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Ich wolle mich erkundigen wie man das Schätzen von Schmuck erlernt.
Kann man dies in Form von Seminaren/Kursen erlernen oder ausschließlich in einer mehrjährigen Ausbildung?
Mir geht es nur um die Fähigkeit des Schmuckschätzens also nicht um die anderen Fassaden des Berufs eines Goldschmieds/Juweliers.
Ich würde mich über euren erfahrenen Rat sehr freuen!
Der Grund dafür ist, dass ich mein Pfandhaus was sich ausschließlich auf Autos spezialisiert hat gerne auch auf Schmuck und Uhren ausweiten möchte.
Nun weiß ich nicht ob ich mir die nötige Kompetenz für sowas selber aneignen kann (da in der Pfandleihe sowieso nur ca. 40-70% des Pfandguts als Kredit gegeben werden muss die Wertschätzung auch nicht so genau wie die eines Gutachters sein aber trotzdem sollte natürlich eine ordentliche Kompetenz vorhanden sein) oder ob ich da ohne extra Ausbildung das Schätzen nicht erlernen könnte und dies ausschließlich von Fachpersonal machen lassen sollte.
Ich hoffe, dass sie mir bei dieser genaueren Schilderung der Umstände mehr zu meinen Optionen sagen können!
Wenn das so einfach wäre wie ein Auto zu schätzen...
Da ist einiges mehr an Fachwissen gefragt, das kannst du hier im Forum bei vielen Beurteilungen diverser Schmuckstücke gut nachvollziehen. Neben der reinen Beurteilung nach dem Edelmetallwert sind auch oft viele kunstgeschichtliche Hintergründe wichtig. Dazu solltest du die gemmologischen Kenntnisse haben, um Steine beurteilen zu können. Ehrlich gesagt, ich würde da lieber die Finger davon lassen. _________________ Wenn man nur alle Hobbies zum Beruf machen könnte!
Reg.-Datum: 09.07.2005 Beiträge: 10492 Wohnort: München
Verfasst am: Fr, 22. Jan. 2010 04:19 Titel:
Für ein Pfandhaus zu schätzen ist dann noch mal etwas anderes als den Wiederbeschaffungswert zu errechnen. Denn man braucht Erfarhung und Marktkenntnisse um abzuschätzen wie viel die Objekte dann auf der eigenen Auktion einbringen können. Das kann regional durchaus unterschiedlich sein.
Meine Empfehlung ist, einen Goldschmied dafür einzustellen und trotzdem mit einer mehrjährigen Lehrzeit zu rechnen. _________________ MfG Butschal
Alleine das sichere prüfen auf den Feingehalt braucht schon viel Erfahrung oder sehr teuere Geräte (im 5stelligen €-Bereich).
Das Unterscheiden der Edelsteine ist dann eigentlich noch mal ein eigenes Fachgebiet, da gibt es schließlich auch in echtem Schmuck oft synthetische Steine oder andere Überraschungen.
Wenn du den Bereich wirklich abdecken willst, kommst du um die Einstellung von gut ausgebildetem und erfahrenem Fachpersonal nicht herum. _________________ Gruß
Zirkonhead
wobei ja die traurige realität ist, daß für schmuck selbst aufwändigster verarbeitung und steinbesatz im verwertungsfall mindestens nur der metallwert zu erlösen ist, alles darüber ist fraglich, weil der geschmack/mode/nachfrage sich wandelt
schätze, daß viele pfandleiher so rechnen
also wäre für das geschäft hauptsächlich wichtig, gold von fälschungen zu unterscheiden
das sollte auch ohne extra goldschmiedegesellen möglich sein, ein crashkurs bei einem alten hasen im pfandleihhausgewerbe sollte reichen, ist aber konkurrenz, hmm
wenn der kunde nun einen ring mit einkaräter anbringt wäre der pfandpreis von 70% nur des goldwertes natürlich viel zu gering, dann müßte tatsächlich ein kompetenterer pfandleiher aufgesucht werden
Liebe Leute vielen Dank für ihre Beiträge!
Das hilft mir fürs erste sehr.
Jetzt habe ich schonmal ne grobe Vorstellung wie ich vorgehen sollte, wenn ich das ganze in absehbarer Zeit realisieren würde!
Trotzdem bin ich für weitere Beiträge natürlich Dankbar!
Hm... Also ich kann mich Edelsteins sowie Heinrichs Meinung anschließen. Auch Patrick hat recht, im Auto Bereich hat man keine Probleme mit Fälschungen.
Ich selbst befasse mich ja nun auch schon eine Weile Hobby mäßig mit dem Thema Schmuck als auch Steinen, wobei ich mich mit Steinen schon länger beschäftige. Ich konnte hier im Forum viel lernen, besonders was das Thema Diamanten angeht, war Heinrichs Rat zur Echtheitsbestimmung immer klasse. Nur liege ich immernoch oft falsch, oder bin mir unsicher. Gerade weil man sich nicht jeden Tag damit befasst oder eben die Fachlichen Voraussetzungen fehlen. Nun studiere ich ja auch Geographie, dort lernt man schon eine Menge über Gesteinsarten. Man merkt aber vor allem, das es ein riesiges Thema ist und jahrelange Erfahrung, zur sicheren und kompetenten Bestimmung bedarf.
Wenn du nun genug Zeit hast, dich Monatelang wenn nicht sogar Jahrelang weiterzubilden, mach es. Vielleicht ist es den Aufwand wert und unterm Strich, hast du am Ende nicht nur Erfahrung gewonnen, sondern schreibst auch mehr schwarze Zahlen. (ob man dies nun nebenher in Abendkursen oder Ferienkursen machen kann, können dir bestimmt die Fachleute sagen)
Wenn du diese Zeit aber nicht hast, dann stelle lieber jemand versierten ein, wie Heinrich ja erwähnte.
Ob es durch Kurse und Intensive Weiterbildung überhaupt möglich ist ein angemessenes Level zu Einschätzung zu erlangen, kann ich dir leider nicht sagen. Aber es kostet Zeit, mehr als du vielleicht denkst.
Greetings, Adrian _________________ Schon seit meinem 6. Lebensjahr hege ich eine Begeisterung für Panzergeldschränke und Tresoranlagen. Derzeit schreibe ich an einer privaten historischen Arbeit zur ehemaligen Franz Garny K.G., Geldschrank-, Tresor und Stahlbau Frankfurt am Main.
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