, daß von dem Blättchen oben am Kelch was abgebrochen sei.
Es sind insgesamt 3 Blättchen, eins davon ist ab. Alle 3 hängen an der Basis fest. Die Teilchen sind biegsam, das soll so sein. Man kann sie natürlich auch am Schmuck noch hochbiegen, -macht man das zu oft, kommt es sicher zu 'ner Materialermüdung.
Sonst kann es aber eigentlich nur abgehen, wenn man sich wirklich ordentlich dran zu schaffen macht. Evtl ist sie mit dem Kamm drin hängen geblieben. Sie will es herschicken zum Reparieren.
Ich dachte eigentlich, ich könnte mein Porto und Material auf sie umlegen, aber bin mir nicht sicher.
Die Arbeit berechne ich eh nicht.
Das Material war sicher einwandfrei, ist halt aber filigran, und halt nicht so stabil wie massives Silber
Dafür hat es aber auch seinen speziellen Reiz....naja....
Danke nochmal für deine Anwort, die hat mir sehr geholfen.
Es sind insgesamt 3 Blättchen, eins davon ist ab. Alle 3 hängen an der Basis fest. Die Teilchen sind biegsam, das soll so sein. Man kann sie natürlich auch am Schmuck noch hochbiegen, -macht man das zu oft, kommt es sicher zu 'ner Materialermüdung.
Ich kenn die Dinger von damals. Praktisch verbiegbar zum Anpassen an die Form, doof, weil nachträglich leicht aufbiegbar. Ich an Deiner Stelle würde da noch nen Klecks Kleber dahintersetzen (hab mir damals auch damit beholfen). Macht das Hochbiegen schwieriger. Nachteil: schränkt ein bißchen die Bewegung ein, aber ich denke mal, die grüne Blüte soll sich ja eh nicht so stark drehen, oder?
Das sieht man wahrscheinlich, weil das Blatt durchlöchert ist.
Außerdem muß ich dann bei einer Reparatur den Kelch mitersetzen, und dann sind 2 fällig, weil das wie bei Wolle ist: Andere Charge, andere Farbe. Hmm....es g hilft nichts, ich muß drauf aufmerksam machen .
Sieht man normalerweise nicht, wenn das Teil nicht in Kleber schwimmt Ist ja egal.
Kannst ja das hier als Vorlage nehmen für Deine Kunden zur Information. Da der Zentralverband der Deutschen Goldschmiede, Silberschmiede und Juweliere e.V. momentan offensichtlich keine vollständige Homepage hat, sind hier dessen offizielle Trageregeln für Schmuck, die man normalerweise auch kaufen kann, um sie seinen Kunden in die Hand zu drücken (in der Hoffnung, daß ein Blick reingeworfen wird).
Einzelne Edelsteine sind empfindlich gegen starke Sonnen- und Lichteinwirkung.
Man sollte hier vielleicht noch erwähnen, dass dies zum erblassen des Edelsteins führen kann. (Amethyst zum Beispiel)
Interessante Diskussion hattet Ihr da!
Greetings, Adrian _________________ Schon seit meinem 6. Lebensjahr hege ich eine Begeisterung für Panzergeldschränke und Tresoranlagen. Derzeit schreibe ich an einer privaten historischen Arbeit zur ehemaligen Franz Garny K.G., Geldschrank-, Tresor und Stahlbau Frankfurt am Main.
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